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Katholische Pfadfinderschaft Europas

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Katholische Pfadfinderschaft Europas
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Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 15. Februar 1976
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Gründer Günther Walter, Andreas Hönisch u. A.
Sitz Augsburg
Vorläufer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Nachfolger Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Zweck Organisation von Europapfadfindern
Vorsitz Matthias Krause (Präsident)
Matthias Funk (Bundesfeldmeister)
Nina Haberl (Bundesmeisterin)
Markus Christoph (Bundeskurat)
Geschäftsführung Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Eigentümer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Umsatz Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Stiftungskapital Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
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Freiwillige Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Mitglieder etwa 2500 (1995 und 2004)<ref name="Monitor">Georg Restle: Katholischer Fundamentalismus: Pfadfinder auf Abwegen. (pdf; 80 kB) In: ARD-Monitor. 22. Juli 2004, S. 3, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. September 2012; abgerufen am 23. September 2009.</ref><ref name="steffek">Jens Steffek: Die Machenschaften der Katholischen Pfadfinderschaft Europas. In: Süddeutsche Zeitung. 1. Juli 1995.</ref>
Website kpe.de
Datei:Alttrauchburg.jpg
KPE-Lager bei der Alt-Trauchburg (2004)
Datei:KPE-Pfadfinder 2012.jpg
Pfadfinder der KPE (2012)
Datei:KPE-Begegnungsprojekt mit israelischen Pfadfindern-2018.JPG
Begegnung von deutschen und österreichischen KPE-Mitgliedern mit israelischen Pfadfindern (2018)

Die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE) ist ein katholischer Pfadfinderbund in Deutschland<ref>Der Große Pauli. Pfadfinderbünde und -verbände in Deutschland, Band 2. Spurbuchverlag, Baunach 2012, S. 78.</ref> und Mitglied der Union Internationale des Guides et Scouts d’Europe (UIGSE). Innerhalb dieses Dachverbandes existiert auch ein österreichischer Verband, der den Namen Katholische Pfadfinderschaft Europas – Österreich (KPE-Ö) führt und der deutschen Organisation nahesteht.

Eng mit der KPE verbunden ist die päpstlich anerkannte und zur Jugendseelsorge beauftragte Kongregation der Diener Jesu und Mariens (Ordenskürzel SJM).<ref name="kpesjm">Wurzeln im Pfadfindertum. In: sjm-online.org. Januar 2021, abgerufen am 15. Dezember 2021.</ref> Die KPE wirkt im Forum Deutscher Katholiken mit.<ref>Hubert Gindert: Katholische Pfadfinderschaft Europas. In: forum-deutscher-katholiken.de. 16. Dezember 2013, abgerufen am 4. Februar 2022.</ref> Sie wurde dem Traditionalismus zugeordnet.<ref>David Berger: Der heilige Schein. Ullstein Verlag, 3. Auflage 2013, ISBN 3-550-08855-8 (Vorschau auf Google Books).
Samuel Dekempe: Eltern gründen nach Tod ihrer Tochter eine Stiftung: „Gott macht keinen Tumor“. In: katholisch.de. 29. März 2017, abgerufen am 4. Februar 2022.</ref> Ihr wurden radikale Tendenzen vorgeworfen, was von ihr als unberechtigt dargestellt wurde. 2021 wurde sie von der Deutschen Bischofskonferenz als privater kanonischer Verein anerkannt.

Selbstdarstellung der KPE

Inhalte

Auf ihrer Website beschreibt die KPE ihre Arbeit wie folgt:

„Mit der pfadfinderischen Erziehung fördern wir Mädchen und Jungen ganzheitlich. So können sie verantwortungsvolle, christliche Persönlichkeiten werden, die ihre Fähigkeiten und Talente entfalten, ihr Leben aus der Kraft des Glaubens gestalten und Verantwortung für Gesellschaft und Kirche übernehmen.“<ref>Unser Ziel. In: kpe.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. November 2013; abgerufen am 12. November 2013.</ref>

Im Gründungsjahr 1976 hatte die KPE in ihrem Schrifttum geäußert: „Als Laien nehmen wir für uns in Anspruch, einen Verband zu gründen, der fest auf dem Boden der Kirche steht (…) und die Texte des letzten Konzils anerkennt.“<ref>Günther Walter: Wo steht die Katholische Pfadfinderschaft Europas? In: Die Spur Nr. 2 (1976), S. 1–2, hier S. 1.</ref>

Die Bundesordnung nennt konkret fünf Erziehungsziele, welche die KPE mit ihrer Jugendarbeit erreichen will:

  1. körperliche Entwicklung,
  2. handwerkliche Geschicklichkeit und Sinn für das Konkrete
  3. Bildung des Charakters und der Persönlichkeit
  4. Sinn für Nächstenliebe und den Dienst am Nächsten
  5. Sinn für Gott und die christliche Erziehung<ref>Bundesordnung der Katholischen Pfadfinderschaft Europas. (pdf; 3,2 MB) In: kpe.de. 26. April 2009, S. 3, abgerufen am 4. Februar 2022 (Nr. 1.2).</ref>

Über die Beziehung zu anderen Verbänden heißt es, man „möchte mit den anderen Verbänden, Bünden und Bewegungen des christlichen und nicht-christlichen Pfadfinder- und Pfadfinderinnentums freundliche und brüderliche Beziehungen unterhalten, um gemeinsam im Geiste Baden-Powells und im Rahmen seines ursprünglichen erzieherischen Konzepts eine gerechtere und brüderliche Gesellschaft zu errichten“.<ref>Conseil Fédéral: Eigendarstellung und erzieherisches Ziel der Union Internationale des Guides et Scouts d’Europe Federation du Scoutisme Europeen (U.I.G.S.E.-F.S.E.). (pdf; 106 kB) Aus dem Französischen übersetzt von Martin Hafner. In: kpe.de. 25. August 2005, S. 2, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. November 2013; abgerufen am 12. November 2013.</ref>

Sie gibt an, keine politische Jugendarbeit zu betreiben.<ref name="mm">Marcus Morath: „Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als Ihr sie vorgefunden habt!“ (pdf; 4,3 MB) In: Pfadfinder Mariens. 138 (2016/4), S. 3–5, hier S. 3, abgerufen am 4. Februar 2022.</ref> In ihrem Schriftgut von 1978 bis 2017 finden sich allerdings Stellungnahmen zu jugend- und anderen politischen Themen wie Schulbildung,<ref name="wondrak">Günter Wondrak: Selig, die reinen Herzens sind. Besorgt von Günther Walter. Hrsg. von der Katholische Pfadfinderschaft Europas in der Fédération du Scoutisme Européen. Verlag „Hl. Pater Maximilian Kolbe“, Langen, 2. Auflage, Januar 1990.</ref> Einwanderung,<ref name="tn">Thomas Niggl: Deutschlands Zukunft. In: Pfadfinder Mariens, 2003/2, S. 3 f. Niggl stellte dort seinen Aussagen voran: „Die Deutsche Studiengemeinschaft (DSG) (Postfach 1701, 71207 Leonberg) hat darüber wertvolle Anregungen gegeben […]“</ref> Deutschlandpolitik,<ref name="qv">Günther Walter: Deutschland, quo vadis? In: Pfadfinder Mariens. 2003/4, S. 4–5, abgerufen am 6. April 2026.</ref> Rechte Homosexueller,<ref name="kn">Andreas Hönisch: „Darum gab sie Gott ihren schmählichen Begierden preis.“ In: Pfadfinder Mariens. 2005/3, S. 1 ff.</ref> Globalisierung,<ref name="fm">Andreas Hönisch: Fatima 2007. In: Pfadfinder Mariens. 2007/4, S. 2.</ref> Gender-Mainstreaming<ref name="evo">Gendermainstreaming in der Kritik der modernen Biologie: Gedanken zu Prof. Axel Meyers jüngstem Buch Adams Apfel und Evas Erbe (2015). (pdf, 4,5 MB) In: Pfadfinder Mariens. 2016/1, S. 12–15, abgerufen am 4. Februar 2022.</ref> Demokratie<ref name="wondrak" /> und Antisemitismus.<ref name="kr">Katholische Pfadfinderschaft Europas: Stellungnahme der aktuellen Bundesführung der KPE. (pdf; 110 kB) In: pfadfinder-mariens.de. 14. März 2017, S. 2, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. August 2022; abgerufen am 4. Februar 2022.</ref> Mit verschiedenen Projekten setze sich die KPE aktiv gegen Antisemitismus ein.<ref>Alexandra Eggert: Was unternimmt die Pfadfinderbewegung in Deutschland gegen Antisemitismus? Zwei Beispiele aus christlichen Pfadfinderbünden. In: Scouting Jahrbuch 2019 der Pfadfinder- & Jugendbewegung. Spurbuchverlag, Baunach 2020, ISBN 978-3-88778-599-4, S. 172–179.</ref>

Symbolik und Tracht

Datei:Pfingstwallfahrt nach Altötting, KPE-Mädchenstamm Maria Schutz, Pasing, 1991.png
Pfingstwallfahrt nach Altötting 1991

Das einheitliche Zeichen der KPE ist ein zentral mit goldener Lilie belegtes rotes Malteserkreuz.<ref name="satzung" /> Auf der Flagge belegt es seinerseits mittig einen senkrecht hälftig geteilten, mastseitig weißen und flugseitig schwarzen Hintergrund.<ref name="mm" />

Die von der KPE verwendeten, nach Stufe und Geschlecht sowie Funktion unterschiedlichen Kluften und Abzeichen entsprechen den Regeln des internationalen Dachverbandes UIGSE-FSE.<ref>Regelwerk der Union Internationale des Guides et Scouts d’Europe Fédération du Scoutisme Europeen (UIGSE-FSE). (pdf; 5,3 MB) In: kpe.de. 5. Oktober 2014, S. 44–45, abgerufen am 30. Dezember 2017.</ref>

Pfadfinderinnen sowie Wölflingsjungen tragen ein hellblaues Klufthemd, Jungen ab der Pfadfinderstufe ein Hemd in Khaki. Jungen/Männer tragen Klufthosen, Mädchen/Frauen Kluftröcke, beides in marineblau. Die Farbkombination des Halstuchs richtet sich nach der Stammeszugehörigkeit. Ab der Raider(innen)zeit wird ein einheitliches braunes Halstuch getragen (in der Farbe des Franziskanischen Ordensgewandes). Führer(innen) tragen das Halstuch des Stamms, in dem sie tätig sind, die Bundesführung ist am blauen Halstuch mit den Europasternen erkennbar.

Geschichte

Datei:Katholischen Pfadfinderschaft Europas-Pfadfinderinnen München 1990.jpg
Stamm Maria Schutz, Pfadfinderinnen 1990

Primär durch Kontroversen relevant gewordene geschichtliche Vorgänge werden auch im Abschnitt Unterstützung, Kritik und Stellungnahmen behandelt.

Seit 1976

Die KPE wurde am 15. Februar 1976 in Fortbach bei Ilschhausen (Hessen) gegründet.<ref>KPE in Jahreszahlen. Katholische Pfadfinderschaft Europas e.V., abgerufen am 25. März 2026.</ref> Ihre ersten Mitglieder kamen aus der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), die nach ihrer Ansicht die klassische Pfadfinderarbeit und das katholische Glaubensleben vernachlässigt habe.<ref>Andreas Hönisch: Warum die Gründung der Katholischen Pfadfinderschaft Europas notwendig war. In: Die Spur, Nr. 1 (1976), S. 10–12.</ref> Maßgeblich an der Neugründung beteiligt waren Günther Walter und Andreas Hönisch, der zu jener Zeit noch Angehöriger der Jesuiten war (später SJM).

