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LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

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LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte
— IfR —
Träger: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
Rechtsform des Trägers: Öffentlich
Sitz des Trägers: Münster
Standort der Einrichtung: Karlstraße 33, 48147 Münster
Art der Forschung: Vergleichende Regionalgeschichte
Fächer: Neuere und Neueste Geschichte
Fachgebiete: Geschichte, Regionalgeschichte
Leitung: Malte Thießen
Mitarbeiter: zu den Mitarbeitern gehörte u. a. Michael Prinz
Homepage: lwl-regionalgeschichte.de

Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte ist ein Institut zur Erforschung der Landesgeschichte der Region Westfalen in Trägerschaft des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe mit Sitz in Münster.

Geschichte

Es wurde im Jahre 1929 als Provinzialinstitut für westfälische Landes- und Volkskunde vom Provinzialverband der Provinz Westfalen gegründet. Zu seinen früheren Leitern zählen Franz Petri, Karl Teppe, Alfred Hartlieb von Wallthor und Bernd Walter.

Wissenschaftliche Forschung

In seiner thematischen und methodischen Ausrichtung stellt das Institut eine Besonderheit dar: Es ist die einzige wissenschaftliche Einrichtung, die sich in kommunaler Trägerschaft schwerpunktmäßig der Erforschung der westfälischen Geschichte im Zeitraum des 19. und 20. Jahrhunderts widmet. Die wissenschaftlichen Referenten des Instituts erforschen Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Politik am Beispiel der Region Westfalen. Das LWL-Institut realisiert Forschungsprojekte mit vielfältigen Themenschwerpunkten. Eine Auswahl der aktuellen Projekte: Stadt-Land-Beziehungen, Heimkinder und Heimerziehung, Straßennamen, Tier und Mensch.

Tagungen/Veranstaltungen

Um die wissenschaftliche Diskussion zu fördern und eigene Forschungsergebnisse zu präsentieren, steht das Institut in aktivem wissenschaftlichem Austausch mit Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen. Eigenständig und mit diesen Partnern veranstaltet das Institut Fachtagungen, Workshops und Kolloquien. Eine Auswahl vergangener Veranstaltungen: Workshop Beobachten, bewerten, berichten – Die Stimmungs- und Lageberichte der westfälischen Gestapo (2026), Digitales Forschungskolloquium Zeitgeschichte ohne Region? (2025–2026), Tagung Disability History: Neue Perspektiven und interdisziplinäre Ansätze (2024) Ausstellung mit Begleitprogramm „gefährdet leben. Queere Menschen 1933 - 1945“ (2024).<ref>https://www.lwl-regionalgeschichte.de/de/veranstaltungen/</ref>

Publikation

Das Institut gibt drei Schriftenreihen heraus.

Westfälische Forschungen

Mit den Westfälischen Forschungen verfügt das Institut über eine profilierte historische Fachzeitschrift, die seit 1938 jährlich erscheint. Dieses Periodikum der modernen Regionalgeschichte präsentiert ein breites Themenspektrum von der Frühen Neuzeit bis zur Zeitgeschichte. Eine Auswahl der letzten Schwerpunktthemen: Postkolonialismus in Westfalen-Lippe und darüber hinaus, Gescheiterte Projekte. Niederlagen, Fehlschläge und Blockaden im 19. und 20. Jahrhundert, Das lange 1933. Nationalsozialistische Machtdurchsetzung in regional vergleichender Perspektive, Regieren in der Region. Staatlichkeit und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert oder Hunger, Nahrungsmangel und Protest in regionaler Perspektive.

Die Zeitschrift wird vom Aschendorff Verlag vertrieben.

Forschungen zur Regionalgeschichte

In der seit 1991 erscheinende Reihe Forschungen zur Regionalgeschichte werden Monografien und Sammelbände veröffentlicht, in denen die regionale Zeitgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts erforscht wird. Besonders Dissertationen zu regionalhistorischen Themen und Tagungsergebnisse werden so in der Fachöffentlichkeit sichtbar gemacht und diskutiert.

