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Kombinat VEB Elektrogerätewerk Suhl

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Kombinat VEB Elektrogerätewerk Suhl
Rechtsform Volkseigener Betrieb
Auflösung 1990
Auflösungsgrund Privatisierung
Sitz Suhl,
Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Deutsche Demokratische Republik
Mitarbeiterzahl 4.000+ (1970/80er)
10.047 (1990)<ref>„Die Wirtschaft – Unabhängige Wochenzeitung für Wirtschaft, Handel und Finanzen“ (Hrsg.): Kombinate: Was aus ihnen geworden ist. Reportagen aus den neuen Ländern. Verlag Die Wirtschaft, München 1993, ISBN 3-349-01041-5, S. 377–381. (Anhang: Zentralgeleitete Kombinate der Industrie und des Bauwesens nach Ministerien, Stand 30. Juni 1990, basierend auf Zahlen des statistischen Betriebsregisters der DDR)</ref>
Branche Haushaltsgeräte, Elektrogeräte, Konsumgüter, Elektrotechnik

Das Kombinat VEB Elektrogerätewerk Suhl wurde Mitte der 1970er Jahre mit dem Hauptsitz auf dem Industriegelände Nord in Suhl gegründet. Das Kombinat fasste bereits bestehende Volkseigene Betriebe (VEB) und auch neu enteignete Privatbetriebe zusammen und war mit rund 4.000 Beschäftigten eines der größten Kombinate dieser Art.

Die Gründung erfolgte auf Grundlage der Beschlüsse des 8. Parteitags zum Konsumgüterprogramm der DDR von 1971.<ref>Thüringen Blätter zur Landeskunde, Geschichte des Bezirks Suhl, Seite 4 (PDF; 1,8 MB)</ref> Zu den bekanntesten Produkten des Kombinats zählten der Staubsauger Omega und die Komet-Küchengeräte.<ref name="einestages.spiegel.de">https://www.spiegel.de/geschichte/design-in-der-ddr-a-947061.html</ref>

Das Kombinat war direkt dem Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik unterstellt. Weitere zentralgeleitete Kombinate der elektrotechnischen Industrie können in der Liste von Kombinaten der DDR eingesehen werden.

Stammbetrieb VEB Elektrogerätewerk Suhl

Zum Stammbetrieb wurden folgende Werke gezählt, die bestimmte Artikel herstellten. Manche Sortimente wurden nur über eine begrenzte Zeit produziert.

Im Industriegelände Suhl Nord (heute Zella-Mehlis) wurden Heißwasserspeicher 5 Liter in Über- und Untertischausführung, Allesschneider, Motorgrill, Gyrosgrill sowie ein LichtblitzstroboskopZündzeitpunkteinstellgerät ZEG 1 N hergestellt.

In der Werner-Seelenbinder-Straße wurden hauptsächlich Elektrokleingeräte produziert, von der Haarschneidemaschine für Friseure bis hin zu Hunde- und Schafschurmaschine. Des Weiteren wurden Massagegerät, Haartrockner sowie Elektrorasierer und Batterierasierer hergestellt.

Im Werk Talstraße Zella-Mehlis wurden Handrühr- und Mixgeräte mit Zubehör sowie Geschirrspülmaschinen GA 4 gefertigt.

Das Werk Steinbach-Hallenberg fertigte Küchenmaschinen.

Weitere Betriebe

Datei:Geschirrspüler VEB Elektro Installation Oberlind.jpg
Geschirrspüler vom VEB Elektro Installation Oberlind im DDR-Museum Pirna

Der VEB Elektroinstallation Oberlind stellte Bodenstaubsauger, Raumheizlüfter sowie Kaffeemühlen (Schlagwerkmühlen, Mahlwerkmühlen) her.

Das bekannteste Produkt des VEB Elektrowärme Altenburg, der später in die Omega electric GmbH umgewandelt wurde,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 24. November 2010 im Internet Archive)</ref> ist der Staubsauger Omega.<ref name="einestages.spiegel.de"/> Hier wurden auch Handstaubsauger, Haartrockner (Stabluftduschen, Heißluftkamm) sowie gewerbliche Staub- und Wassersauger SWS und Fußbodenreinigungsmaschinen (FBM) hergestellt.

