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Kloster Fürstenfeld

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Datei:Kloster Fürstenfeld.jpg
Seitenansicht des Klosters

Das Kloster Fürstenfeld ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=la |SCRIPTING=Latn |SERVICE=lateinisch}}) ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in Fürstenfeldbruck in Bayern in der Erzdiözese München und Freising.

Es liegt etwa 25 Kilometer westlich der Landeshauptstadt München. Das frühere Kloster war eines der ehemaligen Hausklöster der Wittelsbacher. Die Klosterkirche St. Maria gilt als ein Hauptwerk des süddeutschen Spätbarock. Unmittelbar südlich über dem Kloster liegt auf einem Sporn eines eiszeitlichen Moränenzuges der hochmittelalterliche Burgstall Engelsberg. Diese Burg war vermutlich ein welfischer Ministerialensitz, der später vom Kloster aufgekauft und zerstört wurde.

Geschichte

Datei:Wening M074 Fürstenfeld, Kloster.jpg
Kupferstich von Michael Wening in Topographia Bavariae um 1700

Das Kloster wurde 1263 von Herzog Ludwig II., dem Strengen nach zwei vorübergehenden Gründungsversuchen in Thal bei Großhöhenrain und Olching gestiftet, als Sühne für die unrechtmäßige Hinrichtung seiner ersten Frau Maria von Brabant. Der Sohn Ludwigs II. aus dritter Ehe, Kaiser Ludwig der Bayer, stattete das Kloster mit zahlreichen Privilegien aus, nachdem es vor der Schlacht bei Mühldorf am 28. September 1322 die Boten von Ludwigs Habsburger Thronrivalen Friedrich dem Schönen abgefangen hatte, wodurch das Kloster zum Sieg des Bayern und zur Verhaftung Friedrichs beigetragen hatte.<ref>Markus T. Huber: Die Vereinnahmung Ludwigs des Bayern durch die Nachwelt. Memoria und Repräsentation am Beispiel Münchens und der Abtei Fürstenfeld. In: Hubertus Seibert (Hrsg.): Ludwig der Bayer (1314–1347). Reich und Herrschaft im Wandel. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2014, S. 508.</ref> 1347 starb der Kaiser unweit des Klosters auf der Bärenjagd in Puch.

Unter Vorsitz des Abtes von Cîteaux wurden 1595 in Fürstenfeld Grundlagen für Ordensreformen erarbeitet, die bis in das 18. Jahrhundert gelten sollten. Im Dreißigjährigen Krieg (1632/1633) wurde das Kloster durch die Truppen von König Gustav II. Adolf von Schweden geplündert, der Konvent flüchtete unter anderem nach München. Dort gehörten zwei Mönche zu den Geiseln des schwedischen Königs. Ab 1640 ging es mit dem Kloster wieder bergauf. Unter Abt Martin Dallmayr verdoppelte sich die Anzahl der Mönche, die Ordensdisziplin wurde erneuert und die wirtschaftliche Grundlage für den barocken Neubau geschaffen.

1691 fand die Grundsteinlegung der barocken Klosteranlage statt. Mit der Ausführung wurde der Münchner Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi beauftragt.

Kirche Mariä Himmelfahrt

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Die Bauausführung im Bereich der Kirche, die erst nach dem Spanischen Erbfolgekrieg richtig einsetzen konnte, besorgte nach Viscardis Tod 1713 Johann Georg Ettenhofer. Ob er einige Änderungen an Viscardis Plänen einbrachte oder diese noch von Viscardi selbst festgelegt worden waren, ist ungeklärt. 1723 war der Chor vollendet, 1741 wurde die Kirche geweiht, die weitere Ausstattung zog sich bis gegen 1780 hin.

Zahlreiche erstrangige Künstler waren an der Ausstattung beteiligt, so Cosmas Damian Asam, der die Deckenfresken malte und die Brüder Jacopo und Francesco Appiani. Von Egid Quirin Asam stammen die mittleren Seitenaltäre, wohl auch der Entwurf zum Hochaltar. Die Fürstenfelder Klosterkirche folgt dem Typus der süddeutschen Wandpfeilerkirche in der Nachfolge von St. Michael in München und der Studienkirche Mariä Himmelfahrt in Dillingen a. d. Donau. Die Besonderheit sind umlaufende Emporengänge oberhalb des Hauptgebälks (das sich bei einheimischen Baumeistern meist auf den Pfeilerkopf beschränkt, in diesem Fall aber, wie bei italienischen Meistern üblich, durchläuft). Dazu kommen eingehängte Emporen über der Attikazone in Höhe der Gewölbe. Beeindruckend sind Höhe und Weite des Kirchenraums, der trotz der langen Bau- und Ausstattungsperiode sehr einheitlich wirkt.

