Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg
Vorlage:Hinweisbaustein Der Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV) ist der Zusammenschluss aller Hochschulbibliotheken, aller öffentlichen Bibliotheken und vieler Spezialbibliotheken in Berlin und Brandenburg.
Geschichte
Der KOBV wurde von 1997 bis 2000 am Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB) aufgebaut und 2001 durch Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg und dem ZIB institutionalisiert.<ref>Monika Kuberek: KOBV: institutionalisiert. 30. Mai 2001, S. 3 (kobv.de [abgerufen am 30. Januar 2024]).</ref> Er ist der Nachfolger des Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (BVBB).<ref>Beate Rusch: Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg: Erste Erfahrungen im Produktionsbetrieb. 5. April 2000, S. 2 (kobv.de [abgerufen am 30. Januar 2024]).</ref>
Organisation und Trägerschaft
Die ständigen Gremien des KOBV sind Kuratorium, Hauptausschuss und Beirat.<ref>Statuten – KOBV, § 2 Zentrale und Gremien. Abgerufen am 30. Januar 2024.</ref> Die Erledigung der Aufgaben erfolgt durch die Verbundzentrale des KOBV, die als Dienstleistungs- und Entwicklungszentrale für die Mitgliedsbibliotheken fungiert.<ref>Statuten – KOBV, § 3 KOBV-Zentrale. Abgerufen am 30. Januar 2024.</ref> Die Leitung des KOBV hat Thorsten Koch inne,<ref>Team – KOBV. Abgerufen am 16. März 2026.</ref> kommissarischer geschäftsführender Leiter ist seit 2025 Tomasz Stompor, der auf Beate Rusch folgte.
Neben den öffentlichen Bibliotheken der Länder Brandenburg (VÖB) und Berlin (VÖBB) hat der KOBV über 90 weitere Mitgliedsbibliotheken. Die Staatsbibliothek zu Berlin ist ständiger Gast im KOBV und zugleich Mitglied im Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV).<ref>Mitgliedsbibliotheken – KOBV. Abgerufen am 30. Januar 2024.</ref>
Der KOBV wird gemeinschaftlich von den Ländern Berlin und Brandenburg sowie den Mitgliedsbibliotheken betrieben.<ref>Statuten – KOBV, § 1 - Zweckbestimmung und Zielsetzung. Abgerufen am 30. Januar 2024.</ref>
Tätigkeit
Im Gegensatz zu den anderen deutschen Bibliotheksverbünden hat sich der KOBV bei der Katalogisierung für eine dezentrale Lösung entschieden. D.h. es gibt keinen gemeinsamen Verbundkatalog und die Bibliotheken katalogisieren entweder in ihren lokalen Systemen, im B3Kat (s. Kooperationen) oder in einem anderen Verbundkatalog.<ref>Monika Kuberek: Strategien für die Zukunft der regionalen Informationsinfrastruktur - der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV). 27. Oktober 2009, ISSN 1438-0064, S. 11–12 (kobv.de [abgerufen am 30. Januar 2024]).</ref>
Die Verbundzentrale führt im KOBV-Portal die Kataloge der meisten Mitgliedsbibliotheken aus den unterschiedlichen Quellen zusammen. Sie ist außerdem konsortialer Service-Provider für eine Reihe bibliothekarischer Anwendungen (z. B. OPUS4, ALBERT, Fernleihe).
Zu den wichtigsten KOBV-Internet-Angeboten gehören:
- KOBV-Portal – bietet die Suche und Online-Fernleihe in den Katalogen der KOBV-Bibliotheken, der deutschen Bibliotheksverbünde und großer internationaler Bibliotheken und Verbünde sowie die Suche in anderen nationalen und internationalen elektronischen Ressourcen.<ref>Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin Brandenburg. Abgerufen am 16. März 2026.</ref>
- OPUS 4 – eine Open-Source-Software für den Betrieb eines fachlichen oder institutionellen Online-Repositoriums.
- ALBERT Library Search Engine – eine Discovery-Lösung für Bibliothekskataloge mit dem Schwerpunkt auf (elektronische) Zeitschriften.
- EWIG – Digitales Langzeitarchiv für Bestände aus Bibliotheken, Museen, Archiven und Forschungseinrichtungen. EWIG wird zusammen mit dem Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS) betrieben.
- DeepGreen – eine Infrastruktur für die automatisierte Zweitveröffentlichung von Open-Access Artikeln in Repositorien.
- KOBV-Bibliothekenführer – das Online-Gesamtverzeichnis der Berliner und Brandenburgischen Bibliotheken.<ref>KOBV Bibliothekenführer. Abgerufen am 16. März 2026.</ref>
Die Zuständigkeiten für die Fernleihe und den Leihverkehr sind in Berlin und Brandenburg auf zwei Einrichtungen verteilt: die KOBV-Zentrale und die an der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) angesiedelte Leihverkehrszentrale Berlin-Brandenburg. Die KOBV-Zentrale realisiert die technische Umsetzung der automatisierten Fernleihe und der Online-Fernleihe für Endnutzer: Sie betreibt den Fernleih-Server und die Fernleih-Software, leistet den technischen Support für die Fernleihbibliotheken und führt die Abrechnung durch. Seit 2023 wird der Fernleihserver gemeinsam mit dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg betrieben. Die Leihverkehrszentrale ist u. a. für die Zulassung neuer Bibliotheken zum Leihverkehr, die Führung der Amtlichen Leihverkehrsliste und die Organisierung des Bücherautodienstes verantwortlich.<ref>Fernleihe – KOBV. Abgerufen am 30. Januar 2024.</ref>
Kooperationen
Eine enge Zusammenarbeit besteht mit digiS, dem Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin, das ebenfalls am Zuse-Institut Berlin angesiedelt ist.
Der KOBV kooperiert außerdem mit dem Friedrich-Althoff-Konsortium e. V. (FAK). Im FAK haben sich wissenschaftliche Einrichtungen der Länder Berlin und Brandenburg zusammengeschlossen, um ihre Nutzer mit wissenschaftlichen Informationen aus elektronischen Veröffentlichungen zu versorgen.
Im Dezember 2007 haben der Bibliotheksverbund Bayern und der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg eine strategische Allianz vereinbart. Die Vereinbarung sieht die gemeinschaftliche Entwicklung innovativer Dienste und dem Betrieb der gemeinsamen Katalogisierungsplattform B3Kat<ref>B3Kat. In: Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 20. Februar 2023.</ref> vor.
Seit 2023 kooperieren das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) und die KOBV-Verbundzentrale im Bereich der Online-Fernleihe. Die Kooperation betrifft u. a. die technische Infrastruktur.<ref>Kooperationen – KOBV. Abgerufen am 30. Januar 2024.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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