Lütt Matten de Has’
Matten Has’ ist eine Tierfabel, gedichtet in plattdeutscher Sprache von Klaus Groth, die unter dem Titel Lütt Matten de Haas<ref> „Lütt Matten De Haas“ auf YouTube, abgerufen am 8. März 2020 (Plattdeutsches Volkslied interpretiert von De Plattfööt auf dem Album Evergreens des Nordens, BT-Musik 1995).</ref> auch als Volkslied bekannt geworden ist. Nach der Fabel schuf Walther Preik die Bronzeplastik Lütt Matten, de Has<ref>Kunstwerke in Waren (Müritz) | Waren Tourismus. Abgerufen am 15. Oktober 2023.</ref>, die an der Uferpromenade von Waren (Müritz) steht.<ref>Skulptur „Lütt Matten, de Haas“. In: Website zu Reisezielen in der Mecklenburger Seenplatte. Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte e. V., abgerufen am 15. September 2020.</ref>
Handlung
Der kleine Hase Lütt Matten – „Tragischer Held“ in diesem Gedicht – hat Spaß am Tanzen. In Ermangelung einer Tanzdame tanzt er allein zur Musik einer Krähe, die mit der Fidel zum Tanz aufgespielt. Reineke Fuchs sieht das und bietet sich als Tanzpartner an. In grenzenloser Leichtgläubigkeit und Naivität geht Lütt Matten auf das Angebot ein und reicht dem Fuchs die Pfote. Dieser jedoch hat Arges vor; er beißt den Hasen tot und verspeist ihn dann; auch die Krähe bekommt ihren Anteil am „gefundenen Fressen“.
Text
| Originaltext von Klaus Groth<ref>Quickborn. Volksleben in plattdeutschen Gedichten ditmarscher Mundart von Klaus Groth. Dritte sehr vermehrte und verbesserte Auflage, mit einem Glossar nebst Einleitung von Prof. K. Müllenhoff. Hamburg, 1854, S. 235f.</ref> | hochdeutsche Übersetzung |
|---|---|
|
<poem style="margin-left:2em;"> Lütt Matten de Has’ De mak sik en Spaß, He weer bi’t Studeern Dat Danzen to leern, Un danz ganz alleen Op de achtersten Been. Keem Reinke de Voß Un dach: das en Kost! Un seggt: Lüttje Matten So flink op de Padden? Un danzst hier alleen Oppe achtersten Been? Kumm, lat uns tosam! Ik kann as de Dam! De Krei de spȩlt Fitel, Denn geit dat canditel, Denn geit dat mal schön Op de achtersten Been! Lütt Matten gev Pot: De Voß beet em dot; Un sett sik in Schatten, Verspis’ de lütt Matten, De Krei de kreeg een Vun de achtersten Been. </poem> |
<poem style="margin-left:2em;"> Klein Martin der Hase Der machte sich ’nen Spaß, Er war am Studieren Das Tanzen zu lernen, Und tanzte ganz allein Auf den hinteren Beinen. Kam Reinhart der Fuchs Und dacht’: welch ein Bissen! Und sagt: Kleiner Martin So flink auf den Pfoten? Und tanzest hier allein Auf den hinteren Beinen? Komm, lass uns zusammen! Ich tanze als Dame! Die Krähe spielt Fidel, Dann geht es mal lustig, Dann geht es mal schön Auf den hinteren Beinen. Kleiner Martin gab Pfote: Der Fuchs biss ihn tot Und setzte sich in Schatten, Verspeiste kleinen Martin; Die Krähe kriegte eins Der hinteren Beine. </poem> |
Melodie mit Text
<score sound="1"> { << \new ChordNames {
\chordmode {
\set noChordSymbol = " "
r4 g,2. g,2. d,2.:7 g,2
r4 d,2. g,2. d,2. g,2
r4 g,2. g,2. d,2.:7 g,2
}
}
\new Staff {
\key g \major \time 3/4 \partial 4 \tempo 4=120
d'4 d'4 g'4 b'4 d4 r4 b'4 c4 a'4 fis'4 g'4 r4 \bar "||" \break
b'4 d4 a'4 a'4 b'4( g'4) b'4 d4 a'4 a'4 b'4( g') \bar "||" \break
d'4 d' g'4 b'4 d4 r4 b'8 b'8 c4 a'4 fis'4 g'4 r4 \bar "|." \break
}
\addlyrics {
\set stanza = "1. "
Lütt Mat- ten, de Has, de makt sick en Spaß.
He wär bi't Stu- deern dat Dan- zen to lehrn,
und dantz ganz al- leen op de ach- ters- ten Been.
}
>> } </score> Quelle:
- „Sing man to“ – Hrsg. Detlef Dreessen, ISBN 978-3-939993-06-3, S. 114
Vertonungen
Das Gedicht Matten Has’ wurde vertont von
- Fritz Bultmann
- Fiede Kay<ref>Dat Leed vun Lütt Matten. Abgerufen am 23. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Hannes Wader<ref>Titel aus dem Album Plattdeutsche Lieder</ref>
- De Plattfööt
- Gruppe „Rohrstock“
Weblinks
- Skulptur „Lütt Matten, de Has“. In: Website zu Reisezielen in der Mecklenburger Seenplatte. Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte e. V., abgerufen am 15. September 2020.
- „Lütt Matten De Haas“ auf YouTube, abgerufen am 8. März 2020 (Plattdeutsches Volkslied interpretiert von De Plattfööt auf dem Album Evergreens des Nordens, BT-Musik 1995).
Einzelnachweise
<references />