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Kelten-Römer-Museum

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Kelten-Römer-Museum
Datei:Kelten römer museum manching von S.JPG
Kelten-Römer-Museum (2013)
Daten
Ort Manching
Art
Archäologisches Museum
Architekt Fischer Architekten<ref name="fz" />
Eröffnung 2006
Leitung
Tobias Esch<ref>Das Team. Abgerufen am 11. August 2024.</ref>
Website
ISIL [[[:Vorlage:ISIL-Link]] DE-MUS-386012]

Das Kelten-Römer-Museum im oberbayerischen Manching, rund zehn Kilometer südöstlich von Ingolstadt, ist ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München und wurde am 2. Juni 2006 eröffnet.

Trägerschaft und Gebäude

Datei:Keltenmuseum manching 2.JPG
Kelten-Römer-Museum, Nordseite (Foto: 2006)

Träger des Museums ist der Zweckverband Kelten-Römer-Museum Manching<ref>Impressum. Zweckverband Kelten-Römer-Museum Manching, abgerufen am 20. Juli 2023.</ref> mit dem Bezirk Oberbayern, dem Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm, dem Markt Manching und dem Keltisch-Römischen Freundeskreis als Mitglieder;<ref>Daniela Olivares: Museum Manching: Können private Geber den Goldschatz retten? In: BR24. Bayerischer Rundfunk, 21. Juni 2023, abgerufen am 20. Juli 2023.</ref> gefördert wurde es durch das Land Bayern.<ref name=":0">Zweckverband Kelten Römer Museum Manching (Hrsg.): Kelten Römer Museum Manching. 2006, S. 36.</ref>

Der Bau wurde von Fischer Architekten (seit 2014 Fischer Z<ref>kelten römer museum manching – Fischer Z – Architekten. Abgerufen am 8. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) aus München entworfen<ref name="fz">BauNetz: Kelten und Römer – Museum bei Ingolstadt eröffnet. 31. Mai 2006, abgerufen am 27. Oktober 2020.</ref> und mehrfach nominiert und ausgezeichnet.<ref>AuszeichnungenAnerkennungen – Fischer Z – Architekten. Abgerufen am 11. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er gliedert sich in den mit 670 m² größten Raum für die „Abteilung Kelten“ und die „Ausstellung Römer“ mit 510 m².<ref name=":0" /> Die Gesamtbaukosten betrugen 7,03 Mio. Euro.<ref name=":0" />

Dauerausstellung

Kelten

Hier werden die Funde und Exponate des in unmittelbarer Nähe befindlichen Oppidum von Manching ausgestellt. Von herausragender Bedeutung ist dabei vor allem der 1999 entdeckte Schatzfund, bestehend aus 483 Goldmünzen (Muschelstatere), der der größte im 20. Jahrhundert entdeckte keltische Goldfund ist. Der Goldschatz wurde am 22. November 2022 bei einem Einbruch gestohlen.<ref>Tobias Zell: Keltischer Goldschatz aus Manchinger Museum geklaut: Was bisher bekannt ist. In: Pfaffenhofen-Today.de. 22. November 2022, abgerufen am 23. November 2022.; dpa-Newskanal: Noch keine Zeugenhinweise nach Gold-Diebstahl aus Museum. In: sueddeutsche.de. 24. November 2022, abgerufen am 25. November 2022.</ref> Am 19. Juli 2023 wurden bei Durchsuchungen Teile davon von der Polizei sichergestellt.<ref>Henning Pfeifer, Katrin Nöbauer: Vier Festnahmen nach Goldschatz-Diebstahl von Manching. In: BR24. Bayerischer Rundfunk, 19. Juli 2023, abgerufen am 19. Juli 2023.</ref>

Weltweit einzigartig ist das 1984 gefundene sogenannte Kultbäumchen von Manching, die vergoldete Abbildung eines von Blättern, Knospen und Früchten umrankten Zweigs aus dem 3. Jahrhundert v. Chr.

