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Kadmos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

{{#if: beschäftigt sich mit dem griechischen bzw. böotischen Heros Kadmos. Für weitere Bedeutungen siehe Kadmos (Begriffsklärung).

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Datei:Kadmos dragon Louvre E707.jpg
Kadmos und der Drache
(schwarzfigurige Amphora von Euböa, um 550 v. Chr., Louvre (E 707), Paris)

Kadmos (Vorlage:GrcS) ist in der griechischen Mythologie der Gründer und anschließend erster König der griechischen Stadt Theben.

Mythos

Herkunft

Kadmos war der Sohn des phönizischen Königs Agenor von Tyros<ref>Herodot 2,49,3; Euripides, Phoenissae 639</ref> (nach anderen Quellen von Sidon<ref>Euripides, Fragment 819 N2</ref>) und der Telephassa.<ref name="Apollodor">Bibliotheke des Apollodor 3,2</ref>

Suche nach Europa

Der König Agenor war untröstlich über den Verlust seiner Tochter Europa, die Zeus geraubt und nach Kreta gebracht hatte. Also hieß er seine Söhne Kadmos, Phoinix und Kilix (Euripides in Die Phönikerinnen und Pausanias erwähnen als ihren Sohn auch Thasos), sich auf die Suche nach der entführten Tochter zu machen und nicht ohne sie zurückzukehren. Telephassa begleitete ihre Söhne.

In Griechenland landeten die Ausgeschickten auf der Insel Kalliste, dem späteren Thera (aus Vorlage:GrcS), stifteten Heiligtümer für Poseidon und Athene und lehrten die Bewohner das Schreiben. In diesem Zusammenhang wird Kadmos zugeschrieben, das phönizische Alphabet nach Griechenland gebracht zu haben.<ref>Herder Lexikon Griechische und römische Mythologie. Herder, Freiburg 1981, s. v. Kadmos</ref> Dann setzten die Phönizier ihre Reise fort,<ref name="Herodot">Herodot, Historien 4,147</ref> bis auf einen Teil des Gefolges unter Führung des Membliaros, der auf Kalliste blieb und dort eine phönizische Kolonie sowie das spätere Thera begründet haben soll.<ref>August Böckh: Über die von Herrn von Prokesch in Thera entdeckten Inschriften. Berlin 1836, S. 1 f.</ref>

Darauf gelangten sie nach Thasos und gründeten dort die gleichnamige Stadt. Ihre nächste Station war Thrakien, wo Telephassa starb.<ref name="Apollodor2">Bibliotheke des Apollodor 3,4; 3,21</ref> Da die Suche bisher erfolglos geblieben war, kehrten Phoinix und Kilix nach Phönizien zurück; Kadmos aber machte sich auf den Weg nach Phokis, um das Orakel von Delphi zu befragen. Laut Strabon landete er auf dem Weg dorthin noch auf Euböa; der Geschichtsschreiber berichtet, dass Araber, die Kadmos begleitet hätten, dort geblieben seien.<ref>Strabon, Geographika 447.</ref> Das Orakel trug Kadmos auf, die Suche zu beenden und stattdessen nach einer Kuh mit einer weißen Zeichnung Ausschau zu halten. Wenn er sie gefunden habe, solle er ihr folgen und dort, wo sich das Tier erschöpft niederlasse, eine Stadt gründen.<ref name="Pausanias2">Pausanias, Reisen in Griechenland 9,12,1–4</ref>

Kadmos gründet Theben

Datei:Kadmos dragon Louvre N3157.jpg
Kadmos kämpft mit dem Drachen.
Ausschnitt aus einer rotfigurigen Malerei auf einem von Python bemalten Kelchkrater (um 350 v. Chr.), gefunden in Kampanien (Louvre, Paris)

Bald nachdem Kadmos die Höhle des Orakels verlassen hatte, entdeckte er die beschriebene Kuh unter den Rindern eines Phokers namens Pelagon, der sie ihm überließ. Kadmos folgte dem Tier über eine weite Strecke, bis es sich endlich im Gras niederließ. Nun schickte er seine Gefährten zu einer nahen Quelle, um Wasser zu holen, denn er wollte die Kuh der Athene zum Dank opfern. Der Wald, in dem die Quelle lag, wurde jedoch von einem Drachen bewohnt, welcher von Ares abgestammt haben soll. Der tötete die ausgesandten Männer. Kadmos jedoch konnte das Ungeheuer in einem blutigen Kampf mit seinem Schwert oder – nach einer anderen Variante der Sage – mit einem Felsen töten. Da erschien Athene und befahl ihm, die Hälfte der Zähne des Drachen – die andere Hälfte gab sie später dem Aietes – in den Boden zu pflanzen.<ref name="Apollodor3">Bibliotheke des Apollodor 3,23–27</ref> Kadmos tat so und aus der seltsamen Saat wuchsen bewaffnete Männer, die sich sogleich gegenseitig bekämpften, bis nur noch fünf von ihnen lebten. Die schlossen endlich untereinander Frieden. Ihre Namen waren Echion, Udaios, Chthonios, Hyperenor und Peloros. Mit diesen „Gesäten“ baute Kadmos an der Stelle eine Stadt, wie Apollon es durch sein Orakel befohlen hatte, und gab ihr den Namen Kadmeia. Erst später erhielt sie den Namen Theben.

