Knäuel-Binse
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| Knäuel-Binse | ||||||||||||
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| Datei:Juncus conglomeratus - keraluga Keilas.jpg
Knäuel-Binse (Juncus conglomeratus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Juncus conglomeratus | ||||||||||||
| L. |
Die Knäuel-Binse (Juncus conglomeratus) ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Binsen (Juncus) in der Familie der Binsengewächse gehört.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Knäuel-Binse ist ein sommergrüner, mehrjähriger, Hemikryptophyt, der ohne Ausläufer oft in dichten Horsten wächst. Die dunkel- bis graugrüne Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 100 (bis 150) Zentimetern.<ref name="Podlech1980" /> Die röhrigen, mit Mark gefüllten Stängel wachsen starr aufrecht und tragen feine Längsrippen. Sie tragen nur ein den Blütenstand überragendes Blatt. Die basalen Blattscheiden sind hell rotbraun und stumpf; die obersten haben oft eine sehr kleine Blattspreite.<ref name="Podlech1980" />
Generative Merkmale
Die Knäuel-Binse blüht zwischen Mai und Juli. Der Blütenstand ist eine scheinbar seitenständige, vielblütige Spirre. Diese ist oft kompakt kopfig zusammengezogen, seltener locker ausgebreitet. Die sechs gleich großen Perigonblätter sind zwischen 2,5 und 3,5 Millimeter lang. Sie sind schmal eiförmig und lang zugespitzt, rotbraun, oft mit grünem Mittelstreifen, schmal hautrandig und meist länger als die Frucht.<ref name="Podlech1980" /> Die meist nur 3 Staubblätter sind ein Drittel bis halb so lang wie die Blütenhüllblätter.<ref name="Podlech1980" /> Die Staubbeutel sind länger als die Staubfäden und bandförmig. Die drei aufrechten Narben sind 0,6 bis 1 Millimeter lang und rot.<ref name="Podlech1980" /> Der Fruchtknoten ist dreimal so lang wie der Griffel. Die Früchte sind dreikantige Kapseln. Sie sind oben verbreitert und etwas eingesenkt. Der Griffel sitzt in dieser Vertiefung. Die Samen sind etwa 0,5 Millimeter lang<ref name="Podlech1980" /> und rotbraun.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40 oder 42.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ähnliche Arten
Ein deutlicher Unterschied zwischen der Flatter-Binse (Juncus effusus) und der Knäuel-Binse besteht am sichersten in der Langsstreifung des Stängels unterhalb des Blütenstands. Der Stängel der Flatter-Binse ist dort glatt, bei der Knäuel-Binse ist er gestreift.
Verbreitung und Standort
Die Knäuel-Binse ist in Europa, Westasien und Nordafrika beheimatet. Sie kommt in fast allen Ländern Europas vor und fehlt nur in Albanien, Island, Moldau und Spitzbergen. In Nordamerika, Venezuela und Neuseeland ist die Art ein Neophyt.<ref name="POWO" /> Sie steigt in den Alpen bis etwa 1900 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Podlech1980" />
Sie wächst in wechselfeuchten Ruderalfluren, in Feuchtwiesen, an Wegen, an Gräben und auch in Waldschlägen. Sie kommt vor allem in Pflanzengesellschaften des Verbands Juncion acutiflori, aber auch in bodensauren Gesellschaften der Verbände Molinion oder Calthion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die Knäuel-Binse ist eine Halblicht- bis Volllichtpflanze. Ihr ökologischer Schwerpunkt liegt auf wechselfeuchten, sauren bis mäßig sauren, stickstoffarmen Böden.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber starak wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
Ökologie
Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch den Wind (Anemophilie). Die Diasporen werden ebenfalls durch den Wind verbreitet (Anemochorie) oder durch Anhaften im Fell oder im Gefieder von Tieren (Epizoochorie).
Taxonomie
Die Knäuel-Binse wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Tomus 1, S. 326 als Juncus conglomeratus erstbeschrieben. Synonyme von Juncus comglomeratus <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind Juncus subuliflorus <templatestyles src="Person/styles.css" />Drejer, Juncus leersii <templatestyles src="Person/styles.css" />T. Marsson, Agathryon conglomeratum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Záv. Drábk. & Proćków und Juncus effusus subsp. conglomeratus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Husn.<ref name="Euro+Med" /><ref name="IPNI"/> Das Art-Epitheton conglomeratus (lat.) = geknäuelt, gehäuft nimmt auf den kopfig zusammengezogenen Blütenstand Bezug.
Literatur
- Jürke Grau, B. P. Kremer, B. M. Möseler, G. Rambold & D. Triebel: Gräser, Mosaik-Verlag, München 1996, ISBN 3-576-10702-9
- Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
- Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-1828-7.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Podlech1980">Dietrich Podlech: Familie Juncaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 366–367. </ref> <ref name="InfoFlora"> Juncus conglomeratus L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Juncus conglomeratus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="Euro+Med"> Source: 2010: World Checklist of Selected Plant Families (2010), copyright © The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Datenblatt Juncus conglomeratus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="IPNI"> The International Plant Names Index. [1]</ref> </references>
Weblinks
- Knäuel-Binse. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Knäuel-Binse. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Verbreitung weltweit
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)