Kosmopolit (Biologie)
Ein Kosmopolit (griechisch κόσμος kósmos „Welt“, πολίτης polites, „Bürger“, „Einwohner“) ist ein Lebewesen, das in ihm zusagenden Biotopen (Lebensräumen) weltweit<ref name="ZOOL_WB">Erwin J. Hentschel, Günther H. Wagner: Zoologisches Wörterbuch. 6. Auflage. Gustav Fischer Verlag Jena, Jena 1996, S. 349.</ref> oder über weite Teile der Erde verbreitet ist.<ref>Ulrich Lehmann: Paläontologisches Wörterbuch. 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S. 126.</ref> Das zugehörige Adjektiv ist „kosmopolitisch“, das (treffendere) Synonym ist „geopolitisch“<ref name="ZOOL_WB"/> (in allen tiergeographischen Regionen verbreitet<ref>Erwin J. Hentschel, Günther H. Wagner: Zoologisches Wörterbuch. 6. Auflage. Gustav Fischer Verlag Jena, Jena 1996, S. 270.</ref>). Ein Beispiel ist der Wanderfalke (Falco peregrinus), der in vielen Unterarten alle Kontinente bis auf Antarktika besiedelt und die am weitesten verbreitete Vogelart ist.
In Abgrenzung zum Kosmopolit ist ein Ubiquist (lat. ubique „überall“) eine Tier- oder Pflanzenart ohne spezifische Ansprüche an ihre Umwelt<ref>Erwin J. Hentschel, Günther H. Wagner: Zoologisches Wörterbuch. 6. Auflage. Gustav Fischer Verlag Jena, Jena 1996, S. 598.</ref>, sie kann daher unter sehr unterschiedlichen Bedingungen gedeihen.<ref>Ulrich Lehmann: Paläontologisches Wörterbuch. 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S. 250.</ref> Im Gegensatz zum Kosmopolit steht der Endemit, dessen Vorkommen auf ein bestimmtes, natürlich abgegrenztes Verbreitungsgebiet beschränkt ist.
Jahreszeitliche Wanderungen
Bei manchen Tierarten entsteht die weltweite Verbreitung als Folge ausgedehnter Wanderungen. Jahreszeitlich dagegen kann die Verbreitung stark schwanken. Ein Beispiel hierfür ist der Blauwal (Balaenoptera musculus).
Kosmopoliten und Mensch
Auch der Mensch hat erheblichen Einfluss auf die weltweite Verbreitung von Arten. Als Art, die sich selbst weltweit verbreitet hat, haben sich in seinem Gefolge andere Arten, teils absichtlich, teils unbeabsichtigt, mit verbreitet. Absichtliche Verbreitung erfolgte vor allem im Rahmen der Landwirtschaft (z. B. Rinder, Getreide), unbeabsichtigt häufig als Kulturfolger (z. B. Hausmaus). Ein besonderer Fall sind Krankheitserreger, deren weltweite Verbreitung zeitlich sehr starken Schwankungen unterliegen kann. Phasen geringer Verbreitung können sich mit Pandemien abwechseln (Beispiel: Influenza).
Einzelnachweise
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