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Kadimah (Studentenverbindung)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
AV Kadimah
Basisdaten
Hochschulort: Wien
Hochschule/n: Universität Wien
Gründung: 25. Oktober 1882
Auflösung: 13. August 1938
Korporationsverband: KJV 1913 bis 1922
Farbenstatus: farbentragend
Farben:
Fuchsenfarben:
Mütze: schwarz, ab 1928 dunkelblau
Wahlspruch: Mit Wort und Wehr für Juda’s Ehr!

Kadimah ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), deutsch: nach Osten, vorwärts) war eine nationaljüdische, bald zionistische Studentenverbindung in Wien.

Geschichte

Gegründet wurde die Kadimah am 25. Oktober 1882<ref>E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 183.</ref> in Wien, am 23. März 1883 wurde sie von den Behörden genehmigt.<ref name="EJ">Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, Bd. 45 (2000), S. 121 ff.</ref> Deswegen wird als Gründungsjahr teils 1882, teils 1883 genannt. Die Burschenfarben der Kadimah waren amaranthrot-violett-gold auf violett-weiß. Die Füchse trugen ein rot-violettes Band. Die Mützenfarbe war zunächst schwarz, ab 1928 dunkelblau.<ref name="EJ" /> Der Wahlspruch war: Mit Wort und Wehr für Juda’s Ehr!<ref>Seewann: Zirkel und Zionstern. S. 123</ref>

Mitglieder der Kadimah gründeten 1891 die Hasmonaea Czernowitz und 1912 die Barissia Radautz. Am 10. Dezember 1909 regte Kadimah an, einen „Ring der Zionistischen AH-Verbände in Wien“ zu gründen. Von Dezember 1913 bis Juni 1922 war Kadimah als einzige farbentragende Verbindung im Kartell Zionistischer Verbindungen (KZV) – ab 1914 Kartell Jüdischer Verbindungen – von diesem Verband getrennt. Ein Grund war, dass das KZV die Satisfaktion verboten hatte. Am 16. März 1935 gründete Kadimah mit JAV Charitas Graz den Bund Zionistischer Verbindungen.<ref name="Seewann2017">H. Seewann (2017)</ref> Die Kadimah wurde nach dem Anschluss Österreichs am 13. August 1938 behördlich aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg traten die Alten Herren 1954 dem IGUL – Ring der Alt–Herren-Verbände der zionistisch-akademischen Verbindungen und Vereine in Israel bei.

Die Kadimah entstand als erste nationaljüdische Studentenorganisation.<ref>Peter Krause: O alte Burschenherrlichkeit. Die Studenten und ihr Brauchtum. 5. Auflage. Graz / Wien / Köln 1997, S. 121.</ref> Einige Korporationsverbände wie der Kyffhäuser-Verband hatten begonnen, Juden auszuschließen. Die Kadimah, anfangs auch von Juden verlacht, hatte sich dem Zionismus verschrieben. Wie die bereits in ganz Europa entstandenen Vereine der Zions-Liebhaber ließ die Kadimah erstmals organisierte nationaljüdische Bestrebungen erkennen. Sie bereiteten den Boden für Theodor Herzl und den späteren Erfolg des politischen Zionismus.

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Befreundete Bünde

  • JAV Barissia Prag<ref name="Seewann2017" />
  • JAV Charitas Graz<ref name="Seewann2017" />

Mitglieder

Datei:Kadimahner.jpg
Mitglieder der A. V. Kadimah (dunklere Mützen) und der J. A. V. Maccabaea beim jährlichen Gang zu Theodor Herzls Grab auf dem Döblinger Friedhof

Gründer

Ehrenmitglieder

Weitere Mitglieder

  • Felix Deutsch (1884–1964), Psychiater, Psychoanalytiker und Pionier der Psychosomatik
  • Oser Kokesch (1859–1905), zionistischer Politiker und Rechtsanwalt
  • Fritz Löhner-Beda (1883–1942), Librettist, Schlagertexter und Schriftsteller
  • Alexander Marmorek (1865–1923), Bakteriologe
  • Oskar Marmorek (1863–1909), Architekt, zionistischer Funktionär<ref>Gregor Gatscher-Riedl: Von Habsburg zu Herzl. Jüdische Studentenkultur in Mitteleuropa 1848–1948. Kral-Verlag, Berndorf 2021, S. 287f.</ref>
  • Abraham Salz (um 1866 – um 1942), galizischer Zionist, Rechtsanwalt und Führer der Chowewe Zion
  • Isidor Schalit (1871–1954), Zahnarzt und Zionist

Siehe auch

Datei:Kadimah (Couleurkarte).jpg
Couleurkarte

Literatur

  • Ludwig Rosenhek (Hrsg.): Festschrift zur Feier des 100. Semesters der akademischen Verbindung Kadimah 1883–1933. Mödling 1933.
  • Harriet Zivia Pass: Kadimah – Jewish Nationalism in Vienna before Herzl. Columbia 1969.
  • Harald Seewann: Zirkel und Zionstern, Bd. 1. Graz 1990, S. 123–134.
  • Harald Seewann: A.V. Kadimah. Fundstücke zur Chronik der ältesten jüdisch-nationalen Studentenverbindung (Wien 1882–1938). Eine Dokumentation, Bd. 1, 488 Seiten. Historia Academica Judaica, Folge 10 (letzte). Graz 2017.
  • Harald Seewann: A.V. Kadimah. Fundstücke zur Chronik der ältesten jüdisch-nationalen Studentenverbindung (Wien 1882–1938). Eine Dokumentation, Bd. 2, 767 Seiten. Graz 2022.

Einzelnachweise

<references />

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