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Kaliumdisulfat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Kaliumpyrosulfat)
Strukturformel
Kaliumion Disulfation Kaliumion
Allgemeines
Name Kaliumdisulfat
Andere Namen
  • Kaliumpyrosulfat
  • Dikaliumdisulfat
Summenformel K2S2O7
Kurzbeschreibung

weißer, geruchloser Feststoff<ref name="GESTIS"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 232-216-8
ECHA-InfoCard 100.029.288
PubChem 62681
ChemSpider 56432
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 254,32 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,28 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

419 °C<ref>S. B. Rasmussen, K. M. Eriksen, G. Hatem, F. da Silva, K. Ståhl, R. Fehrmann: Conductivity, Thermal Measurements, X-ray Investigations, and Phase Diagram of the Na2S2O7-K2S2O7 System. In: The Journal of Physical Chemistry B. 105, 2001, S. 2747–2752, doi:10.1021/jp0039262.</ref>

Löslichkeit

löslich in Wasser<ref name="GESTIS"/>; reagiert unter Zersetzung

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS"/>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 331​‐​314
EUH: 071
P: 304+340​‐​280​‐​301+330+331​‐​303+361+353​‐​305+351+338​‐​310<ref name="GESTIS"/>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Kaliumdisulfat oder Kaliumpyrosulfat K2S2O7 ist das Kaliumsalz der Dischwefelsäure.

Eigenschaften und Darstellung

Dikaliumdisulfat ist ein hygroskopischer, feuchtigkeitsempfindlicher, weißer und geruchloser Feststoff, welcher löslich in Wasser ist, wobei seine wässrige Lösung stark sauer reagiert.<ref name="GESTIS" />

Es entsteht beim Erhitzen von Kaliumhydrogensulfat:<ref>ASTM International: A Manual for the Chemical Analysis of Metals. ASTM International, S. 86 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

<math>\mathrm{2 \ KHSO_{4(s)} \longrightarrow K_2S_2O_{7(s)} + H_2O_{(g)} }</math>.

Bei weiterem Erhitzen zerfällt das Kaliumdisulfat bei ca. 600 °C in Kaliumsulfat und Schwefeltrioxid:

<math>\mathrm{ K_2S_2O_{7(s)} \longrightarrow K_2SO_{4(s)} + SO_{3(g)} }</math>.

Kaliumdisulfat reagiert als eine Lewissäure mit Wasser zu stark saurem Kaliumhydrogensulfat:<ref>E. Thilo, F. von Lampe: Beiträge zur Chemie der Alkalidi(=pyro)sulfate. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. Band 319, Nr. 5–6, Januar 1963, S. 387–403, doi:10.1002/zaac.19633190519.</ref>

<math>\mathrm{ K_2S_2O_{7(s)} + H_2O_{(l)} \longrightarrow \ 2\ KHSO_{4(s)}}</math>.

Verwendung

Kaliumdisulfat kann bei der Veresterung von Alkanolen mit Carbonsäuren anstelle einer Säure als ein Katalysator verwendet werden. Da das Kaliumdisulfat dabei mit dem Reaktionswasser zu stark saurem Kaliumhydrogensulfat reagiert, kann sich bei diesem Verfahren kein Chemisches Gleichgewicht einstellen. Bei einem Überschuss an Kaliumdisulfat verläuft diese Reaktion deshalb quantitativ:<ref>R. Criegee, H. Henecka, P. Kurtz, S. Petersen, H.-F. Piepenbrink: Methoden der Organischen Chemie (Houben-Weyl), VIII: Sauerstoffverbindungen 3, A. Herstellung von Carbonsäureestern. 4. Auflage. Thieme Verlag, 1952, ISBN 978-3-13-207204-6, doi:10.1055/b-003-111688.</ref>

<math>\mathrm{ROH_{(l)} + R'CO_2H_{(l)} + K_2S_2O_{7(s)} \longrightarrow R'CO_2R_{(l)} + \ 2 \ KHSO_{4(s)}}</math>

Kaliumdisulfat kann für einen heißen, sauren Aufschluss von Salzen verwendet werden:

<math>\mathrm{3 \ K_2S_2O_{7(s)} + Fe_2O_3 \longrightarrow 3 \ K_2SO_{4(s)} + Fe_2(SO_4)_3 }</math>

Das dabei gebildete Eisen(III)-sulfat ist wasserlöslich.

Toxikologie

Für die aktuelle GHS-Einstufung von Kaliumdisulfat sind keine eigenen toxikologischen Studien dokumentiert, sondern es wurden hierfür Studien, die mit Schwefelsäure durchgeführt wurden, verwendet. Die hieraus resultierende GHS-Einstufung als schwer ätzendes Gift ist strenger als die von konzentrierter Schwefelsäure<ref>Registrierungsdossier zu Vorlage:Linktext-Check (Abschnitt 7/3/1) bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum

</ref>. Mit Wasser zersetzt sich Kaliumdisulfat spontan und quantitativ zu Kaliumhydrogensulfat. Demzufolge ist Kaliumdisulfat weniger gefährlich als Schwefelsäure und kann, wenn möglich, als ein Ersatzstoff für konzentrierte Schwefelsäure dienen<ref>Klemeyer, Horst (2023) Sicheres Experimentieren – Experimente mit ätzenden Stoffen und Gemischen, doi:10.1002/ckon.202300001.</ref>.

Einzelnachweise

<references/>