Kö-Bogen
Der Kö-Bogen ist ein Gebäudekomplex und Freiraumgefüge zur Stadterneuerung in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Benannt wurde das städtebauliche Projekt nach dem Viertelkreis-Bogen, den die dort am Rande des Hofgartens und des Teichs an der Landskrone einst verlaufende Hofgartenstraße in Richtung der Königsallee, der Kö, beschrieb.
Das 2005 initiierte Projekt sah umfassende Baumaßnahmen vor und war in verschiedene Bauabschnitte und Bauphasen gegliedert. Im ersten Bauabschnitt wurde der Jan-Wellem-Platz, der nach Fertigstellung der Wehrhahn-Linie nicht mehr als Straßenbahnknotenpunkt benötigt wurde, nach Entwürfen des New Yorker Architekten Daniel Libeskind mit einem Gebäudekomplex aus Einzelhandels-, Büro- und Gastronomienutzungen<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Kö-Bogen: Nutzung ( des Vorlage:IconExternal vom 1. März 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> bebaut (Kö-Bogen I). Zudem wurde die Hofgartenstraße weitestgehend durch einen Tunnel ersetzt. Im zweiten Bauabschnitt wurde die Hochstraße Tausendfüßler abgerissen und ebenfalls durch einen Tunnel ersetzt.
Weiterhin sollte die Bebauung in der Umgebung teilweise durch Neubauten ersetzt und die städtebauliche Struktur neu geordnet werden (Kö-Bogen II). Dies betraf besonders den Bereich südlich des Schauspielhauses vom Gustaf-Gründgens-Platz bis zur Schadowstraße. Entsprechend erster Planungen sollten hier vier neue Gebäudekomplexe errichtet werden.<ref>In: Express Online vom 8. November 2013. OB Elbers Traum (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot.</ref> Spätere Planungen fassten deren Baufelder 1–3 und 4 zum sogenannten „Ingenhoven-Tal“ zusammen, einem Ensemble aus Einzelhandels-, Büro- und gastronomischen Nutzungen. Entlang des ehemaligen Verlaufs des Tausendfüßlers sollte eine Fußgängerpromenade angelegt werden.
Das gesamte Projekt war umstritten und löste eine kontroverse Diskussion in Düsseldorf aus, die in einem Bürgerbegehren gegen den Verkauf des Jan-Wellem-Platzes gipfelte, welches am nötigen Quorum scheiterte. Am 17. August 2009 wurde der symbolische erste Spatenstich gesetzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />RP Online: Kö-Bogen-Start mit Libeskind ( vom 27. Dezember 2009 im Internet Archive)</ref>
Der erste Bauabschnitt war mit der Fertigstellung der beiden Libeskind-Bauten Ende 2013 weitgehend beendet. Der zweite Bauabschnitt erfolgte im Zusammenhang mit dem Bau der Wehrhahn-Linie bis 2016. Danach waren als weitere Phase noch die umfangreichen Arbeiten für die neue Strukturierung des Bereiches zwischen Schauspielhaus und Schadowstraße durchzuführen, die als Kö-Bogen II bezeichnet werden und deren Ausführung Anfang 2017 begann.<ref>In: Online „Themen-Blog Immobilien vom 14. Juli 2016 mit Update Dezember 2016“. Neugestaltung der Innenstadt</ref>
Geschichte
Vor den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg war das Gebiet des heutigen Jan-Wellem-Platzes fast vollständig bebaut. Auf der Ecke Hofgartenstraße/Königsallee stand das Trinkaus-Palais, das am 23. April 1944 durch einen Luftangriff schwer beschädigt und danach abgerissen wurde. Nach dem Krieg entschied man sich gegen einen Wiederaufbau und errichtete stattdessen auf der frei gewordenen Fläche einen großen Straßenbahn- und Busknotenpunkt. Fast alle Straßenbahnlinien verkehrten in der Nachkriegszeit über diese Haltestelle. Nach Fertigstellung des Innenstadttunnels der Düsseldorfer Stadtbahn wurden aufgrund des verringerten Bedarfs bereits einige Straßenbahngleise rückgebaut. Durch die vorgesehene U-Bahn für die Wehrhahn-Linie würden nach deren Fertigstellung auf dem Jan-Wellem-Platz keine oberirdische Straßenbahnen mehr verkehren. Lediglich neben dem Platz gäbe es nach der damaligen Planung noch oberirdische Straßenbahngleise, die in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Dadurch stellt sich die Frage der Nachnutzung der frei gewordenen Flächen.
Das Düsseldorfer Architekturbüro Ingenhoven stellte 2005 einen Entwurf vor, der zwei halbkreisförmige Gebäude mit Glasfassaden auf dem Platz vorsah. Die Bank HSBC Trinkaus wollte als Investor auftreten und die Gebäude nach der Fertigstellung für ihre Büros nutzen. In Absprache mit der Stadt wollte die Bank einen Fassadenwettbewerb veranstalten, um eine hochwertige Lösung zu finden.<ref>RP Online: Kö-Bogen soll Bankhaus werden</ref> An dem Wettbewerb beteiligten sich neben Ingenhoven noch vier weitere Architekturbüros. Die Entwürfe wurden in einem Pavillon ausgestellt, in dem die Bürger für den von ihnen favorisierten Entwurf stimmen konnten.<ref>RP Online: Kö-Bogen: Info-Zelt vor Ferien</ref> Im August 2007 entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf, dass städtische Grundstücke im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung verkauft werden müssen.<ref>RP Online: Erwin: „Kö-Bogen ist im Zeitplan“</ref>
Zunächst bewarben sich zehn Investoren- und Architektengruppen, von denen fünf ausgewählt wurden. Am 13. April 2008 fand ein Bürgerbegehren statt, das zum Ziel hatte, den Verkauf des Jan-Wellem-Platzes an einen Investor zu verhindern. Die Mehrheit der teilnehmenden Bürger stimmte mit „Ja“. Da die Wahlbeteiligung lediglich bei 16,8 Prozent lag, wurde allerdings das Quorum nicht erreicht.<ref>RP Online: Jan-Wellem-Platz kann verkauft werden</ref> Mitte Oktober 2008 zogen sich mehrere Bewerber aus dem Ausschreibungsverfahren zurück: Die Bank HSBC Trinkaus zog ihre Bewerbung zurück, ebenso Hochtief und Züblin. Es verblieben die „Bouwfonds MAB Development“ aus Frankfurt und „die developer“ aus Düsseldorf. Von den verbliebenen zwei Bewerbern gab am 15. Januar 2009 nur noch das Büro „die developer“ um den Architekten Daniel Libeskind einen Vorschlag ab.
