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Kapelle St. Reinoldi (Rupelrath)

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Kapelle St. Reinoldi

Die Kapelle St. Reinoldi Rupelrath ist ein historisches Kirchengebäude der evangelischen Kirche in der bergischen Großstadt Solingen. Es befindet sich im Ortsteil Rupelrath nahe der Stadtgrenzen zu Langenfeld und Leichlingen. Aufgrund der aus dem Mittelalter um 1400 stammenden Apsis gilt es als das zweitälteste erhaltene Gebäude in Solingen.<ref name=":0">Heinz Rosenthal: Solingen. Geschichte einer Stadt. Band 1: Von den Anfängen bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts. Braun, Duisburg 1969, DNB 457973358, S. 137–140.</ref>

Geschichte

Wann die Kapelle genau errichtet wurde, ist nicht bekannt. Um die Hintergründe ihrer Erbauung ranken sich zahlreiche Mythen, so könnte ihre Entstehung etwa mit der Pestepidemie in Solingen vor 1402 zusammenhängen, da der Schutzpatron der Kirche, Reinoldus, gleichzeitig als Pestheiliger gilt. Der Solinger Stadthistoriker Heinz Rosenthal vermutet, dass die Kapelle bereits in der Zeit um 1400 bestanden hat. Sie bestand ursprünglich nur aus der Apsis, der Chorraum wurde Ende des 15. Jahrhunderts angebaut.<ref name=":0" />

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Deckenfresko aus der Zeit um 1500

Wahrscheinlich um 1500 entstanden mehrere Fresken im Innern der Kapelle, die aus der Feder einer Kölner Werkstatt stammen. Sie zeigen u. a. das Jüngste Gericht, die Heilige Barbara sowie die Heilige Katharina mit Schwert. Diese Fresken wurden vermutlich spätestens 1718 übermalt und erst 1951 bei Renovierungsarbeiten wieder freigelegt.<ref name=":0" />

Im Jahre 1718 fand ein Umbau und eine teilweise Erneuerung der Kapelle statt. Einige Mauerreste des alten Gebäudes sind dabei benutzt worden, doch wurde die Portalseite vollständig neu aufgeführt. Die Kapelle war ursprünglich ein Gotteshaus der katholischen Kirche. Nach dem Religionsvergleich in Kleve im Jahre 1672 wurde sie der evangelischen Kirche zugesprochen, da fast alle Einwohner zum evangelischen Glauben übergetreten waren. Von der evangelischen Gemeinde Rupelrath ist ein Kollektenbuch vom 25. August 1783 erhalten geblieben. Bis zum Jahre 1840 war die Kapelle eine Filiale der Solinger Kirche, und der Gottesdienst wurde von den Solinger Pfarrern ausgeübt. Seither bildet Rupelrath eine eigene Pfarrei.<ref name=":1">Gerd Wieland: Die St. Reinoldi Kirchengemeinde Rupelrath - 150 Jahre und älter. Abgerufen am 20. März 2026.</ref>

Im Jahre 1844 wurde durch den Orgelbauer F. J. van Dinten erstmals eine gebrauchte Orgel in die Kapelle eingebaut. Bei der heute noch erhaltenen Orgel handelt es sich um die älteste Kirchenorgel in Solingen.<ref name=":1" />

Bereits 1880 wurde der Kirchengemeinde ein Grundstück an der Teschenhöhe zum Bau einer neuen und größeren Kirche geschenkt. Erst in der ersten Hälfte der 1950er Jahre kam es dann allerdings zum Neubau der Christuskirche in Aufderhöhe, wodurch sich die Aktivitäten der Gemeinde Rupelrath immer mehr in Richtung Aufderhöhe verlagerten.<ref name=":1" /> Die Kapelle St. Reinoldi dient heute als Friedhofskapelle, nach wie vor finden aber auch regelmäßig Gottesdienste und Trauungen in dem historischen Gebäude statt.<ref>St. Reinoldi Kapelle - Rupelrath. Abgerufen am 20. März 2026.</ref>

Architektur

Außengestaltung

Bei der Kapelle handelt es sich um einen romanischen Saalbau mit Chorraum und Apsis. Sie wird von einem Satteldach aus Schieferplatten gedeckt und ist mit einem Dachreiter als Glockenturm an der Portalseite versehen. Der Glockenturm hat Schalllöcher an allen vier Seiten und endet in einer schlanken Turmspitze, die mit einem Kreuz bekrönt wird.