Kloster

Im Konventbau des Klosters, das gerne als „bayerischer Escorial“ bezeichnet wird, entstand auf Geheiß des Kurfürsten Maximilian II. Emanuel eine Raumfolge mit bedeutenden Fresken von Hans Georg Asam und Stuck von Pietro Francesco Appiani. Der fast 9 m hohe, 12 m breite und 27,5 m lange Churfürstensaal im Westtrakt, der sich über zwei Geschosse erstreckt, mit Fresken von Hans Georg Asam und einer Stuckdekoration von Giovanni Nicolò Perti aus der Zeit um 1696 wurde 1860 durch Abschlagen der Deckenfresken und des Deckenstucks beeinträchtigt und durch Einziehen einer Zwischendecke im Raumgefüge zerstört; zwischen 2007 und 2010 erfolgte die rekonstruierende Wiederherstellung, jedoch ohne die Decke.<ref>Werner Schiedermair (Hrsg.): Der Churfürstensaal im ehemaligen Zisterzienserkloster Fürstenfeld. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2012, ISBN 978-3-89870-746-6.</ref>

1803 ging das Kloster Fürstenfeld aufgrund der allgemeinen Säkularisation in Privatbesitz über. Neuer Besitzer wurde der böhmische Tuchfabrikant Ignaz Leitenberger. Der Naturforscher Karl von Moll pachtete zur Unterbringung seiner Sammlungen einige Räume. Die Einwohner von Bruck retteten die Kirche vor dem Abbruch. 1816 ging die Klosterkirche in den Besitz des bayerischen Königs Maximilian I. über und diente ab diesem Zeitpunkt als Landhofkirche des königlichen Hauses.

1817 wurde das gesamte Kloster vom bayerischen Feldmarschall Carl Philipp von Wrede zurückgekauft, und ein Jahr später wurde eine Militärinvalidenanstalt in den früheren Konventgebäuden eröffnet. 1828 wurde ein Gebetssaal für Protestanten im ehemaligen Kapitelsaal eingerichtet. 1866 wurde das Klostergebäude teilweise durch ein Feuer im Trakt südlich der Klosterkirche, der zu dieser Zeit als Krankenhaus genutzt wurde, zerstört. Zwischen 1848 und 1921 wurde das Klostergebäude zu militärischen Zwecken genutzt (z. B. Standort verschiedener Infanterie- und Kavallerieabteilungen und als Kriegsspital für deutsche Soldaten und ausländische Kriegsgefangene im und nach dem Ersten Weltkrieg). Der Friedhof der Militärinvalidenanstalt am Kloster wurde 1918 reaktiviert, um die verstorbenen Kriegsgefangenen beizusetzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dort verstorbene „Displaced Persons“ zugebettet, so dass heute auf der Kriegsgräberstätte Kriegsgefangenenfriedhof am Kloster Fürstenfeld 274 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ruhen.<ref>{{#if:|{{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}| |}}}}{{#if:|{{{autor}}}: }}{{#if:|{{#if:Geschichts- und Erinnerungstafel Fürstenfeldbruck „Kriegsgefangenenfriedhof“|[{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|archivURL|1={{#invoke:URLutil|getNormalized|1={{{archiv-url}}}}}}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel=Geschichts- und Erinnerungstafel Fürstenfeldbruck „Kriegsgefangenenfriedhof“}}]{{#if:| ({{{format}}})}}{{#if:| {{{titelerg}}}{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel={{{titelerg}}}}}}}}}|{{#if:https://www.volksbund.de/mediathek/mediathek-detail/-0c00139b98.html%7C{{#if:{{#invoke:TemplUtl%7Cfaculty%7C1}}%7C{{#invoke:Vorlage:Internetquelle%7CTitelFormat%7Ctitel={{#invoke:WLink%7CgetEscapedTitle%7C1=Geschichts- und Erinnerungstafel Fürstenfeldbruck „Kriegsgefangenenfriedhof“}}}}|[{{#invoke:URLutil|getNormalized|1=https://www.volksbund.de/mediathek/mediathek-detail/-0c00139b98.html}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel={{#invoke:WLink|getEscapedTitle|1=Geschichts- und Erinnerungstafel Fürstenfeldbruck „Kriegsgefangenenfriedhof“}}}}]}}{{#if:| ({{{format}}}{{#if:1Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.{{#if: 2020-05-20 | {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}||1}}}}