Die neuen Entwürfe weichen stark vom ursprünglichen Konzept, welches Ingenhoven entworfen hatte, ab.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Westen: Weltstar veredelt den Kö-Bogen ( vom 9. Juni 2016 im Internet Archive) 15. Januar 2009</ref> Am 5. Februar 2009 beschloss der Rat der Stadt Düsseldorf die Umsetzung des geplanten Bauvorhabens.<ref name="pm">Property Magazin</ref>
Die Stadt Düsseldorf griff die Kritik an dem engen räumlichen Rahmen des bisherigen Verfahrens auf und schrieb einen Wettbewerb für den Umgebungsbereich des Kö-Bogens aus. Ein Gemeinschaftsentwurf der Molestina Architekten und FSWLA gewann diesen Wettbewerb Anfang 2009.
Im Februar 2013 kaufte die Art-Invest Real Estate Funds GmbH den Kö-Bogen I.<ref name=":0">Katharina Bons: Düsseldorf: Umstrittener „Kö-Bogen“ mit Stars eröffnet. In: welt.de. 18. Oktober 2013, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Nach Abriss des Tausendfüßlers 2013 wurde erneut die Ausführung der Flächen östlich von den zwei neuen Bauten diskutiert. Diese führten ab 2014/5 zu einer völlig neuen Planung, die im Abschnitt „Projekt Kö-Bogen II“ näher beschrieben wird.
Baumaßnahmen
Erster Bauabschnitt
Der erste Bauabschnitt sah vor, dass der Jan-Wellem-Platz mit zwei Gebäuden nach Entwürfen des Architekten Daniel Libeskind bebaut wurde. Sie bestehen aus fünf oberirdischen Geschossen und haben eine Höhe von etwa 26 Metern. Die Fassaden der Bauwerke nach Süden und Osten sind konkav und konvex geschwungen. Die Seite im Westen folgt der Fluchtlinie der Königsallee. Zum Hofgarten im Norden beschreibt die Fassade den Bogen der früheren Hofgartenstraße. Ab dem dritten Geschoss verbindet eine Brücke die beiden Gebäude. Die Fassade ist aus dem Naturstein Travertin und Glas zusammengesetzt. Nach Süden und Osten weist die Fassade eine horizontal betonte Gliederung auf; teilweise sind den Fensterflächen dort waagerechte Lamellen vorgesetzt. Zu Hofgarten und Königsallee hin springt die Fassade, die dort vertikal gegliedert ist, durch sogenannte cuts (engl. für Einschnitte) an bestimmten Stellen zurück; hier werden in die Fassade integrierte Bepflanzungen vorgenommen. Über alle Fassaden laufen diagonale Linien, an denen ein Wechsel zwischen Fensterflächen und Natursteinverkleidung stattfindet.
Die Gebäude sollen für Einzelhandel, Büros und Gastronomie genutzt werden. Um Platz für die Bauarbeiten zu schaffen, wurden zunächst noch verbleibende Bushaltestellen des Jan-Wellem-Platzes auf die Heinrich-Heine-Allee und die Berliner Allee verlegt. Grundlage für die Gebäude des ersten Bauabschnitts bildet eine Tunnelanlage, die vom Norden südlich der Jägerhofstraße dem Verlauf der Hofgartenstraße nach Westen entspricht und in der Elberfelder Straße wieder auftaucht. Eine zweite Tunnelröhre verbindet die Berliner Allee südlich der Schadowstraße mit der Hofgartenstraße südlich der Jägerhofstraße. Die Tiefgaragen des Schauspielhauses und des Thyssen-Hauses werden unterirdisch angebunden. Am 21. September 2012 fand in Anwesenheit des Architekten das Richtfest statt.<ref>Rüdiger Hoff: Der Kö-Bogen feiert Richtfest mit Konfetti und Star-Architekt Daniel Libeskind. In: nrz.de. 21. September 2012, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Der erste Bauabschnitt sollte planmäßig am 17. Oktober 2013 eröffnet werden, der Nord-West-Tunnel zwischen Jägerhofstraße und Elberfelder Straße ist schon seit dem 7. Januar 2013 geöffnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Freie Fahrt durch den ersten Nord-West Kö-Bogen-Tunnel ( vom 17. Oktober 2016 im Internet Archive)</ref> Als erste Mieter und Marken sind vorgesehen: Breuninger, Sansibar, Hallhuber, Laurèl, Joop!, Windsor, Rüschenbeck, Strenesse, Unique, Porsche Design, Faber-Castell, Rockberries, Poccino, Apple.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Developer: Offizielle Eröffnung des Jahrhundertprojekts am 17. Oktober 2013 ( vom 27. September 2013 im Internet Archive)</ref><ref>RP Online: Kö-Bogen wird am 17. Oktober eröffnet, 24. August 2013.</ref>
Ein Brand in einem Bekleidungsgeschäft des westlichen Gebäudes richtete in der Nacht zum 27. September 2013 – nur wenige Wochen vor der geplanten Eröffnung – Zerstörungen in zwei Stockwerken an.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />1000 Grad Hitze bei Großbrand am Kö-Bogen ( vom 29. September 2013 im Internet Archive), Artikel vom 27. September 2013 im Portal rp-online.de, abgerufen am 27. September 2013.</ref> Wegen eines in der Nähe des Brandes gefundenen Flyers mit politischem Inhalt wurde der Staatsschutz eingeschaltet.<ref>Anja Streichan, Christine Wolff: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Artikel vom 30. September 2013 im Portal rp-online.de, abgerufen am 30. September 2013.