1977 wurde die Pfadfinderschaft von der Fédération du Scoutisme Européen (FSE), dem Vorgänger der UIGSE, als Vollmitglied aufgenommen. Am 13. März 1977 gründeten KPE, Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD) und Deutscher Pfadfinderverband (DPV) den Deutschen Pfadfinderring (DPR), der sich als Alternative zum Ring deutscher Pfadfinderverbände verstand und eine internationale Vertretung seiner Mitgliedsverbände anstrebte.<ref>Nachrichten aus den Bünden: 2. Deutscher Pfadfinderring e. V. In: Siegfried Schmidt (Hrsg.): Nachrichten-Dienst. Berichte aus dem Leben bündischer Gemeinschaften. Nr. 38, Dezember 1977, S. 31.</ref> 1996 hat sich der Deutsche Pfadfinderring aufgelöst.

Seit 1980

Datei:Gunther Walter.jpg
Günther Walter, ein Gründer der KPE, Bundesfeldmeister von 1976 bis 2005 und Verfasser mehrerer KPE-Schriften

1980 wurde der UIGSE, dem Dachverband der KPE, der Beraterstatus beim Europarat als regierungsunabhängige, internationale Jugendorganisation zuerkannt.<ref>Vom Europarat anerkannt. In: Die Spur, Nr. 21 (1980), S. 32.</ref>

1984 nahm sie am 1. Eurojam der UIGSE bei Châteauroux in Frankreich mit 5.000 Pfadfinderinnen und Pfadfindern teil.<ref>5000 Pfadfinder beim Eurojam. In: Pfadfinder Mariens, 9/4 (1984), S. 1–2.</ref>

Nach eigenen Angaben aus dem Jahr 1986 hatte KPE-Bundeskurat Andreas Hönisch zahlreiche Jugendliche, die die Priesterweihe anstrebten, zum Engelwerk geschickt. Dessen Kreuzorden sei die einzige Ordensgemeinschaft, die er den Pfadfindern der KPE empfehlen könne. Im selben Jahr erörterte Hönisch mit Ingo Dollinger, dem Rektor der Engelwerk-Hochschule Institutum Sapientiæ im brasilianischen Anápolis, Pläne zur Gründung einer weiteren Ordensgemeinschaft;<ref>Nachruf: H.H. Dr. Ingo Dollinger. In: Diener Jesu und Mariens, Der Ruf des Königs, 2. Quartal 2017, S. 35.</ref> anwesend waren ferner die sich zur Mitgliedschaft im Engelwerk bekennenden Priester Heinrich Morscher<ref>Udo Fischer: Neues Kloster in Gerersdorf bei St. Pölten. (pdf; 115 kB) In: Die neue Kirchenzeitung. 17. April 2011, S. 3, abgerufen am 17. Januar 2022.</ref> und Richard Pühringer.<ref name="b90">Heiner Boberski: Das Engelwerk: Ein Geheimbund in der katholischen Kirche? Otto Müller Verlag, Salzburg 1990, ISBN 978-3-7013-0781-4, S. 233, 253.</ref><ref name="standard">Von Engeln, Dämonen und einem Bischof aus St. Pölten. In: DerStandard.at. 16. Januar 2002, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref><ref>Es gibt auch Donaten im Kreuzorden, die ihre Engelwerk-Mitgliedschaft bestreiten und als „alter Angelus“ (anderer Engel) geführt werden. Siehe hierzu Konstitutionen des Kreuzordens, Abschnitt A 12,2–12,4 und Statut für die Donaten (X,10,6). Zitiert in Heiner Boberski: Das Engelwerk: Theorie und Praxis des Opus Angelorum. Otto Müller Verlag, Salzburg, 1993, ISBN 3-7013-0854-3, S. 80–81.</ref> Beide gehörten außerdem seit 1985 dem Kreuzorden im Engelwerk an, von dem sich Morscher laut Heribert Bastel, Superior des Collegium Sanctissimae Trinitatis in Mayerling 1988 und etwas später auch Pühringer, in seinem Fall vorläufig bis zum Beginn seiner Seelsorgertätigkeit für die Kreuzschwestern, wieder getrennt haben sollen.<ref name="standard" /><ref>Heiner Boberski: Das Engelwerk: Theorie und Praxis des Opus Angelorum. Otto Müller Verlag, Salzburg, 1993, ISBN 3-7013-0854-3, S. 238.</ref> Am 30. Mai 1988 wurde von Hönisch und drei KPE-Pfadfindern die eng mit der KPE verbundene<ref name="kpesjm"/> Gemeinschaft der Diener Jesu und Mariens gegründet.<ref>Wie es zur Gründung der SJM kam. In: sjm-congregation.org. 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Januar 2013; abgerufen am 5. Februar 2022.
Heiner Boberski: Das Engelwerk: Theorie und Praxis des Opus Angelorum. Otto Müller Verlag, Salzburg, 1993, ISBN 3-7013-0854-3, S. 247.</ref>

1986 verließen einige Gruppen die KPE, da sie „die extremen religiöse Ansichten in der KPE […] für nicht mehr tragbar“ hielten, und gründeten einen eigenen Pfadfinderbund, die Europapfadfinder Sankt Michael.<ref name="ESM">Europapfadfinder Sankt Michael: Jubiläumsschrift zum 20jährigen Bestehen des Bundes 1986–2006. (pdf; 1,3 MB) Europapfadfinder Sankt Michael, 3. Oktober 2006, S. 7, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> Dieser wurde im Bistum Würzburg am 22. Juli 1986 als privater Verein von Gläubigen anerkannt.<ref name="ESM" />

Zwischen 1981 und 1995 kam es in Petersdorf (Schwaben) zu Auseinandersetzungen um die Jugendarbeit der KPE, als Ingo Dollinger dort Pfarradministrator im Ortsteil Alsmoos war. Der Konflikt wurde auch überregional bekannt und in der breiten Öffentlichkeit besprochen. In den Jahren 2000–2012 wurden vier KPE-Mitglieder aus der Gruppe in der örtlichen Pfarrei zu Priestern geweiht.<ref>Christian Lichtenstern: Ingo Dollinger ist tot. In: Augsburger Allgemeine. 16. Juni 2017, abgerufen am 26. April 2023.</ref>

Seit 1990

Im Januar 1990 kritisierte die KPE die damals übliche Form des schulischen Sexualkundeunterrichts mit seiner „schrankenlosen Behandlung dieses Themenbereichs“ und der „‚wertneutralen‘ Erläuterung aller Verhütungsmittel.“ Dies stelle eine „seelische Vergewaltigung von Kindern“ dar. In solchen Fällen könne den Kindern „nur geraten werden, den Unterricht zu boykottieren oder die Schule sofort zu verlassen sowie einen anderen Erzieher oder Seelsorger zu verständigen, wenn der Lehrer damit anfängt. Ihr müßt nur Mut haben.“ Gleichzeitig wurde ein Aufklärungsunterricht an der Schule grundsätzlich bejaht. Er müsse „mit großer Vorsicht und Behutsamkeit gehalten werden.“ Das Ziel sei, „Achtung vor dem eigenen Leib und der Geschlechtlichkeit des Menschen zu wecken.“ Die Hauptverantwortung für die Aufklärung der Kinder liege bei den „Eltern, die in erster Linie dazu berufen sind, diese Aufgabe zu übernehmen.“ Die damals „modernen Aufklärungsschriften“ seien nicht geeignet gewesen, in diese Wertschätzung einzuführen. Darum hieß es weiter: „Sollte euch von der Schule so etwas aufgedrängt werden, so gebt es zurück oder zerreißt das Zeug!“ Im Hinblick auf eine damalige Empfehlung des Kultusministeriums in Stuttgart an die Schulen, das vom Pharmakonzern Organon, einem der ersten Hersteller von Antibabypillen, finanzierte Theaterstück „Sehnsucht nach Bang Yai“ zu besuchen, gab der Text an, man müsse sich erst daran gewöhnen, „daß der demokratische Staat die Gewissen eines Teils seiner Bürger in einen Maß belastet, daß Widerstand zu Gebote steht.“<ref name="wondrak" /> Mit der Ablehnung einer wertindifferenten Sexualaufklärung und der Behauptung einer Option auf Nichtteilnahme am schulischen Sexualkundeunterricht gab die KPE die Position der katholischen Kirche wieder.<ref>Kongregation für das Katholische Bildungswesen: Orientierung zur Erziehung in der menschlichen Liebe. Hinweise zur geschlechtlichen Erziehung. 1. November 1983, Nr. 16, 19, 37, 62, 70, 76 u. a.
Charta der Familienrechte vom Heiligen Stuhl an alle Personen, Institutionen und Autoritäten vorgelegt, die mit der Sendung der Familie in der heutigen Welt befasst sind. 22. Oktober 1983, Artikel 5, besonders Absatz c.</ref> In Deutschland wurde die Pflicht zur Teilnahme am Sexualkundeunterricht mehrmals rückwirkend vom Bundesverfassungsgericht und 2011 vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bestätigt.<ref>Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (Fünfte Sektion): Entscheidung über die Zulässigkeit der Individualbeschwerde Nr. 319/08 D. ./. Deutschland und vier weiterer Individualbeschwerden. In: bmjv.de. 13. September 2011, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Anfang der 1990er Jahre kooperierte die KPE – vertreten durch P. Andreas Hönisch – mit 14 anderen marianischen Vereinigungen, darunter dem Fatima-Weltapostolat, dem Engelwerk, Radio Maria, den Dienern Jesu und Mariens und anderen, in der Initiative Vereinigtes Apostolat im Geist Mariens (VAM).<ref name="vam1">Heiner Boberski: Das Engelwerk: Theorie und Praxis des Opus Angelorum. Otto Müller Verlag, Salzburg 1993, ISBN 3-7013-0854-3, S. 230.</ref> Zeitgleich warnte Andreas Hönisch wiederholt vor einer Verbreitung der vom Engelwerk geheimgehaltenen Privatoffenbarungen von Engelwerk-Gründerin Gabriele Bitterlich; sie beinhalteten laut Hönisch „dubiose“ und „problematische“ Dinge.<ref>Das einfache Schweige-Versprechen im Werk der heiligen Engel. In: Rituale des Opus Sanctorum Angelorum. Innsbruck 1970, S. 70.
Andreas Hönisch in: Pfadfinder Mariens. 1990/1, S. 1–2.
Pfadfinder Mariens 1993/3, S. 1–2.
Kreuzordenskloster St. Petersberg: Das heilige Schweigen, das Geheimnis der Heiligen. (pdf; 118 kB) In: Opus Sanctorum Angelorum, Rundbrief. April 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Oktober 2011; abgerufen am 5. Februar 2022: „Nicht mit jeder Wahrheit soll man herausplatzen; Gerechtigkeit und Liebe müssen in unserem Reden den Ton angeben.“</ref><ref name="vam90">Mitgliederverzeichnis des VAM, 1990. Publiziert in: Heiner Boberski: Mächtig – Männlich – Mysteriös. Ecowin Verlag, Salzburg 2005, ISBN 978-3-902404-16-9. Kapitel Im Reich der Engel und Dämonen, Positionen 3060–3061 der Kindle-Ausgabe.</ref>

1991 übernahm Johanna Gräfin von Westphalen (1936–2016) das Amt der Protektorin der KPE,<ref>Bundesthing 1991. In: Die Spur, Nr. 67 (1991), S. 5.</ref> das sie bis 2013 innehatte.<ref>Das Bundesthing fällt wichtige Entscheidungen. In: Pfadfinder Mariens, 31/3 (2013), S. 9–10.</ref>

Im Bistum Augsburg wurde die KPE 1992 von Bischof Josef Stimpfle (1916–1996) als kirchliche Jugendgemeinschaft anerkannt, da sich dem Dekret zufolge ihr spezifischer Charakter in die grundlegenden Ziele der diözesanen Jugendarbeit einfügte. Genannt wurden: „Persönlichkeit entfalten, Gemeinschaft in Leben und Glauben aufbauen, Mitverantwortung und Mitgestaltung einüben“.<ref name="Anerkennung Augsburg">Josef Stimpfle: Erklärung des Bischofs von Augsburg zur Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE). In: Amtsblatt für die Diözese Augsburg. 15. April 1992.</ref>

Im selben Jahr initiierte sie zusammen mit befreundeten Gruppen den „Augsburger Singewettstreit“ als überbündische Veranstaltung nach dem Vorbild des Hamburger Singewettstreits.<ref>Gelungene Premiere in Augsburg. In: Scouting 1/1992, S. 17–20.</ref> Bis 1996 fand der Wettstreit jährlich in der Kongresshalle Augsburg statt. An dieser Veranstaltung nahmen als Musiker und Besucher verschiedenste Pfadfindergruppen, Bündische und Wandervögel teil.

