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Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln

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Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln
Datei:Kunst- und Museumsbibliothek Köln (9387-89).jpg

Eingang zum Lesesaal im Museum Ludwig (2010)

Gründung 1957
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Ort Köln
ISIL [[[:Vorlage:ISIL-Link]] DE-Kn3]
Leitung Elke Purpus
Website museenkoeln.de

Die Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln (KMB) ist mit über 600.000 Bänden eine der weltweit größten öffentlichen Bibliotheken zur modernen Kunst und Fotografie. Sie ging 1957 aus den Bibliotheken des Wallraf-Richartz-Museum und der des Kunstgewerbemuseums hervor. Im August 2013 wurde die Bibliothek in die Rote Liste Kultur des Deutschen Kulturrates aufgenommen und in die Kategorie 2 als gefährdet eingestuft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Politik & Kultur Ausgabe 5/13 Seite 15 Kulturelles Leben Die Rote Liste (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de (PDF; 5,7 MB), abgerufen am 24. August 2013.</ref>

Seit 2004 ist die promovierte Kunsthistorikerin Elke Purpus als Nachfolgerin von Karl Stamm Direktorin der Spezialbibliothek.<ref>Website der Kunst- & Museumsbibliothek mit Rheinischem Bildarchiv, abgerufen am 22. Februar 2013.</ref>

Die Bibliothek ist öffentlich zugänglich, und ihre Bestände können im Lesesaal (Museum Ludwig) genutzt werden.

Geschichte

Datei:Kunst- und Museumsbibliothek Köln - Lesesaal Aussenansicht (0287-89).jpg
Museum Ludwig: Hinter den Fenstern in der ersten Etage befindet sich der Lesesaal, im Mai 2009

Die Bibliothek ging 1957 aus ihren beiden Vorgängerbibliotheken, der Bibliothek des Wallraf-Richartz-Museums und der des Kunstgewerbemuseums (heute Museum für Angewandte Kunst), hervor. In den 1960er-Jahren wurde der Bestand dieser neuen Bibliothek katalogisiert. Die späte Katalogisierung bot die Chance, den gesamten Bibliotheksbestand in einem damals einzigartigen Projekt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Rechenzentrum in Darmstadt mittels EDV zu erfassen. Die KMB leistete damit auf diesem Gebiet in Deutschland wichtige Pionierarbeit.

In den 1970er-Jahren wurde die Bibliothek wegen Raumnot auf drei Standorte verteilt. Die Verwaltung zog in die Kolumbastraße, der Lesesaal verblieb im damaligen Wallraf-Richartz-Museum und Teile des Magazins sowie die Buchbinderei samt Verwaltung wurden in den Kattenbug verlegt. Ein eigenes Gebäude für die KMB wurde geplant, doch das Projekt nach Baubeginn wieder gestoppt. Es begann die Förderung der Sammelschwerpunkte durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Von 1974 bis 2012 war das Rheinische Bildarchiv organisatorisch an die KMB angegliedert.

Ende der 1970er-Jahre wurden der KMB die Bruno-Uhl-Bibliothek der Deutschen Gesellschaft für Photographie und die Bibliothek des Agfa Foto-Historamas übergeben.

1986 wurde im Neubau des Museums Ludwigs ein weiterer Lesesaal eingerichtet.

Im Jahr 2000 wurde der gesamte Katalog der Bibliothek online gestellt. Damit war sie eine der ersten deutschen Kunstbibliotheken, deren gesamter Bestand (mit Ausnahme der Auktionskataloge) über das Internet jederzeit recherchierbar ist.

2005 übernahm die KMB die Bibliotheken von George Brecht und Bernard Schultze. Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Museums Ludwig übergab Irene Ludwig 2006 ihre Arbeitsbibliothek der KMB.

