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Karl Haushofer (Mineraloge)

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Datei:Karl von Haushofer 1895.jpg
Karl von Haushofer

Karl Haushofer, ab 1891 Ritter von Haushofer, (* 28. April 1839 in München; † 8. Januar 1895 ebenda) war ein deutscher Mineraloge, Maler und Zeichner in München.

Leben

Haushofer war ein Sohn des Landschaftsmalers Max Haushofer und dessen Ehefrau Anna („Nannerl“, geborene Dumbser 1819–1902) und ein älterer Bruder des Nationalökonomen Max Haushofer. Als er kaum fünf Jahre alt war, zog die Familie nach Prag um. Im Schuljahr 1856/1857 trat er aus dem deutschen Gymnasium in Prags Kleinseite in die Oberklasse des Maximiliansgymnasiums München über (Abitur).<ref>Jahresbericht über das K. Maximilians-Gymnasium in München für das Schuljahr 1856/57.</ref> Er studierte ab 1857 an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Karls-Universität Chemie. Er wurde 1858 im Corps Franconia München und im Wintersemester 1859/60 im Corps Franconia Fribergensis recipiert.<ref>Kösener Korps-Listen 1910, 172/238.</ref><ref>Hans-Ulrich Textor: Münchener Franken an der Bergakademie Freiberg (1856–1861). In: Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung. 44, 1999, S. 207–215.</ref> Er wechselte an die Bergakademie Freiberg und wurde zum Dr. phil. promoviert. Nach zweijähriger Praxis im Eisenhüttenwesen, er arbeitete ab 1861 im Werk Hermannshütte bei Pilsen, wo er zum Walzmeister aufstieg. Er kehrte auf Anraten seines Vaters nach München zurück, um dort seine akademische Laufbahn fortzusetzen. Er habilitierte sich 1865 als Privatdozent für Mineralogie an der Universität München und wurde ein Assistent des Mineralogen Franz von Kobell. 1868 bei der Gründung der Technischen Hochschule München wurde er als Nachfolger von Kobells zum Professor der Mineralogie und Eisenhüttenkunde ernannt. 1889 wurde er Direktor der TH München und 1892 Mitglied des obersten Schulrats. Er lieferte Untersuchungen über den Asterismus und die Ätzfiguren am Calcit, die zu wichtigen Resultaten auf dem Gebiete der Kristallphysik führten und studierte die kristallographischen Verhältnisse vieler organischer Verbindungen und die Zersetzung des Granits durch Wasser.

Haushofer veröffentlichte auch kunsthistorische Aufsätze, unter anderem für die von Georg Hirth herausgegebene Zeitschrift des Kunstgewerbevereins in München. Als Autodidakt in der Malerei und im Zeichnen fand er seine Motive vor allem auf der Chiemsee-Insel Frauenwörth; er gehörte zu den Illustratoren der „Frauenwörther Künstlerchronik“. Auch lieferte er eine Reihe geologischer Landschaftsbilder als Wandtafeln für den Unterricht. Als Mitbegründer des Deutschen Alpenvereins redigierte er mehrere Jahre dessen Zeitschrift.

Familie

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Familiengrab Haushofer, Alter Südfriedhof München

Haushofer heiratete 1868 seine Jugendliebe Mina (geborene Boshart, 10. Juni 1845 – 23. April 1890), eine Tochter seines Onkels zweiten Grades, Wilhelm Boshart

  • Mina Haushofer (20. Februar 1875 – 20. Januar 1918)

Das Familiengrab von Haushofer befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 33 – Reihe 13 – Platz 10, Standort

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  }}). In dem Grab liegen gemäß Grabbuch und Grabplatten-Beschriftung auch sein Vater Max Haushofer.<ref>Franz Schiermeier, Florian Scheungraber: Alter Südlicher Friedhof in München. Geschichte und Berühmtheiten – Übersichtsplan der Grabmäler. Schiermeier, München 2008, ISBN 978-3-9811425-6-3.</ref>

