Ab dem 17. Jänner kommen die Sieger des im Vorjahr ausgeschriebenen Wettbewerbs zur Gestaltung des durch die Schleifung der Wiener Stadtmauern entstandenen Areals, Ludwig Förster, Friedrich August von Stache sowie das Team August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll zusammen, um gemeinsam mit zahlreichen Beamten die drei Entwürfe miteinander zu verschmelzen. Alle drei Preisträger modifizieren schließlich ihre Pläne und auf dieser Basis erstellt das Innenministerium einen Plan, der dem Kaiser am 17. Mai vorgelegt wird. In diesem „Grundplan“ wird aus wirtschaftlichen Gründen die Breite der Ringstraße von den ursprünglichen 40 auf 30 Klafter (56,9 Meter) festgelegt. Mitte September erhält die „mit doppelten Baumreihen besetzte Straße, welche nach dem Stadterweiterungs-Plane gleich einem regelmäßigen Gürtel um die Stadt gezogen werden wird, […] den officiellen Namen Ringstraße“. Nach einigen kleinen Änderungen erhält der Plan am 8. Oktober die kaiserliche Genehmigung.
Nach Skizzen seiner Reisen nach Südamerika fertigt Frederic Edwin Church das Gemälde The Heart of the Andes. Im gleichen Jahr mietet er – beeindruckt von Berichten über die Erkundung des Nordmeeres, besonders durch die spektakulär gescheiterte Franklin-Expedition zur Entdeckung der Nordwestpassage – gemeinsam mit Louis Legrand Noble ein Schiff, um im Nordatlantik zwischen Labrador und Grönland Eisberge zu skizzieren.
Der US-amerikanische Künstler Eastman Johnson malt sein berühmtestes Werk Negro Life at the South.
Der kanadische Maler Paul Kane veröffentlicht ein Buch über seine Reiseeindrücke mit dem Titel Wanderings of an Artist among the Indians of North America from Canada to Vancouver's Island and Oregon through the Hudson’s Bay Company's Territory and Back Again, versehen mit zahlreichen Lithographien nach seinen Skizzen und Gemälden. Kane widmet das Buch, das sofort ein Erfolg ist, seinem frühen Förderer George William Allan.