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Knabenkräuter (Orchis)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Knabenkräuter
Datei:Orchis militaris plant.jpg

Helm-Knabenkraut (Orchis militaris)

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Untertribus: Orchidinae
Gattung: Knabenkräuter
Wissenschaftlicher Name
Orchis
L.

Die Knabenkräuter (Orchis) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Beschreibung und Ökologie

Datei:Abbildungen der in Deutschland und den angrenzenden gebieten vorkommenden grundformen der orchideenarten (Pl 15 Orchis tephros) (6021561127).jpg
Illustration des Affen-Knabenkrauts (Orchis simia) aus Abbildungen der in Deutschland und den angrenzenden Gebieten vorkommenden Grundformen der Orchideenarten, Tafel 15
Datei:Herbarius Satirion.jpg
Ein Knabenkraut<ref>Vgl. etwa Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 223 („Satirion – knaben krut oder stendel krut, testiculus vulpis, leporina, orchis, afrodisia, priapesmum chasialkel […] stendelworz, stendelwrz“ = Orchis spec.)</ref> im Herbarius moguntinus (1484)
Datei:0rchideen 02.jpg
Zygomorphe Blüten des Purpur-Knabenkrauts (Orchis purpurea)

Vegetative Merkmale

Die Knabenkraut-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden eirunde Knollen als Überdauerungsorgane. Eine der Knollen verwelkt zur Blütezeit, die andere ist für die nächste Blütezeit bestimmt (Wechselknolle). Es wurde in der Vergangenheit angenommen, dass die Arten der Gattung Orchis von der Keimung bis zur Bildung der ersten Blüten sieben bis neun Jahre brauchen; tatsächlich ist diese Zeitspanne wesentlich kürzer. Die oberirdischen Teile sind schwach giftig und werden im frischen Zustand vom Vieh gemieden. Der Stängel ist beblättert und besitzt am Grund meist rosettig gehäufte Laubblätter. Er ist unverzweigt und trägt eine endständigen ährigen bis traubigen Blütenstand. Die Stängelblätter sind meist scheidenförmig, länglich und ganzrandig.<ref name="BaumannKünkele1998" />

Generative Merkmale

Der endständige Blütenstand ist meist vielblütig, zylindrisch oder eiförmig. Die sitzenden oder gestielten Blüten stehen in der Achsel eines meist häutigen Deckblatts.<ref name="Tutin1980" /> Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Die Lippe dient als Landeplatz für Bestäuber und ist daher nach unten gerichtet. Die Lippe besitzt meist auch einen Sporn (Ausnahme: Orchis anthropophora). Die anderen Blütenhüllblätter bilden meist eine helmartigen Schutz für die Pollinien. Die getrennten Pollinien sind langgestielt und besitzen getrennte Klebscheiben, sitzen aber in einem gemeinsamen Beutelchen (Bursicula).<ref name="BaumannKünkele1998" /><ref name="Tutin1980" />

Die Samen sind sehr zahlreich und sehr klein, oft nur 1/4 mm groß und die Tausendkornmasse ist nur etwa 0,5 bis 2,5 Milligramm.<ref name="Török2013">Péter Török, Tamás Miglécz et al.: New thousand-seed weight records of the Pannonian flora and their application in analysing Social Behaviour Types. In: Acta Botanica Hungarica. Band 55, Nr. 3–4, 2013, S. 429–472. doi:10.1556/ABot.55.2013.3-4.17, PDF auf researchgate.net (PDF; 463 kB), abgerufen am 5. Dezember 2017.</ref>

Datei:PikiWiki Israel 19228 Anatolian Orchid.JPG
Anatolisches Knabenkraut (Orchis anatolica)
Datei:Aceras anthropophorum 02.jpg
Ohnhorn (Orchis anthropophora)
Datei:PikiWiki Israel 19227 Galil Orchid.JPG
Galiläisches Knabenkraut (Orchis galilaea)
Datei:Orchids near Kritou Terra, Cyprus, 2004.JPG
Italienisches Knabenkraut (Orchis italica)
Datei:Orchis pauciflora 1.jpg
Armblütiges Knabenkraut (Orchis pauciflora)
Datei:Orchis provincialis1.jpg
Provence-Knabenkraut (Orchis provincialis)
Datei:Orchis punctulata 2.jpg
Punktiertes Knabenkraut (Orchis punctulata)
Datei:Orchis quadripunctata, Crete 01(js).jpg
Vierpunkt-Knabenkraut (Orchis quadripunctata)
Datei:Orchis simia 1.jpg
Affen-Knabenkraut (Orchis simia)
Datei:Orchis-spitzelii-mgk-1.jpg
Spitzels Knabenkraut (Orchis spitzelii)