Beim VEB Elektrowärme Sörnewitz wurden Trocken- und Dampfbügeleisen sowie Elektroherde, Heißwasserspeicher und Kochendwasserbereiter hergestellt.

Der VEB Elektrogeräte Bad Blankenburg bestand nach der Wiedervereinigung noch heute als „Efbe Elektrogeräte GmbH“ weiter.<ref>Efbe-Schott – Geschichte</ref> Im März 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz an.<ref>mdr.de: Traditionsfirma Efbe in Bad Blankenburg muss schließen, abgerufen am 4. Januar 2025</ref>

Der VEB Ingenieurbüro Elektrogeräte Karl-Marx-Stadt war der Forschungs- und Entwicklungsbetrieb des Kombinates. Der Betrieb war neben der Forschung und Entwicklung auch in den Bereichen Projektierung und Rationalisierung aktiv.

Bei den diversen VEB Haushaltselektrik, die in allen Bezirken der DDR agierten, handelte es sich um Kundendienstbetriebe.

Der VEB Elektromotorenwerk Schleusingen war bis 1983 Betriebsteil des Stammbetriebs und stellte verschiedene Elektromotoren her, darunter auch den für die Bodenstaubsauger VEB EIO.<ref>nd-archiv.de: Betriebsbildung – VEB Elektromotorenwerk Schleusingen, abgerufen am 4. Januar 2025</ref>

Weiterhin umfasste das Kombinat die Betriebe VEB Elektro-Haushaltgeräte Brandenburg und VEB Metallverarbeitung Dietzhausen.

Warenzeichen

Die am Anfang bestehenden Individual-Warenzeichen Omega, Efbe, Komet, IKA electrica, EWS wurden mit der Zeit durch das brancheneinheitliche Warenzeichen „AKA electric“ abgelöst.

Haupthandelspartner

Exportiert wurde hauptsächlich über AHB Heimelectric Berlin (Außenhandelsbetrieb). Im Inland wurden die Produkte von dem Zentralen Warenkontor Haushaltswaren (ZWK) als Koordinierungsorgan für die Großhandelsgesellschaften (GHG) sowie an mehrere Sonderbedarfsträger, wie z. B. Bäuerliche Handelsgenossenschaft, NVA, Bauwesen, Rote Armee etc. gekauft.

Positionierung im Realsozialismus

Die Exportquote war aufgrund der erheblichen Konkurrenz im Westen recht gering, Exportartikel wurden aber aufgrund des Devisenbedarfs vorrangig behandelt.<ref name=bo/> Ein Teil des Patentschutzes der Konkurrenz konnte durch geschickte Nachbauten und Reengineering umgangen werden, die Patentquote des Kombinats war vergleichsweise hoch.<ref name=bo/> Die Entwickler waren aber nicht zu Reisen in das nichtsozialistische Ausland berechtigt, es fehlte an wichtigen Kleinteilen und Rohstoffen zur Umsetzung der technischen Konstruktionen und selbst der Zugang zu westlichen Zeitschriften wurde extrem restriktiv gehandelt.<ref name=bo/> Einige aus dem Westen mehr oder minder legal importierte Geräte, wie Testbeds oder CAD-Geräte wurden im Kombinat selbst erheblichen Zugangsbeschränkungen unterworfen.<ref name="bo">Zwischen Plan und Pleite: Erlebnisberichte aus der Arbeitswelt der DDR, von Friedrich Thiessen, Böhlau Verlag Köln Weimar, 2001 - 342 Seiten</ref>

Eine Reihe von gewünschten Geräten, wie eine Mikrowelle oder ein Solarium waren aus technischen Gründen und mangelnder Versorgung mit erforderlichen Kleinteilen und Rohstoffen nie zu realisieren.<ref name=bo/>

Siehe auch

Weblinks

Commons: Kombinat VEB Elektrogerätewerk Suhl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />