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Karoline von Baden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Königin Karoline von Bayern.jpg
Karoline von Baden, Königin von Bayern
Datei:Karoline Bayern Litho.jpg
Karoline, Königin von Bayern, Lithographie von Robert Theer nach einem Gemälde von Johann Ender, ca. 1830
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Karoline von Baden, Königin von Bayern
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Karoline von Baden, Königin von Bayern
Datei:Grab MaximilianI Bayern.jpg
Grabmal von König Max I. und Königin Karoline in der Gruft der Theatinerkirche München
Datei:Statue der Karoline in Frankenthal.jpg
Statue Königin Karoline geschaffen von Philipp Perron in Frankenthal (Pfalz)

Friederike Karoline Wilhelmine von Baden (* 13. Juli 1776 in Karlsruhe; † 13. November 1841 in München) war eine Prinzessin von Baden, durch Heirat seit 1799 Kurfürstin zu Pfalzbayern und seit dem 1. Januar 1806 die erste Königin des neu proklamierten Königreichs Bayern.

Familie

Friederike Karoline Wilhelmine (auch Caroline Friederike Wilhelmine) war die Tochter von Erbprinz Karl Ludwig von Baden und der Amalie, geborene Prinzessin von Hessen-Darmstadt, der „Schwiegermutter Europas“, als deren Lieblingstochter Karoline auch galt. Ihre jüngeren Schwestern Luise und Friederike waren durch Heirat Kaiserin von Russland bzw. Königin von Schweden, ihr einziger Bruder Karl Großherzog von Baden.

Ehe und Nachkommen

Karoline heiratete am 9. März 1797 in Karlsruhe den verwitweten Herzog Maximilian Joseph von Pfalz-Zweibrücken, nachmalig Kurfürst zu Pfalzbayern und später König von Bayern. Da es die zweite Ehe Max Josephs war, wurde Karoline mit der Heirat die Stiefmutter von vier Kindern. Aus der Ehe selbst gingen acht Kinder hervor, darunter zweimal Zwillinge. Von diesen Kindern erreichten fünf das Erwachsenenalter.

Durch Ehevertrag war geregelt worden, dass die evangelische Karoline ihre Konfession nicht zu wechseln brauchte. Als persönlicher Seelsorger wurde ihr mit Ludwig Friedrich Schmidt ein evangelischer Kabinettsprediger zugestanden, welcher zugleich der erste evangelische Geistliche in München war und die im Umkreis der Königin entstandene evangelische Gemeinde betreute. Ihr Leibarzt war Carl Graf<ref>Max Joseph Hufnagel, Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München, 4. Auflage, 1983, ISBN 3-924078-00-9, S. 239, Nr. 404</ref>.

Kurfürstin und Königin

Die Familie wohnte zunächst in Schloss Rohrbach, dann in Mannheim, ehe Anfang 1799 der Einzug des nunmehrigen Kurfürstenpaars in München erfolgte, nachdem Max Joseph Kurfürst zu Pfalzbayern geworden war. Karoline widmete sich, wie auch alle späteren Monarchinnen Bayerns, der Wohltätigkeit und schenkte auch Bedürftigen viel durch ihren Hofprediger. Zwar war ihr politischer Einfluss begrenzt, aber Max Joseph hörte durchaus auf den Rat seiner unprätentiösen Frau. Außenpolitisch stand sie wie ihr Stiefsohn Kronprinz Ludwig eher gegen Frankreich. Im Vergleich zu ihrem Mann hatte Karoline ein größeres Repräsentationsbedürfnis, das sich etwa im Umbau der Münchner Residenz zeigte, während Max Joseph einen eher bürgerlichen Lebensstil bevorzugte. Im Januar 1806 wurde die Kurfürstin zur ersten Königin Bayerns. Als Bayern, nach dem Bogenhausener Vertrag zum Königreich erhoben, endgültig weite Gebiete erhielt, deren Bevölkerung überwiegend protestantisch war, war es im Sinn einer Integration der Neubayern besonders in Franken und der Rheinpfalz notwendig, religiöse Toleranz zu zeigen, so dass sich Karolines Bekenntnis im zuvor streng katholischen Bayern integrierend auswirkte. Bedeutsam war auch ihre Herkunft aus Baden, hoffte doch Bayern nach dem Aussterben der Hauptlinie im Großherzogtum die 1803 an Baden gefallene rechtsrheinische Pfalz mit Mannheim und Heidelberg zurückzuerhalten. Diese Bestrebungen scheiterten jedoch.

Privat befasste sie sich mit Literatur und Zeichnen sowie der Musik. Königin Karoline war aber auch von der Landschaft um den Tegernsee begeistert, so dass Max Joseph 1816 Kloster Tegernsee erwarb und es zum Schloss umbauen ließ. 1821 starb ihre jüngste Tochter, ein Verlust, der Karoline schwer traf. 1825 wurde sie Witwe und erbte auch Schloss Tegernsee. Nach dem Regierungsantritt ihres Stiefsohns Ludwig als König von Bayern wurde Würzburg für längere Zeit Witwensitz von Königin Karoline,<ref>Martin Elze: Die Evangelisch-Lutherische Kirche. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 482–494 und 1305–1306, hier: S. 486.</ref> wo sie die 1822 Schirmherrschaft für die nach ihr als Carolinum benannte, auch als „Karolineninstitut“ bezeichnete, orthopädische Privatklinik von Johann Georg Heine übernahm.<ref>Andreas Mettenleiter: Das Juliusspital in Würzburg. Band III: Medizingeschichte. Herausgegeben vom Oberpflegeamt der Stiftung Juliusspital Würzburg anlässlich der 425jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung. Stiftung Juliusspital Würzburg, Würzburg 2001, ISBN 3-933964-04-0, S. 111 und 115.</ref> Nach längeren Querelen um ihren Alterssitz ließ sie sich in München im Park Biederstein eine Villa errichten.