Systematik

Die Gattung Orchis wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 939 aufgestellt.<ref name="WCSP" /> Synonyme für Orchis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Abrochis <templatestyles src="Person/styles.css" />Neck., Zoophora <templatestyles src="Person/styles.css" />Bernh., Strateuma <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb., Aceras <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br., Androrchis <templatestyles src="Person/styles.css" />D.Tyteca & E.Klein, ×Orchiaceras <templatestyles src="Person/styles.css" />E.G.Camus.<ref name="WCSP" />

Etymologie

Wegen der Ähnlichkeit der zwei Knollen mit Hoden stammt der botanische Gattungsname Orchis vom griechischen Wort {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für „Hoden“. (Als Testiculi satyrii wurden früher die Wurzelknollen von Orchis-Arten und Ragwurzen bezeichnet<ref>Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 157.</ref>). Der griechische Philosoph Theophrastos von Eresos war der erste Naturforscher, der etwa 300 v. Chr. die Knabenkräuter erwähnte. Wegen der paarigen Wurzelknollen und der Ähnlichkeit mit den männlichen Genitalien benannte er sie „Orchis“ und begründete die Vorstellung, die sich noch lange in alten Schriften wiederfand, dass Frauen, die die stärkere und saftigere der beiden Knollen aßen, einen Knaben gebären würden (Theophr. IX. 18.3.). Auch der deutsche Name „Knabenkraut“ ist hiervon abgeleitet. Weitere Bezeichnungen von Vertretern der Gattung sind Stendelwurz, Stendel und Satyrion.<ref>Walther Ryff: Confect Büchlin und Hausz Apoteck. Frankfurt am Main 1544; Neudruck München 1983, b4 und c3.</ref> Im Sinne der Signaturenlehre wurde die Orchis-Knolle als Aphrodisiakum<ref>Heinrich Marzell: Die Orchideen in der sexuellen Volkskunde. In: Geschlecht und Gesellschaft. Band 14, (Dresden) 1926, S. 211–223.</ref> und von Paracelsus bei Hoden-Erkrankungen empfohlen.<ref>J. Hermann Baas: Die geschichtliche Entwicklung des ärztlichen Standes und der medicinischen Wissenschaften. Leipzig 1896; Neudruck Wiesbaden 1967, S. 210.</ref>

In der klassischen griechischen Mythologie wurde Orchis, der Sohn eines Satyrs und einer Nymphe, von Bacchanten getötet. Durch die Gebete seines Vaters wurde er in eine Pflanze verwandelt, die nun seinen Namen trägt.