1994 war ihr Leben geprägt von der Teilnahme am 1. Euromoot der Ranger- und Roverstufe bei Le Puy-en-Velay in Frankreich<ref>Auf nach Le Puy. In: Die Spur, Nr. 76 (1994), S. 11.
Le Puy ’94. In: Die Spur, Nr. 77 (1994), S. 4.</ref> und dem Mitwirken beim 2. Eurojam bei Viterbo in Italien (7500 Pfadfinder).<ref>Eurojam 94 in Viterbo. In: Die Spur, Nr. 75 (1993) S. 9.
Eurojam 1994 – einfach super! In: Die Spur, Nr. 79 (1994), S. 29–30.</ref>

Im selben Jahr sendete der Südwestfunk erstmals den Spielfilm Himmel und Hölle; die fiktive Handlung soll auf Vorgängen in der KPE basieren.<ref>Hans Strobel: Himmel und Hölle – 1994. In: Kinder- und Jugendfilm Korrespondenz. 62 (2/1995), abgerufen am 5. Februar 2022 (ISSN 0721-8486).</ref> Die Authentizität des Filmes ist allerdings fraglich, da ein strafbewehrtes Urteil des Landgerichts Stuttgart (Az. 17 O 190/96) gegen den Filmproduzenten ausgesprochen wurde und der Bezug zwischen dem Film und der KPE seither nicht mehr hergestellt werden darf. Auch die Diözese Augsburg nahm sie in einer Presseerklärung in Schutz und wandte sich „nachdrücklich gegen die in verschiedenen Medien erhobenen Vorwürfe und Unterstellungen gegen […] die jungen Menschen in der KPE“.<ref>Hans-Christian Schmid: Stellungnahme zum Film „Himmel und Hölle“. Bischöfliche Pressestelle Augsburg, 22. Dezember 1994.</ref> Trotzdem wurde sie infolge des Filmes massiv in der Presse angegriffen. 1996 wurde der Augsburger Singewettstreit in das verkehrstechnisch besser gelegene Würzburg verlegt, wo er bis 2005 im Würzburger Congress-Centrum stattfand. Die Ausrichtung des Wettstreits übernahm mit dem Umzug der Pfadfinderring Bayern e. V., in dem die KPE Mitglied ist.<ref>Umzug nach Würzburg ein Erfolg. I:n Scouting 1/1996, S. 29–32.</ref>

Seit 2000

Im Zusammenhang mit der KPE kam es zu Beginn des Schuljahres 2001/2002 an der Realschule Auerbach in der Oberpfalz zu einem Konflikt der Auerbacher Schulschwestern mit dem bayerischen Kultusministerium, dem Erzbistum Bamberg und den anderen Trägern des Zweckverbandes, dem Landkreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Auerbach, da Lehrerinnen an der Schule in den vom Ministerium zugelassenen Biologiebüchern für die 10. Klasse zum Thema „Sexualität und Fortpflanzung“ 14 Seiten herausgerissen hatten und kurz darauf auch das Biologiebuch für die 8. Klassen eingezogen wurde. Nach Meinung von Kritikern wurde damit eigenmächtig Zensur ausgeübt. Ferner wurde auch über angsteinflößende Pädagogik im Kindergarten wie beispielsweise das Drohen mit Höllenstrafen, über Kleidungsvorschriften für Schülerinnen sowie Verbindungen mehrerer Ordensmitglieder zum Engelwerk berichtet. Die KPE, nach Angaben der Religionswissenschaftlerin und Theologin Hildegund Keul sowie der Abendzeitung die Nachwuchsorganisation des Engelwerkes, hatte 1994 berichtet, dass sieben ihrer Mitglieder als Lehrkräfte an der Schule untergekommen waren.<ref name="standard" /><ref name="Keul"/><ref>John Schneider: Sex-Streit von Auerbach: Wird er unterschätzt? In: Abendzeitung. 9. November 2001.</ref><ref name="sz">Martin Zips: Gottes Werk und Teufels Beitrag. In: Süddeutsche Zeitung. 6. November 2001.</ref><ref name="mw">Realschule Auerbach: Weitere Beweise für Engelwerk-Nähe und Kondom-Verteil-Aktion lassen die Schule nicht zur Ruhe kommen. In: 2001-11-13. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. November 2016; abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> Nach einer Intervention von Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU)<ref>Hohlmeier bittet Vatikan um Vermittlung. In: welt.de. 7. Dezember 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. April 2019; abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> setzte der Vatikan die bayerische Provinzleitung der Schulschwestern ab. Sechs von zwölf an der Schule beschäftigten Nonnen verließen die Schule und konnten sich mit Unterstützung der ehemaligen (Erz-)Bischöfe von Salzburg und St. Pölten, Georg Eder und Engelwerk-Mitglied Kurt Krenn,<ref>Manfred Rebhandl: In Österreich lebt jeder auf seiner Insel. In: Welt.de. 15. Oktober 2017, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> in deren Diözesen niederlassen.<ref>Barbara Supp: Streit um Sexualkunde: Wo der Teufel tanzt. In: Spiegel Online. 19. März 2002, abgerufen am 5. Februar 2022.
Roland Ebert: Auerbacher Schulschwestern: Wie mit öffentlichen Mitteln Fundamentalismus gelehrt werden kann. In: Materialien und Informationen zur Zeit. Januar 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Dezember 2013; abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> Im Januar 2002 verglich Eder die staatlichen Maßnahmen in dieser Sache mit den Methoden des Naziregimes; die Methoden glichen sich und einzig die Akteure hätten sich geändert. Er räumte „eigene gute Erfahrungen“ mit dem Engelwerk ein und bestritt, dass es sich dabei um eine Sekte handle.<ref>Salzburger Erzbischof stellt sich hinter „Auerbacher Schulschwestern“. In: kath.net. 5. Januar 2002, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> Auch der Salzburger Weihbischof Andreas Laun verteidigte das Verhalten der betreffenden Nonnen.<ref>Andreas Laun: „Gebt Gott, was Gottes ist“ – Die Auerbacher Schulschwestern und ihr Anliegen. In: kath.net. Abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> Der Bayerische Landtag begrüßte hingegen den Weggang der aus der KPE hervorgegangenen Lehrerinnen.<ref>Bayerischer Landtag, Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport: Protokoll der 57. Sitzung vom 8. November 2001, 9:15–12:57 Uhr.
Bericht des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus zum aktuellen Sachstand „Realschule des Zweckverbands Auerbach“ vom 6. Dezember 2001, 11:30 Uhr.</ref>

Am 22. Februar 2003<ref>Herzlich Willkommen. In: neuulmer-singewettstreit.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. April 2013; abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> führte die KPE zum ersten Mal den Singe- und Instrumentalwettstreit Neu-Ulmer Meistersinger durch. Seither fand die Veranstaltung jedes Jahr im Frühjahr im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm statt. Zum Wettstreit sind Pfadfindergruppen aus allen Verbänden eingeladen.<ref>Neu-Ulmer Singewettstreit – der Katholischen Pfadfinderschaft Europas. Abgerufen am 5. Februar 2022.</ref>

Im August 2003 erfolgte durch den Heiligen Stuhl die Anerkennung der UIGSE, der auch evangelische und orthodoxe Pfadfinderschaften angehören,<ref name="NosAssociations">Nos Associations. In: UIGSE-FSE.org. Abgerufen am 5. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> als internationale private Vereinigung von Gläubigen päpstlichen Rechts mit der Ausstattung einer juristischen Person. Die Satzung wurde für einen Zeitraum von fünf Jahren ad experimentum genehmigt.<ref>Päpstlicher Rat für die Laien: Dekret. (pdf; 32 kB) 25. August 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Februar 2017; abgerufen am 16. Februar 2017.</ref>

Im gleichen Jahr ging aus der KPE die Gemeinschaft der Ancillae Domini hervor, ein Säkularinstitut für Frauen.<ref>Ancillae Domini. In: sjm-congregation.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. März 2017; abgerufen am 5. Februar 2022.</ref>

Im Sommer 2004 distanzierte sich die Deutsche Bischofskonferenz laut Aussage der ARD-Sendung Monitor von der KPE. Die Redaktion erhielt die Antwort, die KPE sei kein „offiziell anerkannter Jugendverband“.<ref name="Monitor" />

Datei:Sommer2004 Rom.jpg
Papst Johannes Paul II. und eine Gruppe KPE-Pfadfinderinnen im Sommer 2004

Ende 2004 verließen zwei Gruppen und drei Mitglieder der österreichischen Bundesführung die dortige KPE-Ö, da ihrer Meinung nach der deutsche Verband – insbesondere Bundeskurat P. Andreas Hönisch SJM – versucht habe, größeren Einfluss in der österreichischen Organisation zu gewinnen. Der Hönisch nahestehende Teil der genannten Bundesführung blieb im Amt und bekannte sich zum deutschen Bundeskuraten.<ref name="ml1">Turbulenzen bei ‚Katholischer Pfadfinderschaft‘ wegen P. Hönisch. In: kath.net. 5. Januar 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. Mai 2005; abgerufen am 5. Februar 2022.</ref><ref>Differenzen innerhalb der KPE Österreich. In: stjosef.at. Gemeinschaft vom heiligen Josef, 10. Januar 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 14. Juli 2008.
Österreichische Pfadfinderinnen nehmen P. Hönisch in Schutz. In: kath.net. 10. Januar 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. April 2016; abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> Dieser gab an, von Anschuldigungen, die strafrechtliche Konsequenzen gegen SJM-Mitglieder nach sich zögen, sei ihm „nichts bekannt“; er dementierte auch die Kenntnis einer negativen Erwähnung der KPE im Sektenreferat der Erzdiözese Wien. Die einzige KPE-Gruppe im Erzbistum werde nicht von den SJM, sondern von Leitner selbst geführt.<ref name="ml2">KPE-Webmaster erhebt schwere Anschuldigungen gegen SJM und Hönisch. In: kath.net. 7. Januar 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. März 2007; abgerufen am 5. Februar 2022.</ref><ref>Kein ‚Pfadfinder-Friede’ nach Hönisch-Stellungnahme. In: kath.net. 11. Januar 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. November 2016; abgerufen am 5. Februar 2022.</ref>

