Kloster Neubourg
Kloster Baumgarten
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Tochterklöster |
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Das Kloster Neubourg (Neuburg, Novum Castrum) war eine Zisterzienserabtei im Elsass.
Geographische Lage
Das Kloster lag im Tal der Moder im Unterelsass (heutiges Département Bas-Rhin, Frankreich) zwischen Hagenau und Pfaffenhoffen auf der Gemarkung der Gemeinde Dauendorf, rund neun Kilometer westlich von Hagenau.
Geschichte
Kloster Neuburg wurde 1128<ref name=Kraus167 >Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band I, Friedrich Bull, Straßburg 1876, S. 167–168 (books.google.de).</ref> von Graf Reinhold von Lützelburg mit Hilfe von Friedrich II., Herzog von Schwaben, gegründet.<ref name="Glöckler">Ludwig Gabriel Glöckler: Geschichte des Bisthums Straßburg, Band II, X. H. Le Roux, Straßburg 1880, S. 459–469 (books.google.de).</ref> Um es zu bevölkern, wandte man sich an das Kloster Lützel (Lucelle), eine Filiale von Kloster Bellevaux aus der Filiation der Primarabtei Morimond. Dessen Abt, Stephan, sandte gemäß den Statuten zwölf Mönche, an deren Spitze er als ersten Abt den Ulrich, Graf von Neuburg und Burgund, stellte. Von diesem Ulrich, Vetter des hl. Bernardus, erhielt die Abtei den Namen Neuburg (Neo castrum). Papst Eugen III. bestätigte die Stiftung 1141.<ref name=Glöckler />
Neuburg war Mutterkloster der württembergischen Klöster Herrenalb und Maulbronn, die schon zwanzig Jahre später mit hiesigen Mönchen bevölkert wurden,<ref name=Billings >Sigmund Billings: Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten, Basel 1782, S. 318 (books.google.de).</ref> sowie von Kloster Baumgarten.
Dem Beispiel seiner Amtsvorgänger folgend, nahm der römisch-deutsche Kaiser Karl IV. durch eine Urkunde vom 8. Dezember 1356 das Kloster nebst dessen Besitz in seinen Schutz und verlieh ihm mehrere neue Rechte.<ref>Johann Friedrich Böhmer: Regesta imperii, Band VIII: Die Regesten des Kaiserreichs unter Kaiser Karl IV. 1346–1378, Alfons Huber, Innsbruck 1877, S. 205 (books.google.de).</ref>
Das Vogteirecht des Klosters lag bei den Herren von Lichtenberg.<ref>Gisela Probst: Die Memoria der Herren von Lichtenberg in Neuweiler (Elsass). Adelphus-Teppiche, Hochgrab Ludwigs V. (gestorben 1471), Heiliges Grab (1478), Glasmalereien. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 2015. ISBN 978-3-87157-241-8, S. 29.</ref>
An der östlichen Seite des Liebfrauenbergs bei Görsdorf ließ Heinrich von Fleckenstein 1237 für Augustinerinnen das Nonnenkloster Marienbrunn erbauen. Nachdem die Nonnen 1575 das Kloster verlassen hatten, wurde es samt seiner Güter 1697 vom letzten Herrn von Fleckenstein der Abtei Neuburg übergeben, die es mit Zisterzienser-Mönchen besetzte.<ref name=Billings /><ref name=Hunkler >Theodor Franz Xaver Hunkler: Leben der Heiligen des Elsasses, Z. Käppekin, Colmar 1839 (books.google.de)</ref>
Vom 14. bis zum 17. Jahrhundert wurde die Abtei Neuburg mehrfach zerstört, aber wiederaufgebaut. Die Abtei Neuburg besaß im 18. Jahrhundert die Dörfer Dauendorf, Dunnenheim, Uhlweiler und Nieder-Altdorf.<ref>Sigmund Billings: Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten, Basel 1782, S. 267 (books.google.de).</ref> In der französischen Revolution wurden die Kirche und das Kloster im Jahr 1790 nahezu vollständig zerstört. Nur eine kleine gotische Kapelle aus dem 14. oder 15. Jahrhundert blieb stehen, bis auch sie 1846 Opfer des Vandalismus wurde.<ref name=Kraus167 />
Bauten, Anlage, Ausstattung
Die Abteikirche wurde im Jahr 1158 geweiht. Sie wurde 1758 erneuert, aber wie die gesamte Klosteranlage 1818 niedergelegt. Erhalten sind ein barockes Portal von 1744, eine Mühle und Teile der Klostermauer. Die Rokoko-Ausstattungsteile aus Holz befinden sich heute in der Kirche St. Nikolaus in Haguenau (Chorgestühl, Orgelgehäuse, Kanzel, Statuen, Skulpturen) sowie im Musée historique derselben Stadt (Türflügel). Der „Bienenbrunnen“ vor der Kirche St. Georg stammt ebenfalls aus der Klosteranlage Neuburg.
Literatur
- Jean-Philippe Meyer: L’église abbatiale de Neubourg en Alsace (XIIe siècle) – un édifice cistercien disparu. In: INSITU. Zeitschrift für Architekturgeschichte 2 (1/2010), S. 21–32.
- Bernard Peugniez: Routier cistercien. Abbayes et sites. France, Belgique, Luxembourg, Suisse. Nouvelle édition augmentée. Éditions Gaud, Moisenay 2001, ISBN 2-84080-044-6, S. 11.
- Ambrosius Schneider: Lexikale Übersicht der Männerklöster der Cistercienser im deutschen Sprach- und Kulturraum. In: Ambrosius Schneider, Adam Wienand, Wolfgang Bickel, Ernst Coester (Hrsg.): Die Cistercienser. Geschichte – Geist – Kunst. 3., erweiterte Auflage. Wienand, Köln 1986, ISBN 3-87909-132-3, S. 679.
Weblinks
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- Webseite über das Kloster auf der Homepage der Gemeinde Dauendorf
- Website der Certosa di Firenze mit wenigen Fotos
Einzelnachweise
<references/>
- Wikipedia:Vorlagenfehler/FlagIcons
- Wikipedia:Koordinaten-Parameterfehler
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Schwesterprojekt
- Ehemaliges Zisterzienserkloster in Frankreich
- Ehemaliges Kloster im Elsass
- Kloster im Département Bas-Rhin
- Monument historique (Kloster)
- Monument historique seit 1990
- Monument historique in Dauendorf
- Sakralbau im Département Bas-Rhin
- Klosterbau im Elsass
- Klosterbau in Grand Est
- Klosterbau in Europa
- Klostergründung 1130
- Aufgelöst 1791