Külliye
Külliye ist der moderne Begriff aus dem frühen 20. Jahrhundert für eine sozio-religiöse Stiftung, die zu einer großen Moschee gehört und oft auch karitativen Zwecken dient. In osmanischen Urkunden wurde ein solcher Komplex meist als İmaret oder İmaret mit Freitagsmoschee bezeichnet.<ref>Gülru Necipoğlu: The Age of Sinan. Architectural Culture in the Ottoman Empire. London 2005, S. 71</ref>
Bauwerke und deren Funktionen
Zu der Einrichtung einer Külliye gehören meist eine Armenküche ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), eine oder mehrere Hochschulen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / مدرسه), eine Bibliothek (Kütüphane oder {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / دارالکتب), eine Elementarschule ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / مکتب), ein Hospital ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / دارالشفاء), ein Bad ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / حمام), Latrinen, ein öffentliches Brunnenhäuschen mit Getränkeausschank ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / سبيل) und eine Karawanserei ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / کاروان سرای) für Reisende. Manchmal sind ein sufitischer Derwisch-Konvent ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / تكيه) oder ein Gästehaus für wandernde Derwische ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / طبع خانه) sowie ein offener oder geschlossener Markt angegliedert, dessen Mieterlöse der Stiftung zugutekommen und der der Versorgung des umgebenden Wohnviertels ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / محله) dient. Manche großen Sultanskülliyen sind mit einem Institut zur astronomischen Bestimmung der Gebetszeiten und ähnlichem ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / موقت خانه) ausgestattet. In den Moscheegärten ruhen in Mausoleen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / تربه) die Stifter der Külliyen und weitere bedeutende Persönlichkeiten. Heute dienen die Gebäude häufig anderen Zwecken.<ref name="EI">Godfrey Goodwin: Külliyye. In: Encyclopaedia of Islam, Second Edition. Edited by: P. Bearman, Th. Bianquis, C.E. Bosworth, E. van Donzel and W.P. Heinrichs. Brill, 2011. Brill Online, abgerufen am 21. Januar 2011</ref><ref>Heinz Jürgen Sauermost und Wolf-Christian von der Mülbe: Istanbuler Moscheen. München 1981, S. 30 f.</ref>
Architekturgeschichte
Das Konzept der Külliye geht zurück auf die verschiedenen Funktionen einer Moschee in der Frühzeit des Islam, als die Moschee ein Ort des Gebets und der religiösen Lehre war und als Herberge diente. Die ersten Külliyen in Anatolien wurden von den Artukiden errichtet. Ein bis heute erhaltenes Beispiel dieser Bauwerke ist die im frühen 12. Jahrhundert erbaute Eminüddin Külliyesi in Mardin.<ref>Seite des Kultur- und TourismusMinisteriums der Türkei, abgerufen am 23. Januar 2011</ref> Im osmanischen Reich des 14. und 15. Jahrhunderts wurde es üblich, die Funktionen von Külliyen zu erweitern und den verschiedenen Funktionen eigene Gebäude zuzuweisen.<ref name="EI" /> Die bald nach der Eroberung Konstantinopels, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtete, in der Stiftungsurkunde Neues İmaret genannte Külliye der Istanbuler Fatih-Moschee wurde zum Vorbild ähnlicher Komplexe im gesamten Osmanischen Reich.<ref>Ömür Bakırer: Quellen und Dokumente zu Mehmet dem Eroberer als Patron der Architektur. In: Neslihan Asutay-Effenberger (Hrsg.): Sultan Mehmet II: Eroberer Konstantinopels, Patron der Künste. Köln et altera 2009, S. 47</ref><ref>Rekonstruktion des Grundrisses des Fatih-Camii-Komplexes (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot bei archnet.org, abgerufen am 21. Januar 2011</ref> Die größten und bedeutendsten Külliyen wurden in der Folge von den osmanischen Sultanen und ihren Familienangehörigen sowie von den hohen Würdenträgern des Reiches gestiftet.
„Külliye“ ist auch seit Januar 2015 die offizielle Bezeichnung des Präsidentschaftspalastes der Türkei, wobei mit diesem Namen an ottomanische Tradition angeknüpft werden soll.<ref>Hürriyet Daily News 16. Januar 2015</ref>
Weblinks
- Sultan-Mehmed-Fatih-Komplex, Istanbul, abgerufen am 21. Januar 2011
- Şehzade-Komplex, Istanbul, abgerufen am 21. Januar 2011
- Süleymaniye-Komplex, Istanbul, abgerufen am 21. Januar 2011
- Yeni-Valide-Komplex, Istanbul, abgerufen am 21. Januar 2011
Einzelnachweise
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