Die Reihe erscheint im Verlag Schöningh/Brill.

Regionalgeschichte kompakt

Die Reihe Regionalgeschichte kompakt, behandelt Fragestellungen der westfälischen Geschichte vom 19. Jahrhundert bis in die jüngste Zeitgeschichte. Mit wissenschaftlichem Anspruch und zugleich gut verständlich adressiert die Reihe ein breites Publikum. Bisher erschienen sind diese Bücher:

  1. Thomas Großbölting: 1968 in Westfalen. Akteure, Formen und Nachwirkungen einer Protestbewegung (Band 1)
  2. Rainer Pöppinghege: Republik im Bürgerkrieg (Band 2)
  3. Horst Conrad: Der lange Abschied von der Macht. Adel in Westfalen 1800–1970 (Band 3)
  4. Thomas Küster: Mauerfall und Friedensdividende. Westfalen nach 1989 (Band 4)

Die Reihe erscheint im Wallstein Verlag.

Internetportal Westfälische Geschichte

Das Internetportal Westfälische Geschichte wurde im November 2002 als Kooperationsprojekt mit der Stiftung Westfalen-Initiative für Eigenverantwortung und Gemeinwohl begründet und 10. November 2004 freigeschaltet. Es ist offen konzipiert und wird fortlaufend um neue Inhalte und Projekte erweitert. Das Informations- und Serviceangebot umfasst u. a. Einführungstexte in Epochen und Themen, Informationen zu Räumen, Regionen und Territorien, Quellen, Karten, Biografien, Ereignisse, Literatur, Medien und Informationen für den Schulunterricht. Soweit möglich, werden Inhalte wie z. B. Karten und Quellen digital angeboten. Es richtet sich sowohl an ein fachwissenschaftliches Publikum als auch die historisch interessierte Öffentlichkeit. Zentrale Ziele sind die Versorgung mit Grundlageninformationen (z. B. durch Einführungstexte in Themen und Epochen), die gebündelte Bereitstellung von Fachinformationen in Form von Schwerpunkten und Projekten sowie Servicefunktionen (z. B. seit 2003: E-Mailing-Liste Westfälische Geschichte).

Neben den Grundlagen werden Informationen auch im Rahmen von Schwerpunkten und Projekten zur Verfügung gestellt, u. a.:<ref>Internet-Portal „Westfälische Geschichte“: Schwerpunkte. Abgerufen am 1. August 2012.</ref>

  • Digitale Westfälische Urkunden-Datenbank
  • Marcus Weidner, Die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsozialismus. Datenbank der Straßenbenennungen 1933–1945
  • Leben und Werk des Freiherrn vom und zum Stein (1757–1831)
  • 1648 – Der Westfälische Friede
  • Frauen- und Geschlechtergeschichte
  • ArminiusVarus. Die Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr.
  • „Vergangenheit, wir kommen!“ – (Online-)Spielfilm zur Einführung in die Archivarbeit (nicht nur) für Schüler
  • Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit
  • Karl Ludwig von Le Coq und die Topographische Karte von Westphalen, 1796–1813
  • Hof- und Adresskalender geistlicher Territorien des 18. Jahrhunderts

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

In den institutseigenen Publikationsreihen werden regelmäßig Dissertationen und Magisterarbeiten veröffentlicht. Außerdem vergibt das Institut Forschungsstipendien an junge Wissenschaftler, bildet wissenschaftliche Volontäre aus und ermöglicht Studenten und Schülern im Rahmen eines Praktikums Einblicke in den Arbeitsalltag eines historischen Forschungsinstituts.

Bibliothek

Das LWL-Institut verfügt über eine eigene Bibliothek. Der Bestand umfasst über 65.000 Bände und etwa 200 Zeitschriften.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 51° 57′ 52,5″ N, 7° 38′ 10,7″ O

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