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Nach 1918 ging der Ökonomietrakt in den Besitz des Wittelsbacher Ausgleichsfonds über, der ihn 1923 dem Kloster Ettal verpachtete. Ab 1921 wurden die Klostergebäude als Landesschülerheim genutzt. Von 1924 bis 1975 waren verschiedene Einrichtungen der Polizeiinstitutionen wie Polizeihaupt-, Schutzpolizei-, Landpolizeischule im Kloster zuhause, ab 1975 der Fachbereich Polizei der Bayerischen Beamtenfachhochschule (heute Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern). 1979 erwarb die Stadt Fürstenfeldbruck den Ökonomietrakt des Klosters und begann 1987 mit Umbauten. 1991 eröffnete der erste Teil des heutigen Museum Fürstenfeldbruck und bis 2001 wurden die Bauten zu einem neuen Kulturzentrum für die Bürger des Landkreises Fürstenfeldbruck ausgebaut.

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Kloster Fürstenfeld bei Sonnenuntergang – sphärisches Luftbildpanorama aus 21 Einzelaufnahmen

Liste der Äbte

Quelle<ref>Michael Hartig: Die oberbayerischen Stifte. Band I: Die Benediktiner-, Cisterzienser- und Augustiner-Chorherrenstifte. Verlag vorm. G. J. Manz, München 1935, {{#if: {{#if: | {{#invoke:TemplUtl|faculty|{{{suffix}}}}} }}

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Veranstaltungsforum Fürstenfeld

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Im historischen Areal des Klosters liegt das im Herbst 2001 eingeweihte Veranstaltungsforum Fürstenfeld. Nachdem die Stadt Fürstenfeldbruck 1979 die Ökonomiegebäude der Zisterzienserabtei erworben hatte, dauerte es danach über 20 Jahre, bis die Idee eines überregionalen Freizeit- und Kulturzentrums verwirklicht werden konnte. Neben und in baulicher Verbindung mit den restaurierten Ökonomiegebäuden wurde ein moderner Stadtsaalbau erstellt. Heute finden in der Gesamtanlage Veranstaltungen aller Art statt wie beispielsweise Weiterbildungsseminare, Tagungen, Theateraufführungen, Konzerte, Lesungen, Kabarett, Produktpräsentationen sowie jahreszeitlich orientierte Veranstaltungen (z. B. Oster-, Weihnachtsmarkt).

Literatur (Auswahl)

  • Peter Pfister (Autor), Wolf-Christian von der Mülbe (Fotos): Das Zisterzienserkloster Fürstenfeld. 2., völlig neubearb. Auflage. Regensburg 1998, ISBN 3-7954-1159-9.
  • Peter Pfister (Hrsg.), Alberich Martin Altermatt (Mitarbeit) u. a.: Klosterführer aller Zisterzienserklöster im deutschsprachigen Raum. 2. Auflage. Strasbourg/München 1998, ISBN 3-931820-57-2.
  • In Tal und Einsamkeit, 725 Jahre Kloster Fürstenfeld. Ausstellungskatalog, Bd. II: Aufsätze, hrsg. von Angelika Ehrmann, Peter Pfister, Klaus Wollenberg, Stadt Fürstenfeldbruck 1988, ohne ISBN.
  • Birgitta Klemenz: Das Zisterzienserkloster Fürstenfeld zur Zeit von Abt Martin Dallmayr 1640–1690. (Dissertation).
  • Karl Ad. Röckl: Beschreibung von Fürstenfeld. München 1840.
  • Werner Schiedermair: Kloster Fürstenfeld. 2. Auflage. Josef Fink Verlag, 2013, ISBN 978-3-89870-324-6. Insbesondere darin: Peter Pfister: Die Funktionen eines Abtes und die Reihenfolge der Fürstenfelder Äbte. S. 289 ff.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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