Knissen
Knissen ist eine ehemalige Gemeinde, später Gemeindeteil und heute amtlich ausgewiesener Wohnplatz im Ortsteil Thalberg der Kurstadt Bad Liebenwerda im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Der Ort befindet sich an der Landesstraße 653.
Geschichte
Urkundliche Ersterwähnung und Ortsname
Die erste urkundliche Erwähnung von Knissen erfolgte im Jahre 1235 als Knüssyn.<ref name="CBL Thalberg" /> Markgraf Heinrich von Meißen belehnte in jenem Jahr den Zeidelmeister Ulrich von Rummelshain mit dem „Land an der Premnitz“, einem Gebiet, welches unter anderem die Dörfer Knissen und Thalberg sowie die Veste Harig an der Schwarzen Elster nahe Zeischa einschloss.<ref name="Fitzkow55" /><ref name="Fischer" /> 1243 wurde der Ort dann als daz dorff knuessyn bezeichnet und 1505 als Knossen. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs. Die Deutung ist dabei eher unklar. Vermutlich wurde damit ein Ort am Sumpf oder eine Stelle mit fauligem Wasser bezeichnet.<ref name="Fischer" />
Bis zur Reformation war der durch die Knissener Gemarkung führende Pilgerweg (Pilarum) von Bedeutung. Auf ihm zogen die Pilger aus dem Brandenburgischen durch die Liebenwerdaer Heide nach Liebenwerda zur Kapelle Zum heiligen Kreuz, die sich dort vor dem Großenhayner Tor befand und wo sich ein Marienbildnis befand, das zahlreiche Pilger anzog. Außerdem hatten die auf der Burg Liebenwerda ansässigen Herrscher, wie die Kurfürsten Rudolf III. und Friedrich der Sanftmütige Heiligtümer und Reliquien von ihren Wallfahrten den Kirchen der Stadt gespendet, was ebenfalls Wallfahrer bewog in die Stadt zu pilgern.<ref name="Fitzkow" /><ref name="CBL Wall" /><ref name="Schumann 5" />
Knissen fiel später mit dem benachbarten Thalberg in den Machtkämpfen zwischen den Anhängern des Klosters Dobrilugk auf der einen und den Ileburgern mit ihren Anhängern auf anderen Seite zum Opfer. Bereits in den Jahren 1504 und 1585<ref>…in einem Vertrag zwischen Dobra und dem Amt Liebenwerda</ref> wurde der Ort als wüst erwähnt.<ref name="Lehmann" /><ref name="Nebelsieck 1909" /> Der Standort der Wüstung wird in einem im Jahre 1909 in der Schwarzen Elster erschienenen Aufsatz von Heinrich Nebelsieck als gleich östlich von der südöstlichen Ecke des großen Teiches beschrieben.<ref name="Nebelsieck 1909" />
Wiederansiedlung in Knissen im 19. Jahrhundert
In Friedrich Gottlob Leonhardis Erdbeschreibung der churfürstlich- und herzoglich- sächsischen Lande aus dem Jahre 1803 und in Band 6 des im Jahre 1817 erschienenen Vollständigen Staats-, Post- und Zeitungs-Lexikons von Sachsen von August Schumann wird beschrieben, dass ein Teil der Wüsten Mark Knissen zum Amtsdorf Maasdorf gehörte.<ref name="Schumann 6" /><ref name="Leonhardi" /> Und auch auf einem im Jahre 1847 erschienenen Urmesstischblatt und auf der Karte des Kreises Liebenwerda im Atlas der Provinz Sachsen des Flemming-Verlags (1848–1869) ist die Ortslage von Knissen dann bis auf einige Wohnplätze immer noch nicht verzeichnet. Allerdings entstand hier bald eine Kolonie, die sich von der heutigen Landesstraße abzweigend hauptsächlich entlang der Knissener Straße in südöstlicher Richtung zog. Dem Amtsblatt der Regierung zu Merseburg zufolge gehörte diese ab dem Jahre 1874 zum Amtsbezirk Maasdorf des Kreises Liebenwerda.<ref name="AB 1874" /> Ab dem folgenden Jahr gehörte die Kolonie dann auch offiziell zur Gemeinde Maasdorf.<ref name="CBL Thalberg" />
Im Jahre 1936 kam Knissen schließlich zu Thalberg, welches mit der Zuordnung von Knissen und seinen Feldfluren wieder eine Gemarkungsfläche bekam, die es zwischenzeitlich für einige hundert Jahre verloren hatte, da sie wie Knissen wüst gefallen war. Thalberg, wurde als Siedlung zwischen 1785 und 1802 wieder angelegt, gehörte zuvor zu Theisa und besaß bis auf 17,5 Morgen Dorflage keine eigene Flur mehr.<ref name="Matthies 1937" /> Der Ort wurde dadurch wieder eine eigenständige Gemeinde.<ref name="CBL Thalberg" />
Im Jahre 1993 wurde der gesamte Ort schließlich in die Stadt Bad Liebenwerda eingemeindet.<ref name="CBL Thalberg" />
Weblinks
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Einzelnachweise
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