2010 war die Bibliothek durch Sparmaßnahmen der Stadtverwaltung von der Schließung und Zerschlagung der Bestände bedroht. Der Verein der Freunde der Kunst- und Museumsbibliothek rief zu einer Unterschriftensammlung auf, um den verantwortlichen Politikern die Notwendigkeit der Erhaltung der KMB zu verdeutlichen.<ref>Aufruf des Vereins der Freunde der Kunst- und Museumsbibliothek (PDF; 53 kB)</ref><ref>Informationen zur Onlinepetition gegen die Schließung der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln</ref> Anlässlich der Trauerfeier der Ende 2010 verstorbenen Mäzenin Irene Ludwig beendete Bürgermeister Jürgen Roters die Diskussion um die Schließung und gab die Entscheidung über den Bestand der Bibliothek bekannt.<ref>Mitteilung des Fördervereins vom 8. Dezember 2010</ref>

Datei:HAStK Felix Waechter präsentiert Wettbewerbsentwurf 2011.jpg
Wettbewerbsgewinner Felix Waechter erläutert seinen Entwurf. (2011)

Bereits seit 2009 war geplant, einen Neubau für das zerstörte Historischen Archiv im Stadtteil Neustadt-Süd für eine gemeinsame Nutzung mit der KMB und dem Rheinischen Bildarchiv zu planen. Der 2011 als Gewinner aus einem Wettbewerb hervorgegangene Architektenentwurf des Büros Waechter + Waechter in Darmstadt sah rund 10.400 Quadratmeter Nutzungsfläche für die Bibliothek vor.<ref>Wettbewerb für Neubau des Historischen Archivs ist entschieden Pressemitteilung der Stadt Köln, Sonntag, 19. Juni 2011</ref>

2014 entschied der Rat der Stadt Köln jedoch, einen verkleinerten Neubau des Historischen Archivs mit dem Rheinischen Bildarchiv, aber ohne Kunst- und Museumsbibliothek zu errichten.

Im Mai 2015 unterzeichneten die Stadt Köln und die Universität Köln die im Rat der Stadt Köln im Dezember 2014 verabschiedete Vereinbarung zum gemeinsamen Betrieb der „Zentralbibliothek für Kunst und Kunstgeschichte“. Eine Lösung für die Raumproblematik wird weiter gesucht.

Da der Mietvertrag für das Gebäude Am Kattenbug im Sommer 2025 auslief, wurden für mindestens drei Jahre zwei Interimsstandorte im Barthonia-Forum in Ehrenfeld (Büros für Mitarbeitende, Buchbindewerkstatt und Teile der Bestände) sowie in Gremberghoven (Teile der Bestände) bezogen.<ref>Matthias Hendorf: Jahrelange Suche: Neue Interimsstandorte für Kölner Kunstbibliothek kosten drei Millionen Euro. 7. Februar 2025, abgerufen am 16. März 2026.</ref>

Bestand

Der Bestand umfasst über 600.000 Bände, über 9.700 Zeitschriftentitel, davon ca. 500 laufende Abonnements von Zeitschriften und Museumsperiodika, sowie Dossiers zu über 100.000 Künstlerinnen und Künstlern (Stand 2026).<ref>kunst- und museumsbibliothek - dokumentationszentrum kunst | Bestände / Sammlungen. Abgerufen am 16. März 2026.</ref>

Altbestände

Trotz einer primären Ausrichtung auf Moderne Kunst befinden sich in der KMB sieben Inkunabeln, 100 Drucke des 16. Jahrhunderts, 140 Drucke des 17. Jahrhunderts und entsprechend mehr des 18. und 19. Jahrhunderts, teils aus dem Grundbestand, teils aus Geschenken an die Bibliothek.

Nutzung

Die Bestände können im Lesesaal im Museums Ludwig genutzt werden. Teile des Bestandes sind aufgrund von Platzmangel ausgelagert, können aber in den Lesesaal vorbestellt werden. Zeitschriftenaufsätze können seit Ende 2008 über den Dokumentenlieferdienst Subito bestellt werden.

Sammelschwerpunkte

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sammelschwerpunkte in der KMB sind „Bildende Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts“, „Kunst der BeNeLux-Länder“ und „Bildleistungen der Fotografie und des Films“. Eine Untersuchung der DFG ergab für die Bestände in den Sammelschwerpunkten einen 45-prozentigen Unikatbestand in Deutschland. Zusätzlich sammelt die KMB Bestands-, Ausstellungs- und Auktionskataloge.

Bildende Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

Nach einer Schenkung Peter Ludwigs an das Wallraf-Richartz-Museum begann die KMB verstärkt mit der Sammlung von Literatur zur Modernen Kunst. Durch den so entstandenen Schwerpunkt wurde die KMB im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der Kunstbibliotheken von der DFG 1972 mit diesem Sammelschwerpunkt für die verteilte Fachbibliothek Kunstgeschichte beauftragt. Durch ein großes Netzwerk mit Galerien, Kunstvereinen, Museen etc. kann eine Vielzahl an Publikationen, darunter auch eine große Zahl an Grauer Literatur gesammelt werden.

