Kongress für die Republik (Tunesien)
Vorlage:Infobox Politische Partei Der Kongress für die Republik (arabisch المؤتمر من أجل الجمهورية, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Kürzel CPR), kurz bezeichnet als al-Mottamar (‚der Kongress‘) oder „Kongresspartei“, ist eine linksliberale<ref>Elisabeth Braune: Des Volkes Stimme! Tunesien nach den Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung. Friedrich-Ebert-Stiftung Tunis, November 2011, S. 1.</ref> und säkulare politische Partei in Tunesien.
Der CPR wurde am 25. Juli 2001 gegründet<ref name="fondateurs" /> und bereits im Jahre 2002 wieder verboten.<ref name="alarabiya_marzouki_returns" /> Am 8. März 2011 wurde die Partei nach der Jasminrevolution wieder zugelassen. Sie wurde von ihrer Gründung an von Moncef Marzouki geführt,<ref name="fondateurs" /><ref name="party_officials">al-Maktab as-Siyāsī. Parteioffizielle. Congrès pour la République, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. September 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> bis dieser im Dezember 2011 Interims-Staatspräsident Tunesiens wurde. Er ist nun Ehrenvorsitzender der Partei.
Die Ideologie des CPR beruht auf Sozialdemokratie,<ref>Anna Antonakis-Nashif: Legitimitäts- und Verfassungskrise in Tunesien. SWP-Aktuell, Nr. 49, Stiftung Wissenschaft und Politik, August 2013, S. 2.</ref> Liberalismus<ref>Roger Owen: Egypt and Tunisia. From the Revolutionary Overthrow of Dictatorships to the Struggle to Establish a New Constitutional Order. In: The New Middle East: Protest and Revolution in the Arab World. Cambridge University Press, New York 2014, S. 261.</ref><ref>Marina Ottaway: Who Will Lead Tunisia? Carnegie Endowment for International Peace, 28. Januar 2011, abgerufen am 21. Oktober 2011.</ref> und linkem arabischem Nationalismus.<ref>Muna Duzdar: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tunesien – Eine Revolution und zwei Konterrevolutionen. ( des Vorlage:IconExternal vom 28. Oktober 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: DieZukunft.at, 05/2012.</ref><ref name="Faath">Sigrid Faath: Nach dem Wahlsieg der Islamisten in Tunesien – Zwischen Zuversicht und Angst. In: Qantara.de, 7. November 2011.</ref> Sie wird als säkulare Partei<ref name="key_players">Tunisia: Key players. In: BBC News Online. 27. Februar 2011, abgerufen am 30. Mai 2011.</ref><ref name="opposition">Tunisia: who are the opposition leaders? In: The Daily Telegraph. 18. Januar 2011, abgerufen am 4. Februar 2011.</ref> und im politischen Spektrum links der Mitte eingeordnet.<ref name="Faath" /><ref name="key_players" /><ref>Sam Bollier: Who are Tunisia’s political parties? al-Dschasira, 9. Oktober 2011, abgerufen am 21. Oktober 2011.</ref> Die Parteifarben des CPR sind Grün und Rot.
Das Motto des Kongresses für die Republik lautet Souveränität des Volkes, Würde des Bürgers, Legitimität des Staates (السيادة للشعب، الكرامة للمواطن، الشرعية للدولة,<ref name="slogan_ar">Site du CPR. CPR-Webseite. Congrès pour la République, abgerufen am 4. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).<ref name="slogan_fr">Qui sommes-nous ? Congrès pour la République, 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. März 2011; abgerufen am 17. Januar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Die Parteizeitung des CPR ist Tunisie Avenir.
Geschichte
Gründung 2001
Die Gründung des Kongresses für die Republik erfolgte offiziell am 25. Juli 2001,<ref name="declaration">Moncef Marzouki: Déclaration constitutive. Congrès pour la République, 24. Juli 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juli 2011; abgerufen am 17. Januar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> die Erklärung wurde von 31 Personen, darunter der Arzt, Medizinprofessor und Menschenrechtsaktivist Moncef Marzouki als Präsident, Naziha Réjiba (Oum Ziad) als Generalsekretärin, Abderraouf Ayadi als Vizepräsident, Samir Ben Amor als Schatzmeister und Mohamed Chakroun als Ehrenpräsident verkündet.<ref name="fondateurs">Première liste des membres fondateurs du CPR. Congrès pour la République, 25. Juli 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juli 2011; abgerufen am 17. Januar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Der Kongress für die Republik erklärte, dass er auf die Errichtung der ersten demokratisch-republikanischen Regierungsform in Tunesien abziele – unter Einführung der Redefreiheit, der Koalitions- und Vereinigungsfreiheit sowie der Abhaltung von freien und gerechten Wahlen. Dies solle durch nationale und internationale Beobachter, die alle Ebenen des Wahlprozesses überprüfen können, garantiert werden.<ref name="declaration" /> Der Kongress für die Republik rief auch zur Verabschiedung einer neuen Verfassung, zu einer strikten Trennung der verschiedenen Gewalten, zur Achtung und Garantierung der Menschenrechte, zu Geschlechtergleichheit sowie zur Errichtung eines Verfassungsgerichts zum Schutz individueller und kollektiver Rechte auf.<ref name="declaration" /> Zudem forderte der CPR die Einhaltung der tunesischen Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Union, andererseits rief er auch zur nationalen Selbstbestimmung der Tunesier sowie des palästinensischen Volkes auf.<ref name="declaration" />
