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Kopfgeld – Einer wird bezahlen

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Kopfgeld – Einer wird bezahlen (Originaltitel Ransom) ist ein US-amerikanischer Actionthriller des Regisseurs Ron Howard aus dem Jahr 1996 und eine Neuverfilmung des Spielfilms Menschenraub (Ransom!) aus dem Jahr 1956.<ref>Kopfgeld – Einer wird bezahlen Movieconnections in der Internet Movie Database, abgerufen am 5. August 2021.</ref> Mel Gibson spielt den Großindustriellen Tom Mullen, dessen Sohn Sean entführt wird. Rene Russo ist als Mutter von Sean besetzt und Brawley Nolte als Entführungsopfer Sean. Die geforderte Lösegeldsumme setzt Seans Vater überraschend als Kopfgeld für die Ergreifung des Täters aus.

Vom Fernsehsender VOX wurde der Film unter dem Titel Kopfgeld – Einer muss bezahlen! ausgestrahlt.

Handlung

Tom Mullen ist der wohlhabende Eigentümer einer Fluggesellschaft und führt zusammen mit seiner Frau Kate und seinem Sohn Sean ein glückliches Familienleben. Eines Tages wird Sean unter den Augen seiner Eltern entführt. Die Entführer verlangen zwei Millionen US-Dollar Lösegeld. Tom Mullen wundert sich, dass die Entführer „nur“ zwei Mio. Dollar fordern, obwohl ihnen bekannt sein dürfte, wie reich Mullen tatsächlich ist und dass er diesen Betrag „aus der Portokasse bezahlen könnte“.

Wie sich für den Zuschauer schnell herausstellt, ist Detective Jimmy Shaker der Kopf der Entführerbande. Seine Freundin Maris Connor fragt ihn, warum sie den Jungen nicht gleich töten würden, er sei doch eine stete Gefahr für sie alle. Bei einer Lösegeldübergabe wird Tom quer durch die Stadt gehetzt, am Zielpunkt platzt eine Geldübergabe durch plötzliches Erscheinen der Polizei. Dabei kommt einer der Entführer – Cubby Barnes – zu Tode. Er war derjenige, der Mitleid mit dem Jungen hatte, sich als Einziger um ihn kümmerte und davon ausging, dass Sean nicht getötet werden sollte.

Tom glaubt nicht daran, dass die Entführer wirklich vorhaben, seinen Sohn freizulassen und fasst einen schwerwiegenden Entschluss. Bei einer erneuten Geldübergabe teilt Tom dem Entführer „eine kleine Planänderung“ mit und dass er einen bestimmten Fernsehsender einschalten und dessen Meldungen verfolgen solle. In einer Sondersendung verkündet Tom Mullen dort, dass er die zwei Mio. Dollar nun als Kopfgeld auf den Entführer aussetze, egal, ob man ihn tot oder lebendig fasse. Toms Rechnung geht insoweit auf, als die Entführer von der Situation überrollt werden und nicht wissen, wie sie sich jetzt verhalten sollen.

Trotz gegenteiliger Meinungen bleibt Tom bei seiner Weigerung, Lösegeld an die Entführer zu zahlen; er erhöht sogar die Kopfgeldsumme auf vier Mio. Dollar. Es kommt zu einem dramatischen Telefongespräch zwischen Tom und Shaker, an dessen Ende ein Schuss fällt. Kate und Tom sind einem Zusammenbruch nahe.

Shaker ändert nun seinen Plan und will sich als Befreier des kleinen Sean aufspielen. Um dieses Ziel zu erreichen, erschießt er alle anderen Bandenmitglieder, wird dabei seinerseits angeschossen und wartet neben Sean sitzend auf die eintreffende Polizei. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus taucht er bei Tom Mullen zu Hause auf und fordert seine „Belohnung“ ein. Als Sean Mullen Shaker zufällig sieht, ohne dass dieser ihn bemerkt, bekommt sein Vater Tom mit, wie sein Sohn erstarrt und in seine Hose uriniert – offenbar hat er Shakers Stimme wiedererkannt. Mullen versucht sich nichts anmerken zu lassen und unterzeichnet den Scheck, allerdings mit falscher Unterschrift. Shaker entdeckt dies und bedroht Mullen. Nach einem Wortgefecht zwischen den Männern, in dem Tom Shaker überzeugen kann, gemeinsam zur Bank zu gehen, kommt es beim Verlassen des Bankgebäudes zum erbitterten Showdown zwischen Mullen und Shaker, an dessen Ende Shaker erschossen wird.

Produktion und Hintergrund

Die Idee zu dieser Verfilmung wurde durch den Film Menschenraub (Ransom!) von 1956 inspiriert, dessen Handlung von Cyril Hume und Richard Maibaum konzipiert wurde. Das Drehbuch jenes Films wiederum basiert lose auf der Episode Fearful Decision aus der dramatischen Fernsehserie The United States Steel Hour. Die Stars der Verfilmung von 1956 waren Glenn Ford, Donna Reed und Leslie Nielsen. Der englische Originaltitel beider Filme Ransom bedeutet allerdings weder Menschenraub noch Kopfgeld, sondern Lösegeld.

Der Film entstand an Drehorten in den Bundesstaaten New Jersey, New York, Connecticut und Kalifornien. Es handelt sich um eine Co-Produktion von Imagine Entertainment und Touchstone Pictures, die auch gleichzeitig die Veröffentlichung des Films übernommen hatten.

