Kloster von Yuste
Das Kloster von Yuste (San Jerónimo de Yuste) liegt im Nordosten der Provinz Cáceres in der Extremadura, abgeschieden an der Südflanke der Sierra de Gredos in Spanien. Der Palast neben dem Hieronymiten-Kloster von Yuste war das letzte Refugium Kaiser Karls V. Hier verbrachte er seine letzten Lebensjahre von seiner Ankunft im November 1556 bis zu seinem Tod im September 1558.
Im Jahr 2007 wurde dem Kloster von Yuste das Europäische Kulturerbe-Siegel verliehen.
Gebäude
Die heutige Klosteranlage mit Kirche, Konventsgebäuden, zweigeschossigem Kreuzgang und Palast Karls V. wurde ab 1949 auf Anordnung Francos über den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gebäuderesten wieder aufgebaut. Das historische Kloster war am 9. August 1809, in den Napoleonischen Kriegen, durch die französische Armee bis auf die Grundmauern zerstört worden<ref>Monasterio de Yuste, Revista Ibérica, 28. Dezember 2019, abgerufen am 10. Juli 2020.</ref>, als die Gebäude von den vorrückenden napoleonischen Truppen erobert und in Brand gesteckt wurden. Dabei gingen wahrscheinlich auch die historischen astronomischen Instrumente Karls V., darunter der Mercator-Doppelglobus, verloren.
Unweit westlich liegt der 1983 eingeweihte Deutsche Soldatenfriedhof Cuacos de Yuste.
Karl V. im Palast von Yuste
Im Alter von 55 Jahren hatte sich Karl V., der damals mächtigste Mann der Welt, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und König des spanischen Weltreiches, „in dem die Sonne nie unterging“, entschieden, seine Kronen und Ämter niederzulegen. Das Kaisertum ging an seinen Bruder Ferdinand, das spanische Königtum an seinen Sohn Philipp.
Kaiser Karl V. erreichte am 11. November 1556 mit seinem Tross Tornavacas. Der Tross bestand aus einer Vielzahl von Reitern und Dienern, mit denen Karl V. in einer noch heute erhaltenen Sänfte in die abgelegene Region reiste. Karl V. trat nicht in den Orden der Hieronymiten ein. Er lebte in einem kleinen, im italienischen Stil gehaltenen Palast, welcher für ihn direkt an das Kloster angrenzend erbaut worden war. Bis zur endgültigen Fertigstellung des Palastes lebte er übergangsweise in Jarandilla de la Vera im Schloss des Grafen von Oropesa.<ref>Ferdinand Seibt: Karl V. Der Kaiser und die Reformation. Siedler, Berlin 1990, ISBN 3-88680-338-4, S. 220.</ref> Am 3. Februar 1557 konnte Karl V. in den fertiggestellten Palast neben dem Kloster übersiedeln. Dort lebte er den „selbstgewählten Weg zu sich selber“ und starb im September 1558.<ref>Ferdinand Seibt: Karl V. Der Kaiser und die Reformation. Siedler, Berlin 1990, S. 224.</ref> 1574 wurde der Leichnam auf Anordnung seines Sohnes Philipp II. in den Escorial überführt.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Eine Besonderheit des Palastanbaus ist eine Verbindungstür vom Schlafgemach zum Hauptaltarraum des Klosters. Der an Gicht leidende Karl V. konnte so die Messe von seinem Bett aus verfolgen. Auch wenn der Palast mit lediglich acht Zimmern im Vergleich zu den vorigen Wohnsitzen des Kaisers (vor allem dem Koudenberg-Palais in Brüssel) oder den Bauten seines Sohnes (Königspalast Madrid und Escorial) und seines Bruders (Wiener Hofburg) äußerst bescheiden ist, hat es dem Privatier doch nicht an Komfort gemangelt: Eine rund sechzigköpfige Dienerschaft kümmerte sich um den abgedankten Kaiser in seinem Alterswohnsitz.
Bilder
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Zugangsrampe für die Sänftenträger
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Reisesänfte
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Wohnzimmer von Kaiser Karl
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Terrasse
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Schreibtisch
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Sessel
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Lesetisch
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Bett
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Der mumifizierte Körper Karls V. nach seiner Umbettung in den Escorial, Fotografie eines Gemäldes von Vicente Palmaroli
Literatur und Musik
- August von Platen († 1835) gestaltete die Ankunft Karls V. in Yuste in der Balladenszene Der Pilgrim vor St. Just,<ref>August von Platen: Der Pilgrim vor St. Just im Projekt Gutenberg.</ref> die Carl Loewe 1844 vertonte (op. 99,3).
- In Verdis Oper Don Carlos (1867) beginnt der zweite Akt beim Kloster von Yuste, wo Prinz Carlos Besinnung am Grab seines Großvaters sucht und endet auch dort.
- Ernst Kreneks Oper Karl V. (1933) spielt in Yuste. Hier erzählt Karl nach seiner Abdankung die wichtigsten Ereignisse seines Lebens. Seine Erinnerungen erscheinen ihm als Visionen.
- Arno Geiger (2024) Reise nach Laredo, Roman erzählt vom Leben des abgedankten Kaisers in Yuste, von einer phantastischen Reise mit dem elfjährigen Geronimo und besonders vom Loslassen sowie über das, worauf es im Leben ankommt.
Europäische Akademie von Yuste
Die Stiftung Europäische Akademie von Yuste (Fundación Academia Europea de Yuste) wurde im Jahr 1992 gegründet. Die Akademie hat das Ziel, kulturelle, historische und soziale Werte Europas zu verbreiten. Neben weiteren Aktivitäten zeichnet die Stiftung seit 1995 engagierte Europäer oder europäische Organisationen mit dem Europapreis Karl V. (Premio Europeo Carlos V) aus.
Preisträger:
- 1995: Jacques Delors
- 1998: Wilfried Martens
- 2000: Felipe González Márquez
- 2002: Michail Gorbatschow
- 2004: Jorge Fernando Branco de Sampaio
- 2006: Helmut Kohl
- 2008: Simone Veil
- 2011: Javier Solana Madariaga
- 2014: José Manuel Durao Barroso
- 2016: Sofia Corradi
- 2017: Marcelino Oreja Aguirre
- 2018: Antonio Tajani
- 2019: Cultural Routes of the Council of Europe
- 2021: Angela Merkel
- 2022: European Disability Forum
- 2023: António Guterres
- 2024: Mario Draghi
- 2025: Josep Borrell
Literatur
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Weblinks
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Einzelnachweise
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