Illegale Opposition, 2002–2011
Der CPR war ein ideologisch heterogener Zusammenschluss von Gegnern der Regierung Zine El Abidine Ben Ali, dem neben Sozialdemokraten und arabischen Nationalisten auch radikale Linke und Islamisten angehörten.<ref>Abdelhak Azzouzi: Autoritarisme et aléas de la transition démocratique dans les pays du Maghreb. L’Harmattan, 2006, S. 203.</ref>
Im Jahre 2002 wurde daher der Kongress für die Republik verboten.<ref name="alarabiya_marzouki_returns">Sonia Farid: Moncef Marzouki declares presidential candidacy. In: al-Arabiya News. 16. Januar 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Januar 2011; abgerufen am 17. Januar 2011. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Der Präsident des CPR, Marzouki, floh ins Exil nach Paris.<ref name="Guardian">Angelique Chrisafis: Tunisian elections: the key parties. In: The Guardian. 19. Oktober 2011, abgerufen am 22. Oktober 2011.</ref> Allerdings führte die Partei ihre Tätigkeiten fort und existierte de facto als Partei für Auslandstunesier in Frankreich bis 2011.<ref name="alarabiya_marzouki_returns" />
Nach der Revolution 2011
Nach der Absetzung von Präsident Ben Ali durch den geschäftsführenden Präsidenten Fouad Mebazaâ während der Proteste in Tunesien 2010 kündigte der Präsident des CPR Moncef Marzouki an, dass er nach Tunesien zurückkehren werde und ein Kandidat bei den nächsten Wahlen in Tunesien sein werde.<ref name="alarabiya_marzouki_returns" /> Er kehrte am 18. Januar 2011 nach Tunesien zurück. Am 8. März erhielt die Partei die Zulassung durch das Innenministerium.<ref>Tunisie – 31 partis politiques autorisés. In: BusinessNews.com.tn, 8. März 2011.</ref>
In der Kampagne zur Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung im Oktober 2011, der ersten freien Wahl nach dem Sturz Ben Alis, musste der CPR mit deutlich weniger finanziellen Mitteln auskommen als andere Parteien. Er machte dennoch einen intensiven Wahlkampf, der auf dem begeisterten Engagement seiner überwiegend jungen Basismitglieder baute. Das Wahlsymbol der Partei (eine Notwendigkeit in Tunesien, wo viele Wähler Analphabeten sind) war eine rote Brille. Sie erinnert an Moncef Marzoukis charakteristische Brille. Jüngere Anhänger des CPR waren dafür bekannt, rote Brillen zu tragen, um ihre Unterstützung für Marzouki zu zeigen.<ref>Gero von Randow: Mit Facebook und Scharia. In: Zeit Online. 21. Oktober 2011.</ref><ref>„Marzouki Fans“, The Guardian, 21. Oktober 2011. Abgerufen am 23. Oktober 2011.</ref> Letztendlich gewann die Partei 8,7 % der Wählerstimmen und 29 der 217 Sitze und nahm damit – mit großem Abstand – den zweiten Platz hinter der siegreichen islamistischen Ennahda-Bewegung ein.<ref>Kenneth Perkins: A History of Modern Tunisia. 2. Auflage. Cambridge University Press, New York 2014, S. 248.</ref>
Anschließend bildete sie eine Drei-Parteien-Koalition („Troika“) mit Ennahda und dem sozialdemokratischen Ettakatol (FDTL). Gemäß einer Absprache der Koalitionsparteien, die drei höchsten Staatsämter (Parlamentspräsident, Staatspräsident und Premierminister) unter sich aufzuteilen, wählte die Verfassunggebende Versammlung Moncef Marzouki am 12. Dezember 2011 zum Interims-Präsidenten Tunesiens. In der am 24. Dezember vereidigten Regierung des Islamisten Hamadi Jebali stellte der CPR sechs Kabinettsmitglieder.<ref>Perkins: A History of Modern Tunisia. 2014, S. 252–253.</ref> Als Nachfolger Marzoukis wählte die Partei Abderraouf Ayadi zum neuen Generalsekretär, Marzouki wurde Ehrenvorsitzender.
Im Mai 2012 spaltete sich die Kongresspartei: Der Generalsekretär Abderraouf Ayadi und 12 CPR-Abgeordnete traten aus dem CPR aus und gründeten eine neue Partei, die sich zunächst „Unabhängiger Demokratischer Kongress“ und dann Wafa-Bewegung nannte.<ref>Wafa Movement / Independent Democratic Congress. OPEMAM – Observatory on Politics and Elections in the Arab and Muslim World.</ref> Sie gaben an, die Prinzipien der CPR fortführen wollen, die durch Korruption und Nepotismus einiger Mitglieder gefährdet seien.<ref>Afifa Ltifi: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tunisia’s Second Largest Democratic Party Divides. ( vom 21. Juli 2012 im Internet Archive) In: Tunisia-live.net, 17. Mai 2012.</ref> Weitere Abgeordnete verlor der Kongress im August 2012, als zwei ihrer Mitglieder zur neu gegründeten, anti-islamistischen Partei Nidaa Tounes überliefen.<ref>Tunisie – Abdelaziz Kotti et Dhamir Manai rejoignent Nida Tounes. In: BusinessNews.com.tn, 23. August 2012.</ref>
Bei der ersten regulären Wahl unter der neuen Verfassung im Oktober 2014 erhielt der CPR nur noch vier der 217 Sitze. Bei der folgenden Präsidentschaftswahl qualifizierte sich Marzouki als Amtsinhaber zwar für die Stichwahl, unterlag aber Beji Caid Essebsi von Nidaa Tounes.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Veraltet seit 2017
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2022-03
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2026-01
- Liberale Partei
- Nationalistische Partei
- Sozialdemokratische Partei
- Partei (Tunesien)
- Parteigründung 2001
- Laizistische Partei