Lagaš-Umma-Krieg
| Lagaš-Umma-Krieg | |||||||||
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| Datei:Dhi Qar map.svg Das Gouvernement Dhi Qar im Irak | |||||||||
| Datum | 25. Jahrhundert v. Chr. | ||||||||
| Ort | heutiges Gouvernement Dhi Qar in Irak | ||||||||
| Ausgang | Sieg Lagašs | ||||||||
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Der Lagaš-Umma-Krieg war eine langwierige kriegerische Auseinandersetzung zwischen den beiden frühdynastischen sumerischen Stadtstaaten Umma und Lagaš in Südmesopotamien im heutigen irakischen Gouvernement Dhi Qar. Die Auseinandersetzungen dauerten vom 26. bis zum 24. Jahrhundert v. Chr.
Verlauf
Umma und Lagaš waren zwei benachbarte sumerische Stadtstaaten in Mesopotamien, im heutigen Irak. Oberste Priorität hatte für beide die Instandhaltung und Erweiterung des Bewässerungssystems, da von diesem die Ernte abhing.<ref name="Edzard56">Dietz-Otto Edzard: Geschichte Mesopotamiens. Von den Sumerern bis zu Alexander dem Großen. C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51664-5, S. 56.</ref> Umma lag weiter stromaufwärts am Tigris und konnte somit große Mengen an Wasser durch Kanäle ins eigene Land ableiten.<ref name="Edzard56" /> Um den Besitz eines fruchtbaren Landstrichs<ref>E. Seidl, V. Korosec, E. Pritsch, O. Spies, J. Baz, Ch Chehata, E. Tyan, Ch Samaran, J. Roussier, J. Lapanne-Joinville, S. S. Ansay, Orientalisches Recht. Brill, 1964, ISBN 90-04-00867-5, S. 62</ref> brach zwischen Umma und Lagaš ein Grenzstreit aus, der sich zu einem jahrelangen Krieg auswuchs und in späteren Generationen noch bis zum Ende der ersten Dynastie von Lagaš (ca. 2340 v. Chr.) andauerte.<ref name="Nissen53">Hans Jörg Nissen, Geschichte Altvorderasiens. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1999, ISBN 3-486-56373-4, S. 53.</ref>
König Mesilim von Kiš, der eine besondere Stellung unter den sumerischen Stadtfürsten innehatte, wollte in dem Konflikt als Schiedsrichter vermitteln und stellte um 2530/2500 v. Chr. eine Stele auf, welche die Grenze zwischen beiden Stadtstaaten markieren sollte.<ref name="Edzard56" /> Umma fühlte sich dabei jedoch benachteiligt und beseitigte die Stele später wieder,<ref name="Edzard56" /> womit die Kämpfe weitergingen. Um 2470 v. Chr. wurde E-ana-tum König von Lagaš und konnte Gebiete von Umma erobern sowie eigenes verloren gegangenes Territorium zurückgewinnen. Er ließ einen Bericht über seinen Sieg auf einer Grenzstele einmeißeln<ref name="Nissen53" /> und die neue Grenze durch einen Graben festlegen. Umma schwor offiziell einen Eid vor den Göttern, dass es im Falle eines Friedensbruches durch die Götter vernichtet werden sollte.<ref name="barta">Heinz Barta, Graeca Non Leguntur?: Zu den Ursprüngen des europäischen Rechts im antiken Griechenland. Ein Beitrag zur Wissenschafts- und Kulturgeschichte des Rechts. Otto Harrassowitz Verlag, 2010, ISBN 3-447-06121-9, S. 454 f.</ref> Außerdem musste es Ernteerträge an Lagaš liefern.
Folgen
Die Beziehungen zwischen Umma und Lagaš blieben danach weiterhin feindselig. Als ca. 2430 v. Chr. En-metena König von Lagaš wurde, weigerte sich Umma, weiterhin Abgaben an Lagaš zu zahlen,<ref name="Edzard56" /> und es kam erneut zu Auseinandersetzungen.
Archäologische Quelle
Eine umfangreiche Darstellung dieser Auseinandersetzung findet man auf der sogenannten Geierstele, deren Bruchstücke sich heute im Pariser Louvre befinden.<ref name="barta" /> Entdeckt wurden die Fragmente 1878 von dem französischen Archäologen Ernest de Sarzec etwa 28 Kilometer nordwestlich von Lagaš (heute Tell el-Hiba) im Tempelbezirk von Telloh im Südirak. Auf der reliefierten Stele befinden sich Inschriften des sumerischen Königs E-ana-tum von Lagaš, welche von der Fortsetzung des Konflikts mit dem nördlichen Nachbarn Umma berichten. Neben dem umfangreichen Text sind auch bildliche Darstellungen von besiegten Feinden zu sehen. Man erkennt zudem eine Phalanx (Schlachtaufstellung), einen Streitwagen (früheste bekannte Darstellung der militärischen Nutzung des Rades), Helme und Schilde.
Siehe auch
Literatur
- Dietz-Otto Edzard: Geschichte Mesopotamiens. Von den Sumerern bis zu Alexander dem Großen. C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51664-5.
Einzelnachweise
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