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Kapuzinerkloster Dieburg

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Datei:Dieburg Ehemaliges Kapuzinerkloster.jpg
Ehemaliges Kapuzinerkloster Altstadt (bis 1822), heute JVA Dieburg
Datei:Kapuzinerkloster Dieburg.JPG
Ehemaliges Kapuzinerkloster im Minnefeld (1866–2012)
Datei:DieburgKapuzinerkircheKichenschiff.jpg
Innenraum der Klosterkirche

Das Kapuzinerkloster Dieburg war ein Kloster der Kapuziner in der südhessischen Stadt Dieburg. Bis 2012 war das Kloster Teil der Rheinisch-Westfälischen Ordensprovinz.

Geschichte

Nach dem Schluss des Westfälischen Friedens schenkte der Mainzer Kurfürst Johann Philipp von Schönborn den Kapuzinern ein Kloster in Dieburg, das 1692 unbewohnbar wurde. Daher errichteten die Kapuziner in der Vorstadt an der Wallfahrtskirche einen neuen Konvent, der für seinen Wein- und Hopfenanbau bekannt war. Dieser Konvent wurde nach dem Frieden von Lunéville entschädigungslos aufgehoben. Wie viele Klöster beherbergte es eine Lateinschule, bot allgemeinen Schulunterricht und ein theologisches Studium an. Das Gebäude diente vorübergehend auch immer wieder als Lazarett, so während des Ersten Koalitionskriegs 1794 und während der Befreiungskriege 1813. Im Jahr 1822 mussten die letzten Brüder das Kloster verlassen, da das Klostergebäude in ein Gefängnis umgewandelt wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lage und Geschichte der JVA Dieburg (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. Februar 2022 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/justizvollzug.hessen.de</ref>

Im Jahr 1860 errichtete der Orden auf Einladung von Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler erneut einen Konvent. Der Bau einer neuen Klosterkirche dauerte noch bis 1868; sie wurde dem Patrozinium des heiligsten Herzens Jesu unterstellt. Der Neubau wurde durch Geländeankauf des Mainzer Domkapitulars Christoph Moufang ermöglicht, es wurde auf dem Gelände des ehemaligen Wolfenstetter’schen Anwesens errichtet.<ref>Geschichte des Ordens in Dieburg beginnt mit einer Schenkung des Kürfürsten (sic!). Darmstädter Echo, 22. November 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Juli 2014; abgerufen am 25. November 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.echo-online.de</ref>

Das Kapuzinerkloster war von 2006 bis 2009 Zentrum für Berufungspastoral der Provinzverwaltung der rheinisch-westfälischen Ordensprovinz. In dieser Zeit leitete Br. Paulus Terwitte OFMCap die Gemeinschaft.<ref>Peter Wagner: Ich bin der Headhunter Gottes. Ein Gespräch mit dem Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte über Berufung und Beruf. Die Zeit, 1. Juni 2006, abgerufen am 25. November 2012.</ref> Mit einem Vespergottesdienst am Sonntag, den 25. November 2012 verabschiedeten sich die Kapuziner aus Mangel an Nachwuchs aus Dieburg.<ref>Sonja Jordans: Kapuziner verabschieden sich aus Dieburg. Kapuzinerkloster Dieburg. Frankfurter Rundschau, 15. Februar 2012, abgerufen am 25. November 2012.</ref> Mit der Auflassung des Dieburger Konvents haben die Kapuziner keine Niederlassungen mehr im Bistum Mainz.<ref>Kapuziner verabschieden sich aus Dieburg. Vespergottesdienst mit Generalvikar Dietmar Giebelmann. Mainzer Bistumsnachrichten, 21. November 2012, abgerufen am 25. November 2012.</ref>

Seit August 2018 finden in der Klosterkirche Sonntags um 10:00 Uhr russisch-orthodoxe Gottesdienste statt (Russisch-orthodoxe Gemeinde des Heiligen Luka).

Orgel

Datei:DieburgKapuzinerkircheOrgel.jpg
Orgel der Klosterkirche

Auf der Empore im Osten der Kloster-Kirche steht eine kleine Orgel mit 6 Register auf mechanischen Schleifladen. Die 5 Register im Manual sind alle in Bass und Diskant geteilt und mit jeweils 2 Metallschieber rechts (Diskant) und links (Bass) der Klaviatur zu bedienen. Dem Aussehen nach ist es eine Walcker Serienorgel D5, das Instrument trägt allerdings die Aufschrift "Orgelbau-Späth".<ref>Dieburg, Kapuzinerkloster. In: organindex.de. Abgerufen am 26. September 2025.</ref>

Disposition:
Manual C–f3
Gedackt B/D 8′
Prinzipal B/D 4′
Rohrflöte B/D 4′
Oktave B/D 2′
Mixtur II-III B/D
Pedal C–d1
Subbaß 16′

Weblinks

Commons: Kapuzinerkloster (Dieburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 49° 54′ 5,8″ N, 8° 50′ 32,1″ O

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