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Kulturwissenschaftliches Institut Essen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)
colspan="2" class="notheme" style="background-color:#Vorlage:Standardfarbe; padding: 1em 0; text-align: center;" | Datei:KWI Logo.jpg
Gründung 1989
Trägerschaft Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr)
Ort Essen
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Land Deutschland
Leitung Julika Griem<ref>uaruhr.de</ref>
Website www.kulturwissenschaften.de

Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen – Institute for Advanced Study in the Humanities(KWI) ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum in der Tradition internationaler Institutes for Advanced Study. Es ist Teil der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr), die die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen verbindet.

Das KWI bietet ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm, fördert den wissenschaftlichen Austausch und lädt Gastwissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland über Fellowships ein. Innerhalb des Ruhrgebiets ist das KWI ein Ort, an dem Ergebnisse anspruchsvoller geisteswissenschaftlicher Forschung der Öffentlichkeit vermittelt und Diskussionen über wissenschaftspolitische Fragen geführt werden können. Seit April 2018 ist die Literaturwissenschaftlerin und ehemalige DFG-Vizepräsidentin Julika Griem Direktorin des Instituts.

Geschichte

Das KWI wurde 1989 auf Initiative von Johannes Rau (damaliger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen) gegründet. Die Landesregierung verfolgte das Ziel, neue wissenschaftliche Einrichtungen zu schaffen, um aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu erforschen und Spannungen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik konstruktiv zu bearbeiten. Das KWI übernahm dabei die geistes- und kulturwissenschaftliche Perspektive. Im „Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen“, dem auch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und das Institut Arbeit und Technik in Gelsenkirchen angehörten, übernahm das KWI den geistes- und kulturwissenschaftlichen Part.

Erster Präsident des Instituts war Lutz Niethammer. 1992 folgte Wilfried Loth als Präsident, 1997 Jörn Rüsen als Direktor. Von 2007 bis 2017 leitete Claus Leggewie das Institut, gefolgt von der kommissarischen Leitung durch Ute Schneider ab August 2017.

Julika Griem wurde im November 2017 berufen<ref>Wer führt ab Sommer das KWI Essen? - WELT. Abgerufen am 15. April 2026.</ref> und trat ihr Amt als Direktorin am 1. April 2018 an.

Im Laufe der Jahre hat das KWI zahlreiche Forschungsprojekte initiiert und national wie international gefördert. Das KWI hat unter anderem Mittel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der VolkswagenStiftung und dem European Research Council (ERC) eingeworben.<ref>DFG - GEPRIS - Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI). Abgerufen am 15. April 2026.</ref>

Forschung

Die strategische Ausrichtung der Forschung wird von der Institutsleitung verantwortet und unter Einbeziehung des wissenschaftlichen Personals weiterentwickelt. Aktuelle Forschungsfelder sind:

  • Ästhetische Praktiken
  • Historische Wirksamkeit
  • Dialoge zwischen Kultur- und Sozialwissenschaften
  • Wissenschaftsforschung
  • Visual Literacy

Mit dem Teaching Lab fördert das KWI zudem die Entwicklung neuer Lehr- und Forschungsformate, z. B. Workshops an regionalen Schulen zur Förderung von Bildlesekompetenz (Visual Literacy) oder Schreibwochenenden für Promovierende.

Seit Oktober 2020 werden regelmäßig Postdoktorandinnen und Postdoktoranden aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften über die KWI International Fellowships sowie das Thyssen@KWI Fellowship, gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung, eingeladen. Das KWI beherbergt eine Vielzahl von Forschungsprojekten, die sich im Laufe der Zeit ändern. Seit 2024 ist das KWI institutionelle Basis des ERC-Projekts Cultures of the Cryosphere. Der KWI-Forscher Stefan Höhne erhält im Rahmen des Projekts als erster Kulturwissenschaftler einen ERC Synergy Grant.<ref>Christopher Onkelbach: Forschung: Wie der Kühlschrank die Welt veränderte. 2. Dezember 2023, abgerufen am 15. April 2026.</ref>

Institutionelle Aktivitäten

Das Programm des KWI umfasst zahlreiche verschiedene Veranstaltungsformate, wobei einige Veranstaltungen aufgezeichnet und in der Mediathek des Instituts zur Verfügung gestellt werden. Die interdisziplinären Aktivitäten des KWI werden von jährlich wechselnden Themen geleitet, die aktuelle Forschungsfragen aufgreifen. Ausgewählte Schwerpunkte der letzten Jahre sind:

  • „Red Lines“ (2026/2027)
  • „Guilty Pleasures“ (2024/2025)
  • „More or Less“ (2023/2024)

Ein weiteres etabliertes Format ist die Reihe CineScience, in der Filmvorführungen als Ausgangspunkt für den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit dienen, in Kooperation mit dem Essener Filmstudio Glückauf. Seit März 2020 ermöglicht der KWI-Blog den Austausch über Forschungs-ergebnisse, Thesen und methodische Experimente und macht die Arbeit des Instituts öffentlich diskutierbar. Beiträge können von einzelnen Wissenschaftler:innen oder Gruppen stammen, in Form von Dialogen, Interviews oder kritischen Reflexionen. Sie erscheinen auf Deutsch und Englisch. Seit 2023 wird außerdem eine Auswahl von Blogtexten jedes Jahrgangs in gedruckter Form veröffentlicht.

Kooperationen

Das KWI ist Gründungspartner des Rhein-Ruhr-Zentrums für Wissenschaftskommunikationsforschung, einem Projekt, das ab November 2021 von der VolkswagenStiftung gefördert wird.<ref>VolkswagenStiftung fördert mit 15 Mio. Euro vier neue Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung | VolkswagenStiftung. Abgerufen am 15. April 2026.</ref>

Die Academy in Exile wurde 2017 als gemeinsame Initiative von KWI, dem Institut für Türkeistudien der Universität Duisburg-Essen und dem Forum Transregionale Studien in Berlin gegründet. Sie bietet Wissenschaftler:innen, deren akademische Freiheit bedroht ist, einen sicheren Forschungsraum. Das KWI beherbergt weiterhin Fellows der Academy in Exile, die nun von der TU Dortmund betrieben wird. Gemeinsam mit der Zeitschrift Merkur hostet das KWI seit Oktober 2025 den Podcast „Krumme Straße“ mit Gästen aus Wissenschaft und Kultur. Darüber hinaus kooperiert das Institut mit der Folkwang Universität der Künste in Form gemeinsamer Veranstaltungen und weiterer Aktivitäten.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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