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Klaus-Jürgen Tillmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Klaus-Jürgen Tillmann (* 17. September 1944 in Bochum; † 30. Dezember 2025) war ein deutscher Erziehungswissenschaftler. Er arbeitete als Professor für Schulpädagogik an der Universität Hamburg (im Fachbereich Erziehungswissenschaft) und der Universität Bielefeld. Dort war er zugleich (von 1994 bis 2008) Wissenschaftlicher Leiter der „Laborschule Bielefeld“, einer Reformschule, die 1974 von Hartmut von Hentig gegründet wurde. Ab 2009 war er emeritiert.

Leben und Wirken

Klaus-Jürgen Tillmann, Sohn von Wilma Tillmann, geborener Wieditz, und des Bergmanns Klaus Tillmann, machte zunächst eine Lehre als Industrie-Kaufmann. Von 1966 bis 1969 absolvierte er an der Pädagogischen Hochschule in Dortmund ein Lehrerstudium, schloss dieses 1972 als Diplom-Pädagoge ab und war danach als Hauptschullehrer in Bochum tätig. 1974 wurde er an der Pädagogischen Hochschule in Dortmund mit einer Arbeit zur schulischen Sozialisation zum Dr. paed. promoviert. Bevor er 1992 nach Bielefeld kam, war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Schulentwicklungsforschung der PH Dortmund (1972–1979) und als Professor für Erziehungswissenschaft (Schulpädagogik) an der Universität Hamburg (1979–1991) tätig. 1991/92 hat er als Gründungsdirektor das Pädagogische Landesinstitut Brandenburg (Ludwigsfelde) aufgebaut.

Neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit war er in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien tätig – so etwa im wissenschaftlichen Beirat des DJI (Deutsches Jugendinstitut). Er war von 1974 bis 1978 stellvertretender Bundesvorsitzender der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule. Außerdem war er Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Forschungsverbundes „Studien zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG). 1984 wurde er Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung. Von 1999 bis 2003 war er Vorsitzender des Fachausschusses Pädagogik in der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft). Er führte politikberatende Projekte u. a. in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen durch.

Schwerpunkte seiner Arbeit waren: Schultheorie, Schulentwicklung in der Sekundarstufe, schulische Sozialisation und empirische Bildungsforschung. Er ist einer der Autoren der deutschen PISA-2000-Studie.

Tillmann wohnte in Berlin. Er war in zweiter Ehe seit 1983 mit der Pädagogik-Professorin Marianne Horstkemper (vormals Universität Potsdam) verheiratet und hatte eine Tochter (Katja). Klaus-Jürgen Tillmann starb am 30. Dezember 2025 im Alter von 81 Jahren.<ref>Universität Bielefeld trauert um Professor Klaus Jürgen Tillmann. In: guetsel.de. 9. Januar 2026, abgerufen am 10. Januar 2026.</ref>

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Politische Sozialisation in der Gesamtschule. 972.
  • Unterricht als soziales Erfahrungsfeld. Frankfurt am Main 1976.
  • Sozialpädagogik in der Schule. 1976.
  • Jahrbuch der Schulentwicklung. 1980, 1982 und 1984.
  • mit K. Klemm und H. G. Rolff: Bildung für das Jahr 2000. Bilanz der Reform, Zukunft der Schule. Reinbek 1985.
  • Schultheorien. Hamburg 1987.
  • Zwischen Euphorie und Stagnation. Erfahrungen mit der Bildungsreform. Hamburg 1987.
  • Sozialisationstheorien. Reinbek 1989 (15. Auflage 2007).
  • Jugend weiblich – Jugend männlich. Opladen 1992.
  • Schulentwicklung und Lehrerarbeit. Hamburg 1995.
  • mit B. Holler-Nowitzki und anderen: Schülergewalt als Schulproblem. Weinheim 1999 (3. Auflage 2007).
  • mit J. Baumert und anderen: PISA 2000. Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im Vergleich. Opladen 2001.
  • mit L. Huber: Versuchsschulen und das Regelschulsystem. Bielefeld 2005.
  • mit S. Thurn: Laborschule – Modell für die Schule der Zukunft. Bad Heilbrunn 2005.
  • mit R. Watermann und anderen: Die Laborschule im Spiegel ihrer PISA-Ergebnisse. Weinheim 2005.
  • mit E. Terhart: Schulentwicklung und Lehrerforschung. Bad Heilbrunn 2007.
  • mit K. Dedering und anderen: PISA als bildungspolitisches Ereignis. Wiesbaden 2008.
  • als Hrsg. mit T. Rauschenbach, R. Tippelt und H. Weishaupt: Datenreport Erziehungswissenschaft 2008. Opladen / Farmington Hills 2008, ISBN 978-3-86649-179-3.
  • als Hrsg. mit Nicole Hollenbach: Teacher Research and School Development. German approaches and international perspectives. Opladen / Farmington Hills 2011, ISBN 978-3-86649-352-0.
  • mit M. Horstkemper: Sozialisation und Erziehung in der Schule. Eine problemorientierte Einführung. UTB, Bad Heilbrunn 2016, ISBN 978-3-8252-4537-5.
  • als Hrsg. mit J.Baumert: Empirische Bildungsforschung. Der kritische Blick und die Antwort auf die Kritiker (= Zeitschrift für Erziehungswissenschaft. Sonderheft 31). Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-13784-7.

Literatur

  • Tillmann, Klaus-Jürgen. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1252.

Weblinks

Einzelnachweise

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