Kathedrale St. Josef (Liepāja)
Die Kathedrale St. Josef (lett. Svētā Jāzepa Katedrālē) in der lettischen Hafenstadt Liepāja (Libau) ist die Bischofskirche des römisch-katholischen Bistums Liepāja. Das repräsentative neuromanische Gotteshaus wurde von 1894 bis 1897 nach Plänen von Louis Melville (1837–1915)<ref>lettisch Ludvigs oder Luiss Melvils – Er entwarf auch die unmittelbar benachbarte alte Markthalle.</ref> erbaut.<ref>Austra Avotiņa, Andris Priede, Ojārs Spārītis, Dace Vosa: Latvijas Katoļu baznīcas. Jumava, Riga 2018, ISBN 978-9934-20-281-0, S. 30.</ref> Mit der Errichtung des Bistums Liepāja 1937 wurde es zur Kathedrale erhoben.
Geschichte
Eine kleine barocke Pfarrkirche für die katholische Minderheit der Stadt konnte 1762 fertiggestellt werden. Schon nach wenigen Jahrzehnten reichte sie für die gewachsene Gemeinde nicht mehr aus; für eine neue Kirche erteilten die Behörden jedoch keine Genehmigung. Schließlich wurde die alte Kirche in einen „Erweiterungsbau“ einbezogen, der faktisch ein Neubau war.
Architektur und Ausstattung
Die St.-Josefs-Kathedrale ist aus gelblichem Danziger Ziegel errichtet und reich mit Schmuckelementen gegliedert. Der Grundriss ist basilikal, weicht jedoch vom klassischen Schema ab. Das dreischiffige Langhaus mündet im Süden in den Chor und die hohe Rundapsis. Der Chor ist beidseitig mit mehrgeschossigen rundbogigen Emporen zu einer Art kurzem Querhaus erweitert. Das eigentliche Querhaus befindet sich jedoch nördlich, nahe der Portalfassade. Sein östlicher Arm enthält die alte Barockkirche, nun Marienkapelle. Am Westarm steht der hohe, markante Hauptturm mit quadratischem Unterbau und oktogonalem Obergeschoss. Mit ihm korrespondieren vier kleinere Türme, die das Hauptportal und den Chor flankieren.
Ausstattung
Im Inneren sind Wände und Gewölbe vollständig mit biblischen Szenen im neuromanischen Stil und mit Ornamenten (teils im Jugendstil) ausgemalt.<ref>Austra Avotiņa, Andris Priede, Ojārs Spārītis, Dace Vosa: Latvijas Katoļu baznīcas. Jumava, Riga 2018, S. 31.</ref> Auch die originalen Altäre, Leuchter und Buntglasfenster sind erhalten.
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Innenaufnahmen des Innenraums und Kurzbeschreibung ( vom 27. November 2014 im Internet Archive) (lettisch)
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Innenaufnahmen der alten Kirche, jetzt Teil der Kathedrale ( vom 1. August 2015 im Internet Archive)
- Basisinformation (englisch)
Fußnoten
<references />
Koordinaten: 56° 30′ 18,1″ N, 21° 0′ 27,1″ O
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