Arten nach Bateman 1997 und Bateman 2009 mit ihrer Verbreitung

Es gibt etwa 22 Orchis-Arten (Stand Bateman 2009):<ref name="Bateman2009" />

  • Drüsenlippiges Knabenkraut (Orchis adenocheila <templatestyles src="Person/styles.css" />Czerniak.): Es kommt vom südöstlichen Transkaukasus bis zum nördlichen Iran vor.<ref name="WCSP" />
  • Anatolisches Knabenkraut (Orchis anatolica <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss.): Es kommt von den Ägäischen Inseln bis Israel und westlichen Iran vor.<ref name="WCSP" />
  • Ohnhorn (Orchis anthropophora <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) All.): Es kommt von Westeuropa bis zum Mittelmeerraum vor.<ref name="WCSP" />
  • Brancifortis-Knabenkraut (Orchis brancifortii <templatestyles src="Person/styles.css" />Biv.): Es kommt im östlichen Sardinien, Sizilien und südwestlichen Italien vor.<ref name="WCSP" />
  • Orchis deutrodelamainii <templatestyles src="Person/styles.css" />J.M.H.Shaw: Mit diesem Name wurde 2017 das Synonym ×Orchiaceras delamainii <templatestyles src="Person/styles.css" />Alleiz. & Delamain ersetzt. Sie kommt in Frankreich vor.<ref name="Shaw2017" />
  • Galiläisches Knabenkraut (Orchis galilaea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bornm. & M.Schulze) Schltr., Syn.: Orchis punctulata var. galilaea <templatestyles src="Person/styles.css" />Bornm. & M.Schulze, Orchis punctulata subsp. galilaea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bornm. & M.Schulze) Soó): Es kommt von der südlichen Türkei bis Israel vor.<ref name="WCSP" />
  • Italienisches Knabenkraut (Orchis italica <templatestyles src="Person/styles.css" />Poir. nom. cons. prop., Syn.: Orchis militaris <templatestyles src="Person/styles.css" />Poir. sensu auct., Orchis longicruris <templatestyles src="Person/styles.css" />Link, Orchis undulatifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Biv., Orchis tephrosanthos var. undulatifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Biv.) Ker Gawl., Orchis simia var. undulatifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Biv.) Webb, Orchis fusca var. stenoloba <templatestyles src="Person/styles.css" />Coss. & Germ., Orchis purpurea var. stenoloba <templatestyles src="Person/styles.css" />(Coss. & Germ.) Rchb. f., Orchis purpurea subsp. stenoloba <templatestyles src="Person/styles.css" />(Coss. & Germ.) K.Richt., Orchis welwitschii <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb. f., ×Orchiaceras welwitschii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb. f.) E.G.Camus in E.G.Camus, P.Bergon & A.A.Camus, ×Orchiaceras bivonae nothovar. welwitschii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb. f.) P.Silva, Orchis longicruris subsp. longipenis <templatestyles src="Person/styles.css" />Font Quer & P.Palau, Orchis italica var. fontinalis <templatestyles src="Person/styles.css" />F.M.Vázquez): Es kommt im Mittelmeerraum vor.<ref name="WCSP" />
  • Helles Knabenkraut oder Algerisches Knabenkraut (Orchis laeta <templatestyles src="Person/styles.css" />Steinh., Syn.: Orchis provincialis var. laeta <templatestyles src="Person/styles.css" />(Steinh.) Maire & Weiller, Orchis pauciflora subsp. laeta <templatestyles src="Person/styles.css" />(Steinh.) Kreutz, Androrchis laeta <templatestyles src="Person/styles.css" />(Steinh.) D.Tyteca & E.Klein, Orchis blidana <templatestyles src="Person/styles.css" />B.Baumann & H.Baumann, Androrchis blidana <templatestyles src="Person/styles.css" />(B.Baumann & H.Baumann) W.Foelsche & Jakely): Es kommt vom nördlichen Algerien bis zum nordwestlichen Tunesien vor.<ref name="WCSP" />
  • Männliches Knabenkraut (Orchis mascula <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) L.): Je nach Autor gibt es etwa fünf Unterarten:<ref name="WCSP" />
    • Sardisches Knabenkraut (Orchis mascula subsp. ichnusae <templatestyles src="Person/styles.css" />Corrias): Sie kommt nur auf Korsika sowie Sardinien vor.<ref name="WCSP" />
    • Spanisches Knabenkraut (Orchis mascula subsp. laxifloriformis <templatestyles src="Person/styles.css" />Rivas Goday & B.Rodr., Syn.: Orchis masculolaxiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Lange, Orchis mascula var. fallax <templatestyles src="Person/styles.css" />E.G.Camus, Orchis langei <templatestyles src="Person/styles.css" />Lange ex K.Richt., Orchis hispanica <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Niesch. & C.Niesch., Orchis mascula subsp. hispanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Niesch. & C.Niesch.) Soó, Androrchis langei <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lange ex K.Richt.) D.Tyteca & E.Klein, Orchis langei subsp. magrebensis <templatestyles src="Person/styles.css" />F.M.Vázquez): Es kommt von den zentralen Pyrenäen bis Marokko vor.<ref name="WCSP" />