</ref> Die Ermittlungen zur Brandursache wurden im Mai 2014 ohne konkrete Spur eingestellt. Das demnach vorsätzlich gelegte Feuer verursachte einen Schaden von mehreren Millionen Euro.<ref>Michael Mücke: Polizei schließt Ermittlungsakte nach Brand im Kö-Bogen. In: nrz.de. 8. Mai 2014, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Am 17. Oktober 2013 wurde der östliche Gebäudeteil in Anwesenheit des Architekten Libeskind mit dem Breuninger-Kaufhaus eröffnet.<ref>In: RP Online vom 17. Oktober 2013. Breuninger eröffnet</ref> Zudem wurde das Restaurant „Sansibar by Breuninger“ als erste Filiale außerhalb von Sylt eröffnet.<ref name=":1">Gerhard Matzig: Hecke der Hoffnung. In: sueddeutsche.de. 28. August 2020, abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref name=":0" /> Im Dezember 2013 folgte ein Apple Store, der sich durch den Baukörper erstreckt und an Vorder- und Rückseite großflächig verglaste Fassaden aufweist.<ref>Chris Möller: Düsseldorf hat einen Apple Store. In: Macwelt. 14. Dezember 2013, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Gebäude und Technik
Im ersten Bauabschnitt wurden neben dem Erdgeschoss vier Obergeschosse sowie vier Untergeschosse zur Nutzung als Tiefgarage mit rund 650 Stellplätzen erstellt.<ref name=":2">KKK | Kö-Bogen, Düsseldorf. Datenblatt. KKK Ingenieurgesellschaft, abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref>Das Herz von Düsseldorf. In: Top Magazin. 27. September 2018, abgerufen am 26. März 2026.</ref> Die Bruttogrundfläche liegt oberirdisch bei etwa 39.000 m² und unterirdisch bei etwa 35.000 m².<ref name=":2" /> Die Flächen verteilen sich in etwa auf 19.000 m² Einzelhandelsflächen, 15.000 m² Büroflächen und 1.100 m² Gastronomie.<ref>Kö-Bogen - die developer. Abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Die Tragkonstruktion besteht aus Stahlbeton, die Glasfassade ist als Structural-Glazing-Konstruktion ausgeführt und besteht aus 2.400 Glas- und Travertin-Elementen.<ref name=":2" /><ref>Robert Mehl: Deutsche BauZeitschrift – die Architekturfachzeitschrift. In: dbz.de. 2014, abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref name=":3">Uwe-Jens Ruhnau: Großprojekt in Düsseldorf: Glückwunsch! Der Kö-Bogen wird zehn. In: rp-online.de. 26. September 2023, abgerufen am 26. März 2026.</ref> Dabei kamen auch gebogene und thermisch „geknickte“ Isoliergläser zum Einsatz.<ref>KÖ-BOGEN. In: saint-gobain-glass.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Mai 2024; abgerufen am 26. März 2026.</ref> Der Naturstein stammt aus Steinbrüchen in Tivoli.<ref name=":3" />
Im September 2014 wurde der Kö-Bogen I durch das US Green Building Council mit dem LEED 2009 Core and Shell, Level Platinum zertifiziert. Dieses weltweite Zertifizierungsverfahren bewertet Immobilien anhand von Themenfeldern wie infrastrukturelle Einbindung des Standortes, Wassereffizienz und globalen Umweltwirkungen.<ref>Koenigsallee. U.S. Green Building Council, Inc., abgerufen am 26. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Leadership in Energy and Environmental Design | LEED. In: German Green Building Association e.V. Abgerufen am 26. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Für den Brandschutz ist eine Sprinkleranlage mit rund 8.600 Sprinklerköpfen und einer Wasserbevorratung von insgesamt rund 154 m³ dokumentiert.<ref name=":4">Sprinkler Protected Folder. Kö-Bogen in Düsseldorf. bvfa - Bundesverband Technischer Brandschutz e.V., abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref>Referenzobjekt: Kö-Bogen, Düsseldorf. (PDF) In: Initiative CO2, Projekthandbuch 2016. aquatherm GmbH, 2016, abgerufen am 26. März 2026.</ref> Im Februar 2016 erhielt der Kö-Bogen I das Qualitätssiegel Sprinkler Protected Award für einen vorbildlichen Brandschutz durch Wasserlöschanlagen.<ref name=":4" /><ref>Der Sprinkler Protected-Award. bvfa - Bundesverband Technischer Brandschutz e. V., abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Die Gebäudekosten für Baukonstruktion und Haustechnik lagen bei etwa 150 Millionen Euro netto.<ref name=":2" />
- Landskrone
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Erweiterung der Landskrone im April 2013
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Erweiterte Landskrone im Oktober 2013 mit Cornelius-Denkmal (1879) von Adolf Donndorf
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Schauspielhaus und Gustaf-Gründgens-Platz, davor das geplante Baufeld 4, 2013
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Kriegerdenkmal von Karl Hilgers (1892) mit Kö-Bogen-Bauten und Dreischeibenhaus
- Kö-Bogen
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Daniel Libeskind: Kö-Bogen-Bauten von Südwesten
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„Cut“ (Einschnitt) in die Fassade des Kö-Bogens, 2014
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Kö-Bogen-Bauten, Durchblick zum Hofgarten
