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Konstanze von Staufen

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Konstanze von Staufen (auch Constanza oder Anna; * 1230; † April 1307 in Valencia) war eine staufische Prinzessin und durch ihre Ehe mit dem byzantinischen Kaiser Johannes III. Dukas Vatatzes unter dem Namen „Anna“ Kaiserin von Byzanz.<ref Name="hwb">Hans-Wolfgang Bächle: Das Erbe der Hohenstaufen. Schwäbisch Gmünd 2008, ISBN 3-926043-32-6, 55–58.</ref>

Sie war die älteste Tochter von Kaiser Friedrich II. und dessen Geliebten und späteren Ehefrau Bianca Lancia und wurde durch die Ehe, die Friedrich und Bianca 1233/34 kurz vor Biancas Tod (confirmatio matrimonii in articulo mortis) schlossen, nachträglich legitimiert (legitimatio per matrimonium subsequens).<ref Name="hwb" />

1244 wurde sie im Alter von 14 Jahren, nach anderer Auffassung bereits im Jahre 1240,<ref name="hegele">Karlheinz Hegele: Die Staufer und Byzanz. Rivalität und Gemeinsamkeit im Europa des Hochmittelalters. Schwäbisch Gmünd 2009, ISBN 978-3-936373-48-6, S. 159.</ref> mit dem 52-jährigen Johannes III., Kaiser von Byzanz im Exil in Nicäa und seit 1241 verwitwet, verheiratet. Nach altem Brauch nahm sie anlässlich der Eheschließung einen neuen Namen an – in ihrem Fall „Anna“. Die Verbindung zwischen Konstanze und dem als Schismatiker geltenden Johannes erregte das Missfallen von Papst Innozenz IV. derart, dass sie zu den Gründen zählte, weshalb der Papst ihren Vater Friedrich II. im folgenden Jahr, 1245, absetzen ließ.<ref Name="hwb" />

Konstanze war die zweite staufische Kaiserin von Byzanz. Ein Jahrhundert zuvor hatte Bertha von Sulzbach, Schwägerin und Adoptivtochter des Stauferkönigs Konrad III., den byzantinischen Kaiser Manuel I. geheiratet. Sie war unter dem Namen „Irene“ Kaiserin des Byzantinischen Reiches.<ref name="hegele" />

Konstanzes Ehe mit Johannes III. Dukas Vatatzes galt als unglücklich. Der Kaiser wandte sich einer jungen Frau aus Konstanzes Gefolge zu, die die Kaiserin zunehmend verdrängte und auch öffentlich deren Rolle übernahm. Konstanzes Vater, Kaiser Friedrich II., nahm dies hin, da Johannes zu jener Zeit sein einziger Verbündeter im gesamten östlichen Mittelmeerraum war.<ref name="hegele" /> Nachdem sich schließlich auch der Papst mit Johannes verständigt hatte, war Konstanze politisch weitgehend isoliert. Daran änderte sich nichts nach dem Tod des Kaisers am 3. November 1254, als dessen Sohn aus erster Ehe, Theodor II., den Thron bestieg.<ref Name="hwb" />

Erst nachdem Theodor 1258 ebenfalls gestorben und dessen Sohn Johannes IV. im Jahre 1261 von seinem Regenten, Mitkaiser und schließlich Nachfolger Michael VIII. abgesetzt worden war, änderte sich Konstanzes Lage: Der neue Kaiser verliebte sich in die jetzt 31-Jährige und beantragte die Scheidung von seiner Ehefrau, um Konstanze heiraten zu können. Der Staatsrat und der Patriarch von Konstantinopel lehnten jedoch ab.<ref Name="hwb" /> Konstanze soll dieses Ansinnen entrüstet zurückgewiesen haben.<ref name="jm" details="S. 151." />

Datei:Santjoanhospital constança.jpg
Wandschrein der Konstanze in der Capilla Real de Santa Bárbara von San Juan del Hospital in Valencia

Konstanzes Aufenthalt am byzantinischen Hof endete 1265, als sie gegen den General Alexios Strategopoulos, der sich bei ihrem Bruders Manfred, seit 1258 König von Sizilien, in Gefangenschaft befand, auf Vorschlag Michaels VIII. ausgetauscht wurde.<ref name="jm" details="S. 152." />

Die Rückkehr nach Süditalien verschärfte ihre Lage jedoch erneut: 1266 unterlag Manfred in der Schlacht bei Benevent gegen Karl von Anjou und fiel. Der größte Teil ihrer Familie geriet daraufhin in Karls Hände. Konstanze hingegen konnte fliehen und fand Zuflucht bei ihrer gleichnamigen Nichte, der Tochter Manfreds und Ehefrau des Königs Peter III. von Aragón, der später selbst König von Sizilien wurde.<ref Name="hwb" />

Sie trat in das Hospitaliterinnen-Kloster der Hl. Barbara in Valencia ein, wo sie hochbetagt im Jahr 1307 starb.<ref name="jm" details="S. 152." />

Konstanze wurde in der Kirche San Juan del Hospital in Valencia bestattet. Ein Wandschrein in der Capilla Real de Santa Bárbara, einer barocken Kapelle südlich des Chors, der im Spanischen Bürgerkrieg bei einer Plünderung der Kirche verloren ging, enthielt möglicherweise ab 1689 ihre sterblichen Überreste. Der heutige Wandschrein ist ein originalgetreues, jedoch leeres Replikat. Die Inschrift lautet: „Aqui Yaçe D.a Costãça Augusta Emperatriz de Greçia“ (auf Deutsch: „Hier liegt Doña Constanza, erhabene Kaiserin von Griechenland“). Mit „Greçia“ war damals das Byzantinische Kaiserreich gemeint.<ref> Peter Koblank: Staufergräber. Nur wenige der prominentesten Staufer sind in Deutschland bestattet auf stauferstelen.net. Abgerufen am 15. Februar 2026.</ref>

Ein Historiker sprach von einem Wunder, dass sie ihr langes und hartes Leben überstand und in dem gefährlichen Spiel und Gegenspiel nicht unterging.<ref name="jm" details="S. 148.">Josef Mühlbacher: Lebensweg und Schicksale der staufischen Frauen, Esslingen 1977, ISBN 3-7628-0373-0, S. 148–152.</ref>

Literatur

Einzelnachweise

<references />

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