Zum Inhalt springen

Kreis Bückeburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Basisdaten
Deutscher Bundesstaat Schaumburg-Lippe
Verwaltungssitz Bückeburg
Fläche 120 km² (1939)
Einwohner 23.644 (1939)
Bevölkerungsdichte 197 Einw./km² (1939)
Gemeinden 37 (1939)
Datei:Siegelmarke Fürstl. Schaumb. Lipp. Landrathsamt Bückeburg-Arensburg W0358777.jpg
Siegelmarke Fürstlich Schaumburgisch-Lippisches Landratsamt Bückeburg-Arensburg

Der Kreis Bückeburg war von 1899 bis 1946 ein Landkreis in Schaumburg-Lippe. Der Kreissitz war in Bückeburg.

Geschichte

Im Fürstentum Schaumburg-Lippe wurden 1879 die Ämter Arensburg und Bückeburg zum neuen Amt Bückeburg-Arensburg vereinigt, das 1884 in den Landratsamtsbezirk Bückeburg-Arensburg und schließlich 1899 in den Kreis Bückeburg umgewandelt wurde. Die Stadt Bückeburg blieb zunächst kreisfrei und wurde erst 1934 in den Kreis Bückeburg eingegliedert.

Im Zuge der Gleichschaltung nach der nationalsozialistischen Machtergreifung verloren die schaumburg-lippischen Kreise zunehmend ihre individuelle Bedeutung. Am 14. Juni 1935 schlug der nationalsozialistische Landespräsident Karl Dreier in einer Denkschrift die Zusammenlegung der beiden Kreise vor, was aber wegen des befürchteten Nebeneinanders des Land- und des Kreistages nicht erfolgte. Allerdings wurde der sozialdemokratische Bückeburger Landrat Erwin Loitsch aus seinem Amt entfernt, das der konservative Stadthagener Landrat Richard Seebohm vorübergehend zusätzlich übernahm. Dieser wurde bei seinem Ruhestand am 1. Oktober 1936 in dieser Rolle vom nationalsozialistischen Ortsgruppenleiter Hermann Gebbers zunehmend ersetzt, der schon seit Juni 1933 kommissarisch, seit März 1934 endgültig den Kreis Bückeburg leitete. Faktisch wurde somit die nach 1945 verwirklichte Zusammenlegung der zwei Kreise vorweggenommen.<ref>Gerd Steinwascher: „Führerprinzip und Gleichschaltung – Verwaltung und Verfassung unter den Nationalsozialisten.“ In : Hubert Höing (Hrsg.): Vom Ständestaat zur freiheitlich-demokratischen Republik. Etappen in Schaumburg, Melle, Ernst Knoth, 1995, S. 186–187.</ref>

Bei der Bildung von Niedersachsen im Jahre 1946 wurde der Kreis Bückeburg mit dem benachbarten Kreis Stadthagen zum neuen Landkreis Schaumburg-Lippe zusammengeschlossen.<ref name="terri">Rolf Jehke: Territoriale Veränderungen in Deutschland. Abgerufen am 22. Mai 2009.</ref>

Einwohner

Kreis

Einwohner 1900 1910 1925 1939
Kreis Bückeburg 13.799 15.003 15.939 23.644<ref name="verwa">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref name="gvz">Fürstentum Schaumburg-Lippe. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. Dezember 2024; abgerufen am 6. März 2026.</ref>

Gemeinden

Gemeinden des Kreises Bückeburg mit mehr als 700 Einwohnern (Stand 1939):<ref name="verwa" />

Gemeinde Einwohner
Ahnsen 897
Bückeburg 7.859
Bad Eilsen 722
Evesen 1.907
Luhden-Schermbeck 982
Steinbergen 1.163
Sülbeck 946
Vehlen 905

Gemeinden

Dem Kreis gehörten die folgenden Gemeinden an:<ref name="gvz"/><ref name="verwa"/>

Achum
Ahnsen
Bad Eilsen
Beeke
Berenbusch-Nordholz (1939 zu Evesen)
Bergdorf
Buchholz
Bückeburg (Stadt, seit 1934 im Kreis)
Cammer
Evesen
Frille
Gelldorf
Hackshorst
Heeßen
Helpsen
Hevesen (1936 zu Warber)
Jetenburg (1928 zu Bückeburg)
Kirchhorsten
Levesen
Luhden-Schermbeck
Meinsen
Müsingen
Petzen (1939 zu Evesen)
Röcke (1939 zu Evesen)
Rösehöfe
Rusbend
Scheie
Schierneichen-Deinsen
Seggebruch
Selliendorf-Knatensen (1939 zu Kleinenbremen bzw. Bückeburg)
Steinbergen
Stemmen
Südhorsten
Sülbeck
Tallensen-Echtorf
Vehlen
Warber

Landräte

Amt Bückeburg-Arensburg/Landratsamtsbezirk Bückeburg-Arensburg

Kreis Bückeburg

Einzelnachweise

<references/>