Kuschelpädagogik
Kuschelpädagogik ist ein Schlagwort, mit dem im gesellschaftlichen Bildungsdiskurs des deutschsprachigen Raumes eine schulische Erziehung bezeichnet wird, die durch geringe Leistungsorientiertheit und übertrieben hohe Rücksichtnahme auf vermeintliche Bedürfnisse des Kindes gekennzeichnet sei. Verwendung findet der Ausdruck vor allem bei Politikern und Journalisten,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wirtschaft fordert Bildungsreformen statt "Kuschelpädagogik" ( des Vorlage:IconExternal vom 13. Dezember 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. ShortNews, 5. Februar 2002; Grundschule: Ende der Kuschelpädagogik Spiegel, 1. August 2002; Zum Teufel mit der Kuschelpädagogik Stern, 8. Februar 2006 (über Gerlinde Unverzagts „Lehrerhasserbuch“); CSU-Generalsekretärin fordert Ende von "Kuschelpädagogik" Merkur Online, 2. Januar 2008; Kuschelpädagogik mit absurder Konsequenz Die Presse, 11. Februar 2008; Zwischen Druck und Kuschelpädagogik Süddeutsche Zeitung, 21. Juli 2009; FPÖ fordert "Ende der Kuschelpädagogik" ORF, 4. April 2011; Abschied von der Kuschelpädagogik? 3SAT, 21. Mai 2011</ref> aber auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, bezeichnet als „Kuschelpädagogik“ eine Schulpädagogik, die es den Schülern allzu leicht mache, gute Noten zu erlangen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Schluss mit Kuschelpädagogik“ ( des Vorlage:IconExternal vom 18. August 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; vgl. Fluch der Kuschelpädagogik Welt Online 17. Februar 2010</ref> Zu den Diskussionsfeldern, in denen der Ausdruck besonders häufig erscheint, zählen der durch die PISA-Studien ausgelöste Streit um Schülerleistungen<ref>Erzielt Kuschelpädagogik bessere Ergebnisse? der Freitag, 18. April 2003; Kuschelpädagogik versus Leistungswahn</ref> sowie die Auseinandersetzung über dem Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern<ref>Das Ende der Kuschelpädagogik Welt Online, 30. Januar 2008</ref> und jugendlichen Kriminellen.<ref>Warnschussarrest und Kuschelpädagogik (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Stadtrevue/Das Kölnmagazin, November 2003; <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CDU fordert Ende der „Kuschelpädagogik“ ( des Vorlage:IconExternal vom 11. August 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Stern, 2. Januar 2008; Im Windkanal der Kuschelpädagogik FAZ 4. Januar 2008</ref>
Scharfe Kritik an dem Begriff hat der in Zürich lehrende Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers geübt. Oelkers berichtet, der Kampfbegriff werde vor allem von solchen Konservativen ins Feld geführt, deren Schulkritik eher auf einem Affekt gegen die Reformpädagogik ‒ besonders gegen die „antiautoritäre Bewegung“ ‒ als auf Kenntnis der aktuellen Schulrealität beruhe; infolgedessen tendieren diese Kritiker dazu, die Einführung von mehr Disziplin als Königsweg zur Behebung schulischer Probleme zu erachten.<ref>Jürgen Oelkers: Kuschelpädagogik oder nicht? (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (PDF; 159 kB) Vortrag, gehalten an der Universität Zürich, 8. September 2010</ref>
Der Familientherapeut Wolfgang Bergmann kritisiert als „Wohlfühl-Kuschel-Pädagogik“ einen schulischen Umgangston, der von exzessivem Harmoniestreben geprägt sei und der Kindern weder Raum für körperliche Erfahrungen noch Ventile für gelegentliches unangepasstes Verhalten biete. Insbesondere die Bedürfnisse von Jungen werden laut Bergmann in einem solchen Lernumfeld systematisch verkannt und übergangen.<ref name="bergmann">Böse Buben: "Wohlfühl-Kuschel-Pädagogik geht Jungs gewaltig auf die Nerven" Der Spiegel, 5. April 2008</ref>
Literatur
- Albert Wunsch: Abschied von der Spaßpädagogik: Für einen Kurswechsel in der Erziehung, Kösel, 4. Auflage 2003, ISBN 3466306191
- Heinz Zangerle: Einfach erziehen: Die Alternative zu Kuschelpädagogik und Psychoboom, Ueberreuter, 2004, ISBN 3800070332
Film
- Stressfaktor Schule ‒ Deutschland zwischen Drill und Kuschelpädagogik, Dokumentarfilm von Süddeutsche Zeitung TV (Deutschland, 2011)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemappe Vox Television GmbH ( vom 25. September 2011 im Internet Archive), 15. September 2011</ref>
Einzelnachweise
<references />
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2026-01
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2022-03
- Wikipedia:Weblink offline IABot
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen 2018-12
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2018-12
- Schulkritik