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Lichtarchitektur des Kö-Bogens, 2013
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Erste Kirschblüte am Kö-Bogen. 2014
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Verspiegelte Lüftungsanlagen am Jan-Wellem-Platz, 2019
Zweiter Bauabschnitt
Im zweiten Bauabschnitt, offiziell der „Kö-Bogen 2. BA“, wurde die Hochstraße Tausendfüßler im Frühjahr 2013 abgerissen. Eine Tunnelanlage mit vier Ein- und Ausgangsröhren ersetzt die Hochstraße. Die Freigabe der Tunnelverbindungen erfolgte abschnittsweise; im September 2013 wurde der Süd-West-Tunnel (1. Bauabschnitt) eröffnet, im Mai 2014 folgte der Süd-Nord-Tunnel (1. Bauabschnitt).<ref>Die Kö-Bogen Tunnelanlagen. (PDF) In: pld – Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf. 24. November 2015, abgerufen am 26. März 2026.</ref> Eine dieser Tunnelverbindungen wurde im Februar 2015 für den Verkehr freigegeben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Freigabe der neuen Tunnelröhren ( des Vorlage:IconExternal vom 17. Oktober 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Die Fertigstellung der weiteren Abschnitte des Tunnels sollte ursprünglich bis Ende des Jahres 2015 abgeschlossen werden verzögerte sich aber bis Ende 2016.<ref>RP Online v. 21. Jan. 2015. In: Tunnelbau für Kö-Bogen voll im Zeitplan.</ref> Zwar wurde der letzte der vier Tunnelabschnitte, die Verbindung der Hofgartenstraße mit der Berliner Allee, bereits am 10. November 2015 auch für den Verkehr freigegeben, jedoch führten Restarbeiten zu ständigen Unterbrechungen. Von den 274 Betriebstagen seit dem 10. November wurden Bereiche des Tunnels an 87 Tagen für den Verkehr gesperrt. Genervte Benutzer des Tunnels schlugen deshalb vor den 2. Bauabschnitt mit dem Zusatz „Sperrung“ zu versehen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kö-Bogen oder "das lange Warten" ( des Vorlage:IconExternal vom 16. Oktober 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> In einer Notiz der Stadt Düsseldorf wurde Mitte Oktober 2016 mitgeteilt, dass ab 17. Oktober die abschließenden Tests für Entrauchung, die Justierung der Beleuchtung, der Lüfter und der Messsysteme erfolgt. Nach der Sperrung der Tunnel für diese Einstellarbeiten lief ab Ende Oktober 2016 der Verkehr weitgehend störungsfrei. Die feierliche Eröffnung der „Wehrhahn-Linie“ erfolgte am 22. Februar 2016.<ref>In: Online Express vom 17. Dezember 2016. Kö-Bogen-Tunnel-fertig (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2022. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref><ref>In: Online Express vom 22. Februar 2016. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eröffnung Wehrhahn-Linie ( des Vorlage:IconExternal vom 27. April 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Projekt Kö-Bogen II
Der städtebauliche Siegerentwurf von Molestina Architekten und FSWLA aus dem Jahr 2009 sah nach Fertigstellung der U-Bahn-Tunnel und der Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie vor, dass die Gebäude der sogenannten Tuchtinsel abgerissen werden und durch ein kleines Hochhaus im Süden und ein Gebäude mit in der Umgebung üblicher Traufhöhe im Norden ersetzt werden.<ref>duesseldorf.de</ref> Weiter sollte die Bebauung südlich des Gustaf-Gründgens-Platzes abgerissen und der Platz vor dem Schauspielhaus umgestaltet werden. Ein weiteres Gebäude war vor der Industrie- und Handelskammer geplant. Als Nutzung für die Neubauten waren Wohnungen, Einzelhandel und Büros vorgesehen. Herzstück des Entwurfs war eine 400 Meter lange Fußgängerpromenade von Norden nach Süden bis zum Martin-Luther-Platz, deren Ränder mit Platanen bepflanzt werden und deren Verlauf die Trasse des ehemaligen Tausendfüßlers nachzeichnet. Diese Planung wurde durch einen Bebauungsplan bereits rechtskräftig.
Nach Abriss des Tausendfüßlers führte die seit 2013 freie Sicht auf Schauspielhaus und Dreischeibenhaus zu einer neuen Debatte über den Bebauungsplan. Nach Meinung der FDP sollte das geplante Baufeld 4 (südlich Dreischeibenhaus) beschnitten werden.<ref>rp-online.de</ref> Der damalige Oberbürgermeister Elbers erwog einen völligen oder partiellen Verzicht auf die Bebauung dieses Teilbereichs.<ref>rp-online.de</ref> Nach Teileröffnung der Libeskindgebäude (Haus Hofgarten) im Herbst 2013 wurde vom Ausschuss für Immobilienwirtschaft innerhalb der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf sowie Grundstückseigner der weitere Bauabschnitt hinsichtlich Nutzung und Vermarktung analysiert und über alternative Lagen der Baufelder am Gustaf-Gründgens-Platz nachgedacht.<ref>rp-online.de: Experten kritisieren Pläne für die City, 4. November 2013.</ref> Die Rheinische Post hatte zusätzlich in einer Interviewreihe Architekten wie Nathalie de Vries (MVRDV/Rotterdam, Kunstakademie Düsseldorf) und Kaufleute zu Wort kommen lassen.