Die Kapelle steht auf einem dazugehörigen Friedhof am Südwestrand von Solingen. Hier finden regelmäßig Gottesdienste statt. Der älteste Grabstein trägt die Jahreszahl 1702. Ein Doppelstein mit den Jahreszahlen 1708 und 1719 zeigt die Hausmarke der Familie Dickes. Auf dem Außengelände befindet sich zudem eine ausrangierte Kirchenglocke.

Innenraum

Schlicht und einfach ist die Kapelle auch im Innern gehalten. Der ehemalige Taufstein trägt jetzt die Kanzel. Im mittelalterlichen Chor wurden 1951 alte Wandmalereien aus der Zeit um 1500 freigelegt, die vermutlich spätestens 1718 weiß übertüncht worden sind. Sie erinnern an die Bunte Kerke im Oberbergischen, die allerdings aufwändiger gestaltet und farbiger sind. In der Apsiskalotte ist das Jüngste Gericht mit Christus, Maria und Johannes dem Täufer zu sehen. In der Höllenszene wird eine mit armen Seelen gefüllte Schubkarre vom Teufel davongefahren. Die Himmelspforte erscheint als romanischer Kirchenbau.

Orgel

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Orgel

Die 1844 eingebaute, damals bereits gebrauchte Orgel verfügt über 1 Manual (vier Oktaven und eine Quint) und Pedal (eine Oktave und eine Sext) mit 8 klingenden Registern mit folgender Disposition:

I Hauptwerk C–c4
1. Prinzipal 4′
2. Bordon 8′
3. Viola de Gamba 8′
4. Flöte 4′
5. Quinte 123
6. Oktav 2′
Pedal C–g1
7. Offenbass 8′
8. Quintbass 513

Sagen

An die Errichtung der St. Reinoldi-Kapelle knüpfen sich mehrere Sagen.

Eine Sage bringt die Entstehung der Kapelle mit dem Bau des Kölner Domes in Verbindung. Einer der Werkleute soll seinen Hammer fortgeworfen haben, der aber nicht sofort zur Erde fiel, sondern die mindestens 5 Stunden lange Strecke durch die Luft geflogen und dann da, wo jetzt die Kapelle steht, zur Erde gefallen sein soll. Dieses Wunder habe den Handwerker zum Bau der Reinoldi-Kapelle veranlasst.

Eine andere Sage meldet: Der Baumeister des Kölner Domes hatte sich eines Tages in dem großen Waldgebiete, das sich in unserer Gegend ausbreitet, verirrt. Nach langen Irrwegen tat er das Gelübde, dass an dem Orte, wo er Rettung finde, eine Kapelle errichtet werde. Er traf nun an der Stelle, wo jetzt die Kapelle steht, einen ortskundigen Mann, der ihm in höflicher Weise Auskunft und sogar auf eine größere Strecke das Geleit gab. Schon kurze Zeit später erfüllte der Baumeister sein Gelübde.

Eine dritte Sage erzählt, der hl. Reinold habe die Absicht gehabt, in der Einsamkeit der großen Wälder, die damals diese Gegend bedeckten, ein Kloster zu errichten. Zuerst habe er die Kapelle bauen lassen, sei aber mit seinen Arbeitsleuten in Streit geraten und erschlagen worden, wodurch der Gesamtplan nicht ausgeführt werden konnte.

Literatur

  • Heinz Rosenthal: Solingen. Geschichte einer Stadt. Band 1: Von den Anfängen bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts. Braun, Duisburg 1969, DNB 457973358, S. 137–140.
  • Melchior, Walter. Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde St. Reinoldi Rupelrath. Solingen 1990.
  • Weiland, Gerd: Die Capeller. Die St. Reinoldi Kirchengemeinde Rupelrath – 150 Jahre und älter. Solingen 1990.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Rheinland. Deutscher Kunstverlag 2005, S. 1114.
  • Andreas Sassen / Claudia Sassen: Die St. Reinoldi Kapelle in Rupelrath / Beiträge zur Heimatgeschichte, Solingen 2010.

Weblinks

Commons: Kapelle St. Reinoldi (Rupelrath) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

<references />

Koordinaten: 51° 7′ 25″ N, 6° 59′ 52″ O

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