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Kopice (Grodków)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kopice
Koppitz
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Kopice Koppitz (Polen)
Kopice
Koppitz (Polen)
Kopice
Koppitz
Basisdaten
Staat: PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen

Woiwodschaft: Opole
Powiat: Brzeg (Brieg)
Gmina: Grodków (Grottkau)
Geographische Lage: 50° 39′ N, 17° 27′ OKoordinaten: 50° 39′ 0″ N, 17° 27′ 0″ O
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Höhe: 160 m n.p.m.
Einwohner: 842 (31. März 2011<ref>GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 27. Januar 2019</ref>)
Postleitzahl: 49-200
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 385 JaczowiceTłumaczów
Nächster int. Flughafen: Breslau

Kopice (deutsch Koppitz, 1936–1945 Schwarzengrund) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Grodków im Powiat Brzeski der Woiwodschaft Opole in Polen.

Geographie

Das Straßendorf Kopice liegt etwa sieben Kilometer südöstlich von Grodków (Grottkau), 36 Kilometer südlich von Brzeg (Brieg) und 35 Kilometer westlich von Opole in der Schlesischen Tiefebene.

Ortsteile sind der Weiler Dębina (Breitenstück) und das Vorwerk Lesie (Vorwerk Waldau).

Nachbarorte sind im Norden Żelazna (Märzdorf), im Westen Tłustoręby (Kirchberg) und im Süden Więcmierzyce (Winzenberg).

Geschichte

Datei:Kopice Pałac, 1864, nr ID 609946, 01.jpg
Schloss Koppitz
Datei:SM Kopice Kościół Podwyższenia Krzyża Świętego 2018 (1) ID 609944.jpg
Kirche der Kreuzerhöhung
Datei:MOs810 WG 29 2017 Opolskie Zakamarki (Koppitz mausoleum, Kopice) (2).jpg
Mausoleum der Herren von Schaffgotsch auf dem Dorffriedhof

Das Rittergut „Copitz“ wurde erstmals 1289 mit dem Schulzen „Richwin“ urkundlich erwähnt. 1303–04 ist es im Breslauer Zehntregister Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis belegt. Es gehörte zunächst zum Herzogtum Breslau und nach dessen Teilung 1311 zum Herzogtum Brieg. 1343 wurde es von der Stadt Grottkau erworben, mit der es ein Jahr später an das bischöfliche Fürstentum Neisse gelangte, das seit 1342 ein Lehen der Krone Böhmen war. Für 1371 ist die Schreibweise Coppicz Vorwerks war 1579 eine Frau Skopp. Eine eigene Pfarrei des Rittergutes Koppitz ist für das Jahr 1580 erstmals nachgewiesen.<ref>diecezja.opole.pl; abger. am 17. Juli 2008</ref>

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Koppitz zusammen mit dem größten Teil des Fürstentum Neisse an Preußen. 1751 wurde Koppitz vom Adelsgeschlecht Francken-Sierstorpff erworben.

Bis zur Säkularisation 1810 blieb es mit dem Fürstentum Neisse verbunden. Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Koppitz ab 1816 zum Landkreis Grottkau, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden im Dorf eine katholische Pfarrkirche, eine katholische Schule, ein Schloss, zwei Vorwerke, eine Brauerei, eine Brennerei, eine Ziegelei und 104 weitere Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 687, davon 13 evangelisch. Das Vorwerk Waldau hatte 1845 40 Einwohner.<ref>Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 306.</ref> 1855 waren es 813 Einwohner. 1859 wurde eine katholische Schule eröffnet. Im gleichen Jahr verkaufte Feodor von Francken-Sierstorpff Koppitz an den Montanindustriellen Hans-Ulrich von Schaffgotsch. 1865 bestanden im Ort elf Bauern, 42 Gärtner- und 18 Häuslerstellen sowie ein Wirtshaus, zwei Mühlen und zwei Schulen. Die zweiklassige katholische Schule wurde im gleichen Jahr von 113 Schülern besucht.<ref>Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Breslau 1865, S. 1192.</ref> 1874 wurde der Amtsbezirk Koppitz gebildet, dem die Landgemeinden Koppitz, Märzdorf und Tiefensee sowie die Gutsbezirke Koppitz, Nieder Märzdorf und Ober Märzdorf eingegliedert wurden. Erster Amtsvorsteher war der Rittergutsbesitzer und Kammerherr Graf von Schaffgotsch.<ref>Amtsbezirk Koppitz/Schwarzengrund</ref> 1885 zählte Koppitz 805 Einwohner.<ref>AGOFF Kreis Grottkau</ref>

1933 betrug die Einwohnerzahl 1021. Am 22. Juli 1936 wurde Koppitz in Schwarzengrund umbenannt. Drei Jahre später lag die Einwohnerzahl bei 1314.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verwaltungsgeschichte – Kreis Grottkau (Memento vom 3. September 2017 im Internet Archive)</ref>

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Schwarzengrund 1945 zur Verwaltung an Polen. Nachfolgend wurde es in Kopice umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde weitgehend vertrieben. 1950 wurde es der Woiwodschaft Opole eingegliedert. Seit 1999 gehört es zum Powiat Brzeski.

Sehenswürdigkeiten

Datei:Przypałacowy park w Kopicach.jpg
Park Koppitz

Unter Denkmalschutz stehen:

  • Römisch-katholische Pfarrkirche Heilig-Kreuz-Kirche (Kościół parafialny pw. Podwyższenia Świętego Krzyża) wurde 1802–1822 an der Stelle eines Vorgängerbaus im Stil des Klassizismus erbaut. Sie entstand an der Stelle eines Vorgängerbaus, der erstmals 1588 erwähnt wurde und der hl. Hedwig geweiht war. 1954 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.<ref name="Denkmal" />
  • Das Schloss Koppitz wurde 1859 vom Adelsgeschlecht Schaffgotsch erworben und im Stil des Historismus ausgebaut. Nach einem Brand vom 7. Oktober 1956 verfiel das Gebäude. Die Ruine steht seit 1964 unter Denkmalschutz.<ref name="Denkmal">Denkmäler der Gmina Grodków (polnisch)</ref>
  • Landschaftspark, u. a. mit neugotischen und chinesischen Pavillons, Sybillentempel und einer Kapelle aus dem Jahre 1912.
  • Mausoleum der Herren Schaffgotsch aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Stil des Neoklassizismus, nach 1945 verfallen, seit 1957 unter Denkmalschutz.<ref name="Denkmal" />
  • Das Gutsensemble bestehend aus Wohn- und Verwaltungsgebäude, größerem Getreidespeicher, kleinerem Getreidespeicher, Wohnhaus und Remise.
  • Pfarrhaus aus dem Jahr 1807 mit Schopfwalmdach.
  • Evangelischer Friedhof, 1822 angelegt.<ref name="Denkmal" />

Vereine

  • Fußballverein LZS Kopice

Persönlichkeiten

Literatur

  • Janusz L. Dobesz, Irma Kozina, Maciej Mischok, Kopice : historia utraconego piękna, Katowice: Muzeum Śląskie, 2020, ISBN 978-83-65945-16-7, monografia Kopic
  • Bernhard W. Scholz: Das geistliche Fürstentum Neisse. 2011 Böhlau Verlag Köln Weimar Wien, ISBN 978-3-412-20628-4, S. 364.
  • Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Schlesien (= Kröners Taschenausgabe. Band 316). Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 242f.
  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 470f.

Weblinks

Commons: Kopice (Grodków) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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