Die Landeshauptstadt Düsseldorf hatte daraufhin die Architekten Juan Pablo Molestina und Thomas Fenner, Christoph Ingenhoven und Snøhetta mit neuen Entwürfen für das Baufeld 4 beauftragt. Auf Eigeninitiative wurde von Architekt Caspar Schmitz-Morkramer mit Kollegen die Idee einer Markthalle entwickelt und in der Form einer Computergrafik vorgestellt. Die Düsseldorfer FDP zählte nach einer Mitgliederdebatte zu den Befürwortern der Markthalle, sofern dafür eine „filigrane Architektur“ (Marie-Agnes Strack-Zimmermann) gefunden werden kann. Die Düsseldorfer Jonges dagegen legten ihren Schwerpunkt darauf, dass das Baufeld 4 mit Rücksicht auf das Dreischeibenhaus von Gebäuden freigehalten wird.<ref>rp-online.de: Chancen für Markthalle steigen, 16. Januar 2014.</ref> Sowohl die beauftragten wie auch der selbstinitiierten Entwurf des Architekturbüros HPP wurden März 2014 im Henkelsaal öffentlich präsentiert und konnten im Infopavillon auf der Königsallee besichtigt werden.<ref>duesseldorf.de: Mehr als 400 Besucher bei der Präsentation der Pläne im Henkel-Saal/Ausstellung im Kö-Bogen-Pavillon, 7. März 2014.</ref>
Nach internen Diskussionen wurde der Entwurf von Büro Ingenhoven von Ratsmehrheit und Teilen der Opposition favorisiert.<ref>Rheinische Post, Digitale E-Paper-Ausgabe vom 26. März 2014.</ref> Dieser Entwurf, bald als „Ingenhoven-Tal“ bezeichnet, sah einen Gebäudeblock für eine Immobilie vor, die auf geneigten Fassaden nach Norden und Westen sowie auf dem Dach eine Struktur aus Hainbuchenhecken erhalten sollte.<ref>In: RP-online vom 21. Oktober 2014. Ingenhoven-Tal</ref> Auf einer dreieckigen Grundfläche nordwestlich des begrünten Gebäudeblocks sollte ein Gebäude mit einer schräg abfallenden Rasenfläche als Dachhaut liegen,<ref>In: Düsseldorf-Community.de, Online-Bericht vom 7. März 2014. Ingenhoven-Tal</ref> die nach dem Vorbild des New Yorker Lincoln-Center als Sitzgelegenheit bei Festivals dienen könne.<ref>Wortvortrag von Christoph Ingenhoven bei der öffentlichen Präsentation, 6. März 2014.</ref> Durch die gegenüberliegenden Schrägen der zwei neuen Gebäude sollte der Blick von Südwesten auf das Schauspielhaus wie in einem Tal gerahmt sein.<ref group="Anm.">Im nachfolgenden Internet-Link ist eine Ansicht des „Tals“ dargestellt. → <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ingenhoven-Tal ( des Vorlage:IconExternal vom 4. September 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Noch im Frühjahr 2014 wollten Planungsausschuss und Rat eine Entscheidung fällen, die jedoch wegen weiterer offener Punkte und Fragen weiter aufgeschoben werden musste. Es fehlten etwa noch ein Vertrag mit einem Investor und Darlegungen über die Machbarkeit der Begrünungen, ferner lagen Einsprüche zum Denkmalschutz vor.
Nach Klärung der offenen Punkte und des Umfanges der Bebauung für das gesamte Gelände südlich des Schauspielhauses wurde 2015 ein Vertrag zwischen der Stadt mit einer Investorengruppe abgeschlossen. Der Vertrag umfasste entgegen der ersten Absicht nun den Verkauf des gesamten Gustaf-Gründgens-Platzes mit dem städtischen Eigentum bis zur Schadowstraße für 70 Millionen Euro. Als Baubeginn für den Kö-Bogen II war zunächst ein Zeitpunkt Anfang 2016 vorgesehen.<ref>In: RP Online vom 10. Dezember 2015. Grundstücksverkauf/Zeitplan</ref> Aber noch Mitte 2016 war offen, ob und wann mit dem Projekt Kö-Bogen II begonnen werden konnte. Ende 2016 waren die noch offenen Punkte schließlich geklärt und der Stadtrat genehmigte am 17. November das städtebauliche Projekt. Der offizielle Beginn für die Ausführung begann am 1. Juni 2017 mit einer Baggeraktion durch den Düsseldorfer Oberbürgermeister.<ref>In: Westdeutsche Zeitung Onlineausgabe vom 12. Mai 2016. Kö-Bogen II kann noch kippen</ref><ref>In: Online „Themen-Blog Immoblien“ vom 14. Juli 2016 mit Update Dezember 2016. Neugestaltung der Innenstadt</ref><ref>In: Express Onlineausgabe vom 1. Juni 2017. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kö-Bogen II hat begonnen ( des Vorlage:IconExternal vom 3. Juni 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Anfang Mai 2019 fanden Grundsteinlegung und Richtfest zeitgleich in Anwesenheit von Oberbürgermeister Geisel statt.<ref>Kö-Bogen 2 geht auf die Zielgerade. Abgerufen am 13. Mai 2019.</ref> 2021 wurden die letzten Bauarbeiten abgeschlossen und im Oktober dieses Jahres auch die schräge Rasenfläche zum Betreten freigegeben.<ref>Benedikt Kraft: Kö-Bogen II, Düsseldorf. In: DBZ. Abgerufen am 11. April 2023.</ref><ref>Tino Hermanns: Dreiecksdach am Kö-Bogen II: Düsseldorfs ungewöhnlichste Wiese steht jetzt allen offen. In: Rheinische Post. 12. Oktober 2021, abgerufen am 11. April 2023.</ref>
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Ingenhoven stellt Entwurf vor, 2014
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Vorbild Lincoln-Center, New York
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Europas größte Grünfassade nimmt Gestalt an. 2020
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Pflege der Hainbuchenhecken am Kö-Bogen II
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Ingenhoven war auch an Sanierung des benachbarten Schauspielhaus beteiligt.
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Besucher verweilen und betrachten auf dem begrünten Dach ein Stück erneuerte Innenstadt.
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Ein professioneller Zaun schützt seit April 2024 zeitweilig die Rasenfläche zur Regenerierung.