Nach 2004 scheiterten KPE und SJM mit Verleumdungsklagen gegen den Journalisten Georg Restle vor mehreren Gerichten in St. Pölten und Wien. Restle hatte angegeben, in Veröffentlichungen der KPE homophobe und antisemitische Äußerungen gefunden zu haben.<ref name="Monitor" /><ref name="adevarul">Zur gerichtlichen Bestätigung siehe „Răspopiţi“ catolici din Austria păcătuiesc în România. In: Adevărul. 4. Mai 2010, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref>

Das 15. Bundesthing wählte im April 2005 Martin Hafner als neuen Bundesfeldmeister. Von 1976 bis 2005 hatte Günther Walter dieses Amt bekleidet.<ref>Martin Hafner: Liebe Pfadfinderin, lieber Pfadfinder! In: Die Spur, Nr. 113 (2005), S. 3f.</ref>

Im Herbst 2005 bezeichnete Andreas Hönisch in einem Artikel der KPE-Zeitschrift Pfadfinder Mariens praktizierte Homosexualität als „pervers“ und „widernatürlich“. Er bezog die Wertung in seinem Text ausschließlich auf homosexuelle Handlungen, nicht aber auf homosexuelle Personen; vielmehr betonte er in der Einleitung, man dürfe Personen nie „an den Pranger stellen“. Im selben Artikel zitierte Hönisch jedoch wörtlich einen Bericht der Website kreuz.net über eine Demonstration in Luzern, dessen Autor von Homosexuellen als von „sexuell Verdrehten“ sprach. Der Text von kreuz.net berichtete außerdem, Gegendemonstranten hätten ein Schild mit „Tsunami-Katastrophe lässt grüßen“ getragen. Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte sieben Jahre später (2012), man habe sich „schon immer“ von kreuz.net distanziert.<ref>Bischofskonferenz gegen kreuz.net. In: katholisch.de. 4. Oktober 2012, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> Radio Vatikan bezog sich noch bis November 2008 offiziell auf kreuz.net als Quelle und ging im Februar 2009 auf Distanz.<ref name="kn" /><ref>Der Generalvikar vergleicht den Homo-Marsch mit einem Jodelfest. In: kreuz.net. 19. Juni 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. November 2011; abgerufen am 5. Februar 2022.
„Papa, wo ist Mama?“ In: kreuz.net. 19. Juni 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. April 2008; abgerufen am 5. Februar 2022.
Kirche distanziert sich von einer rechtsextremen Internetseite. In: kath.net. 9. Februar 2009, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref><ref name="rv">In eigener Sache: kreuz.net und wir. In: Radio Vatikan. 24. Februar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Februar 2009; abgerufen am 5. Februar 2022.</ref>

Im April 2007 wurde der Ibbenbürener Heilpraktiker Jürgen Richter, der in der KPE als Stammesfeldmeister tätig war und dessen Behandlungsmethode Anfang 2004 in der KPE-Zeitschrift Pfadfinder Mariens als „bereits erfolgreich erprobt“ bezeichnet worden war, vom Landgericht Münster wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz und Steuerhinterziehung in Höhe von etwa 900.000 Euro zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Das Urteil wurde im Januar 2008 rechtskräftig, nachdem der Bundesgerichtshof die Revision verworfen hatte.<ref>Günther Walter: Wie man Hexen macht – Teil 2. Pfadfinder Mariens 2004/1, S. 7.
Peter Wensierski: Rosenkranz und Eichenrinde. In: Der Spiegel. 9/2006, 24. Februar 2006, abgerufen am 5. Februar 2022.
Jürgen Richter: In eigener Sache. In: Imuna-Institut.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Oktober 2011; abgerufen am 5. Februar 2022.
Heilpraktiker muss zurück ins Gefängnis. In: Westfälische Nachrichten. 28. Januar 2008, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref>

2007 gestaltete die KPE das 2. Euromoot der UIGSE (3000 Teilnehmer) im Tatragebirge und in Tschenstochau mit.<ref>Martin Hafner: „Surgite, Eamus!“ In: Pfadfinder Mariens. 25 (2007/4), S. 4f.</ref>

Im Herbst 2007 schrieb Andreas Hönisch, das Ziel der Freimaurerei sei die Weltherrschaft und der Hauptfeind der Freimaurer sei die katholische Kirche. Die immer stärker werdenden Globalisierungstendenzen in der Politik unserer Tage würden weitgehend von den Freimaurerlogen getragen.<ref name="fm" />

Am 25. Januar 2008 verstarb Pater Hönisch,<ref>Gründer der Servi Jesu et Mariae verstorben. In: kath.net. 25. Januar 2008, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> der seit dem Gründungsjahr Bundeskurat der KPE gewesen war. Beim nachfolgenden Bundesthing 2009 wurde P. Paul Schindele zum Nachfolger gewählt.

Im September 2008 wurde die UIGSE und ihre Satzung vom Päpstlichen Rat für die Laien nach fünfjähriger Probezeit endgültig anerkannt.<ref>Päpstlicher Rat für die Laien: Décret. (pdf; 2,5 MB) 26. August 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Januar 2016; abgerufen am 5. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im April 2009 beschloss das Bundesthing der KPE eine neue Satzung<ref name="satzung">Satzung der Katholischen Pfadfinderschaft Europas. (pdf; 3,2 MB) In: kpe.de. 26. April 2009, S. 1, abgerufen am 4. Februar 2022.</ref> einschließlich einer zusätzlichen Bundesordnung. Dadurch wurde die bisherige Doppelstruktur von Verwaltungsrat und Vorstand abgeschafft. Es blieb ein Vorstand, der sich aus Präsident, Bundesfeldmeister, Bundesmeisterin, Schatzmeister, Sekretär und Bundeskurat zusammensetzt, die vom Bundesthing auf vier Jahre gewählt werden.<ref>Satzung der Katholischen Pfadfinderschaft Europas. (pdf; 3,2 MB) In: kpd.de. 26. April 2009, S. 7–8, abgerufen am 4. Februar 2022.</ref>

Seit 2010

2011 änderte das Bundesthing das Pfadfindergesetz in vier Artikeln, um die deutsche Fassung dem offiziellen Text der UIGSE anzupassen.<ref>Günther Walter, Markus Christoph: Die KPE verbessert die Formulierung ihres Pfadfindergesetzes. In: Die Spur, Nr. 132 / 2011, S. 6–9.</ref>

Im Oktober 2011 kritisierte Michael K. Hageböck auf kath.net unter dem Titel Machtmissbrauch und Manipulation das Koordinationsbüro für den Papstbesuch in Deutschland 2011 im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg unter Erzbischof Robert Zollitsch, weil das Büro das Angebot der KPE, sich beim Besuch von Benedikt XVI. in Freiburg zu engagieren, abgelehnt hatte. Die örtliche KPE-Gruppe aus Freiburg hatte sich mit 100 Jugendlichen für die Papstmesse in Freiburg angemeldet und daran teilgenommen.<ref>Michael K. Hageböck: Machtmissbrauch und Manipulation. In: kath.net. 5. Oktober 2011, abgerufen am 8. Februar 2022.</ref>

Am 7. Oktober 2012 wurde Martin Hafner, vormals Bundesfeldmeister der KPE, zum Commissaire Fédéral der UIGSE, dem europäischen Dachverband der KPE, gewählt.<ref>KPE’ler übernimmt Verantwortung auf Europaebene. In: Die Spur Nr. 136 / Dezember 2012, 54.</ref>

2013 unterstützten KPE-Mitglieder Hilfsaktionen nach verschiedenen Hochwasserkatastrophen in Deutschland, wofür sich Bundespräsident Joachim Gauck bei den Pfadfindern bedankte.<ref name="wb">Christian Eckl: Katholische Pfadfinder: „Völlig demokratisch“. (pdf; 637 kB) In: Wochenblatt Regensburg. 19. Juni 2013, S. 7, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 7. Februar 2022 (wiedergegeben auf kpe.de).
Christian Eckl: Gauck dankt Pfadfindern bei Hochwasser-Einsatz. (pdf; 637 kB) In: Wochenblatt Regensburg. 19. Juni 2013, S. 7, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 7. Februar 2022 (wiedergegeben auf kpe.de).</ref>

Datei:KPE - Hochwassereinsatz.jpg
Bundespräsident Joachim Gauck dankt KPE-Pfadfindern bei Hochwasser-Einsatz

2014 hieß der Kölner Erzbischof Joachim Meisner die KPE in einem Brief ausdrücklich in seinem Erzbistum willkommen. Er begrüße das Engagement der Katholischen Pfadfinderschaft Europas im Erzbistum Köln und brachte seine Dankbarkeit für diese Form der Jugendpastoral zum Ausdruck.<ref name="Meisner">Joachim Meisner: Brief an die Katholische Pfadfinderschaft Europas. (pdf; 394 kB) 5. Februar 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. September 2016; abgerufen am 14. September 2016 (wiedergegeben auf kpe.de).</ref>

Im Sommer 2014 fand in der Normandie das 4. Eurojam der UIGSE mit 12.000 Teilnehmern statt, davon 450 KPE-Pfadfinder.<ref>Eurojam2014. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. September 2016; abgerufen am 14. September 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Papst Franziskus schrieb in seiner Grußbotschaft zu diesem Treffen: „Ihr seid die wahren Protagonisten dieser Welt, ihr seid nicht nur Zuschauer.“<ref>Frankreich: Papstbotschaft an europäische Pfadfinder. In: Radio Vatikan. 4. August 2014, abgerufen am 25. Oktober 2016.</ref>

Am 27. Februar 2016 feierte sie im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm das 40-jährige Bestehen und das 60-jährige Gründungsjubiläum ihres Dachverbandes UIGSE-FSE. Unter den knapp 1000 Gästen waren KPE-Mitarbeiter aus den Gründerjahren wie Günther Walter, Edeltraut Wessler, P. Richard Pühringer CPPS<ref name="standard" /> und Gisela Scholtissek. In einem Grußwort lobte Weihbischof Florian Wörner sie für ihre Treue zu Jesus Christus.<ref name="dux">Maria Dux: Die KPE – katholisch, pfadfinderisch und europäisch. (pdf; 1,8 MB) In: Der Fels. Mai 2016, S. 148–150, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Die Bundeswallfahrt vom 11.–12. Juni 2016 stand gleichfalls unter dem Zeichen des Jubiläums und führte nach Retzbach am Main.<ref>Rund 850 junge Wallfahrer. In: Bistum Würzburg. 16. April 2016, abgerufen am 26. April 2023.</ref>

Im April 2016 veranstaltete die KPE in Regensburg zusammen mit der Gemeinschaft Jugend 2000 und dem Dogmatikprofessor Thomas Marschler von der Universität Augsburg die „KPE-Frühlingsakademie“ zum Thema Development of Christian Doctrine. Im Rahmen der Tagung äußerte Marschler, dass kirchliche Lehraussagen im historischen Kontext zu betrachten seien und der Gesamtzusammenhang der kirchlichen Lehrentwicklung sichtbar werden müsse. Dabei seien Umakzentuierungen in der kirchlichen Lehre möglich, z. B. im Fall des Zweiten Vatikanischen Konzils. Des Weiteren sei die Begrenztheit menschlicher Erkenntnis- und Sprachfähigkeit immer zu berücksichtigen.<ref>“Development of Christian Doctrine”: Dogmatikprofessor Dr. Dr. Thomas Marschler sprach über 2000 Jahre christliche Glaubensentwicklung. In: Bistum-Regensburg.de. 19. April 2016, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref><ref>KPE-Akademie in Regensburg: “Development of Christian Doctrine”. In: kpe.de. Abgerufen am 7. Februar 2022.</ref>

