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Kořenov

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Vorlage:Infobox Ort in Tschechien

Kořenov (deutsch Wurzelsdorf) ist eine Gemeinde im Isergebirge im Liberecký kraj in Tschechien. Sie entstand 1960 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Polubný (Polaun), Příchovice (Stephansruh), Rejdice und Jizerka (Klein Iser).

Geografie

Lage

Vorlage:Nachbargemeinden

Verkehr

Eisenbahn

Datei:Kořenov, staniční budova (1).jpg
Bahnhof Kořenov (2024)

Vorlage:Hauptartikel Kořenov hat einen Bahnhof an der Liberec–Kořenov (–Harrachov). Direkte Verbindungen im Reiseverkehr gibt es nach Tanvald, Jablonec nad Nisou und Liberec sowie nach Szklarska Poręba in Polen.

Straße

Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Europastraße 65 als Silnice I/10 sowie die Silnice II/290 (Frýdlant v Čechách (Friedland in Böhmen)–Poniklá).

Geschichte

Datei:Korenov Kirche2.JPG
Kirche mit Friedhof in Tesařov
Datei:Stefaniewarte1.jpg
Štěpánka

Die ersten Siedler lebten hier Anfang des 16. Jahrhunderts von der Jagd und vom Fischfang, später nahmen sie die Berufe der Holzfäller oder Köhler an. 1577 gründete Paul Schierer im Ortsteil Reiditz eine Glashütte. Nach der Schlacht am Weißen Berg gelangte das Gebiet an Albrecht von Waldstein, der es an die Familie Desfours verkaufte. 1824 erwarb Fürst Rohan die Besitzungen.

Hoffnungstal / Zieleniec

Im Jahre 1958 kam im Zuge eines Gebietsaustausches mit Polen im Gebiet der Einmündung der Mummel in die Iser die seit 1945 polnische Ortschaft Zieleniec zu Kořenov. Bis 1945 lag Zieleniec im schlesischen Teil des Riesengebirges und gehörte unter der Ortsbezeichnung Hoffnungstal zur preußischen Provinz Schlesien. Es entstand um eine Glashütte, die Karl Christian Preußler zusammen mit dem Schreiberhauer Glashändler Mattern und einem weiteren Anteilseigner errichtete. Die Hütte nahm am 5. Januar 1796 unter der Bezeichnung „Hoffnungstal“ ihren Betrieb auf und wurde 1799 um eine Schleifmühle erweitert. Wegen zunehmendem Schleichhandel mit böhmischem Glas, das illegal und unverzollt über die nahe Grenze gebracht wurde, kam es zu Absatzschwierigkeiten, aber auch zu Streitigkeiten unter den Anteilseignern, was sich auf die Qualität der Glaswaren ausgewirkt haben soll. Nach dem Tod Karl Christian Preußlers übernahm dessen Anteil 1805 sein Sohn Christian Benjamin Preußler. Nach einem Brand 1821 wurde die Hoffnungstalhütte wieder aufgebaut, jedoch ohne Beteiligung der Preußler. Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte die Hütte den Brüdern Matterne. Zu dieser Zeit wurde von dem Magdeburger Chemiker Dr. Fuß ein hervorragendes Millefioriglas entwickelt und produziert. Fuß verbesserte auch das Verfahren zur Herstellung von Goldrubinglas. 1863 wurde die Hütte, die nicht mehr produktionsfähig war, vom Grundherrn Schaffgotsch erworben und erneuert. Wegen der ungünstigen Lage, die zu erhöhten Transportkosten führte, wurde die Hütte 1868 aufgelassen.<ref>Dietmar Zoedler: Schlesisches Glas – schlesische Gläser. Geschichte und Geschichten. Bergstadtverlag Korn, Würzburg 1996, ISBN 3-87057-208-6.</ref>

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Kořenov besteht aus den Ortsteilen Jizerka (Klein Iser, auch Wilhelmshöhe), Kořenov (Bad Wurzelsdorf), Polubný (Polaun), Příchovice (Stephansruh, auch Prichowitz) und Rejdice (Reiditz).<ref>http://www.uir.cz/casti-obce-obec/563668/Obec-Korenov</ref> Grundsiedlungseinheiten sind Dolní Kořenov (Unter Wurzelsdorf), Horní Kořenov (Oberwurzelsdorf), Jizerka, Nová Víska (Neudörfl), Počátky (Potschatek), Polubný, Příchovice (Stefansruh), Rejdice, Světlá (Swetla) und Tesařov (Schenkenhan).<ref>http://www.uir.cz/zsj-obec/563668/Obec-Korenov</ref> Zu Kořenov gehören zudem die Ansiedlungen Martinovské Údolí (Martinstal), Na Kobyle (Kobelhäuser), Růžodol (Rosenthal), Údolí Nadeje (Hoffnungsthal), Václavíkova Studánka (Watzelsbrunn) und Zelené Údolí (Grünthal).

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Jizerka, Polubný, Příchovice u Kořenova und Rejdice.<ref>http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/563668/Obec-Korenov</ref>

Partnergemeinden

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

  • Christoph Schürer (um 1500 – um 1560), Glasmacher, Naturwissenschaftler
  • Josef Anton Riedel (1862–1924), Industrieller und Erfinder<ref>Ferdinand Seibt, Hans Lemberg, Helmut Slapnicka: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. Band 3: N – Sch. Herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum (Institut), R. Oldenbourg, München 2000, ISBN 3-486-55973-7, S. 455 f. mit weiteren Literaturhinweisen.</ref>
  • Franz Grundmann (1863–1921), deutschböhmischer Aktivist der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und Arbeiter-Schriftsteller und -Dichter. Lebte in Unter-Polaun.
  • Rudolf Fischer (1880–unbekannt), tschechischer Politiker der deutschen Minderheit und böhmischer Landtagsabgeordneter
  • Berthold Bartosch (1893–1968), Animator und Regisseur
  • Walter Riedel (1895–1974), Industrieller in Kufstein/Tirol
  • Rudolf Burkert (1904–1985), Skisportler
  • Lubomír Štrougal (1924–2023, Veselí nad Lužnicí), ehemaliger Ministerpräsident der ČSSR
  • Claus Josef Riedel (1925–2004), Glasdesigner und Unternehmer
  • Werner Schinko (1929–2016), Maler, Grafiker und Buchillustrator
  • Gustav Ginzel (1932–2008), Globetrotter und Bergsteiger
  • Ladislav Rygl (1947–2024), Skisportler

Siehe auch

Literatur

  • Mahulena Čejková: Auf den Spuren reformatorischer Stätten in der Tschechischen Republik. Herausgegeben von der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder. Trilabit s.r.o., Prag 2011, ISBN 978-80-87098-19-6.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Okres Jablonec nad Nisou