Konfrontation
{{#if: behandelt die Gegenüberstellung; für den Film von Rolf Lyssy siehe Konfrontation (Film). Siehe auch: Confrontation bzw. Konfrontasi.
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Konfrontation ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=la |SCRIPTING=Latn |SERVICE=lateinisch}}, „benachbart sein“, „anstoßen“; {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=la |SCRIPTING=Latn |SERVICE=lateinisch}}, „Gegenüberstellung“) ist im Alltag eine Gegenüberstellung von sich gegenseitig störenden und vorerst unvereinbaren Aussagen, Behauptungen, Meinungen, Sachverhalten, Themen oder von Personen im Streit.
Allgemeines
Die unterschiedlichen kontroversen Aussagen, Behauptungen, Meinungen oder Themen stehen in einem konträren oder kontradiktorischen Gegensatz einander gegenüber. Die Konfrontation drückt auch das aufeinander bezogene Gegenüber von Ideologien und Werthaltungen sowie die verschieden motivierte Auseinandersetzung zwischen Personen, Gruppen und dem Staat aus.<ref>Eckhard Jesse/Thomas Schubert (Hrsg.), Zwischen Konfrontation und Konzession - Friedliche Revolution und deutsche Einheit in Sachsen, 2010, S. 357</ref> Die Konfrontation gehört zur Kommunikation, denn unterschiedliche Standpunkte müssen interpersonell oder durch Nachrichtenübermittlung ausgetauscht werden. Konfrontationen lösen einen Konflikt aus, wobei Konfliktmanagement, Mediation oder Gerichtsurteile helfen, mit verschiedenen Methoden die Konfrontationssituation zu überwinden.
Arten
Konfrontationen tauchen auf bei Demonstrationen, in Gesprächen (Beziehungskonflikte, Debatten, Diskussionen), in Gerichtsverhandlungen (Kreuzverhör), im Krieg (Schlacht, Gefecht), in der Politik (Wahlkampf), im Sport (Kampfsport) oder in Unternehmen (Verhandlungen, Gutachten). Bei Verhandlungen sitzen sich oft die streitenden Parteien gegenüber, sie bilden Fronten<ref>Rudi Rhode/Ralf Bongartz/Mona Sabine Meis (Hrsg.), Angriff ist die schlechteste Verteidigung: Der Weg zur kooperativen Konfliktbewältigung, 2003, S. 12</ref> (etwa bei Tarifverhandlungen; Front aus {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=la |SCRIPTING=Latn |SERVICE=lateinisch}}, „Stirn“, „Vorderseite“). Dabei präsentieren die Parteien ihre gegensätzlichen Standpunkte, wodurch deren Unterschiede aufeinander prallen. Konfrontationen können geplant sein oder treten spontan auf. Sie werden schriftlich, mündlich oder auch durch körperliche Aktivität (Krieg, Sport) ausgetragen. Der aus der Konfrontation entstehende Konflikt kann mit Gewalt oder gewaltfrei ausgetragen werden. Für den Militärwissenschaftler Carl von Clausewitz konnten Konfrontationen oder Konflikte konzessionslos und kompromisslos sein im Sinne der bedingungslosen Niederwerfung, Entmachtung oder Unterdrückung des Gegners.<ref>Carl von Clausewitz, Vom Kriege, 1832, S. 27 f.</ref>
Konfrontationen in Gerichtsprozessen
Deutschland
Eine typische Konfrontationssituation gibt es in Gerichtsprozessen, wenn sich Angeklagter/Beklagter, Ankläger/Kläger und Zeugen unmittelbar im Gerichtssaal gegenüberstehen. Zumindest die physische Gegenüberstellung als Form der Konfrontation – also das Zusammentreffen von Zeugen und Beschuldigtem – ist beispielsweise im Strafprozess in {{#switch: juris
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Der Täterabgleich bei der Polizei stellt eine Konfrontation zwischen verschiedenen möglichen Tätern und Opfern dar mit dem Ziel, den richtigen Täter zu identifizieren.
USA
Zu einer echten Konfrontation kommt es beim US-amerikanischen Kreuzverhör ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}), das nach Rule 611b Federal Rules of Evidence (FRE) einen stark konfrontativen Charakter besitzt und dazu dient, die unzulässige Zeugenvorbereitung aufzudecken<ref>Mei Wu, Die Reform des chinesischen Beweisrechts vor dem Hintergrund deutscher und US-amerikanischer Regelungsmodelle, 2010, S. 201 ff.</ref> und die Glaubwürdigkeit der gegnerischen Zeugen zu erschüttern. Anders als das deutsche Kreuzverhör des {{#switch: juris
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Üblich ist auch die Konfrontation mit einer eventuell abweichenden Einlassung des Zeugen während der gerichtlichen Voruntersuchung ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}). Es sind jedoch nur Fragen zu solchen Sachverhalten zulässig, die bereits Gegenstand der direkten Befragung waren.<ref>American Bar Association: How Courts Work. Steps in a Trial. Cross-Examination.</ref>
Konfliktlösung
Ziel der streitenden Parteien muss die Konfliktlösung sein, weil ansonsten die unmittelbare Konfrontation etwa durch Abbruch der Verhandlungen zwar zunächst endet, aber jederzeit wieder aufleben kann. Eine Konfliktlösung wird durch konstruktive Kooperation, Einsatz einer Streitkultur oder Identifikation gemeinsamer Ziele oder Interessen erleichtert. Es stehen die umstrittenen Sachverhalte im Vordergrund, nicht die sie vertretenden Personen. Eine Entscheidung über die umstrittenen Sachverhalte erfolgt letztlich durch Abstimmung, Diskussionsleiter (Ordre de Mufti), Einflussnahme, Kompromiss, Richter, Rückzug, Sieg (strategischer Sieg), Überzeugung oder Verhandlungsmacht.
Siehe auch
Weblink
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Einzelnachweise
<references />
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