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Karl Dyroff

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Datei:Karl Dyroff.jpg
Karl Dyroff als Student 1882

Karl Dyroff (* 25. Februar 1862 in Aschaffenburg; † 12. November 1938 in München) war ein deutscher Orientalist und Ägyptologe.

Er wurde als Sohn des Kaufmanns und späteren Bankdirektors Heinrich Dyroff (1834–1879) und dessen Ehefrau Martha, geborene Flach (* 1834), geboren. Er war Bruder des Juristen und Rechtslehrers Anton Dyroff (1864–1948), der als Schöpfer der bayerischen Kirchengemeindeordnung von 1912 hervortrat, sowie des Philosophen Adolf Dyroff (1866–1943).<ref>Wladimir Szylkarski: Dyroff, Adolf. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 4, Berlin 1959, S. 212f.; Morris L. Bierbrier: Who Was Who in Egyptology, London 2012, S. 167.</ref> Er besuchte das Gymnasium in Aschaffenburg und legte dort 1880 das Abitur ab. Anschließend studierte er klassische Philologie in München, Würzburg und Berlin. In München wurde er Mitglied des Corps Suevia;<ref>Otto Gerlach (Bearb.): Kösener Corpslisten (KLC). 1960, Bochum 1961, S. 114, Nr. 909 (Digitalisat); Heinrich Gebhardt: Karl Dyroff †. In: Die Trausnitz. Corpszeitung der Münchner Schwaben, August 1939, S. 32f.</ref> er blieb dem Corps zeitlebens eng verbunden.<ref>Alexander Scharff: Karl Dyroff †. In: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde 77 (1941), S. 1f.</ref> Nach dem Staatsexamen 1884 war er zunächst im höheren Schuldienst tätig, unter anderem in Würzburg sowie am Luitpold- und Theresiengymnasium in München. Parallel dazu wandte er sich verstärkt den orientalischen Sprachen zu. 1892 wurde er an der Universität München mit einer Arbeit zur semitischen Philologie promoviert; Schwerpunkt lag auf dem Arabischen. Als Freiwilliger diente er 1890 beim Aschaffenburger Jägerbataillon.<ref>Heinrich Gebhardt: Karl Dyroff †. In: Die Trausnitz. Corpszeitung der Münchner Schwaben, August 1939, S. 32f.</ref> Im Februar 1898 habilitierte sich Dyroff an der Philosophischen Fakultät der Universität München als Privatdozent für Ägyptologie und semitische Sprachen. Im weiteren Verlauf wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt und mit einem Lehrauftrag für Ägyptologie betraut. Damit besetzte die Universität die seit 1891 vakante, zuvor von Franz Joseph Lauth (1822–1895) als unbesoldetem Honorarprofessor wahrgenommene Position. Während Lauth in Forschung und Lehre neben der Sprache auch Geschichte, Religion und die materiellen Kulturzeugnisse der alten Ägypter in den Blick nahm, richtete Dyroff seinen Schwerpunkt vor allem auf die sprachliche Ausbildung.<ref>Heinrich Gebhardt: Karl Dyroff †. In: Die Trausnitz. Corpszeitung der Münchner Schwaben, August 1939, S. 32f.; Martina Ullmann/Friedhelm Hoffmann: Zeitgeschichte. Zur Geschichte der Ägyptologie an der LMU München. Ein Kurzübersicht von Friedrich Wilhelm von Bissing bis Hans Wolfgang Müller. In: MAAT. Nachrichten aus dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst München 29 (2023), S. 18–27, hier: S. 18 (borndigital).</ref>

Eine zentrale Rolle in Dyroffs Wirken nahm seine Tätigkeit am königlichen Antiquarium und Museum Antiker Kleinkunst ein, wo er seit 1898 zunächst als Kustos, später als Konservator und schließlich als Hauptkonservator bis zu seiner Pensionierung tätig war.<ref>Heinrich Gebhardt: Karl Dyroff †. In: Die Trausnitz. Corpszeitung der Münchner Schwaben, August 1939, S. 32f.; Alexander Scharff: Karl Dyroff †. In: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde 77 (1941), S. 1f.; Martina Ullmann/Friedhelm Hoffmann: Zeitgeschichte. Zur Geschichte der Ägyptologie an der LMU München. Ein Kurzübersicht von Friedrich Wilhelm von Bissing bis Hans Wolfgang Müller. In: MAAT. Nachrichten aus dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst München 29 (2023), S. 18–27, hier: S. 18 (borndigital).</ref> Über etwa drei Jahrzehnte betreute er die ägyptische Sammlung, deren wissenschaftliche Erschließung er maßgeblich vorantrieb. Studienaufenthalte in Berlin, insbesondere bei Adolf Erman (1854–1937), dienten seiner weiteren Spezialisierung auf Ägyptisch und Koptisch sowie der praktischen Museumsausbildung.<ref>Heinrich Gebhardt: Karl Dyroff †. In: Die Trausnitz. Corpszeitung der Münchner Schwaben, August 1939, S. 32f.; Alexander Scharff: Karl Dyroff †. In: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde 77 (1941), S. 1f.</ref>

Während des Weltkriegs leistete Dyroff als Hauptmann der Landwehr Kriegsdienst, kämpfte in den Vogesen und an der Maas und wurde unter anderem mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. 1924 trat er in den Ruhestand. Sein Position an der Universität München wurde nach seinem Ausscheiden nicht neu besetzt. Er blieb unverheiratet und starb nach längerer Krankheit 1938. Er wurde in der Familiengruft seines Bruders in Ostermünchen beigesetzt.<ref>Heinrich Gebhardt: Karl Dyroff †. In: Die Trausnitz. Corpszeitung der Münchner Schwaben, August 1939, S. 32f.; Alexander Scharff: Karl Dyroff †. In: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde 77 (1941), S. 1f.</ref>

Veröffentlichungen in Auswahl

Dyroffs wissenschaftliches Œuvre blieb vergleichsweise schmal.<ref>Alexander Scharff: Karl Dyroff †. In: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde 77 (1941), S. 1f.; Warren R. Dawson/Eric P. Uphill: Who Was Who in Egyptology. 2. Auf., London 1972, S. 92f.</ref> Zu seinen Veröffentlichungen zählen:

Literatur

  • Heinrich Gebhardt: Karl Dyroff †. In: Die Trausnitz. Corpszeitung der Münchner Schwaben, August 1939, S. 32f.
  • Alexander Scharff: Karl Dyroff †. In: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde 77 (1941), S. 1f.
  • Rainer A. Müller: Dyroff, Karl. In: Bosls bayerische Biographie, Regensburg 1983, S. 157 (Digitalisat).
  • Morris L. Bierbrier: Who Was Who in Egyptology, London 2012, S. 167.

Weblinks

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Anmerkungen

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