Koczała
Vorlage:Infobox Ort in Polen Koczała (Vorlage:DeS Flötenstein; kaschubisch Kòczała) ist ein Dorf mit Sitz der gleichnamigen Landgemeinde in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zum Powiat Człuchowski.
Geographische Lage
Das Dorf liegt in der Landschaft Westpreußen an der Grenze zu Hinterpommern, etwa 15 Kilometer südöstlich von Miastko.
Geschichte
Das Gebiet um Flötenstein war schon in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. 1356 verlieh Alexander Stange mit Einwilligung des Komturs in Schlochau (heute polnisch: Człuchów) seinem Schulzen Hermann 60 Hufen, die nach kulmischem Recht mit Bauern zu besetzen waren.
Beim Hussiteneinfall 1433 wurde Flötenstein verwüstet.
Im Jahre 1456 verpfändete der Deutsche Orden Flötenstein an die pommerschen Adligen Anton von der Osten und Cordt Glasenapp.
Der schwedisch-polnische Krieg (1656–1660) hat auch Flötenstein heimgesucht.
Zur Gemeinde Flötenstein gehörten vor 1945 sieben Wohnplätze: Am Diemensee, Flötenstein Bahnhof, Grenzort (heute polnisch: Działek), Kreschenbruch (Podlesie), Pothaken (Potoki) und Steinforth Forsthaus.
Vor 1945 gehörte die Gemeinde Flötenstein zum Landkreis Schlochau, zwischen 1919 und 1939 zur Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen, dann zum Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen in der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. 1939 waren hier 1843 Einwohner registriert. Der Volksmund nannte Flötenstein gerne „Krähenwinkel“, weil hier unzählige Krähen ihre zahlreichen Nistplätze hatten und zu jeder Zeit anzutreffen waren.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde der Ort Teil Polens und in Koczała umbenannt. 1975 bis zu deren Auflösung 1998 war der Ort Teil der Woiwodschaft Słupsk, seitdem der Woiwodschaft Pommern.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1786 | – | königl. Dorf, mit 52 Feuerstellen (Haushaltungen)<ref>Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil II: Topographie von Westpreußen, Kapitel Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, S. 53; Marienwerder 1789 (Google Books)</ref> |
| 1864 | 1531 | davon 299 Evangelische und 1227 Katholiken<ref name="SHM">E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder, Danzig 1868, S. 130–131, Nr. 77.</ref> |
| 1910 | 2006 | am 1. Dezember<ref name=meyersgaz > Flötenstein, Dorf, Kreis Schlochau, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Flötenstein (meyersgaz.org).</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> |
| 1925 | 1822 | davon 362 Evangelische, 1440 Katholiken und drei Juden<ref>Gunthard Stübs und die Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Flötenstein im ehemaligen Kreis Schlochau in Pommern (2011).
</ref> |
| 1933 | 1907 | <ref name="VWG">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> |
| 1939 | 1843 | <ref name="VWG" /> |
| 2011 | 2.107 | <ref name="GUS2011">GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 26. Juni 2017</ref> |
Kirche
Katholische Kirche
Die katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena wurde nach dem Brand der alten Kirche von 1695 aufgrund Blitzschlags am 19. Mai 1891 in den Jahren 1901 bis 1902 als Massivbau in neuromanisch-gotischen Stil erbaut. Ihre Weihe erhielt sie am 27. November 1902. In polnischer Zeit erhielt sie den Namen Kościół pw. Nawodzenia NMP.
Flötenstein war Sitz einer katholischen Pfarrei. Etwa 79 % der Bevölkerung gehörten vor 1945 zur katholischen Konfession. Nach 1945 stieg die Zahl der Katholiken noch an. Der Ort ist nun in das Dekanat Miastko (Rummelsburg) im Bistum Köslin-Kolberg der Katholischen Kirche in Polen integriert. Die Orte Starzno (Starsen) und Bielsko (Bölzig) sind Filialgemeinden.
Evangelische Kirche
Die evangelische Pfarrkirche wurde im Jahre 1909 auf dem sogenannten Babylon-Hügel mit Unterstützung des Diasporaverbandes Gustav-Adolf-Werk erbaut. Das Kirchspiel Flötenstein gehörte vor 1945 zum Kirchenkreis Schlochau in der Kirchenprovinz Westpreußen der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Seit 1945 leben in Koczała nur noch sehr vereinzelt evangelische Kirchenglieder. Sie gehören jetzt zum Kirchspiel Koszalin (Köslin) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Nächster Gottesdienstort ist Wołcza Wielka (Groß Volz).
In Flötenstein amtierten bis 1945 als evangelische Geistliche: Hermann August Johannes Schmökel (1899–1900), Johann Otto Grabowski (1901–1903), Maximilian Albert Mayer (1903–1924), Friedrich Kübler (1924–1928), Otto Düwel (1929–1936) und Carl Heinz Heymann (1936–1945).
Gmina Koczała
Die Landgemeinde Koczała umfasst eine Fläche von 222,41 km², was 14,13 % der Gesamtfläche des Powiat Człuchowski entspricht. 67 % der Gemeindefläche sind Wald- und Forstgebiete. In der Gmina sind 3505 Einwohner registriert, von denen 2111 im zentralen Ort Koczała leben. Vorlage:Hauptartikel
Verkehr
Das Dorf ist über eine Nebenstraße zu erreichen, die bei Piaszczyna (Reinwasser) an der Landesstraße 20 (Stargard (Stargard in Pommern) – Gdynia (Gdingen)) abzweigt und über Pietrzykowo (Groß Peterkau) und Bielsko (Bölzig) nach Przechlewo (Prechlau) führt. Ein direkter Bahnanschluss besteht nicht.
Eine Bahnanbindung gibt es seit 1992 nicht mehr. Damals wurde die 1902 erbaute Bahnstrecke Człuchów–Słosinko von Człuchów (Schlochau) über Przechlewo (Prechlau) bis Słosinko (Reinfeld) mit Weiterfahrt bis Miastko stillgelegt.
Weblinks
- Website der Gmina
- Amtsbezirk Flötenstein (Territorial.de)
- Gunthard Stübs und die Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Flötenstein im ehemaligen Kreis Schlochau in Pommern (2011).
Einzelnachweise
<references />