Im selben Jahr akzeptierte die KPE die wissenschaftlichen Ergebnisse der modernen Evolutionsbiologie. Unter dem Titel „Gendermainstreaming in der Kritik der modernen Biologie“ besprach das Redaktionsteam der KPE-Zeitschrift „Pfadfinder Mariens“ ausführlich und teilweise zustimmend ein Buch des Evolutionsbiologen Axel Meyer. „Gendermainstreaming basiert“ – so Meyer – „auf einer die biologischen Fakten Großteils ignorierenden politischen Ideologie“.<ref name="evo" /> Der Artikel zitierte Meyer auch mit dem Satz, „in Deutschland haben in den letzten Jahren ganze Kader von Gendermainstreaming-Anhängerinnen unsere Universitäten, Parteien und Ministerien unterwandert. Sie beherrschen auch zunehmend das öffentliche Meinungsbild“.<ref name="evo" /> Im letzten Absatz wird erwähnt, Meyer vertrete eine „evolutive Weltsicht ohne Schöpfer“; dem wird der gläubige Christ gegenübergestellt, „der sich in der liebenden Hand eines Schöpfergottes weiß“.<ref name="evo" /> Im gleichen Satz werden „die Ergebnisse der modernen Biologie“ nochmals ausdrücklich bejaht. Diese Position zur Evolutionstheorie entspricht der Haltung der römisch-katholischen Kirche, wie sie z. B. im Jugendkatechismus formuliert ist.<ref>Österreichische Bischofskonferenz (Hrsg.): Youcat: Jugendkatechismus der katholischen Kirche. Pattloch, München, 2010, ISBN 978-3-629-02194-6, S. 37, Nr. 42: „Kann man von der Evolution überzeugt sein und doch an den Schöpfer glauben? – Ja. Der Glaube steht den Erkenntnissen und Hypothesen der Naturwissenschaften offen gegenüber“.</ref>

Beim Bundesthing im Mai 2017 wurden die erneut kandidierenden Mitglieder des Vorstands in geheimer Wahl ohne Gegenstimme in ihren Ämtern bestätigt, das Amt des nicht mehr angetretenen Schatzmeisters Stephan Hoffrichter wurde neu besetzt.<ref>Neuer KPE-Vorstand gewählt. In: kpe.de. 18. Mai 2017, abgerufen am 7. Februar 2022.
Außerordentliches Bundesthing der KPE. In: scouting.de. 11. Juni 2013, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref>

Nachdem die KPE 2012 das Projekt „Mit mehr Mut missionieren (MMMM)“ gestartet hatte, in dessen Rahmen die sie ihre Mitglieder ermutigte, von ihrem Glauben Zeugnis zu geben,<ref>Raymund Fobes: Von Christus gegründet – auf ihn hin ausgerichtet. In: Fels. 2012, S. 275–278.
Blog „MitMehrMutMissionieren“. Abgerufen am 7. Februar 2022.
Maria-Theresia Bauer: MMMM – mit mehr Mut missionieren – Mission mit jungen Menschen. (mp3-Audio; 25,8 MB; 56:26 Minuten) In: Radio Horeb. 16. November 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. März 2020; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> gehörte der Verband 2018 zu den Erstunterzeichnern des Mission Manifest.<ref>Johannes Hartl u. a. (Initiatoren): Mission Manifest. In: missionmanifest.online. Abgerufen am 7. Februar 2022 (Liste der Initiatoren und Erstunterzeichner).</ref>

Seit 2020

Am 9. Dezember 2021 erkannte die Deutsche Bischofskonferenz die Katholische Pfadfinderschaft Europas als privaten kanonischen Verein an. Der Vereinssitz wurde zugleich von Langen (Hessen) in die Diözese Augsburg verlegt,<ref>Pfadfinderbund verlegt Sitz ins Bistum Augsburg. In: bistum-augsburg.de. 25. Januar 2022, abgerufen am 4. Februar 2022.
Felix Neumann: Bischofskonferenz erkennt Katholische Pfadfinderschaft Europas an. In: katholisch.de. 27. Januar 2022, abgerufen am 4. Februar 2022.
Pressemitteilung: Deutsche Bischofskonferenz anerkennt KPE. In: kpe.de. Januar 2022, abgerufen am 4. Februar 2022.</ref> die nun Belegenheitsbistum wurde. Die Verlegung erfolgte, weil es „im Bistum Augsburg […] viele lebendige Kontakte zur Jugendpastoral“ gab „und auch die Anzahl der KPE-Gruppen […] dort viel höher als im Bistum Mainz“ war. Der Augsburger Bischof Bertram Meier stimmte der Verlegung schließlich zu.<ref name=":0">Roland Müller: Afj-Leiterin Mohr: KPE-Anerkennung nicht Gegenpart zu DPSG oder BDKJ. In: katholisch.de. 22. Februar 2022, abgerufen am 22. Februar 2022 (Interview mit Bianka Mohr).</ref> Jugendbischof Johannes Wübbe äußerte 2022 Selbstkritik zur Anerkennung und bedauerte, dass zuvor der DBK-Betroffenenbeirat zur Aufklärung sexuellen Missbrauchs nicht zur KPE angehört worden war.<ref>Christoph Brüwer, Roland Müller: Jugendbischof selbstkritisch nach kirchlicher KPE-Anerkennung. In: katholisch.de. 4. April 2022, abgerufen am 11. Mai 2022.</ref>

Am 10. Januar 2023 gaben die Diener Jesu und Mariens bekannt, dass bei der Römischen Kurie eine kritische Anfrage zum Wirken des KPE- und SJM-Gründers Andreas Hönisch eingegangen war. Das Dikasterium für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens betrachtet eine Untersuchung als angemessen. Der Passionistenpater Gregor Lenzen wurde dafür als Apostolischer Assistent für drei Jahre berufen.<ref name="archiv">Paul Schindele: Ein Blick auf die Anfänge unserer Gemeinschaft und das Wirken von Pater Andreas Hönisch. In: SJM online. 10. Januar 2023, abgerufen am 3. Februar 2023.</ref><ref>Felix Neumann: Orden SJM arbeitet mit Vatikan-Hilfe Gründer Andreas Hönisch auf. In: katholisch.de. 9. März 2023, abgerufen am 10. März 2023.</ref>

Mit Stand von Mai 2023 verblieb das Bundessekretariat des deutschen Verbandes in München.<ref>Impressum von kpe.de. Abruf am 8. Mai 2023</ref>

Organisation und Struktur

Aufbau des Bundes

Die Bundesstruktur der KPE gliedert sich in drei Ebenen: Bund, Länder und Stämme. Die KPE-Länder orientieren sich an den Grenzen eines oder mehrerer katholischer Bistümer. Gruppen in Regionen ohne Landesstruktur sind in ihrer Organisation an die Struktur eines bestehenden Landes angeschlossen. Der Schwerpunkt der Vereinstätigkeit liegt im süddeutschen Raum.

Die Ortsgruppen werden als „Stämme“ bezeichnet, sind geschlechtergetrennt<ref>Bundesordnung der Katholischen Pfadfinderschaft Europas. (pdf; 3,2 MB) In: kpe.de. 26. April 2009, S. 16–18, abgerufen am 4. Februar 2022 (Nr. 5.4).</ref> und gemäß den verschiedenen Altersstufen in weitere Kleingruppen untergliedert. Auf jeder Ebene des Bundes ist das Thing das höchste beschlussfassende Organ (Bundesthing, Landesthing, Stammesthing); es tritt mindestens alle zwei Jahre zusammen.

Das Bundesthing ist das höchste Entscheidungsgremium der KPE, zu dessen Aufgaben es unter anderem gehört, den Vorstand zu wählen. Wahlberechtigt sind alle Vollmitglieder. Dazu zählen der Vorstand, alle ausgebildeten, aktiven und anerkannten Gruppenführungen, Protektor oder Protektorin, alle Ehrenmitglieder und alle aktiven und anerkannten Kuraten der KPE. Things auf Landes- und Stammesebene sind analog dazu aufgebaut. Eine ausführliche Beschreibung ihrer Struktur und Organisation der KPE ist in der Satzung und der Bundesordnung niedergelegt.<ref>Satzung der Katholischen Pfadfinderschaft Europas. (pdf; 3,2 MB) In: kpd.de. 26. April 2009, S. 6–7, abgerufen am 4. Februar 2022.</ref>

Altersstufen

Die Ortsgruppen der KPE untergliedern sich in drei Altersstufen mit einem je angepassten pädagogischen Konzept.

  • Wölflingsstufe: 8–11/12 Jahre. Vier bis acht Wölflinge bilden ein Rudel, mehrere Rudel bilden eine Meute.
  • Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe: 11/12–16/17 Jahre. Vier bis acht Pfadfinderinnen bilden eine Gilde (bei den Pfadfindern: Sippe), mehrere Gilden/Sippen bilden einen Trupp.
  • Ranger- und Roverstufe: ab 16/17 Jahre. Vier bis acht Ranger/Rover bilden eine Runde, mehrere Runden bilden einen Clan.

An einzelnen Orten beginnt das Angebot bereits für Mädchen und Jungen von vier bis sieben Jahren mit sogenannten Wichtelgruppen, die der Wölflingsstufe angegliedert sind.<ref>Bundesordnung der Katholischen Pfadfinderschaft Europas. (pdf; 3,2 MB) In: kpe.de. 26. April 2009, S. 4, abgerufen am 4. Februar 2022 (Nr. 2.1.6).</ref><ref>KPE – Unser Konzept. Sonderausgabe von Pfadfinder Mariens, Nr. 151, 2. Quartal 2020, S. 22.</ref>

Überverbandliche Einordnung

Die KPE ist Mitglied des internationalen Pfadfinderverbandes der UIGSE, der mit ca. 67.000 Mitgliedern in 22 Ländern vertreten ist.<ref name="NosAssociations" /> Gemeinsame Begegnungslager über die Grenzen des eigenen Landes hinaus gehören zum Gruppenleben der Pfadfinder- und Ranger-/Roverstufe. Die UIGSE besitzt einen Beraterstatus beim Europarat und ist vom Päpstlichen Rat für Laien als kirchliche Laienorganisation anerkannt. Ein einheitliches Zeremoniell, Pfadfindertracht, Pfadfindergesetz und Pädagogik verbinden alle Mitgliedsverbände der UIGSE.

Die KPE wird geistlich unter anderem von der Ordensgemeinschaft der Diener Jesu und Mariens betreut. Ferner ist sie Mitglied im Gesprächskreis Geistlicher Gemeinschaften und Bewegungen (GGG) der katholischen Kirche in Deutschland.<ref>Gesprächskreis Geistlicher Gemeinschaften, Bewegungen und Initiativen der katholischen Kirche in Deutschland. In: katholischebewegungen.de. Abgerufen am 10. November 2016.</ref>

Publikationen der KPE

Die Bundeszeitschrift der KPE für alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Verbandes trägt den Titel Die Spur. Bis ins Jahr 1996 erschien sie vierteljährlich, seit 1997 drei Mal im Jahr. Die Zeitschrift Ad Mariam Europa wird speziell für ihre Gruppenleiter publiziert und behandelt entsprechende Themen. Sie erscheint in unregelmäßigen Abständen. Seit 1982 gibt die KPE vierteljährlich die Zeitschrift Pfadfinder Mariens für Freunde und Förderer heraus. Die vor 2014 erschienenen Ausgaben sind online nicht mehr zugänglich.<ref>Downloads: Pfadfinder Mariens – unsere Zeitschrift für Freunde und Förderer. In: kpe.de. Abgerufen am 7. Februar 2022.</ref>

Rechtlicher Status

Die KPE wurde in Deutschland als gemeinnütziger eingetragener Verein anerkannt und darf gemäß § 52 AO zum Zweck der Jugendhilfe ertragsteuerbefreite Spenden entgegennehmen. Die Spender können diese Zuwendungen von der Einkommensteuer absetzen (Stand Herbst 2021).<ref>Matthias Krause: Liebe Leser. (pdf; 2 MB) In: Pfadfinder Mariens. 156 3. Quartal, 2021, S. 23, abgerufen am 8. Dezember 2021.</ref> Laut Satzung ist der Zweck des Vereins die „Förderung der Jugendhilfe“.<ref name="satzung" />

Unterstützung, Kritik und Stellungnahmen

Von Außenstehenden wurde die Arbeit der KPE kontrovers bewertet. Einerseits wurde sie als „Lernort des Lebens und des Glaubens“ gewürdigt, ihr kirchlicher Sinn bescheinigt und ihr caritatives Engagement besonders hervorgehoben,<ref name="Anerkennung Augsburg" /><ref name="lerch" /><ref>Paul Metzlaff (Red.): Die Jugendpastoral der neuen geistlichen Gemeinschaften: Ein Dienst der Evangelisierung und des Gebetes mit Esprit. (pdf; 594 kB) Hesg. von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, 31. Mai 2017, S. 17–23, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> andererseits wurden ihr christlicher Fundamentalismus, Judenfeindlichkeit, Homophobie, Rechtsextremismus und Nähe zum Engelwerk vorgeworfen;<ref name="Monitor" /><ref name="vam1" /><ref name="sz" /><ref name="adevarul" /><ref name="röpke">Andrea Röpke: Mädelsache! – Frauen in der Neonazi-Szene. Christoph Links Verlag, Berlin, 2012, ISBN 978-3-86153-615-4.</ref><ref name="ll">Christoph Remzikowski: „Untergrundbewegung“ in der Kirche. In: Onetz. 12. November 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Oktober 2017; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> die KPE soll diesem als „Nachwuchsorganisation“ dienen.<ref name="Keul">Hildegund Keul: Missbrauch in der KPE: Die Spitze eines Eisbergs. In: Die Furche. 16. März 2022, abgerufen am 16. September 2025 (nur Titel und Teaser einsehbar, dort aber erwähnt).</ref> Die Pfadfinderschaft stellte diese Behauptungen 2011 als unberechtigt dar.<ref name="Klarstellungen" />

Vor allem seit den 1990er Jahren erfuhr die KPE wegen ihrer pädagogischen und religiösen Ausrichtung immer wieder Kritik.<ref>KPE-Geschichte in Zahlen. In: Das Jahrbuch der scouting Pfadfinder- und Jugendbewegung 2016. Spurbuchverlag, Baunach 2017, S. 101.</ref> Aus den 1990er Jahren stammt der Vorwurf, ihre Katechese enthalte apokalyptische Vorstellungen.<ref>Merkmale des katholischen Fundamentalismus. In: Jugend & Gesellschaft. April 1996, ISSN 0174-3643.</ref> Im Jahr 2000 verbot ihr die Geschäftsstelle des Hamburger Katholikentages unter Leitung von Weihbischof Hans-Jochen Jaschke die Teilnahme am Katholikentag und untersagte Hönisch einen Vortrag bei den Initiativkreisen. Eduard Werner kritisierte in der katholischen Monatsschrift Der Fels das Vorgehen der Geschäftsstelle heftig. Als Begründung sei laut Der Fels zuerst die Anwesenheit Hönischs und der KPE genannt worden, das könne zu Unfrieden führen. Später hieß es, sie sei nicht bundesweit organisiert, nochmals später, niemand habe einen Rechtsanspruch auf Zulassung in das Programm des Katholikentags.<ref>Eduard Werner: Wer darf? (pdf; 1 MB) In: Der Fels. April 2000, S. 120–121, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Nach Angaben der Katholischen Nachrichtenagentur habe die Kirchentagsleitung die KPE ausgeschlossen, weil deren Wirken im erklärten Gegensatz zur pädagogischen und jugendpastoralen Arbeit der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg und der Pfadfinderinnenschaft St. Georg stehe. Diese seien die in Deutschland alleinigen kirchlich anerkannten Pfadfinderverbände; dies sei von der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz kurz zuvor nochmals ausdrücklich bestätigt worden.<ref>Katholikentag: Vorwürfe von Laien zurückgewiesen. In: Welt.de. 9. März 2000, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref>

Bezüglich der Glaubensvermittlung wurde der KPE vorgeworfen, ihre Mitglieder zur Beteiligung an religiösen Übungen zu drängen, besonders zur heiligen Messe und zur Beichte.<ref name="steffek" /> Nach einem Bericht von J. Wallner habe der Dogmatiker Franz Gruber von der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz in einem Vortrag die KPE in einer Liste von Gemeinschaften erwähnt, deren Arbeit aus seiner Sicht fundamentalistische Elemente enthalte.<ref>Josef Wallner: Abgrenzen und doch die gemeinsame Basis suchen. In: KirchenZeitung Diözese Linz. 2. Mai 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. August 2017; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Der Priester Paul Hüster, Leiter der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, warf der KPE und den SJM im Jahr 2000 „Merkmale einer Sekte“ vor.<ref name="focus2013">A. Schilling, Detlef Sieverdingbeck: Streik gegen den Erzbischof. In: Focus Online. 13. November 2013, abgerufen am 4. Februar 2023.</ref>

1990–1992 kooperierte die KPE mit dem Engelwerk<ref name="Strack">Christoph Strack: Standpunkt: Durchregieren-von-oben kommt in einer synodalen Kirche nicht gut an. In: katholisch.de. 8. Februar 2022, abgerufen am 8. Februar 2022.</ref> und zahlreichen anderen marianischen Gemeinschaften in der Initiative Vereinigtes Apostolat im Geist Mariens (VAM), was als Indiz für eine Nähe zu katholisch-fundamentalistischen Kreisen gewertet wurde.<ref name="vam1" /><ref name="vam90" /><ref>Engelswerk: Krieg gegen den Teufel, Ideen aus dem Mittelalter. In: Hamburger Morgenpost. 7. Februar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Juli 2015; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Der Priester Richard Pühringer, früheres Mitglied der KPE-Bundesführung,<ref name="mw" /> war in den 1980er Jahren Donate der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz, eines Ordens innerhalb des Engelwerkes, und Anfang der 2000er Jahre Seelsorger der Schwesterngemeinschaft des Ordens in Scheffau am Wilden Kaiser.<ref name="b90" /><ref name="standard" /> Pühringer blieb noch mindestens bis 2016 in der KPE aktiv und wird von ihr als „Urgestein“ angesehen.<ref name="dux" /><ref>Meet the KPE: 17.–22.03.2014 Ignatianische Exerzitien für Raiderinnen / Ranger mit P. Richard Pühringer; Ort: in Kleinwolfstein. (pdf; 12,6 MB) In: Pfadfinder Mariens. 127, Januar 2014, S. 12, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. November 2016; abgerufen am 7. Februar 2022.
Maria Dux: K-P-E: Knapp 1000 Pfadfinder feiern 40-jähriges Jubiläum der KPE. (pdf; 6 MB) In: Pfadfinder Mariens. 136, 35 (2016,2), 2016, S. 4, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Februar 2017; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Der auf den Titel des Bistums Anápolis, eines Hauptstützpunktes des Engelwerkes, geweihte SJM-Priester Karl Barton feierte 1993 seine Nachprimiz in der Münchner Pfarrei des Engelwerk-Priesters Karl Maria Harrer, die ihrerseits eine KPE-Gruppe beherbergte. Im Vorjahr waren Barton sowie die KPE-Mitglieder Anton Bentlage, Bernhard Spieß und Béla Horváth als Diakone auf das Bistum Anápolis geweiht worden.<ref>Heiner Boberski: Das Engelwerk: Theorie und Praxis des Opus Angelorum. Otto Müller Verlag, Salzburg 1993, ISBN 3-7013-0854-3, S. 95–96, 234.
Conny Neumann: Das „Mucki-Werk“ – eine Heimat für Fanatiker. In: Süddeutsche Zeitung. 25. Mai 1996.</ref> Horváth, zwischenzeitlich in die SJM eingetreten, verließ die Gemeinschaft im Februar 2000.<ref name="focus2013" /> Nach Angaben von Lutz Lemhöfer, Weltanschauungsbeauftragter der Diözese Limburg unter Bischof Franz Kamphaus, im Jahr 2001 fanden sich in den Schriften der KPE vereinzelt auch antisemitische Äußerungen.<ref name="ll" />

