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Korczak (Film)

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Korczak ist ein deutsch-polnischer Spielfilm von Andrzej Wajda aus dem Jahre 1990.

Handlung

Der Film spielt im Zweiten Weltkrieg 1942 in Warschau. Er erzählt die letzten Wochen im Leben des jüdisch-polnischen Arztes, Kinderbuchautors und Pädagogen Janusz Korczak. Korczak leitet ein von ihm gegründetes Waisenhaus. Nach Errichtung des Warschauer Ghettos muss auch sein Waisenhaus mit den jüdischen Kindern ins Ghetto umziehen. Auch im Ghetto opfert er sich für seine Kinder auf. Rund 200 jüdische Kinder betreut er unter widrigsten Umständen. Er lehrt die Kinder auch in diesen Zeiten der äußersten Not, dass sie eigenverantwortlich ihr Leben gestalten müssen. Unter seiner Anleitung wählen die Kinder eine Kinderregierung, um sich selbst besser zu organisieren. Korczak sammelt für die Kinder bei den Juden, die im Ghetto noch etwas besitzen. Im Juli 1942<ref>Alexander Zöller: Archiving the Ghetto: An Unfinished Propaganda Film of the Warsaw Ghetto, 1942. In: Research in Film and History (ISSN 2627-5848), Jg. (2025), Heft 7, S. 1–41.</ref> beginnen die Nazis mit Abtransporten von Juden aus dem Ghetto in die Vernichtungslager, was auch unter der Bezeichnung „Große Aktion“ bekannt wurde. Auch Korczaks 200 Kinder sollen abtransportiert werden. Noch kurz vor dem Abtransport erhält Korczak die Möglichkeit, mit einem Schweizer Pass das Ghetto zu verlassen. Doch Korczak weigert sich, seine Kinder zu verlassen, und steigt mit ihnen in die Güterwaggons, die in das Vernichtungslager Treblinka fahren.

Synchronisation

Die deutsche Synchronfassung entstand im DEFA Studio für Synchronisation in Berlin. Hannelore Grünberg schrieb das Dialogbuch und Hans Kratzert führte Regie.<ref>Korczak. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 2. Dezember 2024.</ref>

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Janusz Korczak Wojciech Pszoniak Udo Samel
Stefania Wilczyńska Ewa Dałkowska Waltraut Kramm
Maryna Rogowska-Falska Teresa Budzisz-Krzyżanowska Gisela Leipert
Estera Marzena Trybała Gabriele Schramm-Philipp
Heniek Piotr Kozłowski Torsten Bauer
Ichak Szulc Zbigniew Zamachowski K.Dieter Klebsch
Max Bauer Jan Peszek Dieter Wien
Adam Czerniaków Aleksander Bardini Eberhard Mellies

Kritiken

„In fast dokumentarischen Schwarzweiß-Bildern, unterlegt mit authentischen Aufnahmen, zeichnet der Film das eindrucksvoll gespielte Porträt eines Menschen, der die ihm anvertrauten Kinder selbst in schwierigster Zeit zu Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und Toleranz erzieht.“

„Für die Arbeit in der Schule ist der Film – trotz einiger Einwände – ein Glücksfall. Wajdas Film sollte für den Unterricht herangezogen werden, egal ob Geschichte, Ethik, Pädagogik oder Zeitgeschehen auf dem Programm stehen.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Friedrich Koch: Drei Gründe, sich mit Korczak zu befassen<ref>Friedrich Koch: Drei Gründe, sich mit Korczak zu befassen. In: Pädagogik. Nr. 10, 1991, S. 53 ff., hier: Seite 57.</ref>

Auszeichnungen

Robby Müller erhielt 1991 den Deutschen Filmpreis für seine Kameraführung.

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks

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