Knäuel-Hornkraut
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| Knäuel-Hornkraut | ||||||||||||
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| Datei:(MHNT) Cerastium glomeratum - habitus.jpg
Knäuel-Hornkraut (Cerastium glomeratum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cerastium glomeratum | ||||||||||||
| Thuill. |
Das Knäuel-Hornkraut (Cerastium glomeratum), auch Knäuelblütiges Hornkraut genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
Beschreibung
Das Knäuel-Hornkraut wächst als ein- bis zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von etwa 2 bis 25 Zentimeter. Die oberirdischen Pflanzenteile sind von blass- oder fast gelbgrüner Farbe. Sie besitzt abstehende, bis 2 mm lange Trichome, oben auch mit Drüsenhaaren (Indument). Die Stängel sind aufrecht oder aufsteigend, vom Grund an oder erst oberwärts verzweigt und entfernt beblättert.<ref name="Friedrich1979" />
Die gegenständigen Laubblätter sind meist rundlich-eiförmig, seltener länglich, 5 bis 25 Millimeter lang und die unteren in den Blattstiel verschmälert.
Die Blütezeit reicht von März bis September. Der Blütenstand wirkt dicht zusammengedrängt und fast geknäuelt, ist aber dichasial aufgebaut.<ref name="Friedrich1979" /> Alle Deckblätter sind krautig und ohne Hautrand mit bärtig behaartem oberen Ende. Die Blütenstiele sind drüsig-flaumig, kürzer als der Kelch und zur Fruchtzeit höchstens so lang wie der Kelch. Sie sind nach dem Verblühen hakig gebogen, zuletzt aber wieder aufrecht.<ref name="Friedrich1979" /> Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die 5 Kelchblätter sind lanzettlich spitz, 4 bis 5 Millimeter lang, schmal hautrandig und mit die Spitze überragenden einfachen und drüsentragenden Haaren besetzt.<ref name="Friedrich1979" /> Die fünf Kronblätter sind weiß, im vorderen Drittel ausgerandet, kahl und etwa so lang wie die fünf Kelchblätter. Die 10 Staubblätter sind kahl, ihre Staubfäden sind ungleich lang.<ref name="Friedrich1979" /> Jede Blüte hat 5 Griffel.<ref name="Friedrich1979" />
Die Fruchtstiele sind meist kürzer als der Kelch. Die länglich-walzenförmige Kapselfrucht ist 6 bis 10 Millimeter lang und springt mit zehn Zähnen auf. Die Samen haben einen Durchmesser von 0,4 bis 0,5 Millimetern, sie sind hellbraun und fein warzig.<ref name="Friedrich1979" />
Die Chromosomenzahl ist 2n = 72.<ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen
Cerastium glomeratum kommt heutzutage weltweit vor. Es har ursprüngliche Vorkommen in Europa, auf Madeira, in Nordafrika, auf der Arabischen Halbinsel, in Westasien, im Kaukasusraum, in Turkmenistan und auf dem Indischen Subkontinent.<ref name="GRIN" /> Es ist eine Neophyt in Nord-, Mittel- und Südamerika, auf den Azoren, Kanaren, im südlichen Afrika, in Australien, Neuseeland, Madagaskar, Mauritius, Reunion, Neuguinea, Hawaii, in Malesien und in der Karibik.<ref name="GRIN" /> In den Alpen steigt es bis in Höhenlagen von 1600 m NN. In den Allgäuer Alpen steigt es in Vorarlberg in Baad bis zu einer Höhenlage von 1250 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" /> In Graubünden erreicht es im Fondei 1930 Meter.<ref name="Friedrich1979" />
In der Schweiz ist es verbreitet, in Österreich zerstreut bis selten zu finden. In Deutschland ist das Knäuel-Hornkraut fast überall verbreitet und meist häufig zu finden. Lediglich in Norddeutschland kommt es zerstreut vor.
Das Knäuel-Hornkraut wächst in Ackerunkrautfluren, auch an Wegen und Schuttplätzen. Es bevorzugt mäßig frischen bis feuchten, nährstoffreichen, kalkarmen, sandigen oder reinen Lehm- und Tonboden.<ref name="Oberdorfer2001" /> Häufig ist es in gehackten Äckern zu finden. Es ist in Mitteleuropa eine Assoziationscharakterart des Chenopodio-Oxalidetum fontanae, kommt aber auch in Gesellschaften der Klasse Secalietea oder der Verbände Nanocyperion oder Agropyro-Rumicion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Das Knäuel-Hornkraut wurde 1799 von Jean Louis Thuillier in Flore des Environs de Paris ed. 2, Seite 226 als Cerastium glomeratum erstbeschrieben.
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 376.</ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 496.</ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="InfoFlora">Cerastium glomeratum Thuill. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Friedrich1979">Hans-Christian Friedrich: Familie Caryophyllaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band III, Teil 2, Seite 934–935. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1979. ISBN 3-489-60020-7</ref> </references>