Römer

Mittelpunkt der Abteilung bilden zwei 15 Meter lange römische Militärschiffe aus der Zeit um 100 n. Chr. Die Wracks wurden 1986 in einem verlandeten Seitenarm der Donau im Manchinger Ortsteil Oberstimm, der Brautlach, neben dem ehemaligen Gelände von Kastell Oberstimm, entdeckt. 1994 wurden sie planmäßig geborgen und anschließend im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz restauriert und konserviert. Ein Nachbau der 15 Meter langen und nach mediterraner Art in Nut-und-Feder-Technik hergestellten Schiffe wurde von der Werft „Jugend in Arbeit“ in Hamburg-Harburg rekonstruiert und umfangreich getestet. Dabei zeigte sich eine gute Manövrierfähigkeit und eine erreichbare Geschwindigkeit von ca. 14 km/h.<ref>Christoph Schäfer, Rudolf Askamp und Klaus-Michael Hüssen in: Terra X: Schliemanns Erben. Der Limes (1/2) Grenzwall gegen die Barbaren. Ein Film von Gisela Graichen und Peter Prestel. ZDF 2009, Minute 16 bis 22.</ref> Außerdem sind ein Modell der großen Donaubrücke bei Stepperg zu sehen sowie weitere Funde aus der Römerzeit, vor allem aus der Umgebung von Manching.

Einbruch im November 2022

Datei:Celtic find of golden coins in Manching in Germany.jpg
Kelten-Goldschatz von Manching

Am 22. November 2022 wurde im Kelten-Römer-Museum eingebrochen. Es wurden eine Fluchttür aufgehebelt und zwei Panzerglas-Vitrinen aufgebrochen. Zusätzlich hatten die Täter vor Ort verlaufende Glasfaserkabel durchtrennt und somit eine Alarmierung der Polizei verhindert.

Insgesamt wurden 483 Goldmünzen mit je 7,3 Gramm gestohlen, dazu aus der zweiten Vitrine drei weitere, deutlich größere Münzen. Alle stammen aus der Zeit um 100 vor Christus und wiegen zusammen rund vier Kilogramm. Der reine Materialwert der Goldmünzen lag zum Zeitpunkt des Diebstahls bei etwa 250.000 Euro, der Handelswert bei 1,6 Millionen Euro.<ref>Keltengold-Diebstahl in Manching: Was wir bisher wissen. In: BR.de. 23. November 2022, abgerufen am 24. November 2022.</ref> Bayerns Kunstminister Markus Blume bezeichnete den Goldschatz-Diebstahl als „Anschlag auch auf unser kulturelles Gedächtnis“.<ref>Diebstahl ist Anschlag auf kulturelles Gedächtnis. In: Zeit.de. 20. Juli 2023, abgerufen am 24. August 2023.</ref>

Im Juli 2023 wurden bei einer Durchsuchungsaktion im Großraum Schwerin vier Tatverdächtige festgenommen. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um 42, 43, 46 und 50 Jahre alte Deutsche. Drei von ihnen stammen aus dem Raum Schwerin, einer aus Berlin. Die Vierergruppe besteht aus einem Fernmeldetechniker, einem Buchhalter, einem Filialleiter im Einzelhandel und einem Mitarbeiter einer Abbruchfirma.<ref>Thomas Balbierer: "Anschlag auf unser kulturelles Gedächtnis". In: Sueddeutsche.de. 20. Juli 2023, abgerufen am 24. August 2023.</ref> Insgesamt wurden 18 Goldklumpen gefunden.<ref>Dutzende Münzen eingeschmolzen – Keltenschatz wohl nicht mehr vollständig erhalten. In: Spiegel.de. 20. Juli 2023, abgerufen am 24. August 2023.</ref> Die Zusammensetzung deute mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass es sich um die gesuchten Münzen handele. Demnach wurden vermutlich jeweils vier Goldmünzen aus dem Schatz zu einem Klumpen zusammengeschmolzen.<ref>Keltischer Goldschatz offenbar „mit Gewalt zerstört“ – vier Verdächtige in U-Haft. In: Berliner-Zeitung.de. 20. Juli 2023, abgerufen am 24. August 2023.</ref>

