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Kopfräude

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Als Kopfräude bezeichnet man eine durch Milben hervorgerufene Parasitose bei Tieren mit einer begrenzten Lokalisation auf den Kopf. Die Kopfräude kommt bei Hauspferd,<ref>Hanns-Jürgen Wintzer: Krankheiten des Pferdes: ein Leitfaden für Studium und Praxis. Georg Thieme Verlag, 1999, ISBN 978-3-82633280-7, S. 475.</ref> Hausrind, Hausziege, Hausschaf, Haushund, Hauskatze und Hauskaninchen vor.<ref>Josef Boch: Veterinärmedizinische Parasitologie. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 978-3-83044135-9, S. 256, S. 544, S. 572.</ref> Bei einer auf das Ohr begrenzten Lokalisation spricht man von einer Ohrräude.<ref>Josef Boch: Veterinärmedizinische Parasitologie. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 978-3-83044135-9, S. 542.</ref>

Häufigster Auslöser sind die tierartlich spezifischen Unterarten der Räudemilbe (Sarcoptes scabiei), wobei hier eine Tendenz zur Ausbreitung auf den ganzen Körper besteht.<ref>Wolfgang Baumgärtner: Pathohistologie für die Tiermedizin. 2. Auflage. Georg Thieme Verlag, 2012, ISBN 978-3-83041183-3.</ref> Bei der Katze ist es vor allem Notoedres cati (→ Kopfräude der Katze)<ref>Wieland Beck: Kopfräude bei der Katze durch Notoedres cati (Acari:Sarcoptidae) – Erregerbiologie, Pathogenese, Klinik, Diagnose und Therapie. In: Kleintierpraxis. 42 (2000), S. 715–722.</ref>, bei Kaninchen Notoedres cuniculi<ref>Heinz Mehlhorn: Die Parasiten der Tiere: Erkrankungen erkennen, bekämpfen und vorbeugen. Springer-Verlag, 2012, ISBN 978-3-82742268-2, S. 408.</ref>, beim Meerschweinchen Trixacarus caviae<ref>Wieland Beck, Nikola Pantchev: Praktische Parasitologie bei Heimtieren: Kleinsäuger - Vögel - Reptilien - Bienen. Schlütersche, 2006, ISBN 978-3-89993017-7, S. 52.</ref> und beim Rind Psoroptes bovis.<ref name="Dahme">Erwin Dahme, Eugen Weiss: Grundriß der speziellen pathologischen Anatomie der Haustiere. 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2007, ISBN 978-3-83041100-0, S. 412.</ref>

Die Kopfräude ist durch starken Juckreiz und schwere Hautveränderungen mit Belägen, Krusten, Hautverdickung (Hyperkeratose, Lichenifikation) und Haarausfall gekennzeichnet.<ref name="Dahme" />

Die Behandlung erfolgt durch akarizid wirksame Arzneistoffe wie Organophosphate, Avermectine oder Isoxazoline. Bei lebensmittelliefernden Tieren sind die Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 470/2009 über Rückstandshöchstmengen pharmakologisch wirksamer Stoffe in Lebensmitteln tierischen Ursprungs zu beachten. Es muss stets der gesamte Bestand behandelt werden.<ref>Josef Boch: Veterinärmedizinische Parasitologie. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 978-3-83044135-9, S. 350.</ref>

Einzelnachweise

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