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Kommunikation (Festung)

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Datei:Wallmauer der Moselflesche in Koblenz.jpg
Gedeckter Weg hinter krenelierter Mauer der Moselflesche in Koblenz. Im Hintergrund eine Grabenstreiche

Eine Kommunikation (von {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=fr|SCRIPTING=Latn|SERVICE=französisch}}, Verbindungsweg) ist im frühneuzeitlichen Festungsbau ein „gedeckter Weg“, der verschiedene Befestigungswerke einer Festung miteinander verbindet. „Gedeckt“ heißt: ein Weg, der nicht vom Feind eingesehen und damit direkt beschossen werden konnte (beispielsweise indem er auf beiden Seiten von einem Wall geschützt wurde). Zu den Kommunikationen zählt auch der (immer so genannte) Gedeckte Weg, der zwischen dem Festungsgraben und der Glacis die gesamte Festung umgibt. Bei einer Gürtelfestung führten sie vom Hauptwerk zu den Außenwerken bzw. Vorwerken und verbanden auch diese untereinander.<ref>Festung. In: Rüstow: Militärisches Handwörterbuch. 1859</ref> Man hatte sich damit im Festungsbau dem vom 17. bis ins 19. Jahrhundert im Militär allgemein gebräuchlichen Begriff für Verbindungen angeschlossen. In dieser Zeit wurden auch die Operationslinien der Heere als Kommunikation bezeichnet. Die Art der Kommunikationen hing von den jeweiligen Gegebenheiten und Geländeformationen ab. Es gab Wallstraßen, Ringstraßen, gedeckte Wege und Poternen.

  • Wallstraßen lagen im Allgemeinen innerhalb des Kernwerkes und führten dicht hinter dem Hauptwall entlang. Zusätzlich zur Wallstraße konnte auch eine Eisenbahnverbindung bestehen (meistens eine Schmalspurbahn).
  • Eine Ringstraße verband außerhalb des Kernwerks die detachierten Forts miteinander, auch hier wurde oftmals die Möglichkeit einer Bahnverbindung genutzt.
  • Poterne nennt man einen unterirdischen Gang, der zu den vorgeschobenen Infanteriewerken, in die Bastionen, Kehlkoffer bzw. sonstige exponierte Gefechtsräume führt.
  • Der gedeckte Weg lief auf der Wallkrone unterhalb des Geschützauftritts oder hinter einer krenelierten Mauer entlang. Ebenfalls als gedeckten Weg bezeichnete man den Gang hinter dem Glacis auf der Mauer der Kontereskarpe. (Mithin alle Fußwege, die der direkten Feindeinsicht entzogen waren, durch indirektes Feuer jedoch bekämpft werden konnten.)

Beispiele

Nach der Auflassung von Festungen im 19. Jahrhundert wurde diese Bezeichnung bei Neubebauungen häufig als Straßennamen übernommen (allerdings wurden im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert während der Dominanz der französischen Sprache in Deutschland zahlreiche Verbindungsstraßen oder durchgehende Eisenbahnlinien als „communicationen“ bezeichnet, die nichts mit dem Festungsbau zu tun haben<ref>Der Duden von 1908 definiert daher Kommunikation ganz allgemein: „Verbindung (im Verkehr)“.</ref>).

Literatur

  • Hartwig Neumann: Festungsbaukunst und Festungsbautechnik. Deutsche Wehrbauarchitektur vom XV.–XX. Jahrhundert. Mit einer Bibliographie deutschsprachiger Publikationen über Festungsforschung und Festungsnutzung 1945–1987 (= Architectura militaris 1). 2. Auflage, Sonderausgabe. Bernard & Graefe, Bonn 1994, ISBN 3-7637-5929-8.

Einzelnachweise

<references />