Regierung des Kadmos

Wegen der Tötung des Drachen wurde Kadmos auferlegt, acht Jahre lang dem Ares zu dienen. Erst danach erhielt er von Athene den Thron von Theben, und Zeus gab ihm Harmonia, die Tochter der Aphrodite und des Ares, zur Frau.<ref name="Pausanias3">Pausanias, Reisen in Griechenland 9,5,2</ref> An der Hochzeitsfeier nahmen alle olympischen Götter teil, und die Musen sangen.<ref name="Pausanias4">Pausanias, Reisen in Griechenland 9,12,4</ref><ref>Pindar, Pythische Oden 3,89–92</ref> Kadmos gab seiner Frau den berühmten Schleier und die Halskette, die er von Hephaistos oder von Europa erhalten hatte. Sie hatten vier Töchter, Autonoë, Ino, Semele und Agaue, und einen Sohn, Polydoros.<ref name="Hesiod">Hesiod, Theogonie 975</ref>

Noch zu Lebzeiten übertrug Kadmos die Regierung seinem Enkel Pentheus, dem Sohn der Agaue und des Echion.<ref name="Pausanias">Pausanias, Reisen in Griechenland 9,5,3</ref> Dann verließen er und Harmonia Theben und führten das Heer der Encheleer gegen die Illyrer in den Kampf, da die Encheleer ein Orakel erhalten hatten, wonach sie nur siegen würden, wenn diese beiden ihre Oberbefehlshaber wären. Kadmos und Harmonia hatten noch einen weiteren Sohn, Illyrios. Am Ende verwandelten sie sich in Schlangen und wurden von Zeus nach Elysion versetzt.<ref name="Apollodor5">Bibliotheke des Apollodor 3,39</ref>

Literatur

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  • Ruth B. Edwards: Kadmos the Phoenician. A Study in Greek Legends and the Mycenaean Age. Hakkert, Amsterdam 1979, ISBN 90-256-0796-9.
  • {{ #if:Theodor Heinze|Theodor Heinze: |}}{{ #if:Kadmos [1]|Kadmos [1]|Kadmos }}. In: {{#if:Vorlage:Str match|{{#switch: 6

