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Kowalewo Pomorskie

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Kowalewo Pomorskie
Wappen der Gemeinde Kowalewo Pomorskie
Kowalewo Pomorskie (Polen)
Kowalewo Pomorskie (Polen)
Kowalewo Pomorskie
Basisdaten
Staat: PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen

Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Golubsko-Dobrzyński
Gmina: Kowalewo Pomorskie
Fläche: 4,45 km²
Geographische Lage: 53° 9′ N, 18° 54′ OKoordinaten: 53° 9′ 14″ N, 18° 53′ 49″ O
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Einwohner: 4220 (31. Dez. 2016)
Postleitzahl: 87-410
Kfz-Kennzeichen: CGD
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK15 ToruńBrodnica
DW554 Orzechowo–Golub-Dobrzyń
Eisenbahn: Toruń–Olsztyn
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz

Kowalewo Pomorskie (deutsch Schönsee) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde mit etwa 11.500 Einwohnern.

Geographische Lage

Die Stadt liegt im ehemaligen Westpreußen, etwa 95 Kilometer südlich der Stadt Malbork (Marienburg), 65 Kilometer südlich der Stadt Kwidzyn (Marienwerder) und etwa 25 Kilometer nordöstlich von Toruń (Thorn), an einem See.<ref name="mgaz" >Schönsee, Kreis Briesen Westpr., Stadt, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Schönsee (meyersgaz.org) </ref>

Geschichte

Datei:Kowalewo Pomorskie- Rynek.jpg
Platz im Stadtzentrum
Datei:Kowalewo Pomorskie kościół pw św Mikołaja.jpg
Stadtkirche
Datei:Kowalewo Pomorskie Zajazd (Clerk).JPG
Haus des Baujahrs 1912

Am 5. August 1222 beurkundet Konrad, Herzog in Masowien und Kujawien, dass er dem ersten Bischof von Preußen, Christian, für die Erlaubnis, welcher dieser den nach Preußen bestimmten Kreuzfahrern zum Wiederaufbau der Burg Culmen (Kulm) erteilt, einen Teil des Kulmer Landes verliehen habe, darunter auch die ehemalige Burg Grudenz und das Dorf Kowalewo, alle im Osten des Kulmer Landes gelegen.<ref>Max Perlbach: Preußische Regesten bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts. In: Altpreußische Monatsschrift. Band 11, Königsberg i. Pr. 1874, S. 1–32, insbesondere S. 18–20.</ref><ref>Max Toeppen: Historisch-comparative Geographie Preussens. Gotha 1858, S. 9.</ref> Seit 1231 gehörte der Ort zum Deutschordensstaat. Im Jahr 1269 war bereits eine Ordensburg vorhanden.<ref>Johannes Voigt: Geschichte Preußens von den ältesten Zeiten bis zum Untergange der Herrschaft des Deutschen Ordens. Band 3: Die Zeit vom Frieden 1249 bis zur Unterwerfung der Preußen 1283. Königsberg 1828, S. 297; Textarchiv – Internet Archive.</ref> Wann genau der Ort Stadtrecht erhielt, ist nicht gesichert, 1275 besaß Schönsee Stadtrecht. 1278 wurde Schönsee Sitz einer Kommende.<ref>Johannes Voigt: Namen-Codex der deutschen Ordens-Beamten, Hochmeister, Landmeister, Großgebietiger, Komture, Vögte, Pfleger, Hochmeister-Kompane, Kreuzfahrer und Söldner-Hauptleute in Preußen. Königsberg 1843, S. 52–53; Textarchiv – Internet Archive.</ref> Die Stadt wurde in dieser Zeit mehrfach angegriffen, konnte sich aber stets erfolgreich verteidigen. So versuchten 1273 die Pruzzen, 1330 Władysław I. Ellenlang und 1422 Władysław II. Jagiełło, den Ort einzunehmen. Die Ordensburg Schönsee gehörte zu den bedeutendsten Schlössern des Deutschen Ordens im Kulmer Land.<ref>J. S. Ersch, J. G. Gruber (Hrsg.): Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge. Band 20, Leipzig 1829, S. 330, rechte Spalte.</ref>

1466 kam die Stadt nach dem Zweiten Frieden von Thorn als Teil des autonomen Königlichen Preußens unter die Oberhoheit der Krone Polen-Litauens. Im 15. Jahrhundert gab es etwa 120 Wohngebäude in Schönsee. Der Ort hatte nach den Nordischen Kriegen nur noch 34 Häuser.

