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Konrad-Wolf-Straße

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Konrad-Wolf-Straße
Datei:DEU Berlin COA.svg
Wappen
Straße in Berlin
Datei:Clp 20100310 Alt-Hohenschönhausen Konrad-Wolf-Straße.jpg
Mittlerer Straßenabschnitt, 2010
Datei:Placeholder.svg
Basisdaten
Ort  Berlin
Ortsteil  Alt-Hohenschönhausen
Angelegt  13./14. Jahrhundert
Neugestaltet 
Hist. Namen  Berliner Straße,
Hohenschönhauser Straße (bis 1985)
Name erhalten 
Anschluss­straßen 
Hohenschönhauser Straße (Südwest)
Hauptstraße / Suermondtstraße (Nordost)
Querstraßen  Altenhofer Straße,
Berkenbrücker Steig,
Sandinostraße,
Simon-Bolivar-Straße,
Reichenberger Straße,
Strausberger Straße,
Werneuchener Straße,
Roedernstraße,
Wriezener Straße,
Orankestraße,
Freienwalder Straße,
Manetstraße,
Schöneicher Straße,
Degnerstraße,
Waldowstraße,
Oberseestraße,
Bahnhofstraße,
Gärtnerstraße
Plätze 
Nummern­system 
Bauwerke  Bauwerke
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 2400 Meter

-

Karte
Vorlage:Maplink

Die Konrad-Wolf-Straße verbindet den Weißenseer Weg mit der Hauptstraße in Hohenschönhausen und verläuft etwa in Südwest-Nordost-Richtung. Angelegt wurde der Verkehrsweg bereits in früheren Jahrhunderten, er verband den Ort Hohenschönhausen mit Alt-Berlin und trug deshalb den Namen Berliner Straße. Ihren aktuellen Namen erhielt sie zu Ehren des deutschen Filmregisseurs Konrad Wolf im Jahr 1985. Seit der Eingemeindung nach Berlin 1920 gehörte die Straße zum Bezirk Weißensee, ab 1985 zum Bezirk Hohenschönhausen und seit der Berliner Bezirksreform 2001 zum Bezirk Lichtenberg.

Geschichte

Die Konrad-Wolf-Straße geht auf einen seit der Entstehung Hohenschönhausens im 13. und 14. Jahrhundert vorhandenen Verbindungsweg zurück. 1897 wurde das auf der Hohenschönhauser Gemarkung befindliche Teilstück nach seinem Zielpunkt als Berliner Straße bezeichnet, das Teilstück westlich der damaligen Hohenschönhauser Grenze trug den Namen Hohenschönhauser Straße. Eine Benennung der Straße vor diesem Zeitpunkt ist nicht nachgewiesen.

Aufgrund von Zerstörungen am Ende des Zweiten Weltkriegs sind auf der Nordwest-Seite von den Friedhöfen bis zum Weißenseer Weg keine historischen Gebäude erhalten. Hier entstanden in den 1950er Jahren das Sportforum Hohenschönhausen sowie Wohnbauten für eine Kinder- und Jugendsportschule und ein zugehöriger Hotelkomplex.

Die Umbenennung der Berliner Straße erfolgte anlässlich des 60. Geburtstages von Konrad Wolf am 20. Oktober 1985. Gleichzeitig wurde ein Teil der Hohenschönhauser Straße zwischen Weißenseer Weg und Altenhofer Straße in die Konrad-Wolf-Straße einbezogen.

Nach dem Mauerfall wurde aufgrund eines Beschlusses des nun zuständigen Berliner Senates eine Straßenumbenennung diskutiert, die allerdings keine Mehrheit fand.

Seit den 1990er Jahren steht am südwestlichen Ende der Konrad-Wolf-Straße ein mehrgeschossiges Geschäftshaus mit der Bezeichnung Hohenschönhauser Tor. Im 21. Jahrhundert ließ die zuständige Bezirksverwaltung die Straße grundsanieren und Fahrradwege als Angebotsstreifen herrichten.

Hausnummernzählung

Sie verläuft von Nummer 1 an der Kreuzung Suermondt-/Hauptstraße auf dem nördlichen Abschnitt bis 58 an der Kreuzung mit dem Weißenseer Weg. Die Hausnummer 8 teilt sich in mehrere Buchstaben auf, die zugehörigen Bauten befinden sich in einem nordwärts geführten Bypass zur eigentlichen Konrad-Wolf-Straße. Auf der Südseite führen die Hausnummern zurück bis 146.<ref>Berlin, Buchplan, VEB Tourist Verlag 1980, S. 18/19</ref><ref>Die Nummerierung nach: Amtliche Karte von Berlin (Maßstab 1:5000).</ref> In südwestlicher Richtung setzt sich der Verkehrsweg als Hohenschönhauser Straße fort, die zum Ortsteil Fennpfuhl gehört.