Freiraumkonzept
Die am Kö-Bogen gelegene Landskrone, ein Gewässer und Parkbereich des Hofgartens, wurde verlängert und endet wieder in Sichtachse zum Corneliusplatz und zum Kö-Graben. Auf den der Landskrone zugewandten Terrassen am Libeskindbau, den Hofgartenterrassen, sind Kirschbäume gepflanzt worden.<ref>Alternativen zur Gestaltung der Hofgartenterrassen. Webseite vom 13. April 2011 im Portal duesseldorf.de, abgerufen am 26. Juli 2014.</ref> Eine neue Brücke verbindet den Park an der Landskrone mit dem Kö-Bogen und dem Schadowplatz. Auf der Fläche der ehemaligen Hochstraße Tausendfüßler ist eine Platanenpromenade vorgesehen, ergänzt mit Trompetenbäumen. Die in diesem Konzept auch vorgesehene Begrünung der Gleistrasse für die Straßenbahnlinien 701, 705 und 706 zwischen Berliner Allee und Kaiserstraße wurde wie 2014 geplant, ausgeführt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Landeshauptstadt Düsseldorf: Konkretisierung Freiraumkonzept Kö-Bogen ( des Vorlage:IconExternal vom 28. Juli 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Vorlage Nr. 61/41/2014, 26. März 2014.</ref> Die jetzt im südlichen Bereich des Gustaf-Gründgen-Platzes vorgesehene Bauausführung führt zu einem fließenden Übergang von den Gebäuden zum Platz.
Pavillon
Auf dem Martin-Luther-Platz wurde der Pavillon aus Glas, Stahl und Holz des Architekten Juan Pablo Molestina fertiggestellt und ist nun für die Gastronomie vorgesehen. Der annähernd dreieckige Bau ist eine Schottenkonstruktion aus massivem Holz mit leicht gebogener Form.<ref>Bilder, Aufbau des Kö-Pavillons beginnt., auf Imagine Structure, vom 31. Mai 2017</ref> Die Fassade aus orange-braunem Cortenstahl lehnt sich in ihrer Farbgebung und ihren Bögen an die Johanneskirche an. Der Pavillon, welcher dem Zugang der Schadow Arkaden gegenüber und direkt neben der Gleistrasse auf dem Tunnel der Berliner Allee steht<ref>Der neue Kö-Bogen II, städtebauliches Konzept für die Innenstadt Düsseldorfs, 1. Preis, mit Bild Aufsicht (Pavillon hellblau), auf competitionline.com, Wettbewerbe und Architektur, vom 23. März 2010</ref>, erhält zwei Terrassen mit je 350 Quadratmetern, eine auf dem Platz, eine auf der mit Sonnensegeln versehenen Dachfläche. Im Erdgeschoss stehen 400 Quadratmeter für die Restauration zur Verfügung, auf der Galerie zusätzlich 150 Quadratmeter. Da der nachrostende Stahl gelocht ist, ist eine Aussicht über Tags rundum möglich und am Abend wirkt der Bau einem Lampion, da das Licht nach außen durchschimmert. Die Eröffnung des Pavillons mit einem Ganztagsgastro-Konzept der Enchilada-Gruppe „Wilma Wunder“ erfolgte am 5. September 2018.<ref>In: RP Online vom 6. September 2018. Eröffnung</ref>
Auswirkungen
Nach Untersuchungen eines auf Einzelhandel spezialisierten Makler- und Beratungsunternehmens sollen sich mit dem Kö-Bogen die Laufwege der Einzelhandelskunden im Düsseldorfer Zentrum so verschieben, dass die Kundenfrequenz in der Schadowstraße, am Schadowplatz und im nordöstlichen Teil der Königsallee deutlich zunimmt. Am Schadowplatz wurde die Miete eines Ladenlokals um rund 300 Prozent erhöht.<ref>Thorsten Breitkopf: Kö-Bogen verändert den Einzelhandel. Artikel vom 21. September 2013, abgerufen am 21. September 2013.</ref> Bereits kurz nach der Teileröffnung des Kö-Bogens im Oktober 2013 sprachen Immobiliensachverständige von einem erheblichen wettbewerbsbedingten Bau- und Investitionsimpuls, den der Neubau in seinem Umfeld dauerhaft auslöse.<ref>Hans Onkelbach: Kö-Bogen löst Bau-Boom in der City aus. Artikel vom 26. Oktober 2013 im Portal rp-online.de, abgerufen am 26. Oktober 2013.</ref>
Das Düsseldorfer Schauspielhaus nutzt den neu eingefassten Gustaf-Gründgens-Platz für Open-Air-Aufführungen.<ref>Helene Pawlitztki: Rheinpegel – der Düsseldorf-Podcast: Wie das Schauspielhaus die Stadt als Bühne nutzt. In: RP Online. Rheinische Post, 18. Mai 2023, abgerufen am 1. August 2023.</ref><ref>Wolfgang Rolshoven: DER BAAS TRIFFT... Wilfried Schulz – Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses. Düsseldorfer Jonges, 9. Januar 2023, abgerufen am 1. August 2023.</ref> Auf der Königsallee wiederum kann nach dem Bau der U-Bahn ungehindert bis zum Hofgarten flaniert werden. Zusammen mit dem Abriss der Hochstraße Tausendfüßler ist der motorisierte Verkehr in den Untergrund gewichen. Corneliusplatz und Kö-Bogen sind nun gleichermaßen Orten für das Stadtgeschehen.<ref>EHRENAMTSMESSE UND TAG DER ORGANSPENDE LADEN IN DIE CITY EIN. Ddorf-aktuell Media e.K., abgerufen am 1. August 2023.</ref><ref>DFD Special: SUNDOWNER am Kö-Bogen. Düsseldorf Fashion Net e. V., abgerufen am 1. August 2023.</ref> Die angrenzende Schadowstraße wurde ebenso einem Redesign unterworfen, kann aber der Konfrontation mit dem Ende von großen Warenhäusern nicht ausweichen.<ref>Freude bei Karstadt: Düsseldorfer Filiale an Schadowstraße vorerst gerettet. Westdeutscher Rundfunk Köln, 21. Juni 2023, abgerufen am 1. August 2023.</ref><ref>GALERIA-INSOLVENZ TRIFFT NRW-INNENSTÄDTE HART: KÖNNEN DIE WARENHAUS-SCHLIESSUNGEN TROTZDEM EINE CHANCE DARSTELLEN. In: lbp.nrw. Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, 23. April 2023, abgerufen am 1. August 2023.</ref> Im Juni 2024 hat der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf den Erwerb des früheren Kaufhofs beschlossen, eine Nutzung des Geländes zum Neubau der Oper ist angedacht.<ref>Neue Oper: Düsseldorfer Rat beschließt Standortwechsel. In: wdr.de. Westdeutscher Rundfunk Köln, 27. Juni 2024, abgerufen am 31. Juli 2024.</ref>
Kritik
Der erste Entwurf für den Kö-Bogen vom Architekturbüro Ingenhoven wurde zuerst auf der Immobilienmesse MIPIM 2003 in Cannes einem internationalen Publikum vorgestellt. Weitgehend unverändert ist der Entwurf dann durch die Gremien der Stadt beschlossen worden. Angesichts dieses Vorgehens warfen Kritiker der Stadt eine mangelnde Beteiligung der Öffentlichkeit und die Unterlassung eines von ihnen als nötig erachteten Architekturwettbewerbs vor.
Mit dem Verkauf des städtischen Grundstücks an einen Investor soll ein Teil der Baukosten für die Tunnel refinanziert werden. Zahlreiche Bürger protestierten durch Unterschriften und Leserbriefe gegen die geplante Bebauung, die sie als zu massiv kritisierten und bei der sie zahlreiche Fragen der Verkehrsplanung als nicht geklärt ansahen. Der Stadtrat hatte zuvor den Verkauf entschieden, ebenso die Bebauung durch einen Bebauungsplan. Die Gegner strengten ein Bürgerbegehren an, das sich gegen den Verkauf des Grundstückes richten sollte, da für ein direkt gegen einen Bebauungsplan gerichtetes Bürgerbegehren in Nordrhein-Westfalen keine Rechtsgrundlage besteht. Die Abstimmung am 13. April 2008 sollte die Frage beantworten, ob das Grundstück in städtischem Besitz verbleiben sollte. Das Bürgerbegehren scheiterte an zu geringer Wahlbeteiligung.<ref>WZ: Abstimmung: Der Kö-Bogen kann kommen, Ergebnispräsentation der Stadt Düsseldorf</ref>
Nach dem gescheiterten Bürgerbegehren hatte ein Forum Kö-Bogen sieben nordrhein-westfälische Architekturhochschulen eingeladen, mit ihren Studenten alternative Bebauungskonzepte für den Kö-Bogen zu entwickeln. Die ersten zwölf Vorschläge, die von Studenten der RWTH Aachen, der Universität Dortmund und der Universität Siegen erarbeitet worden waren, wurden in einer Ausstellung der Architektenkammer NRW am 7. August 2008 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
In einem Pro & Contra zur Eröffnung 2013 bezeichnet Alexander Fils (Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung, CDU) den Kö-Bogen I als eine „eigenständige Ikone“; er habe eine neue, expressive Formensprache und schaffe es, eine kleinteilige und elegante Wirkung zu erzeugen. Architekturprofessor Wolfgang Döring dagegen vermisst „Sorgfalt und Einfühlungsvermögen“; Düsseldorf habe keinen Bilbao-Effekt nötig, die Fassadendetails seien einfach ausgebildet, was wohl der Wirtschaftlichkeit geschuldet sei.<ref>wz-newsline.de: Eröffnung am Schadowplatz: Pro und Contra zum Projekt Kö-Bogen, 15. Oktober 2013.</ref>
Der Architekturkritiker Gerhard Matzig kritisierte 2020 die nur punktuelle Fassadenbegrünung am Kö-Bogen I als überwiegend dekorativ und als Beispiel einer „naturaffin inszenierten“ Architektur; er stellte dies der umfassenderen Begrünung von Kö-Bogen II gegenüber.<ref name=":1" />
Betrieb und Nutzung Kö-Bogen I
Das Planungsgebiet des Kö-Bogen-Projekts umfasste das nördliche Ende der Königsallee einschließlich des Corneliusplatzes sowie den Übergang zum Hofgarten; Ziel war unter anderem der Anschluss der Königsallee an den Hofgarten.<ref>Corneliusplatz strahlt in neuem Glanz. (PDF) Landeshauptstadt Düsseldorf, Amt für Kommunikation, 20. Juni 2018, abgerufen am 26. März 2026.</ref> Nach Abschluss der Umgestaltung wurde der Corneliusplatz 2018 wieder vollständig für die Öffentlichkeit freigegeben.<ref>Volker Paulat: Corneliusplatz strahlt in neuem Glanz. Landeshauptstadt Düsseldorf, Der Oberbürgermeister, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Der Kö-Bogen I hat die Adresse Königsallee 2 in 40212 Düsseldorf und liegt zwischen Königsallee und Schadowstraße. Für die Schadowstraße werden in einem Frequenzreport aus dem Jahr 2019 Passantenfrequenzen von mehr als 6.300 Personen pro Stunde genannt.<ref>Kö-Bogen. Düsseldorf Tourismus GmbH, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Die Neugestaltung des Areals hat zu einer Steigerung der Aufenthaltsqualität geführt.<ref name=":3" /> Die neugeschaffene, rund 300 Meter lange Platanenallee umfasst 140 Bäume und 28 Bänke sowie die Anbindung an den Hofgarten.<ref>Volker Paulat: Pressedienst Einzelansicht. Landeshauptstadt Düsseldorf, Der Oberbürgermeister, 5. März 2018, abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref>Future Cities Düsseldorf: Die Kö im Wandel. CBRE GmbH, 25. September 2023, abgerufen am 26. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Regelmäßig finden Events im und am Kö-Bogen I statt, darunter Architektur-Führungen, das japanische Kirschblütenfest „Hanami“ und Konzerte.<ref>Jasmin Ohneszeit: Kö-Bogen Düsseldorf: Diese Open-Air-Events stehen 2024 an. In: nrz.de. 11. April 2024, abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref name=":5">https://www.koebogen.info. Abgerufen am 26. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im September 2018 wurde das fünfjährige Jubiläum mit einem Fashion Festival begangen, fünf Jahre später das zehnjährige mit einer Charity-Aktion.<ref>Art-Invest Real Estate | 5-jähriges Kö-Bogen Jubiläum mit 15.000 Besuchern. In: Art-Invest Real Estate. 12. September 2018, abgerufen am 26. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":5" /><ref>Kö-Bogen feiert zehnjähriges Jubiläum mit großer Spendenaktion für Initiative Herzwerk. PR + Presseagentur textschwester GmbH & Co. KG, 29. September 2023, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Die Mieterschaft entwickelte sich ebenfalls weiter. So eröffnete im Dezember 2021 ein Experience-Center von Miele im Gebäude.<ref>Barbara Klomps: Miele eröffnet Flagship-Store in Düsseldorf. In: PoS-Mail. 21. Dezember 2021, abgerufen am 26. März 2026.</ref> Der ehemalige Info-Pavillon für Wehrhahn-Linie und Kö-Bogen am nördlichen Ende der Königsallee wurde im Juni 2015 geschlossen und schließlich abgebrochen, da sich kein Bieter für ihn fand.<ref>Info-Pavillon ab dem 27. Juni geschlossen. Landeshauptstadt Düsseldorf, Der Oberbürgermeister, 26. Juni 2015, abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref>Kö-Bogen-Pavillon steht zum Verkauf. Landeshauptstadt Düsseldorf, Der Oberbürgermeister, 12. Juni 2015, abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref>Erste Schritte zum Abbruch des Kö-Bogen-Infopavillons. Landeshauptstadt Düsseldorf, Der Oberbürgermeister, 7. August 2015, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Im Januar 2021 wurde berichtet, dass Art-Invest eine Firma für intelligente Betriebsoptimierung beauftragt hat, mittels Datenauswertung aus der Gebäudetechnik den Soll-/Ist-Abgleich der Gebäudeperformance zu optimieren; dazu wurde auch ein digitaler Zwilling des Kö-Bogens I erstellt.<ref>Die Digital Top 10 Deutschland. In: www.immobilienmanager.de. RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG, 31. Mai 2021, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Auszeichnungen
Im März 2014 wurde der Kö-Bogen I auf der Immobilienmesse MIPIM mit dem MIPIM Award in der Kategorie Best Urban Regeneration Project (Stadterneuerung) ausgezeichnet.<ref>Kö-Bogen ist weltbestes urbanes Stadterneuerungsprojekt! Landeshauptstadt Düsseldorf, Der Oberbürgermeister, 14. März 2014, abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref name=":6">FIABCI Prix d'Excellence Germany - Gewinner 2015. INTERNATIONALER VERBAND DER IMMOBILIEN-BERUFE - FIABCI - DEUTSCHE DELEGATION (Deutsches Capitel) e.V., 2015, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Im September 2015 wurde dem Kö-Bogen I durch das Deutsche Capitel des Internationalen Verbands der Immobilienberufe (FIABCI) der FIABCI Prix d´Excellence Germany 2015 in Silber in der Kategorie Gewerbe verliehen. Der Preis wird seit 2014 unter der Schirmherrschaft von Klaus Töpfer für die besten Projektentwicklungen in Deutschland.<ref name=":6" /><ref>Klaus Töpfer wird Schirmherr des „FIABCI Prix d´Excellence Germany“. In: www.immobilienwirtschaft.de. 2014, S. 14, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Im Juni 2018 wurde dem Kö-Bogen I der German Brand Award 2018 in Gold in der Kategorie „Public Affairs, City and State“ der Wettbewerbsklasse „Industry Excellence in Branding“ verliehen.<ref>Art-Invest Real Estate | Gold für „Das Herz der City“: Kö-Bogen gewinnt German Brand Award 2018 für herausragende Markenführung. In: Art-Invest Real Estate. 25. Juni 2018, abgerufen am 26. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Gold für „Das Herz der City“. Niehaus Knüwer and friends – eine Marke der Hey Unkelbach GmbH, Juni 2018, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Im März 2022 wurde die Stadt Düsseldorf mit dem immobilienmanager-Award 2022 für das Innenstadtprojekt "Kö-Bogen I und II – Eine neue Mitte für Düsseldorf" in der Kategorie "Stadtentwicklung" ausgezeichnet.<ref>Landeshauptstadt Düsseldorf mit immobilienmanager-Award 2022 ausgezeichnet. Landeshauptstadt Düsseldorf, Der Oberbürgermeister, 4. März 2022, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Im Juni 2022 wurde dem Kö-Bogen I der German Brand Award 2022 für „Excellence in Brand Strategy and Creation“ und als „Lighthouse Project of the Year“ verliehen.<ref>Doppelte Auszeichnung aus Berlin: Kö-Bogen gewinnt German Brand Award und ist „Lighthouse Project of the Year 2022“. PR + Presseagentur textschwester GmbH & Co. KG, 15. Juni 2022, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
Literatur
- Landeshauptstadt Düsseldorf Der Oberbürgermeister: Kö-Bogen – Variantenprüfung Verkehr. Düsseldorf 2007.
Weblinks
- Offizielle Website auf koebogen.info
- Informationen auf düsseldorf.de
Einzelnachweise
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Anmerkungen
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Koordinaten: 51° 13′ 37″ N, 6° 46′ 52″ O
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