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KZ-Nebenlager Klagenfurt-Lendorf

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Das KZ-Nebenlager Klagenfurt-Lendorf war ein Außenlager des KZ Mauthausen. Es bestand vom 19. November 1943 bis zum 8. Mai 1945 im Klagenfurter Stadtteil Lendorf.<ref>Verzeichnis der Konzentrationslager und ihrer Außenkommandos gemäß § 42 Abs. 2 BEG, Nr. 734, Klagenfurt/Österreich, Mauthausen, 19. November 1943 bis 8. Mai 1945.</ref> Heute wird die damals angrenzende, ehemalige SS-Junkerschule als Khevenhüller-Kaserne vom österreichischen Bundesheer zur Ausbildung des Jägerbataillons 25 genutzt.

Geschichte

Datei:Khevenhüllerkaserne Pferdeställe 02.jpg
Pferdestall, errichtet von KZ-Häftlingen. Auf der heute unbebauten Fläche im Vordergrund befand sich die KZ-Baracke.

Die bis zu 130 Häftlinge aus dem KZ Mauthausen (Deutsche, Österreicher, Tschechen, Polen, Italiener, Russen, Spanier, Franzosen, zwei Slowenen und ein Serbe) mussten dort für die Waffen-SS Kasernengebäude und eine SS-Junkerschule errichten.<ref name="Mauthausen-Memorial"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>

Auftraggeber war die Bauleitung der Waffen-SS und Polizei in Klagenfurt. Die Arbeiten umfassten den Bau von Baracken für Pferde und SS-Junker, den Bau von (zwei?) Luftschutzstollen (unterhalb der Koglsiedlung) und den Bau des Löschwasserteichs und des Schwimmbads. Die Häftlinge wurden auch für die Ausbesserung von zahlreichen Bombenschäden, hauptsächlich im Bereich des Klagenfurter Bahnhofs, herangezogen. Die von einem Stacheldrahtzaun und zwei Wachtürmen umgebene Häftlingsbaracke soll am Kasernenhof gestanden sein, außerhalb des Zauns eine Baracke für die 15 SS-Wachtmannschaft.<ref name="Gstettner">Peter Gstettner: Das KZ in der Lendorfer Kaserne vor den Toren der Stadt Klagenfurt. In: Justiz und Erinnerung. Nr. 4, Mai 2001.</ref>

Vor der Evakuierung des Lagers am 6. und 7. Mai ins KZ Loibl mussten die Häftlinge die beiden Baracken abreißen. Am 8. Mai 1945 wurde das Lager aufgelöst.<ref name="Gstettner" />

Nachnutzung der Kaserne

Während der Besatzungszeit wurde die Kaserne von den britischen Truppen genutzt. Am 22. August 1956 wurde das Jägerbataillon 25 des Bundesheers in der „Kaserne Lendorf“ stationiert. 1967 wurde die Kaserne in „Khevenhüller-Kaserne“ nach Ludwig Andreas von Khevenhüller umbenannt.<ref>Homepage des Jägerbataillons 25</ref>

Gedenken

Die Existenz des Außenlagers lag lange im Dunkeln. In einem Schreiben der Kärntner Landesregierung vom 19. Oktober 1954 heißt es: „… wird nach eingehenden Erhebungen berichtet, dass in Klagenfurt ein Aussenlager des ehemaligen KZ-Lagers Mauthausen nie bestanden hat.“<ref>Schreiben der Kärntner Landesregierung an das Innenministerium, 19. Oktober 1954, Zl. 11.176-1/1954.</ref>

In der Festschrift, die das Jägerbataillon 25 zum 50. Jahrestag seiner Gründung 2006 herausgab, wird die Errichtung von Teilen der Kaserne durch KZ-Häftlinge mit keinem Wort erwähnt. Es heißt dort nur: „Die Kaserne gehört zu den am häufigsten in Publikationen der NS-Zeit besprochenen Militärbauten.“ und „Im Juni 1938 erfolgte der Spatenstich...“<ref>Festschrift 50 Jahre Jägerbataillon 25 Seite 14.</ref>

Am 17. September 2007 wurde von Peter Gstettner, dem Vorsitzenden des Mauthausen-Komitees Kärnten/Koroška, und Verteidigungsminister Norbert Darabos in der Kaserne eine Gedenktafel enthüllt. Bei der Feier war auch Rajmund Pajer, der letzte Überlebende des Nebenlagers, anwesend. Danach wurde im Speisesaal der Kaserne die Verfremdung eines Wandgemäldes, das einen Waffen-SS-Soldaten zeigt, durch den Grazer Künstler Richard Kriesche vorgestellt.<ref>Österreichisches Bundesheer – Aktuell - Darabos enthüllt KZ-Gedenktafel in der Klagenfurter Khevenhüller-Kaserne</ref>

Literatur

  • Konzentrationslager Klagenfurt-Lendorf. In: Nadja Danglmaier / Werner Koroschitz: Nationalsozialismus in Kärnten. Opfer. Täter. Gegner, 3. Auflage. Studien-Verlag, Innsbruck u. a. 2021 (Nationalsozialismus in den österreichischen Bundesländern; 7), ISBN 978-3-7065-5244-8, S. 323–328.

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 46° 39′ 13,5″ N, 14° 16′ 56,1″ O

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