Kunst der BeNeLux-Länder

Bei der Festlegung der Sammelschwerpunkte in der Arbeitsgemeinschaft der Kunstbibliotheken wurden neben inhaltlichen auch geographisch gewachsene Strukturen berücksichtigt. So unterstützte, neben dem guten Kunstbestand der Kölner Museen zu diesen Ländern, auch die geographische Nähe zu den Ländern Belgien, Niederlande und Luxemburg die Vergabe dieses Sammelschwerpunktes an die KMB.

Bildleistungen der Fotografie und des Films

Durch die Übergabe der Bruno-Uhl-Bibliothek der deutschen Gesellschaft für Photographie als Dauerleihgabe an die KMB (heute mit einem Bestand von über 8.000 Bänden) und der Bibliothek des Agfa-Foto-Historamas, die mit ca. 2.500 Bänden an die KMB kam, wurde der Grundstock für eine der weltweit größten öffentlich zugänglichen Fotografiebibliotheken gelegt. So wurde die KMB 1978 um den seit 1976 von der DFG geförderten Sammelschwerpunkt „Bildleistungen der Fotografie und des Films“ erweitert. Der Bestand zu diesem Schwerpunkt wächst durch Stiftungen, Schenkungen und Erwerbungen mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) jährlich um ca. 2.500 Bände und umfasst aktuell (2007) über 40.000 Bände. Zusätzlich verfügt die KMB über 1.255 Zeitschriften zum Thema, davon 82 laufende Abonnements.

Autodidaktische Kunst, Art Brut und sogenannte Outsider Art

Durch die Schenkung der Bibliotheken von Charlotte Zander und Susanne Zander besitzt die Kunst- und Museumsbibliothek Köln eine international einzigartige Spezialbibliothek zu den Themenfeldern Autodidaktische Kunst, Art Brut und sogenannte Outsider Art.<ref>Freunde der KMB. Abgerufen am 8. April 2025.</ref> Zusammen mit der Schenkung des Archivs von Charlotte Zander an das ZADIK und dem Projektraum der Sammlung Zander wird Köln zu einem Zentrum für die Forschung und Dokumentation zu diesen Themenfeldern.<ref>Schenkung aus dem Bestand Charlotte Zander. 20. September 2024, abgerufen am 8. April 2025.</ref>

Weitere Sammelschwerpunkte

Bestands- und Ausstellungskataloge

Die Bibliothek verfügt über eine große Sammlung nationaler und internationaler Bestands- und Ausstellungskataloge. Besonders Kataloge aus Köln werden dabei gesammelt und archiviert.

Auktionskataloge

Die Bibliothek verfügt über 45.000 Auktionskataloge vom 19. Jahrhundert bis heute, die allerdings nur zum Teil im Katalog der KMB verzeichnet sind.

Kunstgewerbe

Aufgrund der engen Zugehörigkeit zum Museum für angewandte Kunst wurde und wird der Bestand der Literatur zum Kunstgewerbe besonders gepflegt.

