Korvatunturi
Vorlage:Infobox Berg Korvatunturi (Vorlage:FiS), Korwatunturi (Vorlage:RuS) oder Pellja/Pelljaivueiʹvv (skoltsamisch) ist ein 486 Meter hohes Fjell<ref name="lapinkavijat"/> im finnischen und russischen Teil Lapplands.
Lage
Der Berg mit drei Gipfeln liegt an der Grenze zwischen Finnland und Russland, wobei der Grenzstreifen über den Hauptgipfel in der Mitte verläuft. Der östliche Gipfel (464 m) liegt vollständig auf russischer,<ref>Сопка Корватунтури Wikimapia (russisch)</ref> der westliche (411 m) auf finnischer Seite.<ref name=kolamap>Корватунтури Кольские карты (russisch)</ref>
Die westliche Seite des Berges gehört zur Gemeinde Savukoski in der Landschaft Lappland (Finnland) in Finnland. Die östliche Seite gehört zu Werchnetulomski, eine Siedlung städtischen Typs in der Oblast Murmansk in Russland.
Malaja Korwatundra
Der 376 Meter hohe Berg Malaja Korwatundra (Малая Корватундра, finnisch Pieni Korvatunturi) liegt etwa drei Kilometer östlich von Korvatunturi in Russland.<ref name=kolamap/>
Tourismus
Die finnische Seite des Berges ist Teil des Nationalparks Urho Kekkonen und gehört zum Natura 2000-Schutzgebiet UK-puisto-Sompio-Kemihaaran.
Um den Berg von Finnland aus zu besteigen, benötigt man eine Erlaubnis des finnischen Grenzschutzes.<ref name="luontoon"/><ref name="lapinkavijat"/><ref name=Robbins>Vorlage:Cite news</ref> Nur Wanderwege, aber keine Straßen, erschließen das Gebiet auf der finnischen Seite.<ref>Vorlage:Cite web</ref> Ein Ausgangspunkt für eine 40 km lange Wanderung ist Kemihaara.<ref name="luontoon">Vorlage:Internetquelle</ref>
Auf der russischen Seite untersteht der Grenzabschnitt im Gebiet Korvatunturi der Militärkommandantur von Kowdor, bei der ein Passierschein beantragt werden muss. Ausgangspunkt für einen Besuch des Berges ist dann die gleichnamige Stadt Kowdor.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
Name
Der Berg liegt im ursprünglichen skoltsamischen Siedlungsgebiet, genauer in der ehemaligen Siida von Suõʹnnʼjel (russisch Songelski pogost/Сонгельский погост, finnisch Suonikylä). Und sein Name ist seit 1740 als Pelja (skoltsamisch) bzw. Korfwa (finnisch) belegt.<ref name="TII">Vorlage:Literatur</ref>
Der heute im Finnischen offizielle Name Korvatunturi ist eine Wortzusammensetzung mit dem Grundwort „Fjell“ (finnisch tunturi). Das Bestimmungswort korva bedeutet im Finnischen „Ohr“.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Auch im Russischen wird der finnische Name verwendet: Korwatunturi (Корватунтури).<ref name=kolamap/> Eine Variante mit dem russischen Bestimmungswort tundra (тундра) – das im Sprachgebrauch der Gegend finnisch tunturi „Fjell“ entspricht und nicht Tundra – ist Korwatundra (Корватундра).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Der ursprüngliche Name des Berges ist Skoltsamisch, wo er heute Pellja oder Pelljaivueiʹvv lautet. Die erste Form ist die Mehrzahl der Verniedlichungsform, also „Öhrchen“. Die zweite enthält das Bestimmungswort vueiʹvv „Kopf“, also „Öhrchenkopf“. Diese Namen beziehen sich auf die markante Form des Fjells. Aus einer bestimmten Richtung gesehen, wirken zwei seiner Gipfel wie die Ohren eines Raubtiers (während der dritte Gipfel hinter ihnen verborgen bleibt). Eine ähnliche Namensgebung ist auch aus anderen samischen Sprachen bekannt, z. B. für das Fjell Beallját „Kleine Ohren“ (Vorlage:NoS), den höchsten Punkt im Nationalpark Varangerhalvøya.<ref name="SA">Vorlage:Literatur</ref>
Die finnischen und russischen Namen wären demnach Lehnwörter oder Lehnübersetzungen. Auch ins Nordsamische wird der Name des Bergs als Bealljeduottar – entsprechend Finnisch Korvatunturi „Ohrfjell“ – übersetzt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Grenze
In den Friedensverträgen von Dorpat 1920 wurde die Grenze zwischen Sowjetrussland (später Sowjetunion) und Finnland als gerade Linie von Korvatunturi nach Nordosten bis zur Fischerhalbinsel am Eismeer gezogen, und Finnland übernahm das dazwischenliegende, vorher zu Russland gehörende Gebiet von Petschenga (finnisch Petsamo). Im Waffenstillstand von Moskau 1944 musste Finnland dieses Gebiet – der linke Arm der Jungfrau Finnland – wieder an die Sowjetunion abtreten.
Weihnachtsmann
Nach einem Weihnachtsmärchen des in den 1920ern populären finnischen Rundfunksprechers Markus Rautio von 1927 und dem 1981 auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellten Kinderbuch von Mauri Kunnas<ref>Vorlage:Literatur</ref> lebt im Inneren des Berges – konkret an den Koordinaten N 68°04′25″ E 029°18′55″ (N68 04.417 E029 18.917) der Weihnachtsmann (Vorlage:FiS) mit seinen Rentieren und seinen Helfern, den Wichteln (Einzahl tonttu).
Auf Grund der steigenden Popularität und Bekanntheit der Region plante man, dort einen weihnachtlichen Themenpark zu errichten. Da der Berg jedoch in einem großen Schutzgebiet liegt, wurde ein entsprechender Park – das heutige Weihnachtsmanndorf bei der Stadt Rovaniemi, etwa 238 Kilometer vom Korvatunturi entfernt – angelegt.
Um Briefe an den Weihnachtsmann entgegenzunehmen, wurde für den Ort Korvatunturi (auch Korvatunturi-Savukoski<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>) ein Weihnachtspostamt mit der Postleitzahl 99999 eingerichtet. Die Briefe werden an das Hauptpostamt des Weihnachtsmanns (Tähtikuja 1, 96930 Napapiiriin) im Weihnachtsmanndorf bei Rovaniemi weitergeleitet.<ref name="lapinkavijat">Vorlage:Internetquelle</ref>
Ausgehend von Rautios Originalgeschichte entstand 2010 unter der Regie von Jalmari Helander die finnische Horror-Komödie Rare Exports – Eine Weihnachtsgeschichte.
Weblinks
Einzelnachweise
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