| Suppl. 1 = Walter Eder, Johannes Renger (Hrsg.): Herrscherchronologien der antiken Welt. Namen, Daten, Dynastien | Suppl. 2 = Manfred Landfester (Hrsg.): Geschichte der antiken Texte. Autoren- und Werklexikon | Suppl. 3 = Anne-Maria Wittke, Eckart Olshausen, Richard Szydlak (Hrsg.): Historischer Atlas der antiken Welt | Suppl. 4 = Manfred Landfester, Brigitte Egger (Hrsg.): Register zur Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte. Register zu den Bänden 13–15/3 des Neuen Pauly | Suppl. 5 = Maria Moog-Grünewald (Hrsg.): Mythenrezeption. Die antike Mythologie in Literatur, Musik und Kunst von den Anfängen bis zur Gegenwart | Suppl. 6 = Peter Kuhlmann, Helmuth Schneider (Hrsg.): Geschichte der Altertumswissenschaften. Biographisches Lexikon | Suppl. 7 = Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon | Suppl. 8 = Peter von Möllendorff, Annette Simonis, Linda Simonis (Hrsg.): Historische Gestalten der Antike. Rezeption in Literatur, Kunst und Musik | Suppl. 9 = Manfred Landfester (Hrsg.): Renaissance-Humanismus. Lexikon zur Antikerezeption | Suppl. 10 = Anne-Maria Wittke (Hrsg.): Frühgeschichte der Mittelmeerkulturen. Historisch-archäologisches Handbuch | Suppl. 11 = Falko Daim (Hrsg.): Byzanz. Historisch-kulturwissenschaftliches Handbuch | Suppl. 12 = Leonhard Burckhardt, Michael A. Speidel (Hrsg.): Militärgeschichte der griechisch-römischen Antike. Lexikon | Suppl. 13 = Joachim Jacob, Johannes Süßmann (Hrsg.): Das 18. Jahrhundert. Lexikon zur Antikerezeption in Aufklärung und Klassizismus | Suppl. 14 = Konrad Vössing, Matthias Becher, Jan Bemmann (Hrsg.): Die Germanen und das Römische Reich. Historisch-archäologisches Lexikon }} (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band {{#invoke:Str|cropleft|6|7}}). Metzler, Stuttgart/Weimar|Der Neue Pauly (DNP). {{#if:6|Band 6,|}} Metzler, Stuttgart}} {{#switch: 6 | 1 = 1996 | 2 = 1997 | 3 = 1997 | 4 = 1998 | 5 = 1998 | 6 = 1999 | 7 = 1999 | 8 = 2000 | 9 = 2000 | 10 = 2001 | 11 = 2001 | 12/1 = 2002 | 12/2 = 2002 | 13 = 1999 | 14 = 2000 | 15/1 = 2001 | 15/2 = 2002 | 15/3 = 2003 | 16 = 2003 | Suppl. 1 = 2004 | Suppl. 2 = 2007 | Suppl. 3 = 2007 | Suppl. 4 = 2005 | Suppl. 5 = 2008 | Suppl. 6 = 2012 | Suppl. 7 = 2010 | Suppl. 8 = 2013 | Suppl. 9 = 2014 | Suppl. 10 = 2015 | Suppl. 11 = 2016 | Suppl. 12 = 2022 | Suppl. 13 = 2018 | Suppl. 14 = 2023 | #default = 1996–2023 }}, ISBN {{#switch: 6 | 1 = 3-476-01471-1 | 2 = 3-476-01472-X | 3 = 3-476-01473-8 | 4 = 3-476-01474-6 | 5 = 3-476-01475-4 | 6 = 3-476-01476-2 | 7 = 3-476-01477-0 | 8 = 3-476-01478-9 | 9 = 3-476-01479-7 | 10 = 3-476-01480-0 | 11 = 3-476-01481-9 | 12/1 = 3-476-01482-7 | 12/2 = 3-476-01487-8 | 13 = 3-476-01483-5 | 14 = 3-476-01484-3 | 15/1 = 3-476-01485-1 | 15/2 = 3-476-01488-6 | 15/3 = 3-476-01489-4 | 16 = 3-476-01486-X | Suppl. 1 = 3-476-01912-8 | Suppl. 2 = 978-3-476-02030-7 | Suppl. 3 = 978-3-476-02031-4 | Suppl. 4 = 3-476-02051-7 | Suppl. 5 = 978-3-476-02032-1 | Suppl. 6 = 978-3-476-02033-8 | Suppl. 7 = 978-3-476-02034-5 | Suppl. 8 = 978-3-476-02468-8 | Suppl. 9 = 978-3-476-02469-5 | Suppl. 10 = 978-3-476-02470-1 | Suppl. 11 = 978-3-476-02422-0 | Suppl. 12 = 978-3-476-02471-8 | Suppl. 13 = 978-3-476-02472-5 | Suppl. 14 = 978-3-476-02473-2 | #default = 3-476-01470-3 }}{{#if:129|, {{#switch: 6 | 16 | Suppl. 1 | Suppl. 2 | Suppl. 3 | Suppl. 4 | Suppl. 5 = S.  | #default = Sp.  }}129{{#if:130|{{#ifexpr: 129 <> 130|–130|}}|}}|}}{{#if:|, {{{Fundstelle}}}}}{{#if:| ({{{6}}})}}.{{#invoke:TemplatePar|match |template=Vorlage:DNP |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:DNP |format=@@@ |1=1=* |2=2=n |3=3=n |4=4=* |5=5=* |6=6=* |7=Fundstelle=*}}{{#if: 6|{{#switch: 6 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12/1 | 12/2 | 13 | 14 | 15/1 | 15/2 | 15/3 | 16 | Suppl. 1 | Suppl. 2 | Suppl. 3 | Suppl. 4 | Suppl. 5 | Suppl. 6 | Suppl. 7 | Suppl. 8 | Suppl. 9 | Suppl. 10 | Suppl. 11 | Suppl. 12 | Suppl. 13 | Suppl. 14 = | #default = Vorlage:DNP: Ungültige Bandnummer. }}|}}

  • Angela Kühr: Als Kadmos nach Boiotien kam. Polis und Ethnos im Spiegel thebanischer Gründungsmythen (= Hermes-Einzelschriften. Band 98). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-515-08984-5.
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Weblinks

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Einzelnachweise

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