    • Männliches Knabenkraut (Orchis mascula <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) L. subsp. mascula): Es kommt auf den Kanarischen Inseln, in Europa<ref name="AHO2005" /> und vom Mittelmeerraum bis zum Iran vor.<ref name="WCSP" /> Darunter sind folgende Unterarten:
    • Madeira-Knabenkraut (Orchis mascula subsp. scopulorum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Summerh.) H.Sund. ex H.Kretzschmar, Eccarius & H.Dietr.): Dieser Endemit kommt nur im östlichen Madeira vor.<ref name="WCSP" />
    • Prächtiges Knabenkraut (Orchis mascula subsp. speciosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mutel) Hegi): Es kommt in europäischen Gebirgen<ref name="AHO2005" /> und in Algerien vor.<ref name="WCSP" />
  • Orchis militaris <templatestyles src="Person/styles.css" />L.: Es gibt zwei Unterarten:<ref name="WCSP" />
    • Helm-Knabenkraut (Orchis militaris <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. militaris): Es ist von Europa<ref name="AHO2005" /> bis zur Mongolei verbreitet.<ref name="WCSP" />
    • Stevens Knabenkraut (Orchis militaris subsp. stevenii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb. f.) B.Baumann, H.Baumann, R.Lorenz & Ruedi Peter): Es kommt von der nordöstlichen sowie südlichzentralen Türkei bis zum nördlichen Iran vor.<ref name="WCSP" />
  • Südfranzösisches Knabenkraut (Orchis olbiensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Reut. ex Gren.): Es kommt im westlichen Ligurien im nordwestlichen Italien und im nordwestlichen Afrika vor.<ref name="WCSP" />
  • Blasses Knabenkraut (Orchis pallens <templatestyles src="Person/styles.css" />L.): Es kommt von Europa bis zum Kaukasusraum vor.<ref name="WCSP" />
  • Orchis patens <templatestyles src="Person/styles.css" />Desf.: Es gibt zwei Unterarten:<ref name="WCSP" />
    • Kanaren-Knabenkraut (Orchis patens subsp. canariensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lindl.) Asch. & Graebn., Syn.: Orchis canariensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl., Orchis patens var. canariensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lindl.) Rchb. f., Barlia canariensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lindl.) Szlach., Androrchis canariensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lindl.) D.Tyteca & E.Klein): Es kommt auf den Kanarischen Inseln vor.<ref name="WCSP" />
    • Atlas-Knabenkraut (Orchis patens <templatestyles src="Person/styles.css" />Desf. subsp. patens): Es kommt im nordwestlichen Italien, nördlichen Algerien bis nördlichen Tunesien vor.<ref name="WCSP" />
  • Armblütiges Knabenkraut (Orchis pauciflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Ten.): Es kommt vom nördlichen Korsika bis Kreta vor.<ref name="WCSP" />
  • Provence-Knabenkraut oder Französisches Knabenkraut (Orchis provincialis <templatestyles src="Person/styles.css" />Balb. ex Lam. & DC.): Es kommt vom südlichzentralen sowie südlichen Europa bis zum westlichen Kaukasusraum vor.<ref name="WCSP" />
  • Punktiertes Knabenkraut (Orchis punctulata <templatestyles src="Person/styles.css" />Steven ex Lindl., Syn.: Orchis steveniana <templatestyles src="Person/styles.css" />Compère ex Lév., Orchis sepulchralis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb. f.) Boiss. & Heldr., Orchis schelkownikowii <templatestyles src="Person/styles.css" />Woronow, Orchis punctulata var. sepulchralis <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb. f., Orchis punctulata subsp. sepulchralis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb. f.) Soó, Orchis punctulata subsp. schelkownikowii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Woronow) Soó): Es kommt vom nordöstlichen Griechenland bis Westasien vor.<ref name="WCSP" />
  • Orchis purpurea <templatestyles src="Person/styles.css" />Huds.: Sie kommt von Europa<ref name="AHO2005" /> bis zur zentralen Türkei, nordöstlichen Algerien vor:<ref name="WCSP" />
    • Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea <templatestyles src="Person/styles.css" />Huds. subsp. purpurea): Es kommt von Europa bis zur zentralen Türkei und im nordöstlichen Algerien vor.<ref name="WCSP" />
    • Kaukasisches Knabenkraut (Orchis purpurea subsp. caucasica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Regel) B.Baumann, H.Baumann, R.Lorenz & Ruedi Peter): Es kommt in der nordöstlichen Türkei bis zum Kaukasusraum vor.<ref name="WCSP" />
  • Vierpunkt-Knabenkraut (Orchis quadripunctata <templatestyles src="Person/styles.css" />Cirillo ex Ten.): Es kommt vom östlich-zentralen sowie südlichen Italien bis zur westlichen Türkei vor.<ref name="WCSP" />
  • Orchis simia <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam.: Es gibt zwei Unterarten:<ref name="WCSP" />
    • Affen-Knabenkraut (Orchis simia <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. subsp. simia): Es kommt von Europa<ref name="AHO2005" /> bis zum Iran und vom nördlichen Algerien bis nordwestlichen Tunesien vor.<ref name="WCSP" />
    • Akhdar-Knabenkraut (Orchis simia subsp. taubertiana <templatestyles src="Person/styles.css" />(B.Baumann & H.Baumann) Kreutz): Dieser Endemit kommt nur im nordöstlichen Libyen vor.<ref name="WCSP" />
  • Orchis sitiaca <templatestyles src="Person/styles.css" />(Renz) P.Delforge: Dieser Endemit kommt nur im zentralen und östlichen Kreta vor.<ref name="WCSP" />
  • Orchis spitzelii (<templatestyles src="Person/styles.css" />Saut. ex W.D.J.Koch): Es gibt drei Unterarten:<ref name="WCSP" />
    • Cazorla-Knabenkraut (Orchis spitzelii subsp. cazorlensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lacaita) D.Rivera & Lopez Velez): Es kommt zentralen sowie östlichen Spanien, auf den Balearen und in Marokko vor.<ref name="WCSP" />
    • Kreta-Knabenkraut (Orchis spitzelii subsp. nitidifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(W.P.Teschner) Soó): Dieser Endemit kommt nur in Kreta vor.<ref name="WCSP" />
    • Spitzels Knabenkraut (Orchis spitzelii <templatestyles src="Person/styles.css" />Saut. ex W.D.J.Koch subsp. spitzelii, Syn.: Orchis patens var. orientalis <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb. f., Orchis patens var. viridifusca <templatestyles src="Person/styles.css" />(Albov) Soó, Orchis patens subsp. falcicalcarata <templatestyles src="Person/styles.css" />Wildh., Orchis patens var. atlantica <templatestyles src="Person/styles.css" />Batt., Orchis patens subsp. orientalis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb. f.) K.Richt., Orchis viridifusca <templatestyles src="Person/styles.css" />Albov, Orchis orientalis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb. f.) Klinge, Orchis mrkvickana <templatestyles src="Person/styles.css" />Velen., Orchis maireana <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Keller, Orchis bungii <templatestyles src="Person/styles.css" />Hautz., Orchis spitzelii var. sendtneri <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb. f., Orchis spitzelii var. gotlandica <templatestyles src="Person/styles.css" />B.Pett., Orchis spitzelii subsp. gotlandica <templatestyles src="Person/styles.css" />(B.Pett.) Á.Löve & D.Löve, Orchis spitzelii subsp. latiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />B.Baumann & H.Baumann, Orchis spitzelii subsp. teschneriana <templatestyles src="Person/styles.css" />B.Baumann & H.Baumann, Orchis spitzelii var. atlantica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Batt.) Kreutz, Androrchis spitzelii subsp. latiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(B.Baumann & H.Baumann) W.Foelsche & Jakely, Androrchis spitzelii subsp. teschneriana <templatestyles src="Person/styles.css" />(B.Baumann & H.Baumann) W.Foelsche & Jakely): Es kommt im schwedischen Gotland und vom nordöstlichen Spanien bis zum Iran sowie im nördlichen Algerien vor.<ref name="WCSP" /> Historisch gab es ein sicheres Vorkommen in Baden-Württemberg; ist aber in Deutschland ausgestorben.
  • Orchis troodi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Renz) P.Delforge (Syn.: Orchis anatolica var. troodi <templatestyles src="Person/styles.css" />Renz, Orchis anatolica subsp. troodi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Renz) Renz, Androrchis troodi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Renz) D.Tyteca & E.Klein): Dieser Endemit kommt nur im westlichen Zypern vor.<ref name="WCSP" />