Durch die Erste Teilung Polen-Litauens 1772 wurde Schönsee unter Friedrich II. von Preußen annektiert. Während der Franzosenzeit die Schwäche des preußischen Heeres nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt ausnutzend, besetzten am 5. Dezember 1806 polnische Truppen die Stadt, die anschließend von 1807 bis 1815 dem Herzogtum Warschau angegliedert war.

1815 kam Schönsee durch den Wiener Kongress bis 1920 wieder an Preußen. 1833 verlor Schönsee sein Stadtrecht und erhielt es 1873 (nach anderen Quellen erst 1929) wieder. 1871 erfolgte der Anschluss an das Schienennetz, und zum 1. November 1900 erfolgte der Anschluss an das Telefonnetz, Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1883 gegründet. 1907 kam es in der katholischen Schule nach dem Vorbild des Wreschener Schulstreiks zu einem Streik von Schülern, die von ihren Eltern angehalten worden waren, nicht am deutschsprachigen Religionsunterricht teilzunehmen. Der Streik wurde von der preußischen Verwaltung mit harten Sanktionen beendet.

Um 1910 hatte Schönsee eine Landwirtschaftskammer, eine Bahnmeisterei, eine evangelische und eine katholische Pfarrkirche, eine Höhere Privatschule, drei Bankgeschäfte, Pferde-, Vieh- und Getreidehandel, ein Schlachthaus, eine Molkerei, Mühlen, eine Kalksandsteinfabrik und eine Zementwarenfabrik; dazu gehörte der 1,7 Kilometer entfernte Stadtteil Neu Schönsee, wo sich ebenfalls eine evangelische und eine katholische Pfarrkirche befanden und außerdem ein Landwirtschaftliche Winterschule, eine Zuckerfabrik und eine Molkerei.<ref name="mgaz" />

Bis 1920 gehörte Schönsee zum Kreis Briesen im Regierungsbezirk Marienwerder der preußischen Provinz Westpreußen im Deutschen Reich.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam Schönsee 1920 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zur Einrichtung des Polnischen Korridors an die polnische Woiwodschaft Pommerellen. Schönsee wurde in Kowalewo Pomorskie umbenannt. Im Schuljahr 1934/35 gingen etwa 600 Schüler in der Stadt zur Schule. Nach dem Überfall auf Polen am 7. September 1939 wurde Kowalewo vom Deutschen Reich annektiert und am 26. Oktober 1939 vorläufig in Schönsee umbenannt und in den Reichsgau Danzig-Westpreußen eingegliedert, zu dem sie bis 1945 gehörte. Am 25. Juni 1942 erfolgte die Umbenennung in Schönsee, Kr. Briesen.<ref>Stadt Schönsee, Kr. Briesen (Westpr.) (Territorial.de)</ref>

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte am 23. Januar 1945 die Rote Armee die Region. Soweit deutsche Bewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit vertrieben.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1783 königliches Immediat-Städtchen, mit 50 Haushalten (Feuerstellen), meist Polen, die sich vorwiegend von Ackerbau ernähren<ref name="JFG">Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Part II: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 44, Nr. 3) (Google Books).</ref>
1802 0392 Stadt<ref name="Krug1" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 376–383, Ziffer 656 (Google Books).</ref>
1816 0408 davon 48 Evangelische, 352 Katholiken und acht Juden; Stadt mit einem Gasthof für Fremde, vier Schankwirten, zwei Bäckern und Konditoren, zwei Gerbern, 16 Schuh- und Pantoffelmachern, vier Schneidern, zwei Tischlern, zwei Rad- und Stellmachern, zwei Schmieden und einem Böttcher<ref name="Krug1" />
1818 0384 Stadt, mit einer Mutterkirche<ref name="Krug2" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 272, Ziffer 1983 (Google Books).</ref>
1821 0464 Stadt<ref name="Krug1" />
1831 0588 Städtchen, größtenteils Polen<ref>August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 438, Nr. 48; Textarchiv – Internet Archive.</ref>
1864 1119 Marktflecken, darunter 309 Evangelische und 630 Katholiken<ref name="EJ">E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, S. 214–215, Ziffer 215 (Google Books), Textarchiv – Internet Archive.</ref>
1885 1643 Stadt<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1895 01963 Landgemeinde, davon 722 Evangelische, 1116 Katholiken und 125 Juden<ref>Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, II. Provinz Westpreußen, Berlin 1889, 18. Kreis Briesen. S. 104–105, Ziffer 42 (Google Books).</ref>
1905 2352 Stadt, darunter 731 Evangelische (davon 726 mit deutscher Muttersprache), 1508 Katholiken (76 mit deutscher, 1393 mit polnischer Muttersprache), sechs andere Christen und 107 Juden<ref>Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905, Heft II: Provinz Westpreußen, 2. Kreis Briesen Berlin 1908, S. 8–9, Ziffer 3 (Google Books).</ref>
1910 03356 am 1. Dezember, davon 1682 mit deutscher Muttersprache (darunter 1520 Evangelische, 70 Katholiken, fünf mit anderem christlichen oder unbekanntem Glaubensbekenntnis und 87 Juden), 1604 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken), aber keine Einwohner mit kaschubischer Muttersprache<ref>Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft III: Regierungsbezirk Marienwerder. 1. Kreis Briesen, S. 2–3, Ziffer 3 (Google Books).</ref>