Tod und Beisetzung

Karoline starb am 13. November 1841 in München und wurde an der Seite ihres Gemahls in der Münchner Theatinerkirche beigesetzt. Wegen der Umstände ihrer Beisetzung kam es anschließend zu Protesten. Auf Anordnung des Erzbischofs Lothar Anselm von Gebsattel war der gesamte katholische Klerus des Kollegiatstiftes in weltlicher Kleidung erschienen. Die protestantische Geistlichkeit durfte den Sarg nur bis zur Kirchentür geleiten, wo Ludwig Friedrich Schmidt die Beerdigungspredigt hielt. Danach löste sich der Leichenzug auf, und der Sarg wurde ohne Gebet in die Gruft gebracht. Auch Karolines Stiefsohn, Ludwig I., der trotz der Angehörigkeit seiner evangelischen Ehefrau Therese von Sachsen-Hildburghausen zur protestantischen Gemeinde (in Würzburg St. Stephan) ursprünglich ein strikter Gegner des Protestantismus war, distanzierte sich von dieser Form der Beerdigung und gab unter dem Eindruck dieses Erlebnisses ein Stück weit seine Härte gegenüber der protestantischen Kirche auf.

Vorfahren

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Friedrich Erbprinz von Baden (1703–1732)
 
 
 
 
Karl Friedrich Großherzog von Baden (1728–1811)
 
 
 
 
 
Anna von Nassau-Dietz-Oranien (1710–1777)
 
 
 
Karl Ludwig von Baden (1755–1801)
 
 
 
 
 
 
Ludwig VIII. Landgraf von Hessen-Darmstadt (1691–1768)
 
 
 
Karoline Luise von Hessen-Darmstadt (1723–1783)
 
 
 
 
 
Charlotte von Hanau-Lichtenberg (1700–1726)
 
 
 
Karoline von Baden
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig VIII. Landgraf von Hessen-Darmstadt (1691–1768)
 
 
 
Ludwig IX. Landgraf von Hessen-Darmstadt (1719–1790)
 
 
 
 
 
Charlotte von Hanau-Lichtenberg (1700–1726)
 
 
 
Amalie von Hessen-Darmstadt (1754–1832)
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian III. von Pfalz-Zweibrücken (1674–1735)
 
 
 
Karoline von Pfalz-Zweibrücken (1721–1774)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karoline von Nassau-Saarbrücken (1704–1774)
 
 

Anmerkung: Durch innerfamiliäre Heiraten sind Landgraf Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt und seine Frau Charlotte zweifache Urgroßeltern von Karoline.

Ehrungen

Datei:München - Karolinenplatz 2.jpg
Karolinenplatz, Brienner Straße, 1914

Nach ihr ist die Pflanzengattung Guilielma <templatestyles src="Person/styles.css" />Mart. aus der Familie der Palmen (Arecaceae) benannt.<ref name="Burkhardt_2018" /> Protestantische Pfälzer, die zur Kolonisierung der bayerischen Moore, z. B. bei Rosenheim, kostenlos Land zur Verfügung gestellt bekamen, nannten ihre Kolonie nach der Königin „Großkarolinenfeld“. Auch der Karolinenplatz in München und in Passau (1876)<ref name="Mader">Franz Mader: Die Straßen und Plätze in Passau. Der Passauer Wolf (Band 16), Passau 2003, ISBN 3-929350-58-0, S. 114.</ref>, das Karolinen-Gymnasium im pfälzischen Frankenthal sowie zwei Straßen in Augsburg (1806)<ref name="Seyboth">Gertrud Seyboth: Augsburg – früher und heute. Presse-Druck- und Verlags-GmbH, Augsburg 1976, S. 26.</ref> und Karlsruhe (1907) tragen den Namen der Königin.

Literatur

  • Manfred BergerKaroline von Baden. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 23, Bautz, Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3, Sp. 199–207.
  • Ernst Gillmann: Ludwig Friedrich Schmidt (1764-1857). Der „Kabinettsprediger“ der bayerischen Königin – seine frühen Lehrjahre im Birkenfelder Land, in: Monatshefte für Evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes 53 (2004) 519–530.
  • Martha Schad: Bayerns Königinnen, Piper Verlag, 2004.
  • Christian Sepp: Caroline, Bayerns erste Königin, eine Biografie auf Grundlage verloren geglaubter Briefe. Allitera Verlag, München 2025, ISBN 978-3-96233-474-1.
  • Christian Sepp: Eine Königin zum Verlieben. Zum 250. Geburtstag: Caroline von Bayern und ihre Tegernseer Sommer. In: Tegernseer Tal, Nr. 185 zum Sommer 2026, S. 8–12, mit 7 Abbildungen.

Weblinks

Commons: Karoline Friederike Wilhelmine von Baden – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Burkhardt_2018">Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.</ref> </references>

VorgängerinnenAmtNachfolgerinnen
Maria Leopoldine von Österreich-EsteKurfürstin zu Pfalzbayern
1799–1806
sie selbst als Königin
sie selbst als KurfürstinKönigin von Bayern
1806–1825
Therese von Sachsen-Hildburghausen

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