Ausgliederung in andere Gattungen

In einer Revision der Subtribus Orchidinae durch Bateman 1997 auf der Basis von genetischen Merkmalen werden Arten in andere Gattungen gestellt:<ref name="BatemanPridgeonChase1997" /><ref name="WCSP" />

Die Arten der Sektion Galericulatae <templatestyles src="Person/styles.css" />E.Klein werden zur Gattung Neotinea gestellt:<ref name="WCSP" />
  • Milchweißes Knabenkraut (Orchis lactea <templatestyles src="Person/styles.css" />Poir.Neotinea lactea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Poir.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase)
  • Dreizähniges Knabenkraut (Orchis tridentata <templatestyles src="Person/styles.css" />Scop.Neotinea tridentata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Scop.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase): Es gibt zwei Unterarten:
    • Kegel-Knabenkraut (Orchis tridentata subsp. conica <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd.Neotinea tridentata subsp. conica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase)
    • Orchis tridentata subsp. tridentataNeotinea tridentata subsp. tridentata (Syn.: Orchis tridentata subsp. commutata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tod.) Nyman)
  • Brand-Knabenkraut (Orchis ustulata <templatestyles src="Person/styles.css" />L.Neotinea ustulata <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase)
Die Arten der Sektionen Adranthus <templatestyles src="Person/styles.css" />Schltr., Coriophoranthus <templatestyles src="Person/styles.css" />Schltr., Phalaenanthus <templatestyles src="Person/styles.css" />Schltr., Morianthus <templatestyles src="Person/styles.css" />Schltr. und Saccatae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Parl.) H.Baumann & R.Lorenz werden zur Gattung Anacamptis gestellt:<ref name="WCSP" />
  • Borys Knabenkraut (Orchis boryi <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb.f.) → Anacamptis boryi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb.f.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase
  • Hügel-Knabenkraut (Orchis collina <templatestyles src="Person/styles.css" />Banks & Sol. ex Russell) → Anacamptis collina <templatestyles src="Person/styles.css" />(Banks & Sol. ex Russell) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase
  • Wanzen-Knabenkraut (Orchis coriophora <templatestyles src="Person/styles.css" />L.) → Anacamptis coriophora <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase
  • Cyrenaica-Knabenkraut (Orchis cyrenaica <templatestyles src="Person/styles.css" />E.A.Durand & Barratte) → Anacamptis cyrenaica <templatestyles src="Person/styles.css" />(E.A.Durand & Barratte) H.Kretzschmar, Eccarius & H.Dietr.
  • Israelisches Knabenkraut (Orchis israelitica <templatestyles src="Person/styles.css" />H.Baumann & Dafni) → Anacamptis israelitica <templatestyles src="Person/styles.css" />(H.Baumann & Dafni) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase
  • Lockerblütiges Knabenkraut (Orchis laxiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam.) → Anacamptis laxiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lam.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase
  • Kleines Knabenkraut (Orchis morio <templatestyles src="Person/styles.css" />L.) → Anacamptis morio <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase
  • Sumpf-Knabenkraut (Orchis palustris <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq.) → Anacamptis palustris <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase
  • Schmetterlings-Knabenkraut (Orchis papilionacea <templatestyles src="Person/styles.css" />L.) → Anacamptis papilionacea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase
  • Heiliges Knabenkraut (Orchis sancta <templatestyles src="Person/styles.css" />L.) → Anacamptis sancta <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase.

Aberglaube, Heilkunde und Naturschutz

Das Mehl der Knollen war im orientalischen Altertum ein hochbezahltes Mittel zur angeblichen Wiedererlangung der Zeugungskraft, also ein Aphrodisiakum nach der Signaturenlehre. Die Pflanzen heißen in manchen Gegenden heute noch Liebeswurz oder Nachlaufwurz.