Die gefundene DNA-Spur hat auch zu weiteren Straftaten geführt, die Teilen des Quartetts anzulasten seien. Mindestens acht bisher ungeklärte Einbruchsdiebstähle stünden zu Buche, in Supermärkte, ein Spielcasino und eine Kfz-Zulassungsstelle. Nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamtes seien weitere Einbrüche in Museen geplant gewesen und wären auch ausgeführt worden, hätte die Polizei nicht zugegriffen.<ref>Goldschatz-Diebstahl von Manching wohl geklärt. In: Merkur.de. 31. Juli 2023, abgerufen am 24. August 2023.</ref>

Übersicht der Sonderausstellungen

Zeitraum Ausstellung Quelle
24.11.2007-20.03.2008 Alltag und Pracht. Die Entdeckung der keltischen Frauen Info
28.06.2008-10.08.2008 Architektur und Geschichte der Friedenskirche Manching. Gulbranssons Meisterwerk evangelischen Kirchenbaus Info
01.11.2008-19.04.2009 Rätsel Schnippenburg. Sagenhafte Funde aus der Keltenzeit Info
25.07.2009-15.11.2009 Situlen – Bilderwelten zwischen Etruskern und Kelten auf antikem Weingeschirr Info
06.02.2010-07.11.2010 Ursprung der keltischen Archäologie: Die Brücke von La Tène – ein Schauplatz grausamer Menschenopfer? Info
27.05.2011-13.11.2011 Aenigma – Der rätselhafte Code der Bronzezeit Info
24.11.2007-20.03.2008 Roms unbekannte Grenze – Kelten, Daker, Sarmaten und Vandalen im Norden des Karpatenbeckens. Archäologische Kostbarkeiten aus Museen in Rumänien und Ungarn Info
21.03.2013-05.05.2013 Schülerschätze. Kostbarkeiten der Klasse 3c aus Oberstimm Info
17.05.2013-07.11.2013 Steppenkrieger – Reiternomaden des 7.–14. Jahrhunderts aus der Mongolei Info
24.07.2014-16.11.2014 Das goldene Antlitz des unbekannten Makedonenkönigs. Makedonen und Kelten am Ohrid-See, ein Zusammenprall der Kulturen? Info
02.07.2016-18.06.2017 Licht! Lampen und Leuchter der Antike Info
26.11.2017-08.04.2018 Schnappschuss. Zoom Dich in die Römerzeit Info
05.07.2018-24.02.2019 Die Bilderwelt der Kelten Info
07.03.2019-21.07.2019 Die Kunst des Zeichnens – David Macaulay & Schyren Gymnasium Pfaffenhofen Info
24.07.2021-06.02.2022 Kunst in Miniatur – Antike Gemmen aus Bayern Info
01.04.2022-01.05.2023 Im Dienste Roms. Legionen und Hilfstruppen Info
02.06.2023-10.09.2023 Antike in Bayern Info
11.04.2025-22.03.2026 Roms Armee im Feld. Marsch · Lager ·Versorgung Info
28.05.2026-29.11.2026 vierSCHICHTIG Kunst und Archäologie Info

Leitung

Literatur

  • Nils Ballhausen: Kelten, Römer, Manching. Archäologisches Museum in Manching. In: Bauwelt. Band 30. Bauverlag, Gütersloh 2006, ISSN 0005-6855, S. 10–15 (PDF).
  • Nicolette Baumeister: Kelten-Römer-Museum Manching. (= Baukulturführer. Band 29). Büro Wilhelm Verlag, Amberg 2006, ISBN 978-3-936721-79-9.
  • Herbert Mayr u. a.: Kelten-Römer-Museum Manching. Zweckverband Kelten-Römer-Museum, Manching 2006, DNB 101073010X.
  • Eberhard J. Wormer: Oppidum Manching 200 BC. In: Orthopädie & Rheuma. 23 (4), 2020, S. 64–65, doi:10.1007/s15002-020-2873-z.

Weblinks

Commons: Kelten-Römer-Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 48° 42′ 46,8″ N, 11° 29′ 35,8″ O

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