Kumme (Gefäß)
Als Kumme (auch Kumm), f. pl: Kummen wird in Norddeutschland ein henkelloses Gefäß mittlerer Größe aus Holz oder Keramik bezeichnet. Das Wort ist im Mittelniederdeutschen belegt und bedeutet ein „rundes, tiefes Gefäß“<ref>Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Stichwort: „Kumpf“, S. 546.</ref> oder eine „tiefe, runde Schüssel, Holzschüssel“ bzw. „tiefe Schale, Schüssel“,<ref>Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref> mnd. auch „Schale, Bottich“.<ref>Kumme. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.Vorlage:Abrufdatum</ref> Auch die Schüssel eines Taufbeckens kann im Norddeutschen als Kumme bezeichnet werden.<ref>Vgl. z. B. Richard Haupt, Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein mit Ausnahme des Kreises Herzogtum Lauenburg, Band 1, Kiel 1887, S. 274 (online).</ref>
Im 18. Jahrhundert gehörte die Kumme zum klassischen Tee- und Frühstücksservice an europäischen Höfen. Der damals kostbare Tee wurde aus kleinen henkellosen Koppchen getrunken und anschließend die Teeblätter in der Kumme ausgespült. Die Kummen wurden besonders in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bevorzugt mit Chinoiserien verziert.<ref>Stilkunde: Koppchen 18. Jh. In: Weltkunst, das Kunstmagazin der ZEIT. 7. Dezember 2016 (weltkunst.de [abgerufen am 25. November 2017]).</ref>
Literatur
- Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. De Gruyter, Berlin 2002
- Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, hrsg. von Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
- Gloria Ehret: Porzellan. Augsburg 1992, S. 139.
- Anna Christa Funk: Porzellan. Sammlung v. Laufenberg-Wittmann. Hagen 1967, S. 15.
Weblinks
- Objektdatenbank Kumme van-ham.com
- Kumme mit dem Wappen des Antonio Farnese, Herzog von Parma. Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
- Spülkumme, Meißen um 1740. museum-digital.de
Einzelnachweise
<references />