Ehrungen (Auswahl)

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Ueber den Asterismus und die Brewster’schen Lichtfiguren am Calcit. Ein Beitrag zur Physik der Krystalle. Mit sechs Tafeln. M. Rieger, München 1865.
  • Hilfstabellen zur Bestimmung der Gesteine (Gebirgsarten) mit Berücksichtigung ihres chemischen Verhaltens. Lindauer, München 1867.
  • mit J. C. Weber: Die Mineralien in 64 colorirten Abbildungen nach der Natur. 2. verbesserte und vermehrte Auflage, Kaiser, München 1871.
  • Der geognostische Bau der bayerischen Alpen. In: Herman Schmid, Karl Stieler (Hrsg.): Aus Deutschen Bergen. Ein Gedenkbuch vom Bayrischen Gebirge und Salzkammergut (Anhang). Kröner. Stuttgart 1873 (illustriert).
  • Die Konstitution der natürlichen Silicate auf Grundlage ihrer geologischen Beziehungen. Nach den neueren Ansichten der Chemie. Vieweg, Braunschweig 1874.
  • Krystallographische Untersuchungen. In: Zeitschrift Krystallographie. Band VII, Engelmann, Leipzig 1882 (Mit 48 Holzstichen).
  • Franz von Kobell, eine Denkschrift. Verlag der k. b. Akademie der Wissenschaften, München 1884.
  • Mikroskopische Reaktionen, eine Anleitung zur Erkennung verschiedener Elemente und Verbindungen unter dem Mikroskop; als Supplement zu den Methoden der qualitativen Analyse. Vieweg, Braunschweig 1885.
  • Leitfaden für die Mineralbestimmung. Vieweg, Braunschweig 1892.
  • Ziele und Wege des Studiums an Technischen Hochschulen. In: Polytechnische Schule. Bericht über die k. Technische Hochschule zu München für das Studien-Jahr 1886–87. Druck von F. Straub, München 1887.
  • Ueber die Aufgaben der technischen Hochschule auf dem Gebiete der allgemeinen Bildung. Antrittsrede gehalten am 16. Nov. 1889. München 1890. In: Bericht über die Königliche Technische Hochschule zu München 1889–1890.
  • Rückblicke auf die Entwicklung der K. bayer. technischen Hochschule in den ersten 25 Jahren ihres Bestehens. Festrede gehalten zur Eröffnungs-Feier des Studienjahres am 16. November 1893 von K. v. Haushofer. Kgl. Technische Hochschule München, Programm 1893–94. München 1894.

Literatur

  • Haushofer, 2) Karl, Mineralog. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 8, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 224.
  • Max Haushofer: Karl von Haushofer. In: Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographische Blätter. E. Hofmann & co., Berlin 1895, S. 101–107 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Illustrirte Zeitung. 2. Februar 1895, Leipzig 1895 (Bildnis)
  • Johann Christian Poggendorff (Hrsg.): Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften. Band 3, 1898, S. 597–598.
  • Theodor Mennacher: Adolf Lier und sein Werk. München 1928, S. 11 (Abb.).
  • Hans Heyn: Süddeutsche Malerei aus dem bayrischen Hochland. Rosenheim [1980], S. 223.
  • G. Grundmann: K. v. Haushofer (1839–1895), erster Mineraloge des kgl. Polytechnikums München. In: Geofa Fachmesse (Hrsg.): Offizieller Katalog der 25. Mineralientage München „Wer sammelt, macht Geschichte“. München 1988, S. 106–107.
  • Siegfried Weiß: Berufswunsch Kunst. Maler, Grafiker, Bildhauer. Ehemalige Schüler des Münchner Maximiliansgymnasiums der Jahre 1849 bis 1918. Allitera Verlag, München 2012, ISBN 978-3-86906-475-8, S. 82–84 (Abb.).

Weblinks

Commons: Karl Haushofer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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