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Im Herbst 2003 verwies der damalige Bundesfeldmeister Günther Walter in einem Artikel auf das im Hohenrain-Verlag erschienene antisemitische Buch Die Frankfurter Schule und ihre zersetzenden Auswirkungen des NPD-Politikers Rolf Kosiek.<ref name="qv" /><ref>Heribert Schiedel, Stephan Grigat: Hass der Rechten auf die Kritische Theorie: Burschis gegen Adorno. In: haGalil. 28. Oktober 2004, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Hans-Gerd Jaschke von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin erklärte in einer Monitor-Sendung 2004, in Publikationen der KPE Hinweise auf christlichen Fundamentalismus, völkischen Nationalismus und antisemitische Anspielungen gefunden zu haben. Er bezog sich dabei auf die KPE-Zeitschrift Pfadfinder Mariens, in der der Weltenburger Altabt Thomas Niggl OSB, ein Mitglied des Engelwerkes,<ref>Heiner Boberski: Das Engelwerk. Otto Müller Verlag, Salzburg 1993, S. 235.</ref> im Frühjahr 2003 als Gastautor zum Thema des demographischen Wandels behauptet hatte: „Man kann nicht daran zweifeln, dass das deutsche Volk in seinem biologisch-ethnischen Bestand und in seiner kulturellen religiösen Identität aufs Schwerste bedroht ist“. Jaschke erklärte dazu: „Man muss deutlich betonen, dass die beiden letzteren Teile […] deckungsgleich sind mit dem modernen Rechtradikalismus“.<ref name="Monitor2">Georg Restle: Katholischer Fundamentalismus: Pfadfinder auf Abwegen. (pdf; 80 kB) In: ARD-Monitor. 22. Juli 2004, S. 4, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. September 2012; abgerufen am 23. September 2009.</ref> Im selben Artikel verbreitete Niggl Thesen der rechtsextremen Deutschen Studiengemeinschaft,<ref name="Monitor" /><ref>Zur Einstufung der Deutschen Studiengemeinschaft siehe Theorie- und Strategiebildung im deutschen Rechtsextremismus. (pdf; 4,4 MB) In: Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg 2003. Mai 2004, S. 189–190, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Januar 2006; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> die er als „wertvolle Anregungen“ lobte.<ref name="tn" /><ref>Zur Lage des Volkes. In: dsg-studiengemeinschaft.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Dezember 2004; abgerufen am 7. Februar 2022 (Alle Thesen und die Zusammenfassung sind mit Niggls Aussagen identisch.).
Felix Buck, Rolf Kosiek, Uwe Rheingans, Albrecht Jebens, Günter Poser, Edmund Sawall, Walter Staffa: Bekenntnis zum Deutschen Volk. In: dsg-studiengemeinschaft.de. September 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Juni 2003; abgerufen am 7. Februar 2022 (Die Einleitung und die fünfte These sind mit Niggls Aussagen identisch. Die Verfasser Felix Buck, Rolf Kosiek, Uwe Rheingans gehörten der NPD, Albrecht Jebens vormals der CDU und Günter Poser früher den Republikanern an.).</ref> In der Sendung äußerten sich auch vor- und damalige Mitglieder.<ref name="Monitor2" /> Günther Walter erklärte am 7. März 2017 bezugnehmend auf die Vorfälle von 2003, der Literaturhinweis auf Kosiek sei durch seine Nachlässigkeit in den Text geraten. Er habe das Buch nur in Ausschnitten gelesen; das Kapitel Zur Geschichte der Frankfurter Schule enthalte seines Erachtens einige Seiten mit „interessanten Sachinformationen“; der Hintergrund des Autors sei ihm unbekannt gewesen. Der Artikel von Niggl sei 2003 wegen Zeitdrucks ohne inhaltliche Prüfung und in Unkenntnis der Deutschen Studiengemeinschaft vom Redaktionsteam übernommen worden. Walter entschuldige sich bei der KPE und den Lesern von Pfadfinder Mariens und distanziere sich ausdrücklich von rechtsextremem und antisemitischem Gedankengut.<ref name="kr" /> Im von Walter genannten Kapitel nahm Kosiek den mehrfach wegen Volksverhetzung vorbestraften Holocaustleugner Udo Walendy in Schutz und bezeichnete die seriöse Geschichtsforschung als „herrschende Umerziehungsmeinung“.<ref>Rolf Kosiek: Die Frankfurter Schule und ihre zersetzenden Auswirkungen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2001, ISBN 978-3-89180-061-4, S. 74 ff.
Hans-Henning Scharsach: Strache: Im braunen Sumpf. Verlag Kremayr & Scheriau Wien, 2012, ISBN 978-3-218-00856-3 (Vorschau auf Google Books).</ref> Die Website der Deutschen Studiengemeinschaft, die Rolf Kosiek als Mitglied ihres Führungsgremiums auswies, war bereits im Jahr 2001 online; der seit 2002 im Internet abrufbare Verfassungsschutzbericht 2001 erwähnt das genannte Buch Kosieks unter „Rechtsextremistische Bestrebungen“.<ref>Herzlich willkommen bei der Deutschen Studiengemeinschaft. In: dsg-studiengemeinschaft.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. Februar 2001; abgerufen am 7. Februar 2022.
Bundesministerium des Innern: Verfassungsschutzbericht 2001. (pdf; 2,1 MB) August 2002, S. 128, abgerufen am 7. Februar 2021 (zur Tätigkeit Kosieks).</ref>

Ende 2011 hatte die KPE zu den verschiedenen Vorwürfen Position bezogen. Ihre Bundesleitung distanzierte sich dabei ausdrücklich von rechtsradikalem Gedankengut und Antisemitismus. In religiösen Fragen lehne man Sonderlehren, die von der allgemeinen Lehre der Kirche abweichen, für sie grundsätzlich ab, ebenso Druck und Zwang als pädagogische Methoden der Glaubensvermittlung. Verbindungen zum Engelwerk – sowohl organisatorischer als auch inhaltlicher Art – wurden nachdrücklich bestritten.<ref name="Klarstellungen">Klarstellungen zu Vorwürfen gegen die KPE. In: Ad Mariam Europa Nr. 38 / Dezember 2011, S. 9–18.</ref> Der Vorwurf des Antisemitismus war zuvor in Wien gerichtlich bestätigt und vom deutschen Nachrichtenmagazin Der Spiegel zusammen mit der Einstufung der KPE als „fundamentalistisch“ erneut aufgegriffen worden.<ref name="adevarul" />

Die auf Rechtsextremismus spezialisierte Politologin Andrea Röpke schrieb 2011 über die bündische Jugend: „Dort missfallen auch der Freibund – Bund Heimattreuer Jugend e. V., die Deutsche Gildenschaft sowie die ‚Katholische Pfadfinderschaft Europas‘ wegen ihrer rechtslastigen Ausrichtungen. Mit dem Sturmvogel zusammen sollen diese Gruppen ungefähr 4000 Anhänger haben.“<ref name="röpke" /> Die Positionen der in der Deutschen Bischofskonferenz zusammengeschlossenen Bischöfe zur KPE waren bisher uneinheitlich. Der Augsburger Bischof Josef Stimpfle erkannte 1992 in seiner Diözese die KPE als „kirchliche Jugendgemeinschaft“ an.<ref name="Anerkennung Augsburg" /> 1995 warnte das Jugendamt des Erzbistums München und Freising vor der Vereinigung; Kinder und Jugendliche seien dort zu willigen Werkzeugen ihrer Erzieher gemacht worden.<ref name="mw" /> Im Mai 2017 lobte der ausscheidende Leiter<ref>Neuer Diözesanjugendpfarrer Richard Greul wird eingeführt. In: erzbistum-muenchen.de. 29. Mai 2017, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> desselben Jugendamts die Arbeit der KPE: Daniel Lerch, Diözesanpräses des BDKJ im Erzbistum München-Freising unter Erzbischof Reinhard Marx, stand seit 2006 mit der KPE in Kontakt und im Austausch. Im Rückblick betonte er, dass er die Arbeit der „KPE-Gruppen in der Erzdiözese München und Freising sehr schätze“; die Gruppen seien „Orte, an denen Kinder und Jugendliche den christlichen Glauben als Bereicherung erfahren und so eine persönliche Beziehung zu Christus entwickeln können“. Aus seiner persönlichen Erfahrung berichtete er, Eltern würden die Jugendarbeit der KPE „als Ergänzung ihrer Erziehung sehr schätzen“.<ref name="lerch">Daniel Lerch: Brief an die KPE. (pdf; 90 kB) 31. Mai 2017, abgerufen am 7. Februar 2022 (wiedergegeben auf kpe.de).</ref> Die DBK erklärte 2004, die KPE sei kein „offiziell anerkannter Jugendverband“.<ref name="Monitor" />

Von mehreren deutschsprachigen Bischöfen gab es Signale des Wohlwollens und der Anerkennung, unter anderem von Kurt Krenn<ref name="Monitor" /><ref>David Gall: Zur Seligsprechung von Kaiser Karl I. von Österreich. In: haGalil. 1. Oktober 2004, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> im Bistum St. Pölten, Joachim Meisner<ref name="Meisner" /> und Klaus Dick<ref>UIGSE feiert 60-jähriges Jubiläum in Köln. In: kpe.de. 20. Oktober 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. März 2017; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> im Erzbistum Köln, Gregor Maria Hanke OSB<ref>750 KPEler feiern zusammen mit Bischof Hanke (26. Mai 2014). Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. November 2016; abgerufen am 10. November 2016.</ref> im Bistum Eichstätt, Walter Mixa,<ref>Bischof Walter Mixa und unsere Pfadfinder nach der Sebastiansprozession in Landsberg. In: kpe-finning.de. 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. Juli 2007; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Konrad Zdarsa<ref>400 junge Pfadfinder hören in Violau die Predigt des Bischofs. In: Augsburger Allgemeine. 17. Juni 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Januar 2016; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> und Florian Wörner<ref>„Bemerkenswert ist Eure ungebrochene Treue zur Kirche und zu Christus“. In: kath.net. 3. März 2016, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> im Bistum Augsburg sowie von Athanasius Schneider ORC,<ref name="p20083">Martin Hafner: Zeit der Gnade. (pdf; 790 kB) In: Pfadfinder Mariens. 2008/3, S. 8, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Dezember 2016; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref><ref name="facius">Gernot Facius: Obskures „Engelwerk“ feiert Anerkennung durch den Papst. In: welt.de. 11. Oktober 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Oktober 2010; abgerufen am 7. Februar 2022.
Die Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz bilden die Eliteorganisation im Engelwerk, siehe Heiner Boberski: Das Engelwerk. Theorie und Praxis des Opus Angelorum. Otto Müller Verlag, Salzburg, ISBN 3-7013-0854-3, 1993, S. 71.</ref> Weihbischof im Bistum Karaganda (seit 2011 Erzbistum Astana), einem Engelwerk-Mitglied. Ein Signal der Anerkennung von Schneider, der 2008 in Niederösterreich drei KPE-Mitglieder zu SJM-Priestern geweiht hatte, bestand darin, dass die KPE-nahe SJM-Kongregation 2016 im ordenseigenen Infoblatt unter der Rubrik Termine ein Choralamt von Schneider am Wallfahrtsort Altötting ankündigte.<ref name="p20083" /><ref>Priesterweihe am 22. Februar bei der SJM. In: gloria.tv. 6. März 2008, abgerufen am 7. Februar 2022.
Paul Schindele: Termine. (pdf; 1,7 MB) In: Der Ruf des Königs. Ausgabe 57. Hrsg. von Kongregation der Diener Jesu und Mariens, Januar 2016, S. 34, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Betreiber der Website war Paul Schindele, Generaloberer der SJM und vormaliger KPE-Bundeskurat.<ref>sjm-congregation.org whois information. In: who.is. 17. Januar 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Januar 2017; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Das Engelwerk war in Augsburg<ref name="facius" /> schon vor Gründung der KPE präsent, später auch in den Diözesen St. Pölten,<ref>Peter Pelinka: Aufstand im katholischen Österreich: Die Gläubigen des Bistums St. Pölten rebellieren gegen den reaktionären Kirchenmann Kurt Krenn: „Herr Bischof, treten Sie zurück!“ In: Die Zeit. 9. Juli 1993, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Januar 2017; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Köln,<ref>Kölner Pilgergruppe „Heiliger Pater Pio“. In: kupfergasse.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Mai 2016; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Eichstätt,<ref>Paul Badde: Papst nimmt Engelwerk zur „Förderung des Guten“ auf. In: Welt.de. 10. Oktober 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Oktober 2010; abgerufen am 7. Februar 2022 (Interview mit Gregor Maria Hanke).</ref> Innsbruck<ref>Schutzengelbruderschaft Innsbruck: Einführung in Sinn und Ziel der Priestergemeinschaft: Rituale des Opus Sanctorum Angelorum. Innsbruck 1970, S. 61.</ref> sowie in Karaganda und Astana.<ref>Giuseppe Nardi: Neue Kathedrale in Karaganda mit Eucharistischem Zyklus – Stilles, aber mächtiges Mittel der Evangelisierung. In: katholisches.info. 31. August 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Oktober 2012; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref>

