Kartenhaus (Schifffahrt)
Das Kartenhaus, auch Kartenraum genannt,<ref>Vorlage:Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache</ref> ist ein Deckshaus bzw. ein Raum auf großen Schiffen.<ref name=":0" /><ref name=":1">Kartenhaus aus dem Lexikon. In: Wissen.de. Abgerufen am 7. Februar 2023.</ref> Es befindet sich auf oder in der Nähe der Kommandobrücke. Hier werden vom Wachoffizier in Seekarten Geschwindigkeit, Kurs etc. errechnet und im Logbuch urkundlich aufgezeichnet.<ref name=":1" /> Darüber hinaus werden hier Seekarten fachgerecht aufbewahrt und ausgelegt.<ref>Vorlage:Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache</ref><ref name=":0">T. Schwarz: Kartenhaus. In: Otto Lueger (Hrsg.): Lexikon der gesamten Technik. 2. Auflage. Band 5. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart / Leipzig 1904, S. 387 (zeno.org).</ref> In amtlichen Vorschriften findet das Kartenhaus u. a. Erwähnung im Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (Unterbringung der Funkgeräte)<ref>Schiffssicherheitsvertrag. (PDF) Bundestag, abgerufen am 8. Februar 2023 (Kapitel 3 A Regel 13).</ref> und der Schiffssicherheitsverordnung (Pflicht zur Mitführung des Handbuch für Brücke und Kartenhaus).<ref>SchSV - Schiffssicherheitsverordnung. Abgerufen am 8. Februar 2023 ((Anlage 1 C.I.4.3)).</ref>
Historisch befanden sich auf Segelschiffen die Navigationskarten in der im Achterdeck bzw. unter dem Poopdeck liegenden Kapitänskajüte um die wertvollen Karten dort vor Umwelteinflüssen zu schützen.<ref>The Captain's Cabin. Abgerufen am 9. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mit dem Aufkommen der Großsegler und des Stahlschiffbaus, wurde der noch offene Steuerstand vom Achterdeck auf das neu eingeführte Brückendeck verlegt (Dreiinselschiff). Bekannte frühe deutsche Vertreter dieser Bauform sind die Flying P-Liner, als Prototyp die Placilla (1892) oder die später gebaute aber bekanntere Peking (1911). Das Kartenhaus befand sich meist im unmittelbarer Nähe und war über das offene Deck zu betreten.<ref>Viermastbark PEKING - ein Blick auf das restaurierte Kartenhaus. Abgerufen am 9. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein weiterer Entwicklungsschritt war die Integration an die Kommandobrücke, sodass der Kartenraum als eigenständiger Raum direkt angrenzte. Später wurde der Arbeitsbereich häufiger auf die Brücke selbst gelegt, damit der Wachoffizier auf der Karte arbeiten und trotzdem jederzeit seinen Wachpflichten nachkommen kann.<ref>§ 9a SchBesV - Einzelnorm. Abgerufen am 9. Februar 2023.</ref>
Einzelnachweise
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