Karl Schuster (Brauwissenschaftler)
Karl Schuster (* 14. November 1898; † 17. Februar 1967 in München<ref name="brewer">American Brewer. Band 100. American Brewer Publishing Corporation, 1967, S. 40.</ref>) war ein deutscher Brauwissenschaftler.
Leben
Karl Schuster begann seine akademische Laufbahn als Dozent an der Hochschule Weihenstephan. Im Jahr 1950 trat er die Nachfolge von Hans Leberle an und übernahm den Lehrstuhl für chemische Technologie des Brauwesens, auch bekannt als Lehrstuhl für Technologie Brauerei I.<ref name="nachkriegsjahre">Nachkriegsjahre in Weihenstephan: Schuster und Weinfurtner vom 6. November 2023</ref> Historisch gesehen waren der Lehrstuhl und die Leitung der Brauerei eng miteinander verbunden. Daher übernahm Schuster gleichzeitig die Verantwortung für die Bayerischen Lehr- und Versuchsbrauerei.<ref>160 Jahre Fachverlag Hans Carl. In: brauwelt.com. Abgerufen am 14. Februar 2026.</ref> Dank seiner hervorragenden Verbindungen zur Maschinenbau-Industrie konnte für die Brauerei ein modernes dampfbeheiztes Sudhaus realisiert werden. Sein Nachfolger Ludwig Narziß, trat am 1. April 1964 sein Amt an.<ref name="nachkriegsjahre" />
Ludwig Narziß, Karl Schuster und Franz Weinfurtner veröffentlichten das umfassende Werk Die Bierbrauerei. Dieses Standardwerk erstreckt sich über drei Bände und behandelt die Technologien der Malzzubereitung, der Würzebereitung sowie der Gärung. Ursprünglich zwischen 1952 und 1963 veröffentlicht, wurde es bis 2009 in verschiedenen Teilen immer wieder neu aufgelegt. Schusters Einfluss zeigt sich sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der experimentellen Forschung als Chemiker, wobei der Fokus auf der Produktentwicklung liegt.<ref name="nachkriegsjahre" />
Er widmete sich intensiv den Eigenschaften der Braugerste sowie den Verfahren der Mälztechnologie. Im Jahr 1964 veröffentlichte er gemeinsam mit Erhard F. einen Artikel in der Monatsschrift für Brauwissenschaft 17, der sich mit dem Thema „Vergleichende Studien an Mälzungsmethoden verschiedener Systeme“ beschäftigte. In einem weiteren Beitrag, verfasst zusammen mit Aufhammer G., analysierte er den Brauwert verschiedener Gerstensorten. Dieser erschien 1956 in der Zeitschrift Brauwelt, Heft 96. Dabei stellte er fest, dass Malzstaub die Gärung erheblich beeinträchtigt.<ref name="nachkriegsjahre" />
Schuster wurde mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.<ref>Chemiker-Zeitung/Chemische Apparatur. Band 91. A. Hüthig, Heidelberg 1967, S. 346.</ref> In Freising ist eine Straße nach ihm benannt.<ref>Nur ein Buchstabe: Vom Brau- zum Bauexperten. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 14. Februar 2026.</ref>
Veröffentlichungen (Auswahl)
- mit Curt Hetzer: 75 Jahre Das gute Riebeck-Bier, Leipzig, 1862-1937 (Zum 75jähr. Bestehen d. Leipziger Stammhauses). Leipzig-Reudnitz: Leipziger Bierbrauerei Riebeck, 1937.
- Die Bierbrauerei, 3 Bände, 1952–1963.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schuster, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Brauwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 14. November 1898 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 17. Februar 1967 |
| STERBEORT | München |