Verkehr

In der Straße fuhr ab dem 21. Oktober 1899 die Straßenbahn Berlin–Hohenschönhausen, die 1920 vollständig in das Netz der Berliner Straßenbahn integriert wurde. Bei den baulichen Erweiterungen des damaligen Stadtteils in den 1980er Jahren wurden die ursprünglichen Endstellen von der Falkenberger Straße/Gartenstadt Hohenschönhausen ostwärts weiter geführt und die Streckenführung neu geplant.

Nach der politischen Wende und vor allem zu Beginn des 21. Jahrhunderts ließ die BVG in Abstimmung mit den zuständigen Bezirksämtern den Straßenbelag und schließlich die Schienenführung komplett erneuern. Die Haltestellenbereiche wurden fahrgastfreundlich umgebaut und damit der Fahrstreifen für den Kraftverkehrs auf je einen pro Seite eingeengt. Außerdem erhielt der Asphaltbelag Markierungen für beidseitige Radwege.

Sehenswürdigkeiten und Baudenkmale entlang der Straße

Nördliche Straßenseite

geordnet nach aufsteigenden Hausnummern
Datei:2010-04-18 639 Konrad-Wolf-Str Ecke Degnerstraße Wohnhaus Eberhard Bachmann.jpg
Wohnhaus des Künstlers Eberhard Bachmann

Südliche Straßenseite

geordnet nach aufsteigenden Hausnummern
Datei:2010-04-18 Hohenschönhausen Konrad-Wolf-Straße-eh Zuckerfabrik - Angela M. Arnold fec.jpg
Hauptgebäude der früheren Zuckerfabrik während der Entkernung im Frühjahr 2010
  • 60: Hohenschönhauser Tor
  • 70: Das hier befindliche Wohnhaus wurde 1886 nach Plänen des Zimmermanns H. R. Remus von den Maurern Wilhelm Allruf und R. Schiele errichtet und steht unter Denkmalschutz.<ref>Wohnhaus Konrad-Wolf-Straße 70</ref>
  • 82–84: Denkmalgeschützte Zuckerwarenfabrik
Datei:Gedenkstein Konrad-Wolf-Str 91 (Ahohs) Synagoge Hohenschönhausen.jpg
Gedenkstein für die ehemalige Synagoge
  • In Höhe der Nr. 90:
    Hier stand eine erst 1935 eingeweihte kleine unauffällige Synagoge, die die rund 170 Juden, die in Hohenschönhausen wohnten, aus einem alten Stallgebäude hergerichtet hatten. Das Haus war zwei Etagen hoch und hatte eine raue Putzfassade. Der Eingang war eine einfache Holztür, die die Aufschrift Tischlerei trug. Daneben an der Hauswand gab es ein zweites Schild mit der Aufschrift Jüdische Gemeinschaft Hohenschönhausen. Bereits nach drei Jahren, im Zusammenhang mit der Judenverfolgung der NS-Zeit vor allem im November 1938, wurde eine Schließung der Synagoge angeordnet. Die Juden wurden verfolgt, verhaftet, deportiert. Gemäß einer Veröffentlichung des Heimatforschers Thomas Friedrich überlebten nur sehr wenige Juden aus dem Ortsteil diese Aktionen.
In der DDR-Zeit wurde das Gebäude (sehr wahrscheinlich) weiter als Tischler-Werkstatt oder Lagerraum genutzt, einen Hinweis auf die Synagoge gab es nicht. Als nach dem Mauerfall auf der Fläche ein Neubau geplant war (Büro- und Wohnhaus) wurde das Häuschen abgetragen und auf eine Bürgerinitiative hin zusammen mit dem Bezirksamt Lichtenberg und dem Heimatmuseum eine Gedenktafel an einem Findling nahe dieser Stelle angebracht, die an die Existenz dieses Gotteshauses erinnert.<ref>Leonard Laurig: Die lange vergessene Synagoge. Berliner Woche, 15. November 2025, S. 2.</ref> – Findling und Tafel wurden im Mai 2021 beschmiert und vom Senat anschließend erneuert und wieder eingeweiht.<ref>Bildbericht auf rbb24, 20. Mai 2021.</ref>
  • 98: Galerie 100 – ein Ausstellungskomplex im Erdgeschoss unter kommunaler Verwaltung

Literatur

  • Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin-II. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 154 ff.

Weblinks

Commons: Konrad-Wolf-Straße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 32′ 31,8″ N, 13° 29′ 17,2″ O

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