Die Knollen der Orchis-Arten und einiger anderer Orchideen wurden früher als Schleimdroge („Tubera Salep“, auch Palma christi<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 150.</ref> genannt) besonders in der Kinderheilkunde bei Reizerscheinungen des Magen-Darm-Traktes angewandt, als es noch keine besseren Arznei- und Heilmittel gab. Heute werden Orchideenarten nicht mehr als wirksame Heilkräuter angesehen.

Alle Arten der Gattungen Orchis und Dactylorhiza stehen in Deutschland unter strengem Naturschutz.

Literatur

  • H. Kretzschmar, W. Eccarius, Helga Dietrich: The Orchid Genera Anacamptis, Orchis and Neotinea. Phylogeny, taxonomy, morphology, biology, distribution, ecology and hybridisation. 2. Auflage, EchinoMedia Verlag, Bürgel, 2007, ISBN 978-3-937107-11-0, S. 1–544. Table of Content.
  • R. M. Bateman: Evolutionary classification of European orchids: the crucial importance of maximising explicit evidence and minimising authoritarian speculation. In: Journal Europäischer Orchideen, Volume 41, 2009, S. 243–318.
  • Helmut Baumann, Richard Lorenz: Die Sektionen der Gattung Orchis L. In: Journal Europäischer Orchideen. Band 38, Nr. 1, 2006, S. 173–183, ISSN 0945-7909.
  • A. M.Pridgeon, P. J. Cribb, M. W. Chase, F. N. Rasmussen (Hrsg.): Genera Orchidacearum, Volume 2: Orchidoideae (Part one), Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-850710-0.
  • Karl-Peter Buttler: Orchideen, die wildwachsenden Arten und Unterarten Europas, Vorderasiens und Nordafrikas. Mosaik Verlag 1986, ISBN 3-570-04403-3.
  • Hans Sundermann: Europäische und mediterrane Orchideen. Brücke-Verlag, 2. Auflage, 1975, ISBN 3-87105-010-5.
  • Helmut Baumann, Siegfried Künkele, Richard Lorenz: Orchideen Europas mit angrenzenden Gebieten. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 2006, ISBN 978-3-8001-4162-3, S. 206–256.

Einzelnachweise

<references> <ref name="WCSP"> Rafaël Govaerts, 2003: World Checklist of Monocotyledons Database in ACCESS. 1-71827. The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Vorlage:WCSP </ref> <ref name="BatemanPridgeonChase1997"> R. M. Bateman, A. M. Pridgeon, M. W. Chase: Phylogenetics of subtribe Orchidinae (Orchidoideae, Orchidaceae) based on nuclear ITS sequences. 2. Infrageneric relationships and reclassification to achieve monophyly of Orchis sensu stricto. In: Lindleyana, Volume 12, 1997, S. 113–141. </ref> <ref name="AHO2005"> AHO (Hrsg.): Die Orchideen Deutschlands. Verlag AHO Thüringen Uhlstädt – Kirchhasel, 2005, ISBN 3-00-014853-1. </ref> <ref name="Bateman2009"> R. M. Bateman: Evolutionary classification of European orchids: the crucial importance of maximising explicit evidence and minimising authoritarian speculation. In: Journal Europäischer Orchideen, Volume 41, 2009, S. 243–318. </ref> <ref name="Shaw2017"> J. M. H. Shaw: Quart. Suppl. Int. Reg. Orchid Hybrids. In: Orchid Review. An Illustrated Monthly Journal Devoted to Orchidology in all its Branches. Kingsteignton, ..., Suppl., 125, 1319, September 2017, S. 58. </ref> <ref name="BaumannKünkele1998">Helmut Baumann, Siegfried Künkele: "Orchidaceae". In Oskar Sebald u. a.: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. 1. Auflage Band 8, S. 374–398. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1998. ISBN 3-8001-3359-8</ref> <ref name="Tutin1980"> R. de Soó: Orchis L. In: Thomas Gaskell Tutin u. a.: Flora Europaea. Band 5, S. 337-342. Cambridge University Press 1980. ISBN 0-521-20108-X.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Knabenkräuter (Orchis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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