Der 1986 geborene Brawley Nolte, der die Rolle des Sean Mullen spielt, ist der Sohn des Schauspielers Nick Nolte. Brawley Nolte wurde für seine Darstellung des Entführungsopfers 1997 für den Young Artist Award nominiert.

Während der Dreharbeiten musste sich Mel Gibson einer Blinddarmoperation unterziehen.<ref>Kopfgeld – Einer wird bezahlen Daily News: Notizen zum Film</ref>

Als Shaker mit Tom Mullen telefoniert, zitiert er aus dem klassischen Science-Fiction-Roman Die Zeitmaschine von H. G. Wells. Dabei vergleicht Shaker die armen Menschen (zu denen er sich selbst zählt) als Morlocks und die Reichen wie Mullen als Eloi.

Besetzung und Synchronisation

Die deutsche Synchronisation entstand bei der FFS Film- & Fernseh-Synchron GmbH in Berlin, nach einem Dialogbuch von Alexander Löwe und unter der Dialogregie von Clemens Frohmann.<ref>Kopfgeld. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Tom Mullen Mel Gibson Joachim Tennstedt
Kate Mullen Rene Russo Katja Nottke
Sean Mullen Brawley Nolte Leon Keen
Detective Jimmy Shaker Gary Sinise Tobias Meister
FBI Special Agent Lonnie Hawkins Delroy Lindo Roland Hemmo
Maris Conner Lili Taylor Katrin Zimmermann
Clark Barnes Liev Schreiber Stefan Fredrich
Cubby Barnes Donnie Wahlberg Oliver Rohrbeck
Miles Roberts Evan Handler Gunnar Helm
Agent Welch Nancy Ticotin Ulrike Lau
Agent Sickler Michael Gaston Klaus Lochthove
Jackie Brown Dan Hedaya Kaspar Eichel
FBI-Direktor Stan Wallace Paul Guilfoyle Bodo Wolf
David Torres José Zúñiga Uwe Büschken
Agent Rhodes Kevin Neil McCready Hans Hohlbein
Agent Sam Daniel May Wong Ingo Albrecht
Bankmanager Michael Countryman Gerd Grasse
Fatima Iraida Polanco Luisa Maria Compillay
Mayor Barresi Paul Geier Gerd Holtenau
Nachrichtenmoderator Tony Potts Andreas Thieck
Roberto John Ortiz Bernhard Völger

Rezeption

Kritik

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref name="rotten tomatoes">Kopfgeld – Einer wird bezahlen. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen Format invalid (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), aggregiert aus Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Kritiken).</ref>
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Das Lexikon des internationalen Films reagierte verhalten, dort hieß es zusammenfassend: „Ein nur im letzten Drittel wirklich spannender Actionfilm, der mehr an Äußerlichkeiten als an einer glaubhaften Verhaltensschilderung interessiert ist. Fragwürdig ist er in seiner Erfolgsideologie und in der Tendenz, sein Recht selbst durchzusetzen.“<ref>Kopfgeld – Einer wird bezahlen. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.</ref>

Die Redaktion der Filmzeitschrift Cinema lobte: „… Mel Gibson und Gary Sinise liefern sich in Ron Howards schweißtreibendem Entführungs-Drama ein erbittertes Duell. […] So ist ‚Kopfgeld‘ trotz einiger Actionszenen kein Thriller im konventionellen Sinne. Es ist eine Studie über die menschliche Psyche. Und wenn man bei solch einer Expedition durch Seele, Hirn und Instinkt den richtigen Fremdenführer hat, ist es die spannendste Reise der Welt.“<ref>Kopfgeld – Einer wird bezahlen. In: cinema. Abgerufen am 5. August 2021.</ref>

Auch der Kritiker von TV Spielfilm fand lobende Worte: „Nach diversen Skandalen [spielt] Gibson, hier eine seiner besten Rollen. Schweißtreibendes Katz-und-Maus-Spiel.“<ref>Vorlage:TV Spielfilm</ref>

Der Kritiker Roger Ebert befand bei Suntimes.com:<ref>Roger Ebert: Ransom Kritik von Roger Ebert in suntimes.com (englisch). Abgerufen am 2. August 2010.</ref>

“Gibson gives an interesting performance, showing a man trying to think his way out of a crisis, and Sinise makes a good foil: Here are two smart men playing a game with deadly stakes.”

„Gibson liefert eine interessante Vorstellung ab, indem er einen Mann zeigt, der versucht, aus einer Krise herauszufinden, und Sinise gibt einen guten Gegenpart: Hier sind zwei Männer, die ein Spiel mit tödlichen Einsätzen spielen.“

Einspielergebnisse

Der Film spielte bei einem Budget von rund 80 Millionen US-Dollar allein in den US-amerikanischen Kinos über 136 Millionen Dollar wieder ein. Hinzu kommen noch die weltweiten Verwertungen, die mit fast 310 Millionen Dollar zu Buche schlagen.<ref>Ransom bei Box Office Mojo, abgerufen am 5. August 2021.</ref> Der Film war somit ein absoluter Überraschungserfolg für die Produzenten. Durch die weltweite Videovermarktung konnte der finanzielle Erfolg noch weiter verstärkt werden.

Auszeichnungen

Weblinks

Vorlage:Filmdaten

Einzelnachweise

<references />

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