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Kaukasus-Asienfetthenne

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Kaukasus-Asienfetthenne
Datei:Dickblatt01.jpg

Kaukasus-Asienfetthenne (Phedimus spurius)

Systematik
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Unterfamilie: Sempervivoideae
Tribus: Umbiliceae
Gattung: Phedimus
Art: Kaukasus-Asienfetthenne
Wissenschaftlicher Name
Phedimus spurius
(M.Bieb.) ’t Hart

Die Kaukasus-Asienfetthenne (Phedimus spurius <templatestyles src="Person/styles.css" />(M. Bieb.) 't Hart; Syn.: Sedum spurium <templatestyles src="Person/styles.css" />M. Bieb.) ist eine Pflanzenart, die heute zur Pflanzengattung Phedimus innerhalb der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) gehört und früher zur Gattung Fetthennen (Sedum) gezählt wurde.

Beschreibung

Phedimus spurius ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und wächst mit zahlreichen, niederliegenden oder kriechenden, wurzelbildenden Trieben. Die sterilen Triebe sind kahl oder leicht papillös und werden 5 bis 15 Zentimeter lang. Die Laubblätter sind gegen- oder seltener wechselständig angeordnet. Sie sind sitzend oder kurz gestielt. Die bei einer Länge von 15 bis 35 Millimeter und einer Breite von 10 bis 12 Millimeter spatelförmige bis verkehrt-eiförmige oder nahezu kreisrunde, keilförmige Blattspreite ist häufig im oberen Teil gekerbt.

Die papillösen Blütentriebe sind niederliegend oder aufsteigend. Ihr Blütenstand bildet sehr dichte Ebensträusse mit drei bis fünf Zweigen und 15 bis 30 Blüten. Die verkehrt lanzettlichen bis länglichen Brakteen sind papillös. Die fünfzähligen (selten sechszähligen) Blüten sind fast sitzend oder kurz gestielt. Ihre deltoiden bis lanzettlichen Kelchblätter sind stumpf bis spitz und zu ihrer Spitze hin papillös. Sie sind bis zu 10 Millimeter lang. Die reinweißen bis blutroten Kronblätter sind im unteren Teil aufrecht, drüber meist ausgebreitet. Sie sind gekielt, fast eiförmig und besitzen ein kurzes, gelegentlich auch langes, aufgesetztes Spitzchen und sind 7 bis 15 Millimeter lang.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Staubfäden sind 5 bis 9 Millimeter lang und die Staubbeutel rot. Die Nektarschüppchen sind etwa 0,5 Millimeter lang und 1 Millimeter breit. Die Blütezeit reicht von Juni bis August.

Die an ihrer Basis miteinander vereinigten, kahlen Früchte sind fast aufrecht und 5 bis 9 Millimeter lang. Die Samen sind lineal-länglich und etwa 1 Millimeter lang.<ref name="HegiHuber1961" />

Die Chromosomenzahl beträgt <math>2n = 28, 42</math>.

Systematik und Etymologie

Die Erstbeschreibung als Sedum spurium erfolgte 1808 durch Friedrich August Marschall von Bieberstein.<ref>Friedrich August Marschall von Bieberstein: Flora Taurico-Caucasica exhibens stirpes phaenogamas, in Chersoneso Taurica et regionibus caucasicis sponte crescentes. Band 1, Charkow 1808, S. 352, (online).</ref> Henk ’t Hart stellte die Art 1995 als Phedimus spurius <templatestyles src="Person/styles.css" />(M. Bieb.) 't Hart in Evolution and Systematics of the Crassulaceae S. 168 in die Gattung Phedimus.<ref>Henk 't Hart, Urs Eggli: Evolution and Systematics of the Crassulaceae. Backhuis Publishers, Leiden 1995, ISBN 90-73348-46-3, S. 168.</ref> Synonyme sind Asterosedum spurium <templatestyles src="Person/styles.css" />(M.Bieb.) Grulich, Spathulata spuria <templatestyles src="Person/styles.css" />(M.Bieb.) Á.Löve & D.Löve, Crassula crenata <templatestyles src="Person/styles.css" />Desf. und Sedum oppositifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Sims.