Sonderausstellungen

  • 2016: Zeichnerische Übernahme. Künstlerbücher von Rolf Jahn
  • 2016: Heldenbücher, Eiserne Bücher, Ehrenchroniken. Bücher als Denkmäler des I. Weltkriegs
  • 2017: Thomas Kling. Double Exposure
  • 2017: Helga Elben. Götter, Helden und andere Menschen
  • 2017: Alternative Fakten. Künstlerbücher von Studierenden der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
  • 2017: Das Projekt STOLPERSTEINE. Ein KunstDenkmal als Bürgerbewegung
  • 2017/18: Alle Jahre wieder…Gestaltete Karten zu Weihnachten und zum Jahreswechsel aus der Sammlung Barbara und Horst Hahn
  • 2018: Rund um den Punkt. Buchkunst aus der Sammlung Julia Vermes zu Punkt, Kreis, Loch.
  • 2018: nichts prinzipiell Unerkennbares; nur Nochnichterkanntes. Steffen Missmahl Künstler-Bücher, -Hefte & -Schachteln.
  • 2018: facettenreich und unerwartet. Buchgebilde. Künstlerbücher und Objekte von Friederun Friederichs.
  • 2018/19: Christoph Mauler. Geste Film Figur – Arbeiten aus dem Archive Artist Publications.
  • 2019: Rekonstruktion des Universums. Zeitgenössische russische Künstlerbücher
  • 2019: big data. Buchkunst von Studierenden der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
  • 2019: tunke den finger ins tintenmeer... Ein Maler schreibt. Max Ernst und das Buch.
  • 2019: Wienand. Kunst in Büchern seit 1949.
  • 2019/20: Gerhard Rühm. Am Anfang war das Wort. Bücher der besonderen Art
  • 2020: Inselwelt. Buchkunst aus der Sammlung Julia Vermes
  • 2020: Fuhrwerkswaage Kunstraum „Das Einzige, was bleibt“. Katalogreihen und Einzelausgaben aus den ersten 40 Jahren.
  • 2020: Was ist das, was sich „Die Schwarze Lade“ nennt.
  • 2020: Dorissa Lem - SOLITÄR.
  • 2021: Castellibri. Künstlerbücher und Buchobjekte von Dietmar Pfister.
  • 2021: Seitenaufenthalt. Booklet-Ausstellung von Studierenden der Kunstakademie Münster.
  • 2021: Serge Chamchinov & Anne Arc. Jazzband der Künstlerbücher. Zum 100. Jahrestag von den Festen von Angst und Schmerz von Paul van Ostaijen.
  • 2022: Der etwas andere Kunstkatalog. Kataloge als Künstlerbücher aus der Sammlung von Julia Vermes<ref>Stadt Köln Pressemitteilung vom 9. Februar 2022: Kataloge als Künstlerbücher aus der Sammlung von Julia Vermes, von Robert Baumanns und Sarala Christensen, abgerufen am 11. Februar 2022</ref><ref>Westdeutsche Zeitung vom 16. Februar 2022: Künstlerbücher: Der etwas andere Kunstkatalog, abgerufen am 17. Februar 2022</ref>
  • 2022: Objektbücher - Buchobjekte. Sammlung Helmut Schäfer
  • 2023: 21. Internationaler Bucheinbandwettbewerb für Auszubildende<ref>Stadt Köln Pressemitteilung vom 24. Januar 2023: 21. Internationaler Bucheinbandwettbewerb für Auszubildende, von Sabine Wotzlaw, abgerufen am 25. Januar 2023</ref>
  • 2023: Visualisieren. Das Buch und die Künste in der Arbeit René Bölls
  • 2023: 22. Internationaler Bucheinbandwettbewerb für Auszubildende
  • 2023: Ein Raum für BuchKunst. Die Ausstellungen der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln (2004–2023)
  • 2023/24: Literatur und Kunst. Wolfgang Hake Verlag
  • 2024: Gedruckt, um zu bleiben! Flyer und mehr aus der Sammlung Ingrid Blom-Böer
  • 2024: Buchkunst und lateinamerikanische Literatur – Eine Begegnung. Künstlerbücher aus der Sammlung Klaus Küpper
  • 2024: Neuerwerbungen der Kunst- und Museumsbibliothek Köln
  • 2024: Jürgen Partenheimer. Der Schein der Dinge. Künstlerbücher 1970–2023
  • 2024: International Artist’s Book Triennial Vilnius
  • 2025: Zeitungskunst. Sammlung Helmut Schäfer
  • 2025: Handgeschöpft: Die Poesie des Papiers. Buchkunst von John Gerard
  • 2025: Deutscher Fotobuchpreis Jahrgang 24|25
  • 2025: Neuerwerbungen der Kunst- und Museumsbibliothek Köln
  • 2025: 24. Internationaler Bucheinbandwettbewerb für Auszubildende
  • 2025: Mein Morgenstern. 120 Hände und ein 111. Todestag
  • 2025/26: "der Welt auf den Grund kommen". Die Fotobuchsammlung von Hans Meyer-Veden
  • 2026: Dekonstruktion und Montage. Von Collagen und Liebesaffären zu Köln
  • 2026: Deutscher Fotobuchpreis

Literatur

  • Schriftenreihe der Kunst- und Museumsbibliothek
  • Elke Purpus: Die Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln. Die Geschichte der Bibliothek und des Fotoarchivs. Klartext Verlag, Essen 2007.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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