Nachfolgend die graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung.<ref>Für das 15. Jahrhundert, 1772, 1920, 1930, 1939: Website der Stadt, Rys historyczny miasta Kowalewa Pomomorskiego, 23. März 2007 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />kowalewopomorskie.pl (Memento vom 26. Dezember 2008 auf WebCite))
Für den 20. Juni 2008: Ludność - Stan i struktura w przekroju terytorialnym. (PDF) Główny Urząd Statystyczny, Stand 30. Juni 2008.</ref>

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Politik

Wappen

Das heutige Wappen geht zurück auf das Wappen des Komturs im 14. Jahrhundert. Es zeigt einen Fisch sowie darüber zwei Sterne und einen Mond. Die Sterne sind vermutlich religiöse Symbole.<ref>Herbarz Miast Polskich – Kowalewo Pomorskie. Heraldry Of The World; abgerufen am 26. Dezember 2008</ref>

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche, errichtet zwischen 1286 und 1300
  • Rest der Burganlage aus dem 13. Jahrhundert

Wirtschaft und Infrastruktur

Am 31. Dezember 2007 waren in der Stadt Kowalewo Pomorskie 593 Menschen arbeitslos gemeldet.<ref>Informacjana na temat bezrobocia. (PDF; 111 kB) Powiatowy Urząd Pracy w Golubiu–Dobrzyniu, 24. Januar 2008; (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />kowalewopomorskie.ornet.pl (Memento vom 26. Dezember 2008 auf WebCite; PDF))</ref> Dies war ein Rückgang von 458 im Vergleich zu 2005.<ref>Bezrobocie – statystyka za IV kwartał 2005 roku. (PDF; 72 kB) Powiatowy Urząd Pracy w Golubiu–Dobrzyniu, 17. Januar 2006; (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />owalewopomorskie.ornet.pl (Memento vom 26. Dezember 2008 auf WebCite; PDF))</ref>

Verkehr

Der Bahnhof Kowalewo Pomorskie liegt an der Kreuzung der Strecke Toruń–Olsztyn mit der hier stillgelegten Strecke Brodnica–Bydgoszcz.

Durch Kowalewo Pomorskie führt die Landesstraße 15 (droga krajowa 15). Im Süden führt sie nach etwa 25 Kilometern nach Toruń, im Nord-Osten nach 35 Kilometern durch Brodnica. Von Ost nach West führt die Wojewodschaftsstraße 554 (droga wojewódzka nr 554) durch die Stadt. Diese mündet nach etwa acht Kilometern bei dem Dorf Orzechowo in die Wojewodschaftsstraße 551. Im Osten führt die 554 nach zehn Kilometern durch Golub-Dobrzyń.

Der nächste internationale Flughafen ist der Ignacy-Jan-Paderewski-Flughafen Bydgoszcz, der etwa 60 Kilometer südwestlich von Kowalewo Pomorskie liegt.

Gmina Kowalewo Pomorskie

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde gehören die Stadt selbst und weitere Ortschaften mit insgesamt 11.500 Einwohnern.


Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die mit der Stadt verbunden sind

  • Ludwig von Erlichshausen (1410–1467), Komtur in Schönsee/Kowalewo Pomorskie von 1442 bis 1447
  • Ludolf Hermann Müller (1882–1959), 1917 bis 1920 Pfarrer in Schönsee, später Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen

Literatur

Weblinks

Commons: Kowalewo Pomorskie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

<references />

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