Das Artepitheton spurius bedeutet „unehelich, von einem unbekannten Vater mit einer Prostituierten gezeugt“ und bezieht sich auf Arten, deren taxonomische Einordnung Schwierigkeiten bereitete.<ref>Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 606 (Nachdruck von 1996).</ref>

Verbreitung und Standort

Datei:Phedimus spurius leaves HC1.jpg
Die Blätter sind fleischig und bilden kleine Rosetten
Datei:Phedimus spurius HC1.jpg
Detailansicht eines Blütenstandes
Datei:Teun Spaans DSCF8200 Phedimus sp.jpg
Blüten

Phedimus spurius ist ursprünglich in Georgien (im Kaukasus-Gebiet), im Norden Irans und in Kleinasien (Türkei) an felsigen Stellen und auf subalpinen Wiesen in Höhenlagen von 1250 bis 3000 Metern verbreitet. Die Pflanze wird auch als Gartenpflanze genutzt und gedeiht verwildert auf Trockenrasen, Mauern und Felsen. Sie ist in Mitteleuropa pflanzensoziologisch eine Charakterart des Verbands Convolvulo-Agriopyrion oder der Klassen Sedo-Scleranthetea und Asplenietea.<ref name="Oberdorfer2001" /> Sie steigt auf Felsen im Engadin bei Pontresina bis 1770 Meter Meereshöhe auf.<ref name="HegiHuber1961" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w+ (mäßig trocken aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Verwendung im Garten und Invasivität

Im Handel sind diese Zierpflanzen üblicherweise noch unter Sedum spurium zu finden. Gartenformen sind beispielsweise:

  • 'Schorbuser Blut' mit rotvioletten Blüten und dunkelvioletten Blättern,
  • 'Sunset Cloud' mit rosaorangen Blüten<ref>Botanica. Das Abc der Pflanzen. Random House Australia, Deutsche Ausgabe: Edition Könemann in der Tandem Verlag 2003, ISBN 3-89731-900-4, S. 834</ref>,
  • 'Album Superbum' auch Schneeteppich-Fettblatt oder Teppich-Fetthenne genannt, mit reinweißen Blüten und hellgrünen Blättern, nicht zu verwechseln mit Sedum album (Weißer Mauerpfeffer<ref>Unsere Natur, Verlag Werner Dausien, Hanau 1981, ISBN 3-7684-2033-7, S. 208</ref>),
  • 'Purpurteppich' mit rotbraunen Laub und roten Blüten sowie
  • 'Roseum Superbum' mit reinrosa Blüten<ref>Steingartenpflanzen, Weltbildverlag Augsburg/Artia-Verlag, Praha 1990, 3/15/10/52-02, S. 191</ref>.

Phedimus spurius ist in vielen Ländern Europas stellenweise verwildert bzw. neu eingebürgert und daher auch außerhalb von kultivierten Gärten anzutreffen. In Österreich ist sie in allen Bundesländern anzutreffen und zum Teil inzwischen eingebürgert.

2013 wurde die Pflanze vom Bundesamt für Naturschutz als invasive Pflanze auf die Schwarze Liste der Arten gesetzt, die mit Managementmaßnahmen zurückgedrängt werden sollen<ref>S. Nehring et al. (Hrsg., 2013) Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen [1]</ref>. Sie wird als Neophyt behandelt. Grund ist eine starke Ausbreitung auf beispielsweise Felsstandorten, wo sie in der Lage ist durch die Ausbildung dichter Pflanzenteppiche seltene Pflanzenarten zurückzudrängen. Von den Diabasfelsen in Hof (Bayern) sind Naturschutz-Probleme dokumentiert. Durch Landschaftspflegemaßnahmen wird versucht die Pflanze zurückzudrängen<ref>Zurückdrängung des invasiven Neophyten Kaukasus-Fetthenne (Sedum spurium) und Wiederherstellung von Felsgrus-Rasen auf Diabasfelsen im Bayerischen Vogtland. – ANLiegen Natur 36(1) [2]</ref>. Daher sollte auf eine Verwendung im Garten verzichtet werden, oder zumindest darauf geachtet werden, dass die Pflanze nicht aus dem Garten herauswächst oder unbeabsichtigt mit Kompostmaterial in die Landschaft verschleppt wird<ref>Steckbrief Infoflora Schweiz, [3]</ref>.

Die Pflanze befindet sich auf der Liste der gebietsfremden invasiven Pflanzen der Schweiz.

Literatur

  • Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Crassulaceae (Dickblattgewächse). Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3998-7, S. 209.
  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • T. Blachnik: Zurückdrängung des invasiven Neophyten Kaukasus-Fetthenne (Sedum spurium) und Wiederherstellung von Felsgrus-Rasen auf Diabasfelsen im Bayerischen Vogtland. In: ANLiegen Natur 36/1, 2014 (PDF).
  • S. Nehring et al. (Hrsg., 2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen (PDF).

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="InfoFlora"> Sedum spurium M. Bieb. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="HegiHuber1961"> Gustav Hegi, Herbert Huber: Familie Saxifragaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 2, Seite 78–79. Verlag Carl Hanser, München 1961. </ref> </references>