Weitere Unterstützer der KPE waren Johannes Dyba im Bistum Fulda,<ref>Johannes Dyba: „Die Stämme des Herrn in unserer Zeit – das seid Ihr.“ Predigt zur KPE-Bundeswallfahrt. In: Pfadfinder Mariens, 2. Quartal (1990), S. 1.</ref> Matthias König im Bistum Paderborn,<ref>Thomas Hippel: Gleich zwei Pfadfindertreffen auf Haus Assen. In: Soester Anzeiger. 10. August 2015, abgerufen am 29. März 2017.</ref> Stefan Zekorn, Weihbischof im Bistum Münster,<ref>Maria Dux: Familien-Wochenende im Haus Assen mit Besuch von Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. In: Die Spur, Nr. 151 (2017), S. 14–15.</ref> Georg Gänswein<ref>Kurienerzbischof Georg Gänswein auf dem Lindenberg. In: Badische Zeitung. 14. Mai 2015, abgerufen am 29. März 2017.</ref> und Peter Zurbriggen.<ref name="kpe_KüngEgger" /> Florian Wörner, Weihbischof der Diözese Augsburg und Leiter des dortigen Jugendamtes, erklärte im Februar 2013 anlässlich eines Treffens mit der KPE: „Ich betrachte mein Kommen […] als Ausdruck meiner Wertschätzung eurer Arbeit. In meiner Aufgabe als Leiter des bischöflichen Jugendamtes habe ich in den letzten sieben Jahren die Zusammenarbeit mit der KPE als äußerst gut und transparent erlebt. Es war ein offenes und gutes Miteinander. Die KPE hat sich in den verschiedenen Bereichen der diözesanen Pastoral sehr positiv mit eingebracht.“<ref>Günther Brand: Der Weihbischof und Leiter des diözesanen Jugendamtes Augsburg zu Gast beim Stufentreffen der KPE. In: kpe.de. 20. Februar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. November 2013; abgerufen am 18. März 2013.</ref> Anerkennend erwähnte der Weihbischof, dass sich KPE-Mitglieder auch außerhalb der eigenen Verbandsstruktur in verschiedenen Initiativen wie z. B. Nightfever im Bistum engagierten.<ref>Gerlinde Drexler: Ein Thema, das auf den Nägeln brennt. In: augsburger-allgemeine.de. 18. Februar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. November 2013; abgerufen am 18. März 2013.</ref>

Walter Brandmüller spendete im September 2012 auf dem Sonntagberg dem KPE-Mitglied Tobias Christoph SJM die Priesterweihe.<ref>Ordensnachrichten: Priesterweihe und Ordensprimizen P. Manuel Stelzer und P. Daniel Artmeyer. In: pfarre.kirche.at/blindenmarkt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. April 2015; abgerufen am 7. Februar 2022.
Wieder ein Neupriester. In: sjm-congregation.org. 29. September 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Dezember 2017; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng, ein Mitglied des Opus Dei,<ref>Dietmar Neuwirth: Schönborn bremst Opus-Dei-Bischof. In: DiePresse.com. 21. Januar 2014, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> ermutigte im Sommer 2013 die Mitglieder der KPE, viele Jugendliche für ihre Gruppen zu gewinnen. Die Etappen der Pfadfinderpädagogik seien „etwas, was Gott euch schenkt, damit ihr wirksam werdet […] dort, wo ihr arbeitet, dort wo ihr seid“.<ref name="kpe_KüngEgger">Akademie mit Bischof DDr. Klaus Küng, Nuntius S.E. Dr. Zurbriggen und Ehepaar DDDr. Egger. In: kpe.de. 16. November 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. März 2017; abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Küng weihte mehrere KPE-Mitglieder zu Priestern der SJM.<ref>Einladung zur Priesterweihe. In: sjm-online.org. 27. Juli 2014, abgerufen am 7. Februar 2022 (in St. Georgen am Ybbsfelde).
Priesterweihe in Maria Langegg. In: sjm-online.org. 23. September 2016, abgerufen am 7. Februar 2022 (in Maria Langegg).</ref> Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., lobte 2003 die KPE ausdrücklich und empfahl, sie zu unterstützen: „Die Jugendarbeit in der KPE ist im Ganzen durchaus positiv einzuschätzen und gibt vielen jungen Menschen eine solide Grundlage für ihren Weg im Leben“.<ref name="Monitor" /> Seit 1995 äußerten sich mehrere ehemalige KPE-Mitglieder, darunter 2023 ihr früherer Pfadfinderkurat Wolfgang F. Rothe, ablehnend und warnend über ihre vormalige Gemeinschaft.<ref>Annalena Müller: Wolfgang F. Rothe: «Die konservative Kirche meiner Kindheit war eine heile Welt für mich». Katholisches Medienzentrum, 22. Dezember 2023. Abruf am 4. Januar 2024</ref><ref>Günther Walter: Neues aus St. Pölten. In: Pfadfinder Mariens, 4. Quartal 2005, S. 11</ref><ref name="Monitor" /><ref name="steffek" /><ref name="ESM" /><ref name="ml1" /><ref name="ml2" /><ref name="wb" />

Missbrauchsvorwürfe

Josef Henfling erhob schwere Missbrauchsvorwürfe gegen die KPE und die SJM in Bezug auf seine Zeit in einem österreichischen Internat Ende der 1990er Jahre. Es sei ihm vorgekommen, als sei er „für mögliche Missbrauchstäter geradezu abgerichtet worden“.<ref>Florian Fuchs: Umstrittene Pfadfinder, Süddeutsche Zeitung, 2. Mai 2024, S. 25.</ref> Es habe weitere Missbrauchsfälle innerhalb der KPE gegeben, so Johanna Beck, vormalige Sprecherin des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz und Trägerin des Herbert-Haag-Preises.<ref>Jutta Laege: Wir haben eine Vorreiterrolle. In: kfd-bundesverband.de. 21. Oktober 2021, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref><ref>Nicole Höfle: Interview mit Johanna Beck: „Der Glaube hilft mir, den Missbrauch zu verarbeiten“. In: kath-kirche-stuttgart.de. 4. März 2021, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref><ref>Raphael Rauch: Johanna Beck: „Die Botschaft an die Kirche lautet: Jetzt lernt draus!“ In: kath.ch. 14. März 2022, abgerufen am 16. März 2022.</ref> Bei der Vorstellung einer Buchveröffentlichung über ihre Erfahrungen mit geistlichem Missbrauch, den sie als Kind in den 1990er in der KPE erlebt habe, sagte Beck: „Wir bekamen ständig suggeriert: Du scheiterst, du hast etwas falsch gemacht, du sündigst. Da kommt man dann ganz schwer raus und damit arbeiten aber auch Gruppierungen wie die KPE. […] Die Angst der Mitglieder und das geringe Selbstwertgefühl gibt den Oberen Macht!“ Ein Priester, der etwas „Dunkles, Lauerndes, Fanatisches“ ausstrahlte, habe damals bei Zeltlagern und Treffen immer alle Mitglieder des Stammes zur Beichte gezwungen, bei der es immer um sexuelle Themen und intime Fragen gegangen sei, die sie überfordert hätten; auch zu sexuellen Übergriffen war es gekommen. Die KPE habe ihr per E-Mail eine Entschuldigung gesendet, so Beck, die wie der Stuttgarter Stadtdekan Monsignore Christian Hermes eine nachhaltige Änderung der KPE bezweifelte.<ref>Ina Rottscheidt: Lange Schatten der Vergangenheit. Johanna Beck veröffentlicht Buch über geistlichen Missbrauch. 9. April 2022, abgerufen am 9. April 2022.</ref><ref name="brbeck">Christian Wölfel: Johanna Beck: Missbrauchsbetroffene will die Kirche ändern. Bayerischer Rundfunk. 1. Juni 2022. Abruf am 29. Oktober 2024, im Internet Archive</ref> Der Priester der KPE, zur Tatzeit zugleich Mitglied des Engelwerkes, sei 2022 noch immer im priesterlichen Dienst gewesen.<ref>Johanna Beck: Macht neu, was dich kaputt macht. Verlag Herder 2022, Seiten 46–61 ff und 68–79 ff. ISBN 978-3-451-82677-1</ref> Ulrich Hoffmann, Präsident des Familienbundes der Katholiken, warf der KPE eine „schwarze Pädagogik“ vor und sagte, dass viele „Familien, Kinder und Jugendliche […] in diesem Bereich ‚schwerste Gewalt‘ erlitten hätten.“<ref name="Strack" /> Auch andere katholische Gruppen grenzten sich 2022 von der KPE ab.<ref>Klare Abgrenzung gegenüber der KPE. In: bistum-speyer.de. 14. Februar 2022, abgerufen am 10. Mai 2022.</ref>

Angesprochen auf die Missbrauchsvorwürfe gegen die KPE erklärte 2022 Bianka Moor, Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), sie nehme in der KPE ein klares Bewusstsein für die kritische Vergangenheit des Verbandes wahr. Die KPE habe in jüngerer Zeit ihre inhaltlichen Konzepte und Ausbildungspapiere überarbeitet und ihre Jugendarbeit entsprechend umgestaltet. Die DBK sehe eine deutliche Weiterentwicklung des Verbands. „Die KPE von heute lässt sich nicht mehr mit der KPE aus den 80er-Jahren vergleichen.“<ref name=":0" />

Literatur

Schriften aus der KPE

  • Andreas Hönisch: Liebe Freunde von Pfadfinder Mariens. 1. Band. SJM-Verlag, Meckenheim 2001. ISBN 3-932426-20-7
  • Günther Walter: Deine Sippe, Kornett. 2. erweiterte Auflage. SJM-Verlag, Neusäß 2002. ISBN 978-3-932426-22-3
  • Alfred Pokorn / Günther Walter: Pfadfinder-Handbuch, 5. erweiterte und vollständig neu überarbeitete Auflage. SJM-Verlag, Neusäß 2010. ISBN 978-3-932426-02-5
  • Barbara Roczniak / Anton Bentlage: Leitfaden für die Wölflingsstufe. SJM-Verlag, Neusäß 2013. ISBN 978-3-932426-57-5
  • Katholische Pfadfinderschaft Europas: Wegweiser. Religiöses Leben in der Katholischen Pfadfinderschaft Europas, 2. Auflage, München 2015
  • Katholische Pfadfinderschaft Europas: Grundlagentexte, München 2015

Literatur über die KPE

  • Heiner Boberski: Das Engelwerk. Theorie und Praxis des Opus Angelorum. Otto Müller Verlag, Salzburg 1993, ISBN 3-7013-0854-3 (bes. S. 229–235, im Kapitel Freunde und „verwandte Seelen“)
  • Bundesvorstand der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (Hrsg.): Arbeitspapier mit Dokumenten zum Phänomen der „Katholischen Pfadfinderschaft Europas“ (KPE) sowie zu neueren Entwicklungen im Spektrum katholischer Splittergruppen. Georgs-Verlag, Neuss 1994
  • Hubert Kohle: Fundamentalistische Marienbewegungen. In: Wolfgang Beinert, Heinrich Petri (Hrsg.): Handbuch der Marienkunde. Band 2, Pustet, Regensburg 1997, ISBN 978-3-7917-1527-8, S. 60–106 (speziell S. 77–79)
  • Thomas M. Hofer: Gottes rechte Kirche. Ueberreuter Verlag, Wien 1998. ISBN 3-8000-3675-4 (Kapitel Die Katholische Pfadfinderschaft Europas, S. 142–152)
  • Johanna Beck: Mach neu, was dich kaputt macht. Warum ich in die Kirche zurückkehre und das Schweigen breche. Verlag Herder, Freiburg 2022, ISBN 978-3-451-38991-7.
  • Wolfgang F. Rothe: Missbrauchte Kirche. Eine Abrechnung mit der katholischen Sexualmoral und ihren Verfechtern. Droemer Verlag, München 2021, ISBN 978-3-426-27869-7.

Weblinks

Commons: Katholische Pfadfinderschaft Europas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

KPE Deutschland

KPE Österreich

Einzelnachweise

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